Manche lieben sie, anderen graut es vor ihr, notwendig ist sie in jedem Fall - die Fahrradreinigung. Besonders nach Regenfahrten oder Offroad-Touren schreien die meisten Fahrräder förmlich danach, wieder in einen ordentlichen Zustand gebracht zu werden. Doch wie geht das eigentlich: Fahrrad richtig putzen? Obwohl es unterschiedliche Ansätze und Herangehensweisen gibt, ist sich die Fachwelt einig: Mit ein wenig Ausdauer und den richtigen Putzmitteln ist es relativ einfach, ein verdrecktes Fahrrad zu reinigen.
Es gibt viele Gründe, warum es sich lohnt, ein Fahrrad richtig zu putzen:
- Du erhöhst dadurch die Lebensdauer des Rads und der Bauteile. Wer kauft schon gern jedes Jahr ein neues Rad, weil das alte aufgrund mangelhafter Pflege kaputt gegangen ist?
- Dir fallen Beschädigungen am Rad frühzeitig auf. Gerade kleine Risse oder Defekte sind bei oberflächlicher Betrachtung im Alltag kaum zu entdecken - während der Reinigung hingegen schon.
- Durch den rechtzeitigen Austausch kaputter Teile erhöhst du die Sicherheit deines Bikes.
- Nicht zuletzt verbesserst du durch eine Reinigung die Optik deines Bikes.
Vorbereitung ist alles
Eine gute Planung und Organisation ist das Wichtigste im Leben - das gilt auch fürs Fahrrad Reinigen. Du solltest bei der Reinigung stets schrittweise vorgehen und die Reihenfolge immer beibehalten. Auf diese Weise wird die Bikereinigung zur lockeren Routineaufgabe. Für eine effiziente Fahrradreinigung benötigst du zunächst einmal einen geeigneten Platz. Im Handel sind spezielle Montageständer erhältlich. Diese bieten den Vorteil, dass sich das Bike dann direkt in Gesichtshöhe befindet. Alle wichtigen Bauteile sind somit leicht erreichbar. Zur Not tut es auch eine Wand oder ein Baum, an den du dein Rad anlehnen kannst - dies ist jedoch mühevoller, da du dich dann bücken musst, um alle Teile zu erreichen. Zur Vorbereitung gehört außerdem die Bereitstellung aller erforderlichen Putzmittel und Hilfsgeräte.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Fahrradreinigung
1. Rahmen reinigen
Als erstes Bauteil beim Fahrrad Waschen kommt der Rahmen dran. Mit einer weichen, großen Bürste und etwas Wasser lässt sich der meiste Schmutz entfernen. Für hartnäckigen, eingetrockneten Dreck nimmst du nach einer gewissen Einwirkzeit am besten einen Schwamm oder eine etwas härtere Bürste. Anschließend sprühst du den Rahmen mit einem Fahrradreiniger ein. Nach einigen Minuten folgt das vorsichtige Abwaschen mit einem Gartenschlauch. Hochdruckreiniger sind übrigens nicht empfehlenswert: Dadurch dringt Wasser in die abgedichteten Lager des Rads.
2. Laufräder säubern
Danach sind die Laufräder an der Reihe. Arbeite von innen nach außen und reinige zunächst die Naben und Speichen mit Bürste und Schwamm.
3. Kette und Antrieb pflegen
Die Kette nimmt beim Fahrrad richtig Reinigen etwas mehr Zeit in Anspruch. Ihr solltest du besonders viel Aufmerksamkeit widmen, da sich Schmutz, Staub und Dreck in den Kettengliedern sehr negativ auf die Fahrleistung auswirken können. Zudem besteht die Gefahr, dass die Ritzel irgendwann ihre Funktion nicht mehr erfüllen und du nicht mehr richtig schalten kannst. Zunächst solltest du das Schaltwerk, den Umwerfer und die Kettenblätter von Schmutz befreien. Hierzu nimmst du idealerweise eine spezielle Ritzelbürste oder alternativ eine Zahnbürste. Für die Kette selbst gibt es hoch wirksame Kettenreiniger. Diesen sprühst du sorgfältig auf die Kette auf. Nach dem Einsprühen lässt du ihn einwirken - Vorsicht: Die Kette fängt nach kurzer Zeit zu tropfen an. Unter langsamer Bewegung (Kurbel drehen) reinigst du dann die einzelnen Kettenglieder. Danach säuberst du die Kette mit einem Lappen. Als Letztes trägst du gleichmäßig Kettenöl auf. Wichtig dabei: nicht zu viel verwenden. Zu viel Kettenöl zieht Dreck magisch an.
4. Finale Pflege
Nach dem Fahrrad Waschen und Ölen folgt das Einsprühen mit Pflegespray als finalem Schritt der gesamten Prozedur. Besonders der Rahmen und die Anbauteile freuen sich über diese Art der Pflege. Dann noch kurz polieren - und fertig. Insgesamt dauert das Fahrrad Putzen je nach Intensität der Verschmutzung rund 20 - 30 Minuten.
