Kaum einer hat seine Siebensachen öfter für eine Transalp gepackt als Touren-Guide Peter Brodschelm. Hier seine Tipps für den perfekt organisierten Mehrtagesrucksack für eine Alpenüberquerung.
Die 4 MTB-Rucksäcke im Test
- Deuter Trans Alpine Pro 28
- Evoc Explorer Pro 30
- Osprey Escapist 25
- Vaude Bike Alpin Pro 28+
Die meiste Last sollte auf der Hüfte liegen. Dafür muss der Rucksack aber zur Rückenlänge passen. Bitte nicht den Hüftgurt maximal anziehen, weil sonst die Atmung über den Bauch blockiert wird. Was mir immer wieder auffällt ist, dass Kunden vergessen, den Brustgurt zu schließen. Der kann aber richtig eingestellt enorm viel Zug von den Schultern nehmen. Moderne Rucksäcke sind beim Sitz übrigens um Welten besser geworden als noch vor ein paar Jahren und rutschen auch im Steilen kaum mehr in den Nacken.
Packtipps vom Experten
Ganz unten im Hauptfach lagert die Wechselkleidung für den Abend. Während des Tages muss man da in der Regel nicht dran. Peters Tipp: Er rollt seine Klamotten zusammen. Das verhindert Falten, spart Platz und die Wäsche sieht immer frisch aus.
Peter nutzt Trinkflaschen, die lassen sich schneller an Quellen wieder befüllen. Das lange Trinkblasenfach direkt am Rücken (nicht im Bild) verwendet er, um selten benötigte, aber wichtige Gegenstände, wie Ersatzspeichen oder lange stabile Kabelbinder, zu verstauen. Wer mit Trinkblase fährt, sollte unbedingt auf ein separates Fach achten. Das Zurückstopfen in den voll bepackten Rucksack ist mühsam.
Arm- und Beinlinge oder ein Wechsel-Shirt für die Abfahrt? Beides ist optimal an den Seiten des Hauptfachs aufgehoben. Man muss den Zipper an der passenden Stelle nur wenige Zentimeter öffnen, um die Sachen zu entnehmen. Nach Gebrauch unbedingt wieder an derselben Stelle verstauen.
Ist Regen angesagt, wartet die Regenjacke als erstes griffbereit auf ihren Einsatz. Ansonsten gehört der Platz an der Spitze dem Erste-Hilfe-Set. In Notfällen kann es meist nicht schnell genug gehen. Die oberste Schicht im Hauptfach ist wetterabhängig.
Ungewöhnlich, aber clever: Die Mitte des Hauptfachs belegt ein separates Täschchen mit Peters Werkzeugen. Viel Metall bedeutet viel Gewicht, und das sollte möglichst zentral im Rucksack und nah am Körper verstaut werden. Zudem hat man mit einem Griff alle Tools parat und kann einfach zwischen verschiedenen Rucksäcken wechseln, ohne etwas Wichtiges zu vergessen.
Clevere Details am Rucksack für Mehrtagestouren
- Brillenfach: Viele Rucksäcke haben speziell kratzfrei ausgestattete Fächer weit oben. An langen Anstiegen schwitzt man die Brille oft nur unnötig voll. Auch gut für Handy, Geldbörse und kleine Zubehörteile, die in den Tiefen des Hauptfachs ansonsten verschwinden würden.
- Werkzeugfach: Die kleinen Staufächer des Werkzeugfachs nutzt Peter überwiegend als Toilettentasche. Vorteil: So wird das weit vom Körper entfernt liegende Gewicht gering gehalten. Tipp: Bei Zahnpasta, Sonnencreme und Duschgel reichen meist Probepäckchen für eine ganze Woche Transalp.
- Hüfttasche: Mini-Tool, Müsliriegel, Smartphone, Handschuhe - alles, was man griffbereit haben möchte, ohne dabei den Rucksack abzusetzen, findet in den praktischen Taschen am Hüftgurt Platz. Bei Deuter und Vaude sind die Taschen zu klein für moderne Handys. Dafür bieten sie ein leicht zugängliches Fach seitlich am Rucksack.
- Bodenfach: Hier lagern Utensilien, die man tagsüber nicht braucht: Schmutzwäsche oder ein Hüttenschlafsack beispielsweise. Bei Evoc lässt sich dieses Fach per Rollverschluss in der Größe variieren. Praktischer ist aber eine Abtrennung per Reißverschluss wie bei Deuter oder Vaude.
