Unter Rennradfahrern ist es die Stammtischfrage schlechthin: Felgen- oder Scheibenbremse? "Innovation und Fortschritt", jubeln die einen, "Teufelszeug und Kulturbruch", wettern die anderen.
Denn die Tage der guten alten Felgenbremse scheinen gezählt. Im aktuellen Angebot der Radhersteller und, wichtiger noch, bei der Produktentwicklung übernimmt die Scheibenbremse immer häufiger die tragende Rolle - Räder und Komponenten, die exklusiv auf das Zusammenspiel mit Felgenbremsen ausgerichtet sind, werden seltener. Noch bieten viele Hersteller ihre Produkte zwar für Scheiben- und Felgenbremsen an, bei kompletten Neuentwicklungen heißt es indes immer häufiger: disc only.
"Im Nachrüstmarkt sind Felgenbrems-Laufräder immer noch ein großes Thema", betont jedoch Christian Brumen, Category Manager Dropbar bei Rose. Und Freunde der klassischen Radverzögerung müssen nicht verzagen: Wer dem eigenen Felgenbrems-Renner mit neuen Laufrädern frischen Schwung verleihen will, findet derzeit noch eine große Auswahl an Produkten. 20 Modelle hat ROADBIKE für diesen Artikel in Labor und Praxis getestet - in drei Preiskategorien: um 600 Euro, um 1000 Euro und um 2000 Euro.
Das Testfeld: 20 Laufräder im Vergleich
Das Testfeld setzt sich aus alten Bekannten und Newcomern zusammen, wobei eins auffällt: Neu entwickelte Felgenbrems-Laufräder in den beiden günstigeren Preiskategorien waren nicht zu kriegen - hier findet offenbar keine Entwicklung mehr statt. Also wurden für die Preisbereiche um 600 und um 1000 Euro bekannte und teils schon länger am Markt befindliche Modelle getestet.
Wenn überhaupt noch wirklich neue Laufradmodelle für Felgenbremsen auf den Markt kommen, geschieht dies offenbar "nur" noch im im hochpreisigen Sektor. Und selbst da wird nicht alles komplett neu entwickelt, sondern adaptiert: "Felgenbrems-Laufräder profitieren von den technischen Erkenntnissen und Fortschritten aus der Disc-Laufradentwicklung", erklärt Alex Gebert, Produktmanager bei Giant.
Aero-Optimierung, Carbon-Speichen, Hookless-Felgen - all das übernimmt zum Beispiel der getestete Cadex-Laufradsatz von seinem Schwesterprodukt für Scheibenbremsen. Zwar wird manchem überzeugten Felgenbrems-Fan das Herz bluten angesichts der Tatsache, dass Felgenbrems-Laufräder den Herstellern nur noch in Ausnahmefällen die Entwicklungskosten wert sind, hervorragende Produkte findet er/sie trotzdem noch.
Die Erkenntnisse: Preisunterschiede und ihre Auswirkungen
Interessanter Nebeneffekt der vorliegenden, 20 Produkte umfassenden Leistungsschau verschiedener Preisklassen: Auf einen Blick lässt sich erkennen, wie und wo sich höhere Preise bemerkbar machen. Die Erkenntnisse: Die vier getesteten High-End-Laufradsätze um 2000 Euro kommen ausschließlich mit Carbon-Felgen, überzeugen mit top Steifigkeitswerten und liefern mehrheitlich Spitzenwerte, was Gewicht und Trägheitsmessungen angeht - also jenen Aspekten, die auf das Fahrerlebnis einzahlen, etwa durch leichtfüßige Beschleunigung. Teurer bedeutet hier also tatsächlich auch besser.
Gleichzeitig gilt aber auch: Die besten Vertreter der Preisklasse um 1000 Euro bleiben auf Schlagdistanz - egal, ob sie mit Carbon- oder Alu-Felgen aufgebaut sind. Und selbst die Modelle um 600 Euro, die ausschließlich auf Alu-Felgen setzen, schlagen sich wacker. Das heißt: Freunde von Felgenbrems-Laufrädern finden aktuell noch viele überzeugende Produkte - selbst wenn es die letzten ihrer Art sein sollten.
