Fahrrad lackieren mit der Sprühdose: Eine detaillierte Anleitung

Dein treuer Drahtesel hat schon etliche Jahre auf dem Buckel und die Optik lässt inzwischen zu wünschen übrig? Sofern der Rahmen und die Komponenten noch in Ordnung sind, ist es eine Überlegung Wert, das Fahrrad zu lackieren. Hier findest du alles für dein Fahrrad Projekt. Wir zeigen dir, wie du selber dein Fahrrad mit der Spraydose lackieren kannst.

Alles gratis: als Schritt-für-Schritt-Anleitung, als Videoanleitung und als PDF-Anleitung zum Herunterladen oder Ausdrucken. In unserem Video zeigen wir dir den gesamten Lackierprozess als praktische Videoanleitung. Einfach Schritt-für-Schritt erklärt und perfekt zum Nachmachen. Hier kannst du kostenlos die Anleitung für die Lackierung von deinem Fahrrad herunterladen und bei Bedarf ausdrucken.

In unserer Lackieranleitung für dein Fahrrad erklären wir dir alle Schritte einzeln. Wir zeigen dir alles ganz genau zum Nachmachen: Vom Vorbereiten, übers Schleifen, zum Grundieren, bis hin zur Lackierung. Dazu gibt dir unser Lackiermeister auch noch praktische Tipps & Tricks. In unserem vorbereiteten Warenkorb findest du alle benötigten Produkte für die Lackierung von deinem Fahrrad. Falls dir einzelne Produkte fehlen, kannst du sie ohne weitere Suche in deinen Warenkorb legen. Mit einem Klick kannst du auch gleich alle Produkte in den Warenkorb tun.

Wenn du Fragen zum Fahrrad lackieren hast, melde dich gerne bei unseren Lackiermeistern. Oder mache eine kostenlose Terminvereinbarung für dein Lackprojekt.

Das Material: Womit das Fahrrad lackieren?

Am einfachsten und preisgünstigsten gestaltet sich die Lackierung eines Fahrrads mit gebrauchsfertigen Spraydosen. Doch was brauchst du für das Fahrrad-Upcycling und wie gehst du dabei vor?

Bevor wir uns den notwendigen Materialien und der Vorgehensweise widmen, noch ein Hinweis, falls du vorher noch nie lackiert hast: Willst du ein gutes Ergebnis erzielen, ist ein Mindestmaß an Übung erforderlich. Deshalb empfiehlt es sich, die ersten Gehversuche an einem Probestück zu machen. Am besten eignen sich alte Metallrohre aufgrund ihrer runden Form.

Vorbereitung für die Lackierung

Willst du dein Fahrrad lackieren, dann gilt: Vorbereitung ist alles. Tatsächlich versteckt sich hier der größte Anteil an Arbeit. Nicht in jedem Fall lohnt sich ein Fahrrad-Upcycling durch neuen Lack, etwa bei anstehenden kostspieligen Reparaturen. Entferne die Räder und demontiere sämtliche Komponenten. Dabei empfiehlt es sich, nicht mehr Teile auseinanderzuschrauben, als notwendig. Nimm beispielsweise den Lenker samt Bremshebeln ab.

Außerdem ist es ratsam, Fotos zu machen, bevor du alles auseinandernimmst. Du hast den bloßen Rahmen vor dir? Im nächsten Schritt entfernst du mithilfe des groben 600er-Schleifpapiers den alten Lack. Für das Nassschleifen tauchst du das Schleifpapier vorher in Wasser. Entferne alle Schleifreste mit einem feuchten Tuch vom Rahmen. Zu guter Letzt beseitigst du alle Fingerabdrücke und sonstige fettige Rückstände auf der Oberfläche.

Dazu eignet sich ein spezieller Entfetter, aber Aceton oder ein Silikonentferner funktionieren ebenfalls.

Schritte zur Lackierung

  1. Alles, was lackiert werden soll, von Hand mit Softflex-Schleifpapier P240, P400 und P600 sorgfältig schleifen.
  2. Das Bauteile mit dem White Base Primer von Montana in zwei Gängen weiß grundieren.
  3. Lack in zwei deckenden Schichten auftragen. Zwischenablüftzeiten beachten.
  4. Geplotteter Text mit Übertragungsfolie präzise platzieren.
  5. Jetzt mit Gusseisenspray (Montana Forging Spray) ausgewählte Teile lackieren.