Interview mit Peter Brodschelm
BIKE: Wie hält man Ordnung im Transalp-Rucksack?
Peter Brodschelm: Das klappt nur mit Disziplin. Bei mir haben alle Sachen ihren festen Platz. Wenn ich etwas nicht mehr brauche, kommt es sofort an seinen angestammten Platz zurück. Arm- und Beinlinge liegen zum Beispiel immer links außen am Hauptfach. Ich muss nicht mal den Zipper ganz öffnen, um sie raus- und wieder reinzubekommen.
BIKE: Reichen 25 bis 30 Liter für sieben Tage Abenteuer?
Peter Brodschelm: In der Regel ja, sofern man sparsam packt und kein Riese ist. Sechs bis sieben Kilo, mehr sollte ein Transalp-Rucksack nicht wiegen. Ansonsten drohen spätestens ab Tag drei Schmerzen beim Sitzen. Wir hatten auch schon Kunden, die hatten einen Elektro-Rasierer oder einen Fön dabei, das braucht kein Mensch. Auch eine schwere Jeans hat hier nichts verloren. Ab Konfektionsgröße XL wird es übrigens eng, dann muss man sich beim Transport etwas überlegen.
BIKE: Sind Bikepacking-Taschen eine Alternative?
Peter Brodschelm: Große Lenker- und Satteltaschen funktionieren vielleicht am Gravelbike, aber nicht auf einer technischen Bike-Tour, weil sie das Fahrverhalten negativ beeinflussen. Eine Alternative für große Fahrer wäre eine gut konstruierte Rahmentasche.
BIKE: Sollte man das Fahren mit Rucksack trainieren?
Peter Brodschelm: Nicht unbedingt das Aushalten der Last. Aber das Fahren auf Trails. Man ist einfach träger und schwerer. Gerade in steilem Gelände, in technischen Kurven oder beim Reifenumsetzen schiebt der Rucksack brutal. Da kann es schon mal passieren, dass ein versierter Fahrer das Gleichgewicht verliert.
BIKE: Wie passt man den Rucksack optimal an?
Peter Brodschelm: Die meiste Last sollte auf der Hüfte liegen. Dafür muss der Rucksack aber zur Rückenlänge passen. Bitte nicht den Hüftgurt maximal anziehen, weil sonst die Atmung über den Bauch blockiert wird. Was mir immer wieder auffällt ist, dass Kunden vergessen, den Brustgurt zu schließen. Der kann aber richtig eingestellt enorm viel Zug von den Schultern nehmen. Moderne Rucksäcke sind beim Sitz übrigens um Welten besser geworden als noch vor ein paar Jahren und rutschen auch im Steilen kaum mehr in den Nacken.
BIKE: Worauf würdest Du auf keinen Fall verzichten wollen?
Peter Brodschelm: Auf gute Funktionsunterwäsche. Damit kann ich mehrere Lagen darüber ersetzen, weil ich einfach ein gutes Klima schaffe. Da kann ich mir oft ein Langarm-Shirt oder sogar einen Fleece-Pulli sparen. Ich hab’ immer zwei Unterhemden mit unterschiedlicher Faserstruktur dabei. Eins für kaltes, eins für warmes Wetter. Ein Langarmunterhemd braucht es übrigens nicht, es reicht, wenn der Torso warm bleibt. Das Unterhemd kühlt einerseits den Körper und hält mich leistungsfähig, auf der anderen Seite verhindert es, dass ich bei der Pause am Gipfel auskühle oder ich mir einen Zug hole.