Erstes Fazit und Empfehlungen
Von den vier neu entwickelten Laufrädern der Preisklasse um 2000 Euro überzeugen besonders das teure 42 Tubeless von Cadex und das deutlich günstigere RC Fifty Carbon von Rose. In der Preisklasse um 1000 Euro gefällt besonders das EA90 SL von Easton. Ein Allzeit-Preis-Leistungs-Tipp ist und bleibt Campagnolos Zonda für unter 500 Euro, der eindrücklich zeigt: Hervorragende Laufräder für Felgenbrems-Renner gibt’s auch für kleineres Geld.
So testet ROADBIKE
Messwerte von eigenen Prüfständen, dazu ausgiebige Fahrtests: ROADBIKE treibt großen Aufwand, um Laufräder zu testen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Faktoren Gewicht (25 %), Seitensteifigkeit (25 %), Torsionssteifigkeit (5 %), Trägheit (10 %), Aufbau (10 %) und Fahreindruck (25 %).
HINWEIS: Die Noten in den Testbriefen ergeben sich aus dem Testfeld der jeweiligen Preiskategorie. 95 Punkte und Note überragend im Testfeld "Laufräder um 1000 Euro" beziehen sich also nur auf die in dieser Testkategorie getesteten Produkte und sind nicht vergleichbar mit 88 Punkten und Note sehr gut aus dem Testfeld "Laufräder um 600 Euro"!
Testergebnisse der 20 Laufräder zusammengefasst
Die Besten im Test: Laufräder um 2000 Euro
Cadex 42 Tubeless (Testsieger)
Cadex 42 Tubeless begeisternde Laborwerte Messerspeichen aus Carbon teuer, eingeschränkte Reifenwahl
Unter dem reaktivierten Markennamen Cadex bringt Giant Reifen, Sättel sowie Laufräder für Scheiben- und Felgenbremsen, je in 42 und 65 Millimetern Felgenhöhe, auf den Markt. Im Labor begeistern die 42 Tubeless mit hohen Steifigkeitswerten und extremem Leichtgewicht. Möglich wird dies unter anderem durch Messerspeichen aus Carbon. In der Praxis gefallen die gute Beschleunigung und die tolle Bremspower, allerdings bringt Seitenwind schnell Unruhe ins Fahrwerk. Die hakenlose Felge schränkt die Reifenauswahl stark ein, der sehr laute Freilauf ist Geschmackssache. Garantieansprüche können Cadex-Käufer zwei Jahre geltend machen. Positiv: das großzügige Crash Replacement.
Fazit: Cadex’ teures Erstlingswerk legt beeindruckende Laborwerte hin. In der Praxis trüben kleine Details die Freude.
- Gewichte: VR 556 g/HR 717g
- Preis: 2599 Euro
- Felgenmaße (Breite innen/Breite außen/Höhe): 19 mm/24 mm/42 mm
- Speichen: v 16 radial/h 21, links radial, rechts 2x gekreuzt
- Lieferumfang: Schnellspanner, Bremsbeläge, Tubeless-Ventile und -Felgenband, Laufradtaschen
- Gewichtslimit: 126,5kg Systemgewicht (Fahrer, Rad, Ausrüstung)
- Gewichte LRS (1273 g): Seitensteifigkeit (v 112, h 106 Nm/°): Torsionssteifigkeit (3,18 mm): Trägheit (v 796, h 804 ms): Aufbau (HR 0,5mm aus der Mitte zentriert, sonst gut): Fahreindruck (flink, präzise, Seitenwind spürbar): Wertung: ÜBERRAGEND (93 Punkte)
Rose RC Fifty Carbon (Preis-Leistungs-Tipp)
Rose FC Fifty Carbon toller Fahreindruck sehr viel Leistung fürs Geld Garantie- und Crash-Replacement-Bestimmungen
Die neue RC-Reihe von Rose umfasst Carbon-Laufräder verschiedener Felgenhöhen und für unterschiedliche Einsatzzwecke - das RC Fifty ist dabei das einzige Modell für Felgenbremsen. Ähnlich wie sein Disc-Pedant (vgl. RB 07/20) überzeugt es auf der Straße mit spritzigem Antritt dank Fliegengewicht, großer Lenkpräzision und hoher Fahrstabilität. Vor allem aber hält das RC Fifty Carbon hohes Tempo beeindruckend leicht - womöglich der Aero-Vorteil der höchsten Felge im Test. Auch die Bremspower der SwissStopp-Beläge stimmt. Bei den Steifigkeitsmessungen sind die Konkurrenten etwas besser, Roses Werte sind aber über alle Zweifel erhaben. Großzügig: sechs Jahre Garantie und Crash-Replacement.