E-Bike Reinigung: Was ist zu beachten?
Wie beim Fahrrad Putzen solltest du auch bei der Reinigung deines E-Bikes darauf verzichten, einen Dampfstrahler zu verwenden. Das Wasser richtet unter Umständen irreparable Schäden in den Lagern von Motor, Naben und Hinterbauten an. Ansonsten ähnelt der Ablauf der oben geschilderten Schritt-für-Schritt-Reinigung. Wichtig ist außerdem, dass du den Akku und das Display deines E-Bikes vor dem Putzen herausnimmst oder - falls nicht möglich - mit einem Tuch bzw. einer Folie abdeckst. Im Winter solltest du übrigens besonders darauf achten, dein elektrisches Fahrrad richtig zu reinigen. E-Bikes sind zwar äußerst robust, vertragen aber Salz aus Spritzwasser und Schneematsch trotzdem nicht besonders gut.
Spezielle Reiniger verwenden?
Klare Antwort: Ja. Es empfiehlt sich definitiv, bei der Fahrrad Pflege auf spezielle Fahrradreiniger und Kettenreiniger zu bauen. Diese besitzen eine höhere Lösekraft als herkömmliches Spülmittel und sind zudem in der Regel biologisch abbaubar. Es sind sowohl Komplettreiniger als auch spezielle Fahrradreiniger (für Rahmen und Bauteile), sowie Kettenreiniger verfügbar. Achtung: Viele Komplettreiniger eignen sich nicht als Kettenreiniger. Wichtig außerdem: Anders als mancher Allzweckreiniger greift Fahrradreiniger den Lack und die Dichtungen des Fahrrads nicht an.
Häufigkeit der Reinigung
Wie oft du dein Fahrrad reinigen solltest, hängt davon ab, welchem Schmutz es ausgesetzt ist: Fährst du häufiger im Gelände oder auf Feldwegen, werden Antrieb und Rahmen schnell dreckig. Bekommt dein Fahrrad Matsch ab, ist es am besten, ihn gleich abzuspülen. Bei Staub reicht die Reinigung alle paar Wochen. Bist du hauptsächlich auf Asphalt unterwegs und radelst nur gelegentlich, bleibt dein Fahrrad länger sauber. Dann reicht es vielleicht sogar, das Fahrrad einmal im Frühjahr und Herbst gründlich zu reinigen und zu pflegen. Bist du auch im Winter unterwegs, wenn Salz auf den Straßen ist, sieht das wieder anders aus. Dann solltest du gutes Wetter so oft wie möglich für eine gründliche Wäsche nutzen.
Das solltest du vermeiden
Wasche dein Fahrrad nie mit dem Hochdruckreiniger. Der hohe Druck presst das Wasser und den Schmutz in die abgedichteten Lager und in sonstige Spalten. So können Lager und Dichtungen beschädigt werden. Immer wieder werden Hausmittel für die Fahrradreinigung empfohlen. Aber sie sind nicht empfehlenswert: Dein Rad hat die unterschiedlichsten Oberflächen: Es gibt Carbon, Aluminium, Chrom, Mattlacke, Beklebungen und noch vieles mehr. Hausmittel sind nicht speziell für diese Materialien vorgesehen. So ist die Gefahr sehr groß, dass die Oberflächen beschädigt werden. Außerdem machst du es dir unter Umständen viel schwerer als nötig, dein Fahrrad sauber zu bekommen. Denn Hausmittel sind auch nicht speziell für den Schmutz entwickelt, dem Fahrräder ausgesetzt sind.
Zusätzliche Tipps
- Groben Schmutz sollten Sie nach jeder Fahrt vom Ihrem Fahrrad entfernen.
- Es ist wichtig, die Kette nach jeder intensiven Reinigung richtig zu pflegen.
- Achten Sie darauf, sparsam zu fetten.
- Wichtig: Achten Sie unbedingt darauf, dass kein Öl auf die Bremsscheiben und den Bremssattel kommt.
Empfohlene Produkte für die Fahrradreinigung
Es gibt nahezu für jedes Bauteil am Fahrrad ein Spezialmittelchen zur Reinigung. Die sind meist sehr teuer. Bei der Grundreinigung können Sie getrost auf teure Reinigungsmittel verzichten. Bei der Pflege von Kette und Co. Für die Reinigung von Rahmen und Rädern eignet sich Spülmittel perfekt. Wichtig: Verwenden Sie keine Lösungsmittel oder andere aggressive Reiniger.
| Produkt | Anwendung |
|---|---|
| Fahrradreiniger | Reinigung von Rahmen und Anbauteilen |
| Kettenreiniger | Spezielle Reinigung der Fahrradkette |
| Kettenöl | Schmierung der Kette nach der Reinigung |
| Pflegespray | Zusätzliche Pflege und Schutz für Rahmen und Anbauteile |
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