Die traditionelle Fahrradkette hat in den letzten Jahren zunehmend Konkurrenz bekommen. Eine interessante Alternative ist der Riemenantrieb, der besonders bei Pendlern und Alltagsradfahrern an Beliebtheit gewinnt.
Riemenantrieb: Eine saubere und langlebige Alternative
Ein Carbonriemen kann die bessere Alternative zur altbewährten Fahrradkette sein. Für den Riemen sprechen in erster Linie die längere Haltbarkeit und weniger Aufwand bei der Reinigung. Der offensichtlichste Vorteil von Antriebsriemen am Fahrrad und E-Bike ist, dass kein Öl mehr im System ist, das Schmutz anzieht und weiter verteilt. Carbonriemen benötigen keinen Schmierstoff, es reicht, wenn du den gröbsten Schmutz mit Wasser und einem Tuch abwischst. Auch ohne Schmierstoff macht der Riemen so gut wie kein Geräusch beim Fahren, die Kraftübertragung ist auf ähnlichem Niveau wie bei einer ordentlich gepflegten Kette.
Der Riemen selbst ist aus Polymer/Carbonfasern. Ihm machen Nässe, Schnee und Salz so schnell nichts aus. Die vordere Riemenscheibe ist bei meinem Rad aus Kunststoff, die hintere aus Edelstahl. Also auch dort besteht nicht in nächster Zeit Gefahr, dass es zu Verschleiß kommen könnte.
Vorteile des Riemenantriebs
- Längere Lebensdauer: Riemenhersteller werben damit, dass fünfstellige Kilometerzahlen mit ihrem Antriebssystem locker drin sind.
- Weniger Wartung: Nie wieder Kettenantrieb reinigen und ölen, kein Geschmiere mehr an den Hosenbeinen!
- Sauberkeit: Kein Öl, das Schmutz anzieht.
- Geräuscharm: Der Riemen läuft nahezu geräuschlos.
- Witterungsbeständigkeit: Nässe, Schnee und Salz können dem Riemen nichts anhaben.
Nachteile des Riemenantriebs
- Kompatibilität: Zunächst funktioniert der Riemen nur mit Naben- oder Getriebeschaltungen sowie an Singlespeedbikes. Kettenschaltungen und Riemen passen - das steht schon im Namen - nicht zusammen.
- Kosten: Zugegeben: Fahrräder und E-Bikes mit Riemen kosten in der Regel etwas mehr als Modelle mit Kettenschaltung.
- Montage: Um den Riemen unter Spannung zu halten, muss bei vielen E-Bikes der Rahmen geöffnet und der Riemen als Ganzes auf die Ritzel gebracht werden. Zusätzlich muss das Hinterrad exakt ausgerichtet werden.
Nabenschaltung als ideale Ergänzung
Mit einem Riemen kommt auch immer eine Nabenschaltung einher, da der Riemen ja nicht flexibel wie eine Kette ist und nicht von einem Zahnkranz auf den nächsten springen kann. Er läuft also immer exakt parallel auf seinen Riemenscheiben. Der Vorteil bei der Nabenschaltung ist eindeutig, dass es keine außenliegenden Teile gibt. Alles spielt sich im Innern der Nabe ab und ist somit von den Wettereinflüssen geschützt.
Das Cube Travel SL, für das ich mich entschieden habe, besitzt eine Shimano Alfine SG-S700 Schaltung mit 8 Gängen. Das ist für mich und meinen flachen Arbeitsweg völlig ausreichend. Ich glaube auch, dass der Riemen und die Nabenschaltung in Kombination leichter sind als eine komplette Ketten/Schaltungsgarnitur.
Nun, einen kleinen Nachteil, zumindest bei genau meiner Alfine SG-S700 Nabenschaltung ist, dass der vierte Gang etwas „spürbar“ ist. Man spürt durch minimale Vibrationen, dass dort die Kraft übersetzt wird. Der fünfte Gang ist direkt übersetzt, was bedeutet, dass die Kraft nicht über zusätzliche Zahnräder umgelenkt wird. Aber das stört mich nicht. Der vierte Gang kommt bei mir so gut wie nie zum Einsatz. Im Flachen bin ich nur in Gang 5, 6 und 7 unterwegs. Bei starkem Rückenwind schalte ich auch kurzzeitig in den achten. Alle Gänge oberhalb des Vierten laufen komplett vibrationsfrei und lautlos.