Fazit: Spritzig, agil, schnell: Zum vergleichsweise attraktiven Preis schnürt Rose ein tolles Paket.
- Gewichte: VR 617 g/HR 757 g
- Preis: 1499 Euro
- Felgenmaße (Breite innen/Breite außen/Höhe): 19,5 mm/28 mm/47 mm
- Speichen: v 20 rad./h 21, links radial, rechts 3x gekreuzt
- Lieferumfang: Schnellspanner, Bremsbeläge, Tubeless-Ventile und -Felgenband, Laufradtasche
- Gewichtslimit: 110kg Systemgewicht (Fahrer, Rad, Ausrüstung)
- Gewichte LRS (1374 g): Seitensteifigkeit (v 99, h 94 Nm/°): Torsionssteifigkeit (4,09 mm): Trägheit (v 801, h 807 ms): Aufbau (sehr gut mittig und rund aufgebaut): Fahreindruck (rollt sehr schnell, sportlich, stabil): Wertung: ÜBERRAGEND (95 Punkte)
Campagnolo Bora WTO 33
Campagnolo Bora WTO 33 leicht, steif, schnell tolle Bremsleistung, aber... ...lautes Pfeifen beim Bremsen
Erst im Januar 2020 vorgestellt, komplettieren die Bora WTO 33 Campagnolos Aero-Reihe, die immerhin vier Profilhöhen umfasst (WTO steht für Wind Tunnel Optimized). Mit knapp über 1400 Gramm Set-Gewicht gefällt der Satz aber auch als Gipfelstürmer, der im Labor bei Steifigkeits- und Trägheitsmessungen fleißig Punkte sammelt. Auf der Straße gefallen die quirlige Beschleunigung und die sehr präzise Lenkung, auch die Bremspower beeindruckt. Geschmackssache ist dabei aber das sehr laute Pfeifgeräusch beim Bremsen, die aufgeraute Flanke sorgt zudem für ordentlichen Belagverschleiß. Drei Jahre Garantie sind kundenfreundlich, der Verzicht auf ein Crash Replacement ist es weniger.
Fazit: Die flinken Bora WTO 33 sind nicht nur für Campa-Fans eine Empfehlung, bremsen allerdings recht laut.
- Gewichte: VR 607g/HR 809g
- Preis: 2160 Euro
- Felgenmaße (Breite innen/Breite außen/Höhe): 19 mm/26,7mm/33mm
- Speichen: v 18 radial/h 21, links radial, rechts 2x gekreuzt
- Lieferumfang: Schnellspanner, Bremsbeläge, Tubeless-Ventile und Reduzierhülse, Reifenheber
- Gewichtslimit: 120kg Systemgewicht (Fahrer, Rad, Ausrüstung)
- Gewichte LRS (1416 g): Seitensteifigkeit (v 113, h 109 Nm/°): Torsionssteifigkeit (3,97 mm): Trägheit (v 793, h 803 ms): Aufbau (sehr gut mittig und rund aufgebaut): Fahreindruck (schnell, präzise, lautes Bremsen): Wertung: SEHR GUT (84 Punkte)
DT Swiss PRC 1400 Spline 35
DT Swiss PRC 1400 Spline 35 toller Fahreindruck Garantie- und Crash-Replacement-Bestimmungen niedrigstes Gewichtslimit im Vergleich
2018 vorgestellt, ist das PRC 1400 Spline 35 von DT Swiss das "dienstälteste" der hier getesteten 2000-Euro-Laufräder. Auf der Straße gefällt es mit einem sehr ausgewogenen Fahreindruck: Die Beschleunigung ist sehr gut, die Lenkung extrem präzise, hohes Tempo hält das Set ausgesprochen willig, die Bremspower ist hoch. Akustisch fallen der sehr laute Freilauf, leises "Bollern" der Felgen und dezentes Sirren beim Bremsen auf. Im Labor hingegen kosten das in diesem Vergleich hohe Set-Gewicht und die Trägheitswerte wertvolle Punkte. Großzügig: Für Carbon-Felgen gewährt DT Swiss kundenfreundliche Garantie- (lebenslang) und Crash-Replacement-Bestimmungen (10 Jahre 249 Euro für eine Ersatzfelge).
