Tiefeinsteiger Fahrräder im Test: Komfort, Sicherheit und Alltagstauglichkeit

Tiefeinsteiger E-Bikes stechen unter den verschiedenen Typen von E-Bikes als besonders komfortable Begleiter im Alltag heraus. Sie bieten eine Vielzahl von Vorteilen und sind gerade für unsichere oder auch ältere Fahrer:innen eine willkommene Alternative im Straßenverkehr.

Was sind Tiefeinsteiger E-Bikes?

Tiefeinsteiger E-Bikes zeichnen sich durch ihre niedrige Rahmengestaltung mit einem tiefen Einstieg aus, die das Auf- und Absteigen erleichtert. Da das Bein beim Aufstieg und Abstieg nicht so weit angehoben werden muss, ermöglicht der Tiefeinsteiger im Gegensatz zu herkömmlichen Bikes ein besonders komfortables Fahrerlebnis. Insbesondere für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Gleichgewichtssinn ist dies daher als großer Vorteil zu betrachten.

Vorteile von Tiefeinsteiger E-Bikes

  • Barrierefreiheit: Die niedrige Einstiegshöhe macht das E-Biken für Menschen jeden Alters und mit eingeschränkter körperlicher Verfassung zugänglich.
  • Komfort: Das Ein- und Aussteigen bei Tiefeinsteiger E-Bikes ist viel einfacher und erfordert weniger Anstrengung als bei herkömmlichen Fahrrädern.

Nachteile von Tiefeinsteiger E-Bikes

Im Vergleich zu anderen Rahmenformen, wie Diamant-Rahmen, sind die Auswahlmöglichkeiten bei Tiefeinsteiger E-Bikes möglicherweise begrenzter. Beispielsweise können sich herstellerseitig spezielle Funktionen oder auch Designoptionen nicht so leicht umsetzen lassen, da das entsprechende Oberrohr fehlt.

Ausgewählte Modelle im Überblick

Hier sind einige herausragende Tiefeinsteiger E-Bike Modelle, die auf dem Markt erhältlich sind:

  • Riese & Müller Nevo4: Besticht mit einem durchdachten und stilvollen sowie sehr markanten Design. Der Hersteller selbst bezeichnet das E-Bike als “Alltags-Allrounder”. Der tiefe Einstieg bietet in Kombination mit dem stabilen Rahmen eine komfortable Fahrposition, die sowohl für kurze Ausflüge in die Stadt als auch für längere Touren optimal ist. Je nach Modellvariante kommt das Nevo4 mit einem Bosch Performance Line CX oder Performance Line Speed 4.0 Motor mit Smart System. Ein Akku mit bis zu 750 Wh ermöglicht ausgedehnte Touren, sodass auch lange Strecken genüsslich in komfortabler Sitzposition zurückgelegt werden können.
  • Specialized Turbo Como 4.0 IGH: Mehr als nur reines E-Biken: Das Specialized Como 4.0 IGH bietet eine hochwertige Ausstattung und lässt dich auf dem Sattel sanft und sicher über die Straßen dahergleiten. Dieses gemütliche und komfortable Tiefeinsteiger E-Bike stärkt dein Selbstbewusstsein im Straßenverkehr. Dank des Turbo Full Power 2.0 Motors mit 70 Nm Drehmoment erhältst du sanften Rückenwind in der Stufe, in der du ihn benötigst. Bis zu 120 Kilometer kannst du laut Hersteller mit dem E-Bike zurücklegen. Die innovative Nabenschaltung, daher des Namenszusatz “IGH”, gewährleistet währenddessen sanfte und präzise Gangwechsel.
  • Gazelle Arroyo C7+ HMB Elite: Als “Juwel unter den E-Bikes” beschreibt Gazelle dieses Tiefeinsteiger E-Bike. Das Gazelle Arroyo C7+ HMB Elite kommt mit gefederten Komponenten und hydraulische Felgenbremsen von Magura, die für eine herausragende Bremsleistung sorgen. Weiterhin ist dieses Gazelle E-Bike mit einer Rücktrittbremse ausgestattet.
  • Gazelle Easyflow: Bei dem Gazelle Tiefeinsteiger namens Easyflow stehen Ergonomie und Bequemlichkeit definitiv im Fokus. Es ist perfekt für Ausflüge in die Stadt geeignet, macht aber auch auf leichteren Touren eine gute Figur. Gleichzeitig dazu sind die Pedale besonders rutschfest und bieten eine breite Auflagefläche. Dies unterstreicht zusätzlich den Punkt des Komforts.
  • Kalkhoff Image Light: Das neue Kalkhoff Image Light bietet die perfekte Balance aus Alltagsnutzen und minimalem Gewicht. Dank des optional nachrüstbaren Range Extenders lassen sich auch weit entfernte Gebiete erkunden. Doch auch mit dem werksseitig verbauten 400 Wh Akku kannst du bereits ausgiebige Touren fahren und dich stets sicher fühlen. Wer das Tiefeinsteiger E-Bike für alltägliche Besorgungen nutzen möchte, bekommt mit dem MIK Systemgepäckträger ein nützliches Feature, das bis zu 25 Kilogramm Traglast zulässt.