Die vier MTB-Rucksäcke für die Transalp im Test
Deuter Trans Alpine Pro 28
Definitiv der beste Trans Alpine Rucksack, den wir je im Test hatten. Er sitzt dank der großen Flügel nicht nur extrem stabil und nimmt viel Last von den Schultern, die Polsterung reicht auch für schwere Lasten. Trotz des enormen Stauraums ist der Deuter perfekt organisiert. Zahlreiche Steckfächer und Unterteilungen schaffen Ordnung, alle Fächer öffnen weit - jedoch nur, wenn zuvor die Zurrgurte gelöst wurden. Große Hüfttaschen, cleveres Smartphone-Fach, optimal einstellbare Gurte. Nur das Gewicht leidet unter der üppigen Ausstattung.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Preis | 200 Euro |
| Gewicht / Volumen | 1655 G / 31 L (getestete Größe) |
| Tragesystem | Schaumpolster |
| Ausstattung | Bodenfach; Werkzeugfach; Lageverstellung; Smartphone-Tasche; Regenhülle; SOS-Label; Frontschubfach |
| Trinkblase | nein / 3 l, 42 Euro |
| BIKE-Urteil | 52 Punkte / sehr gut |
Evoc Explorer Pro 30
Für technische Alpen-Touren ist der Evoc Fahrradrucksack die erste Wahl. Mit seinem stretchigen Klettgurt sitzt er satt und stabil am Rücken - wenn auch nicht ultimativ bequem gepolstert. Selbst in Steilabfahrten verrutscht hier nichts. Das Taschen-Management ist nahe an der Perfektion, die Aufteilung extrem gelungen. Nur das etwas geringe Volumen mahnt zum sparsamen Packen der Ausrüstung. Praktisch sind auch die großen Hüfttaschen. Die Belüftung ist nur mäßig, der Gurt lässt sich kaum während der Fahrt verstellen.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Preis | 200 Euro |
| Gewicht / Volumen | 1310 G / 25 L (getestete Größe) |
| Tragesystem | Schaumpolster |
| Ausstattung | Waschbeutel; breiter Stretch-Hüftgurt; Bodenfach mit Rollverschluss; Regenhülle; SOS-Label; Helmhalter |
| Trinkblase | nein / 3 l, 40 Euro |
| BIKE-Urteil | 49 Punkte / sehr gut |
Osprey Escapist 25
Das Leichtgewicht im Test punktet mit massig Stauraum und individuell einstellbarem Rückensystem. Weil der Osprey MTB-Rucksack sehr nah am Träger anliegt und sich die breiten Flügel weit um die Hüften legen, sitzt er auch in der Abfahrt gut. Darunter leidet allerdings die Belüftung. Weniger überzeugt hat das Ordnungssystem: Es gibt nur wenige Staufächer, wodurch schnell Chaos im Rucksack entsteht. Gut: die großen Hüfttaschen, das Schubfach an der Front und der clevere Helmhalter. Die Schultergurte sind nur wenig gepolstert.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Preis | 150 Euro |
| Gewicht / Volumen | 1176 G / 29 L (getestete Größe) |
| Tragesystem | Schaumpolster |
| Ausstattung | 2 Größen; einstellbare Rückenlänge; Helmhalter; Regenhülle; Frontschubfach |
| Trinkblase | nein / 3 l, 38,50 Euro |
| BIKE-Urteil | 45 Punkte / gut |
Vaude Bike Alpin Pro 28+
Spannt man das aufwändige Tragesystem des Vaude Bike-Rucksacks, wird der Rücken angenehm von Frischluft umströmt. Mit etwas Übung klappt das auch während der Fahrt. Dafür sitzt der Bike Alpin weniger sicher in der Abfahrt und schaukelt sich wegen des flexibleren Materials etwas auf. Bei hoher Zuladung drücken die Gurte auf die Schultern. Die Aufteilung der Taschen ist gut gelungen, das Werkzeugfach aber zu flach und unpraktisch im Handling. Top: seitliche Smartphone-Tasche. Schade dagegen: nur eine Hüfttasche.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Preis | 180 Euro |
| Gewicht / Volumen | 1322 G / 26,5 L (getestete Größe) |
| Tragesystem | Netzrücken |
| Ausstattung | Größenverstellung; aufwändige Lüftungseinstellung; Regenhülle; Helmhalter; Smartphone/Kartenfach; Werkzeugfach |
| Trinkblase | nein / 3 l 42 Euro |
| BIKE-Urteil | 47 Punkte / sehr gut |
Der USWE Race 2.0 im Detail
Der neue USWE Trinkrucksack soll kühl halten und atmungsaktiv sein sowie noch etwas leichter als der Outlander. Das Wichtigste aber: Wie alle USWE-Rucksäcke bietet der Race 2.0 mit dem patentierten 4-Punkt-Haltesystem “No Dancing Monkey” (NDM) den gleichen super Halt auf dem Rücken: Soll heißen: Egal, was auf dem Trail passiert, der Rucksack hüpft nicht mehr wie ein wildes Äffchen.
Das Hauptmaterial des USWE Race 2.0 Fahrradrucksacks besteht aus Nylon, das aus recyceltem Meeresplastik gewonnen wurde, z. B. aus Fischernetzen.