Fazit: Macht Spaß: Das PRC 1400 von DT Swiss ist vielseitig und schnell. Im Labor sammeln andere mehr Punkte.
- Gewichte: VR 667g/HR 826g
- Preis: 1957 Euro
- Felgenmaße (Breite innen/Breite außen/Höhe): 18 mm/25mm/35mm
- Speichen: v 20 radial/h 24, links und rechts 2x gekreuzt
- Lieferumfang: Schnellspanner, Bremsbeläge, Tubeless-Ventile und -Felgenband, Sram XDR-Body
- Gewichtslimit: 100kg Systemgewicht (Fahrer, Rad, Ausrüstung)
- Gewichte LRS (1493 g): Seitensteifigkeit (v 120, h 99 Nm/°): Torsionssteifigkeit (3,86 mm): Trägheit (v 813, h 817 ms): Aufbau (sehr gut mittig und rund aufgebaut): Fahreindruck (komplett, ausgewogen, agil): Wertung: SEHR GUT (80 Punkte)
Die Besten im Test: Laufräder um 1000 Euro
Easton EA90 SL (Testsieger)
Easton EA90 SL leicht, steif, komfortabel tolles Bremsverhalten kein Gewichtslimit Garantie nur ohne Rennen
Eastons EA90 SL überzeugt in Labor und Praxis - Testsieg! Trotz massiver Naben und breiter Felge bleibt der Satz locker unter der für Alu-Laufräder magischen Gewichtsgrenze von 1500 Gramm und sammelt fleißig Punkte bei den Steifigkeitsmessungen. Im Sattel begeistern die EA90 SL mit sattem Vortrieb und spritziger Beschleunigung, das Lenkverhalten ist wendig-agil und zugleich absolut präzise. Dank breit bauender Reifen stimmt auch der Komfort. Crash-Replacement bietet Easton nicht, dafür aber zwei Jahre Garantie - ohne Renneinsatz. Positiv: kein Gewichtslimit. Einziges Manko für Interessenten: Easton stellt zum Modelljahr 2021 komplett auf Disc um - Restbestände sind aber noch erhältlich.
Fazit: Leicht, steif, komfortabel - Eastons EA 90 SL überzeugt auf ganzer Linie. Auch als Tipp für schwere Piloten.