Erfahrungen mit dem Riemenantrieb
Seit knapp fünf Monaten fahre ich also mit meinem neuen Cube Travel SL Trekkingrad und ich bin rundum zufrieden damit. Ich bin damit nun den kompletten Winter hindurch gefahren und habe mich nicht einmal um das Bike und den Riemen kümmern müssen. Gut, es sieht auch dementsprechend aus, wie ihr auf den Bildern sehen könnt. Das Rad läuft viel leichter als das alte Rad mit der Kette. Es dringen keinerlei Geräusche zu mir vom Riemen durch.
Riemenantrieb vs. Kettenantrieb: Eine Gegenüberstellung
| Merkmal | Riemenantrieb | Kettenantrieb |
|---|---|---|
| Lebensdauer | Länger | Kürzer |
| Wartung | Wenig | Regelmäßig |
| Sauberkeit | Sauber | Schmutzig |
| Geräuschentwicklung | Leise | Lauter |
| Anschaffungskosten | Höher | Günstiger |
| Schaltverhalten | Weniger sportlich | Dynamischer |
Für wen ist ein Riemenantrieb geeignet?
Für alle, die viel, lange und sorgenfrei fahren möchten. Selbst bei hoher Beanspruchung und wenig Pflege dürfte ein Riemen über Jahre keine Probleme verursachen. Der jährliche Radservice, den du ohnehin bei E-Bikes in Anspruch nehmen solltest, sollte verschlissene Riemen rechtzeitig erkennen.
Ein Riemenantrieb kann für viele Anwender sinnvoll sein. Ein wichtiger Faktor ist der geringe Verschleiß und die daraus resultierende deutlich längere Lebensdauer eines solchen Antriebs. Dies kann vor allem für Vielfahrer interessant sein, da ein regelmäßiger Austausch der Kette und der dazugehörigen Zahnräder entfällt. Hinzu kommen der geräuscharme Lauf und die geringere Reibung des Riemens. Da am Riemenantrieb weder Kettenöl noch Kettenfett verwendet wird, ist er auch völlig schmutzfrei und kann z.B. problemlos mit einer Anzughose gefahren werden. Damit eignet sich der Riemenantrieb gleichermaßen für sportliche Mountainbiker, Trekking-Fahrer, Commuter und alle, die einen wartungsfreien, leisen und effizienten Antrieb an ihrem Fahrrad wünschen.
Für wen ist ein Kettenantrieb geeignet?
Grundsätzlich sind Kettenantriebe immer da im Einsatz, wo wir über Sport sprechen. Mountainbiker, Rennradfahrer oder auch performance orientierte Gravelbiker fahren mit Kette.
Weitere innovative Antriebskonzepte
An Fahrrädern wird nicht nur gebastelt, sie werden weiterentwickelt. Einen ersten Prototyp mit Kurbelwelle gibt es. Prinzipiell hat sich am Fahrrad in den letzten 150 Jahren nur wenig verändert - vom E-Bike-Trend abgesehen. Mit Pedalen treibt man eine Kette an und diese treibt das Rad an. Seit kurzem gibt es allerdings das erste Fahrrad mit Kurbelwellenantrieb - nur als Prototyp. Gangwechsel nimmt dieses System automatisch und funkgesteuert vor. Laut Hersteller Ceramic-Speed arbeite es mit einer Effizienz von 99 Prozent. Nur ganz wenig Muskelkraft soll dabei verloren gehen.
Verwandte Beiträge:
- Triumph Mountainbike Test & Kaufberatung: Modelle, Preise & Erfahrungen
- Decathlon Mountainbike 26 Zoll: Test & Kaufberatung
- Ist Fahrradfahren Sport? Kalorienverbrauch & gesundheitliche Aspekte
- E-Dreirad mit Akku: Test & Vergleich der besten Modelle für Senioren & Erwachsene
- Giro MIPS MTB Helm Test – Ultimativer Schutz und Komfort im Vergleich!
- Die geheime Funktion des Motorradtachos, die jeder Fahrer kennen muss!
Kommentar schreiben