- Brustumfang: 84 - 110 cm
- Abmessung: 32 cm x 16 cm x 9 cm
- Volumen: 2 Liter
- Gewicht: 420 g (inkl. Trinkblase, Schlauch und Isoliertasche, selbst gewogen)
- Trinksystem: Elite Hydration Trinkblase mit Plug-n-Play Kupplung; 2 Liter Inhalt
- Preis: 119 Euro (UVP)
Wer nicht viel mitnehmen will oder muss und schnell/racig unterwegs ist, bekommt mit dem USWE Race 2.0 Trinkrucksack einen perfekten kleinen Begleiter, der eine große 2-Liter-Trinkblase fasst. Das NDM-Gurtsystem hält den Trinkrucksack sehr stabil in Position auf dem Rücken. Das Mesh-Material in den Gurten und dem Rückenteil sorgt für Kühlung.
MTB-Rucksäcke für Race, Tour und Alpencross im Test
Mountainbike-Race-Rucksäcke bis 14 Liter
"Weniger ist mehr" lautet der Slogan, mit dem Kleinstrucks cke bis 14 Liter für sich werben.
Der reduzierte Stauraum erzielt einen schlankeren Formfaktor. XC/Marathon-Rucksäcke schmiegen sich eng an den Körper und sorgen bei perfekt eingestelltem Tragesystem für einen körpernahen Schwerpunkt. Doch Licht wirft auch Schatten: Ab etwa vier Kilo Zuladung ist die Einsatzdauer der Tragesysteme eingeschränkt, denn die meist dünnen, luftigen Schulter- und Hüftgurte verteilen die Last auf eine geringere Fläche als dicker gepolsterte.
Das passt in Race-Rucksäcke:
- Regenjacke/leichte Softshell-Jacke
- Buff
- Trinkblase bis 2 Liter
- 2-3 Energieriegel und Gels
- Tourenkarte
- Erste-Hilfe-Set
- Minipumpe
- Dämpferpumpe
- Smartphone
- Minitool
- Schlauch
- Reifenheber
- Flickzeug
Mountainbike-Tourenrucksäcke bis 20 Liter
Sie bilden die goldene Mitte zwischen leichtgewichtigen Race-Modellen und Alpencross-"Großmäulern" und sind deshalb auch bei Alltagsradlern und Pendlern beliebt. In den bis zu 20 Litern Stauraum der Tourenrucksäcke lässt sich eine komplette Ausrüstung ohne großes Abwägen und Aussortieren unterbringen.
Das passt in die Tourenrucksäcke:
- Regenjacke/leichte Softshell-Jacke
- Wechseltrikot/Unterhemd
- Knieprotektoren
- Knielinge
- Armlinge
- Buff
- Trinkblase bis 2 Liter
- 2-3 Energieriegel und Gels
- Tourenkarte
- Erste-Hilfe-Set
- Minipumpe
- Dämpferpumpe
- Handy/Kompaktkamera
- Geld und Ausweis
- Wechselscheiben für Brille
- Minitool
- Schlauch
- Multitool mit Zange
- Reifenheber
- Flickzeug
- Kleines Kabelschloss
Mountainbike-Alpencross-Rucksäcke bis 35 Liter
Wer wirklich lange unterwegs ist, braucht einen Rucksack, der das komplette Zubehör schluckt und auch wieder ausspuckt.
Weitere MTB-Rucksäcke im Überblick
- FR Trail Blackline von Evoc
- FR Trail E-Ride 20 von Evoc
- Ride 16 von Evoc
- FR Enduro Blackline von Evoc
- Stage 18 von Evoc
- FR Lite Race 10 von Evoc
- Trail Pro von Evoc
- Race EXP Air von Deuter
- LC1048400 von Salomon
Rockrider MTB ST900
Decathlon selbst verspricht hohen Tragekomfort und preist den Trinkrucksack als idealen Begleiter für vierstündige Touren an. Vom Aufbau ist der mittelgroße Rucksack aber auf den ersten Blick nicht durchschaubar.
Verwandte Beiträge:
- MTB-Rucksack Test: Die Top-Modelle für Transalp & Mehrtagestouren im Vergleich!
- Fahrrad Airbag Rucksack: Revolutionärer Schutz für Radfahrer – So funktioniert er!
- Triumph Mountainbike Test & Kaufberatung: Modelle, Preise & Erfahrungen
- Decathlon Mountainbike 26 Zoll: Test & Kaufberatung
- Motorradspiegel Pflicht: Alle Gesetzlichen Vorschriften in Deutschland Enthüllt!
- Leichte Mountainbike Pedale: Test & Kaufberatung
Kommentar schreiben