Tiefeinsteiger sind nicht nur für Damen

Wer an ein E-Bike mit tiefem Einstieg denkt, hat dieses vermutlich eher als Damenrad im Kopf. Wieso diese Rahmenform aber auch als Mann viele Vorteile haben kann, erklärt Testfahrer Timo in seinem Testbericht. Timo hat sich vor ca. einem Jahr das Riese und Müller UBN Six mit Tiefeinstieg zugelegt. Für seinen Testbericht war er mit dem Light E-Bike viel in urbanen Umgebungen unterwegs und hat das UBN Six über längere Zeit auf die Probe gestellt.

Sicheres Fahrverhalten ist Pflicht

Wegen der weit gespannten Zielgruppe ist sicheres Fahrverhalten bei Tiefeinsteigern Pflicht. Bei früheren Generationen gab es damit Probleme - sie neigten vor allem beladen mit Gepäckträger oder bei freihändigem Fahren zum Rahmenflattern.

Problem Lenkerflattern: Hoher Materialeinsatz für mehr Steifigkeit bei E-Bike Tiefeinsteigern

Um trotz fehlendem Oberrohr einen stabilen Rahmenverbund zu erreichen, bauen die Konstrukteure heute vor allem im Tretlagerbereich Verstärkungen ein. Sie legen das zentrale Rahmenrohr recht voluminös aus und binden es möglichst flächig ans Steuerrohr an. Die Integration des Akkus in den Rahmen erfordert ohnehin Volumen - hier ist es auch fahrdynamisch hilfreich. Doch E-Bikes mit Waverahmen sind deshalb vergleichsweise schwer.

Und trotz des hohen Materialeinsatzes - die Pedelecs unseres Tests wiegen im Durchschnitt 28 Kilo - und durchgehend hoher Steifigkeitswerte zeigen drei der fünf Tiefeinsteiger im Fahrtest Schwächen bei der Fahrstabilität. Beim Bergamont E-Horizon, dem Cannondale Adventure und dem Qwic i MN7+ lässt sich, freihändig gefahren, Lenkerflattern provozieren, sobald sich nennenswertes Zusatzgewicht auf dem Gepäckträger befindet.

Auch wenn das Phänomen mit nur wenig Last auf dem Träger oder mit den Händen am Lenker nicht auftritt, birgt das instabile Fahrverhalten im Ex­tremfall ein Unfallrisiko. Wir haben die Fahrsicherheitsnote der drei Pedelecs deshalb abgewertet.

Ausstattung und Komfort

Preislich liegen die fünf Testräder sehr nahe beeinander, größere qualitative Unterschiede bei der Ausrüstung gibt es deshalb nicht. Etwas mehr Streuung findet sich bei den Motoren: Nur drei der fünf E-Bike Tiefeinsteiger sind mit Bosch-Motoren ausgerüstet. In den Rahmenknoten von Bergamont, Cannon­dale und KTM arbeiten bewährte Bosch-Antriebe.

Das schwere Liv Allure ist dagegen mit einem Giant SyncDrive Core motorisiert. Der Giant-Antrieb stammt grundsätzlich von Yamaha und kann es in puncto Laufeigenschaften und Leistungsdaten locker mit den etablierten Platzhirschen von Bosch und Shimano aufnehmen. Der Bafang-Mittelmotor im Qwic stammt aus chinesischer Fertigung. Auch er überzeugt mit hohem Drehmoment und ordentlicher Leistung.