- Gewichte: VR 653 g/HR 829 g
- Preis: 1098,80 Euro
- Felgenmaße (Breite innen/Breite außen/Höhe): 20 mm/25 mm/27 mm
- Speichen: v 20 rad./h 24, li 1x, re 2x
- Lieferumfang: Schnellspanner, Tubeless-Ventile und -Felgenband, Ventilschlüssel
- Gewichtslimit: keins
- Gewichte LRS (1482 g): Seitensteifigkeit (v 107, h 96 Nm/°): Torsionssteifigkeit (3,92 mm): Trägheit (v 804, h 810 ms): Aufbau (sehr gut mittig und rund aufgebaut): Fahreindruck (sehr spritzig, präzise, toller Vortrieb): Wertung: ÜBERRAGEND (95 Punkte)
Mavic Ksyrium Pro UST (Preis-Leistungs-Tipp)
Mavic Ksyrium Pro UST sehr leicht und sportlich großer Lieferumfang mit Tubeless-Vollausstattung geringste Torsionssteifgkeit
Aufatmen bei Mavic: Die zuletzt in finanzielle Schieflage geratene Traditionsmarke hat offensichtlich einen neuen Investor gefunden und plant ein Comeback. Erfreulich: Bereits in der Vergangenheit überzeugende Produkte sind weiterhin verfügbar. So wie das Ksyrium Pro UST, dessen Beschleunigung und Agilität dem Fahrer ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert. Die Torsionsmessung hingegen ist traditionell Mavics Achillesferse. Den Preis-Leistungs-Tipp sicherten sich die Franzosen durch den großen Lieferumfang mit Tubeless-Vollausstattung: Reifen und Ventile sind schon montiert, nur Dichtmilch einfüllen und ab dafür. Zwei Jahre Garantie werden bei Produktregistrierung um ein weiteres Jahr ergänzt.
Fazit: Findet Mavic nach unternehmerischen Querelen zurück in die Spur? Produktseitig spricht nichts dagegen.
- Gewichte: VR 596 g/HR 842 g
- Preis: 949 Euro
- Felgenmaße (Breite innen/Breite außen/Höhe): 17 mm/21 mm/ v 17, h 20 mm
- Speichen: v 18 rad./h 20 re rad., li 2x
- Lieferumfang: Schnellspanner, Tubeless-Reifen und Zubehör, Werkzeug, 10-fach-Distanzring
- Gewichtslimit: 120 kg Systemgewicht
- Gewichte LRS (1438 g): Seitensteifigkeit (v 98, h 92 Nm/°): Torsionssteifigkeit (8,19 mm): Trägheit (v 790, h 801 ms): Aufbau (sehr gut mittig und rund aufgebaut): Fahreindruck (sehr sportlich-spritzig, präzise): Wertung: SEHR GUT (82 Punkte)
DT Swiss PR 1400 Dicut Oxic 21
DT Swiss PR 1400 Dicut Oxic 21 leicht , steif, schnell dauerhaft schwarze Bremsflanke etwas schwächere Bremsleistung bei Nässe
Schwarze Bremsflanken sind für viele ein optisches Highlight. Alu-Flanken verlieren aber oft ihre Farbe. Nicht so die Oxic-Modelle von DT Swiss mit elektrochemischer Keramikbeschichtung, die im RB-Dauertest über Tausende Kilometer überzeugte. Doch nicht nur das: Die flache Version (es gibt noch eine mit 32-mm-Felge) ist betörend leicht, beschleunigt wieselflink, bietet ordentlichen Komfort und überzeugte auch auf den Prüfständen. Die Bremswirkung ist hoch, setzt bei Nässe aber verzögert ein - der einzige Kritikpunkt. Hinweis: Da beim ursprünglichen Test auch Punkte für Dauerhaltbarkeit und Bremsverhalten vergeben wurden, wurde die Bewertung für diesen Vergleich angepasst.
Fazit: Der DT-Satz überzeugt in Labor und Praxis, dank dauerhaft schwarzer Bremsflanke gibt’s auch was fürs Auge.
Weitere Aspekte bei der Laufradwahl
Kompletträder nahezu aller Leistungsklassen und Fahrradtypen werden in der Regel von Haus aus mit Systemlaufrädern ausgestattet. Diese sind jedoch aber auch bei Laufradherstellern ab rund 200 EUR separat erhältlich. Systemlaufräder sind in ihren Komponenten (Felgen, Naben, Speichen) bestens aufeinander abgestimmt und daher sehr stabil. Für ein hochwertiges Systemlaufräder muss mit etwa 400 EUR gerechnet werden.