Die eigentliche Lackierung

Der Rahmen steht so, dass du ihn von allen Seiten gut erreichst und die Abdeckfolie ist ausgelegt? Sie sorgt dafür, dass der Lack optimal haftet. Eine einzige gleichmäßige Schicht genügt. Hier empfehlen sich mindestens zwei Schichten für eine optimale Deckung und Widerstandsfähigkeit. Wichtig: Bevor du eine neue Schicht aufträgst, muss die vorherige trocken sein. Zu guter Letzt gibt Klarlack dem Rahmen ein glänzendes und schützendes Finish.

Sprühe mit den verschiedenen Dosen zuerst Probe. Dadurch bekommst du ein Gefühl für das Handling und beispielsweise dafür, wie breit der Sprühkegel ist. Außerdem empfiehlt es sich, Grundierung, Farblack und Klarlack, wenn möglich, vom selben Hersteller zu wählen. Das gibt dir die Sicherheit, dass die Zusammensetzungen aufeinander abgestimmt sind.

Dein Fahrrad ist lackiert und erstrahlt in neuem Glanz? Sobald die Farbe ausgehärtet ist, kannst du alles wieder zusammenbauen und das Projekt „Fahrrad-Upcycling“ abschließen.

Custom-Look mit Spray.Bike

Exklusiver Paint-Job statt Standard-Design: Mit Pulverfarben aus der Sprühdose kann man sein Bike angeblich selbst lackieren. Aber funktioniert das wirklich? Ewiges Vorbereiten und verlaufender Lack: Wer sein Bike mit herkömmlichen Farben besprühen will, ruiniert sich schnell die Nerven. BIKE-Praktikant Paul Weinbrenner hat die speziellen Farben aus der Dose von Spray.Bike ausprobiert. Am Rahmen eines Giant Anthem haben die Farben viele Versprechen halten können.

Dabei hat er einige Kniffe fürs Selber-Lackieren herausgefunden, die er im Video unten verrät. Die Spray.Bike-Farben verkürzen zwar die Vorbereitung, weil sie auch ohne Grundierung decken. Auch Lacknasen gibt es nicht. Aber trotz schnell trocknenden Lacks summieren sich die Arbeitsschritte, je nach Anzahl der Farbübergänge und Schrift­züge. Mit der Pulverbeschichtung ähnelt das Lackieren dem Sprayen mit Graffiti-Dosen.

Wer sich an diesem Style orientiert, wird dabei viel Spaß haben. Fließende Übergänge und kreative Designs gelingen einfach und sehen geil aus. Zum Beispiel habe ich durch leichten Druck auf den Sprühkopf die Dose zum „pfrozzeln“ gebracht. Dadurch entstehen ungleichmäßige Farbkleckse, die den Übergängen einen coolen Graffiti-Look verpassen. Harte Ränder und saubere Schriftzüge hingegen treiben einem schon mal den Schweiß auf die Stirn.

Es schadet jedenfalls nicht, erst mal mit dem Rad der Oma zu üben, bevor man sich ans Traum-Bike wagt. 100 Prozent mackenfrei bekommt man es dennoch nicht hin. Von Weitem fallen die kleinen Patzer zwar kaum auf. Sein eigenes Fahrrad zu lackieren ist aber nichts für Perfektionisten. Wer offen an die Sache rangeht, wird dafür mit einem einzigartigen Paint-Job belohnt.

BIKE-Praktikant Paul Weinbrenner hat die Farben aus der Dose ausprobiert. Dabei hat er einige Kniffe herausgefunden.

Zusätzliche Tipps und Informationen

Sei es der technisch schöne - schön verkratzte Klassiker, der in einer Wunschfarbe neuen Glanz erhalten soll, oder das Gravelbike das besonders stark beansprucht wird. Die Kosten für Lack und Zubehör liegen bei ca. 100€. Dafür sollte das Resultat ordentlich aussehen und zudem eine befriedigende Widerstandsfähigkeit aufweisen. Ist kein Lackierzubehör vorhanden, und soll lediglich ein Fahrrad lackiert werden, dann macht das Lackieren mit der Sprühdose Sinn.