Wer sich nicht groß um die Pflege seiner Gangschaltung kümmern möchte, sollte sich für eines der drei E-Bike Tiefeinsteiger mit Nexus-Getriebenabe entscheiden. Besonders in Verbindung mit einem Gates-Carbonriemen statt Kette - wie beim Qwic - wird der Antriebsstrang nahezu wartungsfrei.

Die hydraulischen Scheibenbremsen und Lichtanlagen unserer Testräder stammen aus bewährten Baugruppen, sind qualitativ in Ordnung und entsprechen dem Preisniveau der Pedelecs. Stabile und packtaschentaugliche Gepäckträger finden sich an allen Rädern, stabile Hinterbauständer ebenso. Ein Ausreißer: Bergamont setzt auf einen Einbein-Mittelständer, der ein sicheres Abstellen des Rads mit schweren Pack­taschen am Träger erschwert.

Stiefmütterlich behandeln die Hersteller nach wie vor den Fahrkomfort. Das erstaunt, denn gerade Fahrerinnen und Fahrer von E-Bike Tiefeinsteigern dürften großen Wert auf Bequemlichkeit legen. Dass hier keines der Testräder auf eine sehr gute Note kommt, liegt hauptsächlich an den verbauten Federgabeln. Sie sind nur in engen Grenzen aufs Systemgewicht einstellbar und reagieren wenig sensibel auf Störungen vom Untergrund. Für gutes Dämpfermaterial muss man heute leider deutlich mehr Geld ausgeben.

Uli Frieß, Testredakteur, fasst zusammen: „Abgesehen von den Flatterproblemen einiger Räder gibt es kaum Anlass zur Kritik. Die Pedelecs sind solide verarbeitet und - dem Preis­niveau entsprechend - gut ausgerüstet.“

Rahmendesign: Trapez vs. Schwanenhals vs. Einrohr

Den Begriff Damenfahrrad verbindet man häufig mit einem tiefen, komfortablen Einstieg. Wer sich in der Angebotspalette von namhaften Fahrradanbietern umsieht, hat meist die Wahl zwischen drei grundlegenden Varianten. Klassiker in dieser Kategorie ist der Einrohr-Rahmen - der Markt kennt ihn auch unter dem Begriff Wave-Rahmen. Diesen gibt es auch mit extratiefem Einstieg wie beim Geniesser 9.4 von Prophete.

Ein naher Verwandter ist der Schwanenhalsrahmen, bei dem das Cockpit über eine geschwungene Doppelrohr-Konstruktion mit dem Heck verbunden ist. Eine sportivere Variante ergibt sich mit dem sogenannten Trapez-Rahmen, ein Abkömmling des klassischen Herrenrahmens mit tiefergesetztem Oberrohrende.

Beide Rahmentypen haben auch einen entscheidenden Nachteil, nämlich eine geringere Rahmenstabilität im Vergleich zum Herrenrahmen. Der Schwan schneidet hier etwas schlechter ab als das Trapez. Erwarten Sie in diesem Punkt tadellose Qualität bei gleichzeitig moderatem Rahmengewicht, sollten Sie bereit sein, etwas mehr Geld auszugeben.

Rahmengrößen: Damen-Fahrräder in XXL

Üblicherweise beginnen die Rahmengrößen bei den City- und Tourenrädern für Damen bei gut 40 cm und reichen bis etwa 55 cm. Die Angaben beziehen sich stets auf die Länge des Sitzrohres - das Rohr, in dem der Sattel steckt.

Großgewachsene Damen haben es schwer, ganz aussichtslos ist die Suche aber nicht. Tipp: Kalkhoff bietet Damenmodelle mit Rahmengrößen über 60 cm an, z. B. das Agattu 8 oder das Agattu XXL, das auch bei der Maximallast eine Schippe drauflegt.

Sportliche Damenräder: Rocktauglich war gestern

Soll ein sportliches Allrounder-Rad für Straße und Schotter her, empfehlen wir Ihnen ein Crossrad mit schmalen Offroad-Reifen, Gabeldämpfung und Kettenschaltung - z. B. das Pathlite WMN 4.0 von Versender Canyon, bei dem Oberrohr und Sitzstreben fast eine Gerade bilden. Soll der Durchstieg noch tiefer sein, kann Bulls mit Modell Wildcross in Trapez-Ausführung dienen. Auch in der MTB-Fraktion findet sich bei Bulls ein passendes Damen-Pendant. Ebenfalls gut: das HardRay Nine 4.0 von R Raymon.