Leichtbauweise
Je nach Anspruch kann ein Systemrad aber auch mit einem vierstelligen Bertrag zu Buche schlagen, insbesondere dann, wenn es nicht nur gut abgestimmt und stabil, sondern auch noch besonders leicht sein soll. Die Leichtbauweise mit oftmals nur 16 oder 20 Speichen ist allerdings nicht nur teurer. Sie führt auch dazu, dass sich die Laufräder weniger gut für schwere Fahrer eignen. Nachteilig kann sich unterwegs wiederum auswirken, dass Ersatzteile nur schwer oder gar nicht zu bekommen sind, und dass sich das Zentrieren recht schwierig gestaltet.
Aluminium/Carbon
Noch leichter und noch teurer sind Laufräder aus Carbon beziehungsweise aus Aluminium und Carbon. Außer durch ein extrem geringes Gewicht zeichnen sie sich durch eine hohe Steifigkeit aus. Die Anschaffungskosten liegen im vierstelligen Bereich - der Kundenstamm ist dementsprechend relativ klein. Carbon-Laufräder können nur mit Schlauchreifen gefahren werden und haben auch eine gewichtige, technisch bedingte Schwäche: Die Bremsleistung lässt bei Nässe signifikant nach. Darüber hinaus haben sich Carbonlaufräder in Tests als sehr wartungsanfällig herausgestellt - für den Alltag empfehlen sich Carbonräder also (bislang jedenfalls) nicht unbedingt.
Klassisch gespeichte Laufräder
Klassisch gespeichte Laufräder wiederum gelten als unschlagbar in puncto Haltbarkeit und Stabilität. Sie werden nach Maßgabe des Fahrergewichts sowie des Einsatzzwecks von einem Fachmann zusammengebaut, wobei auch Einfluss genommen werden kann auf die verwendeten Materialien. Klassisch gespeichte Laufräder besitzen meistens 32 oder 36 Speichen, weswegen sie für schwere Fahrer eine gute Alternative zu einem Systemlaufrad darstellen. Aber auch Vielfahrer schwören häufig auf diesen Laufradtyp. Obwohl die Bauweise prinzipiell sehr leichte Laufräder zulässt, sind klassisch gespeichte Laufräder meistens etwas schwerer als Systemlaufräder. Außerdem sollte bedacht werden, dass die Anschaffungskosten proportional zum Gewicht ansteigen. Gute Modelle sind jedoch schon ab rund 300 EUR zu haben.
Laufräder für Rennräder und Mountainbikes
Laufräder für Rennräder und Mountainbikes machen im Handel das Gros unter den Laufrädern aus. Es gibt sie in allen Bauarten, wobei Mountainbike-Laufräder abhängig von den an sie gestellten Anforderungen in puncto Stabilität mitunter breiter sind. Laufräder mit mittelhohen Felgen vereinen viele Tugenden: Sie bewegen sich preislich im moderaten Bereich, achten aufs Gewicht und erzielen auch im Windkanal saubere Ergebnisse, ohne bei Seitenböen gleich davon zu segeln wie ihre hochgebauten Aero-Verwandten.
Der Trend zu breiteren Reifen und 27,5-Zoll-Laufrädern
Am Rennrad geht der Trend zu immer breiteren Reifen. Inzwischen gelten 28 mm breite 28-Zoll-Reifen als üblich. Am Randonneur und Gravelbike sind mit der neuen MTB-Laufradgröße und Scheibenbremsen auch richtig dicke 27,5-Zoll-Reifen möglich.
Noch sind an Randonneuren und Gravelbikes, bei denen es weniger auf Highspeed als vielmehr auf Komfort und Traktion ankommt, 35 mm breite 28-Zöller das Maß der Mehrheit. Aber einige bewegen sich schon auf den Spuren der Trekkingbikes. An Trekkingbikes hielt der Balloon-Reifen bereits vor über zehn Jahren Einzug. Der dicke Reifen mit 50 mm und mehr Breite löste die bis dahin vergleichbar schmalen Pneus ab. Die neue Idee: Am All-Terrain-Rennrad, wie man Gravelbike, Randonneur und Cyclocrosser, auch nennen könnte, lassen sich breitere Reifen in der neuen MTB-Größe 27,5-Zoll montieren.
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