1K Lack reagiert nach Austritt aus dem Sprühkopf mit der Luft. 2K härtet nicht durch Sauerstoff, sondern durch die Zugabe der 2. Eine Lackiermaske ist wichtig. Lackiermasken ohne wechselbare Filter sind schon für 25€ z.B. Um ein bestmögliches Ergebnis zu erhalten ist entscheidend, alle nicht zu lackierenden Teile komplett abzubauen. oder zumindest ganz sorgfältig abzukleben. Keine der Fahrrad Lagerflächen sollte mitlackiert werden. Unebenheiten nicht mehr erkennbar sind.

Originaler industriell aufgebrachter Lack kann sehr lange Zeit sehr gut halten. Ich empfehle nicht, weder Lack noch Untergrund auf Teufel komm raus runter- oder “blankzuschleifen”. Ein gut angeschliffener Lack stellt eine gute Trägerschicht für einen neuen Lackaufbau mit Dickschichtfüller und Lack dar. 1K Lacke weisen eine geringe Widerstandsfähigkeit auf. 2K Acryllacke weisen eine hohe Widerstandsfähigkeit auf und haben auch ohne eine weitere Schicht Glanzlack eine hohe Widerstandsfähigkeit und einen ausgeprägten Glanz.

Sie härten im Gegensatz nicht bei Kontakt mit Sauerstoff sondern durch die Zugabe eines Härters (der 2. Wasserlack ist heutzutage der Industriestandard. Die aufgetragene Grundschicht sorgt für die Farbe. Eine weiter Deckschicht mit Glanzlack ist zwingend notwendig. Erst dann wird der bis dahin noch matte und empfindliche Lack beständig gegen Stöße und UV Einstrahlung. Bei der Grundierung empfiehlt sich ein hochwertiger 2K Dickschichtfüller auf Acrylbasis.

Ein hoher Festkörperanteil ermöglicht das Schließen von feinen Poren und Schleifkratzern. Eine hochwertige 1K oder 2K Grundierung auf Acrylbasis stellt eine sehr gute Grundlage beim Fahrrad Lackieren dar. 2K Grundierung auf Epoxybasis macht eigentlich erst dort Sinn, wo verschiedene Materialien aufeinandertreffen (“kritischer Untergrund”), wie z.B. Ohne Druckluftwerkzeug, und wenn nur ein einziges Fahrrad lackiert werden soll, für den bietet der Lackierer Fachhandel speziell vorab abgefüllte 2K Spraydosen an.

Diese werden durch Knopfdruck direkt vor der Verwendung aktiviert. Weil die zu lackierende Fläche beim Fahrrad recht klein ist, kann die Verwendung von im Grundpreis relativ teuren Sprühdosen aber dennoch sinnvoll sein. Beim Lackieren mit der Sprühdose sollte bei der Grundierung auf einen hohen Festkörperanteil geachtet werden. 1K Grundierungen wie die einfache “Grundierung grau” für 7€ kann durchaus eine ausreichende Haftung und Lack-Verträglichkeit bieten.

Sollte Spachtel Verwendung finden, dann ist eine 2K Grundierung notwendig. Spray.Bike ist im Grunde genommen eine Marke, unter der Fahrrad-affine Kunden angesprochen werden sollen. Es werden Primer, Farbe, Klarlack und Zubehör angeboten. Grundsätzlich gibt es beim Lackieren für ein optimales Ergebnis keine Abkürzungen. Ein beworbener Vorteil ist das geringe Verlaufverhalten, was dafür sorgt, dass keine Lacknasen entstehen. Angeblich soll sogar eine Anwendung ohne Grundierung funktionieren.

Es wäre sinnvoll, den Lack noch mit Klarlack zu überziehen. Es spricht alles für Verwendung einer hochwertigen 2K Grundierung auf Acrylbasis. Die weist je nach Produktgüte eine hohe Haftfähigkeit, Verträglichkeit, Schichtstärke und Schleifbarkeit auf. Mehraufwand und -kosten für den Härter sind völlig nebensächlich. Zum Vor-, Zwischen- und Endreinigen sollte ausschließlich Silikonentferner verwendet werden. Nur der Silikonentferner gewährleistet eine saubere Haftung.

Diese Mittel sind entweder zu aggressiv und entfernen Lackschichten, oder sie haben Zusatzstoffe, die eine langfristige Haftung verschlechtern würden. Hochwertiger 2K Acryllack ist sehr widerstandsfähig und bedarf keiner zusätzlichen Schicht Glanzlack. Bei einfacher 1K Lack ist eine hochwertige 2K Glanzlack sehr empfehlenswert.

