Fahrräder sind eine praktische Alternative für kurze Strecken, aber der Transport von Gepäck oder Kindern kann eine Herausforderung darstellen. Hier kommen Fahrradanhänger ins Spiel. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene Arten von Fahrradanhängern, ihre Vor- und Nachteile sowie wichtige Aspekte, die beim Kauf zu beachten sind.
Lastenanhänger für Fahrräder
Lastenanhänger sind eine tolle Ergänzung zum Fahrrad, wenn es darum geht, mehr zu transportieren als nur in Satteltaschen Platz findet. Ist die entsprechende Kupplung einmal montiert, dauert es meist nur Sekunden, bis der Anhänger einsatzbereit ist.
Viele Anhänger lassen sich zudem einfach verstauen, zusammenklappen oder aufstellen - sie benötigen wenig Platz. Damit ist der Nutzen noch vielseitiger als bei einem Lastenrad - oder der Stauraum des Lastenrades wird noch erweitert.
Die Lastenanhänger unterscheiden sich teils deutlich in Einsatzzweck und Konstruktion.
Die einspurigen Anhänger weisen allesamt eine niedrigere maximale Zuladung auf, diese liegt im Testfeld zwischen 28 und 32 Kilogramm. Der Vorteil der Konstruktion liegt im geringeren Eigengewicht. Außerdem sind vor allem FollowMe und Topeak schmal gebaut und passen auch durch Engstellen. Die einspurigen Anhänger bieten ein gänzlich anderes Fahrgefühl als die Pendants mit zwei Reifen.
Bei den zweispurigen Anhängern folgen Roland, Hinterher und Weber dem gleichen Baumuster. Die Basis bildet eine Metallplatte mit Verzurrösen auf einer Achse. Die Deichsel kann in einer alternativen Position eingesteckt werden, um den Anhänger als Handwagen zu nutzen. Ein Deckel oder eine Plane schützt den Inhalt vor Dreck oder Feuchtigkeit.
Kupplungssysteme
Ein neuralgischer Punkt für einen Lastenanhänger ist seine Kupplung an das Zugfahrzeug, denn hier werden die Kräfte übertragen. Im Test setzen alle Anhänger an einem Schnellspanner am Hinterrad an.
Viele Hersteller setzen auf eine zusätzliche Fangleine. Sollte die Kupplung brechen oder sich öffnen, bleibt der Anhänger über die Leine mit dem Rad verbunden.
Wichtige Faktoren beim Lastenanhänger
Für Fahrradanhänger gibt es eine europäische Norm (DIN EN 15918), diese gibt das zulässige Höchstgewicht eines Anhängers (Eigengewicht plus Zuladung) mit 60 Kilogramm an. Die größte Last sollte möglichst auf der Achse liegen und die Ladung fixiert sein.
Wartung und Pflege
Der Wartungsaufwand hält sich bei den Anhängern zum Glück in Grenzen. Wichtig ist es, regelmäßig den Luftdruck zu prüfen, da die Reifen häufig stark belastet werden, zudem sollte der Luftdruck in beiden Reifen gleich groß sein.
Fahrradanhänger für Kinder
Ein Fahrradanhänger gehört zu den praktischsten Lösungen, um ein oder zwei Kinder sicher im Alltag zu befördern. Doch sobald zwei Kinder transportiert werden sollen, bleibt als Alternative eigentlich nur ein Lastenrad.
Andererseits sitzen Kinder in einem Fahrradanhänger fest angeschnallt in einem sicheren Käfig mit Überrollbügel und sind damit bei einem Unfall wesentlich besser geschützt als in einem Lastenrad oder in einem Kindersitz.
Alle Kandidaten im Test kamen deshalb mit einem Wimpel, um die Sichtbarkeit zu verbessern, und mindestens zwei Reflektoren an der Vorder- und der Rückseite. Weil der Anhänger das Rücklicht des Fahrrads verdeckt, ist laut StVO eine eigene Beleuchtung sogar vorgeschrieben.
Sicherheitsmerkmale
Essenziell für einen sicheren Transport ist auch ein Gurt. Hier unterscheidet man zwischen Drei-Punkte-Gurten, auch Y-Gurte genannt, bei denen jeweils ein Strang von den oberen Seiten über die Schulter läuft und einer von unten aus der Mitte nach oben. Fünf-Punkte-Gurte haben zusätzlich zwei weitere Stränge, die von den unteren Seiten die Hüfte umschließen und sich ebenfalls mit den anderen drei Teilen vor dem Bauch treffen.
Empfehlenswerte Modelle
- Croozer Kid Vaaya 2: Er ist toll verarbeitet und hat eine umfangreiche, durchdachte und sehr alltagstaugliche Ausstattung samt Buggy-Set und automatischen Akku-Licht.
- Thule Chariot Cross 1: Wie der Croozer Kid Plus ist auch der Cross 1 hervorragend verarbeitet und wirkt mit seiner glänzenden Außenhaut und den glatten Formen richtig edel.