ADAC Test: Günstige Tiefeinsteiger E-Bikes unter der Lupe

Der ADAC hat zehn preiswerte E-Bikes mit elektrischer Tretunterstützung bis 25 km/h getestet. Überprüft wurden Tiefeinsteiger-Pedelecs unter 2000 Euro auf Fahreigenschaften, Antrieb, Handhabung, Sicherheit sowie Schadstoffe.

Defizite bei den Antriebsarten

Bei den meisten der getesteten Tiefeinsteiger-Pedelecs fielen dabei die geringe Reichweite des Akkus und die lange Ladedauer auf sowie Defizite beim Antrieb.

Testergebnisse im Detail

Im Gesamtergebnis des Tests sind nur zwei von zehn Pedelecs gut, fünf befriedigend, eines ist ausreichend. Aber es gibt auch zwei mangelhafte Modelle.

Mit einer Akku-Reichweite von 73 Kilometern im Test ist mit dem Deruiz auch ein entspannter Tagesausflug möglich. Die angenehme Ergonomie, ein stabiles und laufruhiges Fahrverhalten sowie die guten Bremsen überzeugten auch beim Praxistest. Positiv fiel ebenso die direkte Schaltung auf, die gut mit dem Antrieb harmoniert. Preislich liegt das E-Bike der Marke Deruiz mit rund 1400 Euro im unteren Drittel der Testkandidaten - damit ist es günstig und trotzdem zu empfehlen.

Das Fischer E-Bike Cita 2.2i überzeugt vor allem durch sein gutes Antriebssystem. Es ist zwar ein schweres (28,8 kg Leergewicht), aber solides Pedelec. Als einziges Pedelec mit Mittelmotor im Test bietet es eine angenehm aufrechte Sitzposition und Komfort dank gefederter Sattelstütze und guter Vordergabel. Der solide Rahmen zeigt sich bei den Fahrversuchen stabil.

Tabelle: ADAC Test Tiefeinsteiger-Pedelecs unter 2000 Euro

Hersteller/Modell Preis in Euro ADAC Urteil Fahren Sicherheit und Haltbarkeit Antriebssystem und Motor Handhabung Schadstoffe in den Griffen und Sattel
Deruiz E-Bike Quartz, 28 Zoll Trekking Elektrofahrrad 1399 2,5 2,2 1,8 3,2 3,0 2,5
Fischer E-Bike Cita 2.2i 1949 2,5 2,6 2,6 2,3 2,6 2,5
Lidl/Crivit Urban E-Bike Y.21 1599 2,8 2,6 2,6 3,6 2,3 1,0
Decathlon Elops 900E 1299 3,0 2,3 3,0 3,7 3,2 2,5
Prophete Geniesser City E-Bike 28" 1600 3,0 2,7 3,3 3,5 2,6 2,5
Zündapp Z502 E Bike 28 Zoll Elektrofahrrad 1799 3,0 2,5 2,7 3,9 2,8 2,5
F.lli Schiano E-Moon 28 Zoll E-bike Pedelec 899 3,2 2,7 3,0 4,4 2,9 2,5
Heybike EC 1-ST 1195 - - - - - -

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  • Die Akku-Reichweite: Sie sollte bei wenigstens 50 Kilometern liegen.
  • Die Ladedauer: Das Laden des Akkus sollte nicht länger als etwa dreieinhalb Stunden dauern.
  • Das zulässige Gesamtgewicht: Immer prüfen, besonders wenn Gepäck oder Kinder transportiert werden sollen.
  • Die Beleuchtung: Sie muss der StVZO entsprechen und darf nicht blenden. Auch Reflektoren müssen am Elektrorad vorhanden sein.
  • Eine Probefahrt: Stets ohne elektrische Unterstützung durchführen, um das Fahrrad kritisch zu prüfen.
  • Das Tragen eines Helms: Auch wenn dazu bei E-Bikes keine Pflicht besteht.

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