Sicherheitstests und Normen
Die Stiftung Warentest hat im Juli 2024 zehn Fahrradanhänger getestet, wobei keiner besser als „mangelhaft“ abgeschnitten hat. Vier Modelle versagten im Sicherheitstest: Thule Coaster XT, Hamax Cocoon sowie die Croozer Modelle Vaaya 2 und Keeke 1 boten beim 180-Grad-Überschlag zu wenig oder keinen Platz zwischen Kopf und Boden.
Die Stiftung Warentest orientiert sich in diesen Test wie so oft DIN-Normen anstatt an für den Verbraucher relevanten praxisnahen Szenarien.
Lastenräder als Alternative
Gerade in Städten erleben die sogenannten »Lastis« seit einiger Zeit einen regelrechten Hype. Dabei gibt es neben dem klassischen Lastenrad, mit dem man Gegegnstände wie Kisten, Möbel oder einfach den Einkauf im Supermarkt transportiert, auch immer mehr Lastenräder für Familien.
Vor- und Nachteile von Lastenrädern
Wer zum ersten Mal auf einem Lastenfahrrad sitzt, wird sich wundern, wie anders sich das im Vergleich zu einem »normalen« Fahrrad fährt. Vor allem an die dreirädrigen Exemplare muss man sich erstmal gewöhnen.
Modelle mit zwei Rädern fahren sich dagegen fast wie ein normaler Drahtesel - sie sind nur deutlich größer, aber im Vergleich zu Dreirädern immer noch leicht und wendig. Das Zweirad ist weit schmaler als sein dreirädriger Kollege, was das Parken ebenfalls einfacher macht.
Motorisierung und Schaltung
Ob man lieber strampelt oder sich mit einem elektrisch angetriebenen Rad fast von allein kutschieren lässt, ist jedem selbst überlassen. Für den E-Antrieb spricht aber einiges: Selbst mit 80 Kilo in der Kiste kommt man relativ mühelos den Berg hoch und trudelt nicht komplett verschwitzt morgens bei der Arbeit ein.
Mit ihr kann der Fahrer selbst bei den relativ schweren Lastenrädern sofort losstrampeln, weil sie sich auch im Stand schalten lässt. Außerdem ist sie weit weniger wartungsintensiv. Ebenfalls praktisch: Die Kette springt nicht runter.
Checkliste für den Kauf
Florian Borde empfiehlt seinen Kunden, genau darauf zu achten, was die verschiedenen Marken fürs Geld bieten - und was noch an Zubehörkosten auf einen zukommt. Um sein ganz persönliches Traum-Lastenrad zu finden, braucht es deshalb Zeit. Etwa zwei Stunden sollten potentielle Käufer mit ins Fachgeschäft bringen. Denn erst während einer Probefahrt merkt man, auf welchem Bike man sich am wohlsten fühlt.
Empfohlene Modelle
- Christiania Bikes Classic Medium: Es ist sehr gut verarbeitet und bietet einen sehr breiten Nutzen für allerlei Radfahrer-Last und -Lust im Alltag.
- Tern GSD S00: Aufgrund der Klapprad-Geometrie mit 20-Zoll-Rädern ist das Tern sehr wendig und spritzig.
E-Lastenrad Test: Aktuelle Empfehlungen
In unserem E-Lastenrad Test zeigen wir dir die aktuell besten Produkte und verraten dir, worauf du beim Kauf eines E-Lastenfahrrades achten solltest.
Vorteile eines E-Lastenrades
Die Fahrräder sind mit Sitzen für Kinder ausgestattet und so konzipiert, dass die Kinder genügend Platz haben und möglichst einfach ein- und aussteigen können. Allerdings können Lastenräder auch anderweitig genutzt werden, wie z.B. um Einkäufe zu transportieren (als klassisches Lastenfahrrad) oder um damit Ausflüge mit dem Hund zu unternehmen.
Empfehlungen
- Urban Arrow Family: Das Familienfahrzeug des niederländischen Herstellers vereint eine großzügige Ladekapazität mit starker Motorisierung. Diese Eigenschaften machen ihn zum perfekten Autoersatz.
- Riese & Müller Transporter 65: Der Riese & Müller Transporter 65 bietet zahlreiche Optionen: zwei sichere Kindersitze mit Verdeck, oder lieber ein Board mit Zurrgurten für sperrige Lasten?
ADAC Test
Der ADAC hat 13 kipp- und faltbare Fahrradträger für die Anhängerkupplung mit Platz für zwei Fahrräder getestet. Gute Fahrradträger gibt es ab 400 Euro.
| Hersteller | Modell | Preis (ca.) | ADAC Urteil |
|---|---|---|---|
| Uebler | i21/Variante 90° | 730 Euro | Sehr gut |
| Menabo | - | 327 Euro | - |
| Fischer | - | 280 Euro | Befriedigend (2,6) |
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