Werkzeuge und Ausrüstung

Wer regelmäßig, oder große Flächen lackieren möchte (wie bei einem Auto), wird um eine Ausstattung mit Druckluftwerkzeug nicht drumherum kommen. Ein professioneller Lackierer verwendet für seine Arbeit einen Druckluftkompressor. Zum Fahrrad lackieren ist kein besonders starker und teurer Kompressor notwendig. Denn eine HVLP Lackierpistole (High-Volume Low-Pressure) verbraucht relativ wenig Luft.

Der Lack soll ja nicht auf einen Gartenzaun draufgerotzt werden, sondern ein fein pigmentiertes Kunstwerk ergeben. Besonders hochwertige Lackierpistolen sind von SATA oder DeVilbiss erhältlich. Aber auch mit einer 50€ Lackierpistole sind schon erstaunlich gute Ergebnisse möglich. Empfehlen kann ich eine Güde Jet F Air, die bereits für um oder sogar unter 50€ erhältlich ist. Mini Lackierpistolen, sogenannte Minijet, werden häufig für Spot-Repair Lackierung verwendet, können beim Fahrrad Lackieren aber deswegen besonders sinnvoll zum Auftragen des Decklacks sein, weil die zu lackierende Fläche klein ist.

Zudem sind minijet Lackierpistolen häufig sogar günstiger. Für das Auftragen eines Dickschichtfüllers ist eine weitere Lackierpistole mit großer Düse z.B. Für ein optimales Ergebnis beim Fahrrad Lackieren wird wasserfestes Schleifpapier verwendet. Wasserfestes Schleifpapier ist anhand des “K” Präfix erkennbar. Es sorgt für ein weitaus homogeneres Schleifbild.

Auch ist das Schleifgefühl deutlich reibungsärmer und harmonischer. Das Schleifpapier einige Minuten in einen Behälter mit Wasser geben. Dadurch wird es elastisch. Beim groben Vorschliff lässt sich schwer eine Empfehlung aussprechen. Ist der Untergrund in einem guten Zustand, dann wäre eine Körnung K320 oder K400 durchaus vorstellbar. Der erste Zwischenschliff einer hochwertigen Dickschichtgrundierung ist je nach Produkt mit einem mittleren Wasserschleifpapier K400 bis K600 gut möglich.

Mit K1000 Wasserschleifpapier ist ein sehr gutes Lackbild möglich. Aus meiner Erfahrung wäre ein folierter Schriftzug sinnvoll. Dieser kann ohne Anschleifen auf den fertigen Lack angebracht werden und bei Bedarf auch noch mit Glanzlack überlackiert werden. Hochwertige Vinylfolien sind für 7 Jahre bei hoher UV Belastung ausgelegt (also in der Sonne stehendem KFZ). Sie lassen sich leicht aufbringen und ohne Probleme wieder entfernen.

Früher habe ich mit Maskierfolie gearbeitet, zugeschnitten, geschliffen und lackiert. Das würde ich nicht mehr machen. Das erledigt z.B. “das-schriftcenter.de” für kleines Geld.

Häufige Fehler beim Lackieren und wie man sie vermeidet

Fehler beim Lackieren sind leider nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel. Denn selbst kleinste Fehler entsprechen ja bereits nicht mehr dem professionellen Ansatz dar. Auch dem professionellen Lackierer passieren zumindest kleine Fehler. Vieles kann ausgebessert werden.

  • Wassereinschlüsse: mit Druckluft auf das Fahrrad geschleuderte Wasser zerstört den Eindruck eines professionell lackierten Fahrrads.
  • Staubeinschlüsse lassen sich häufig nicht ganz vermeiden, jedoch aber verringern. Zuerst einmal muss der Fahrradrahmen staubfrei sein. Hierfür ist eine Ausblaspistole sehr hilfreich. Professionelle Lackierkabinen haben ein Unterdrucksystem, das den Staub nach außen zieht. Ohne ein solche Lackierkabine sollte der Raum vorab abgesaugt werden und vor dem Lackieren etwas ruhen, damit sich der in der Luft befindliche Staub absetzen kann.
  • Orangenhaut: glänzende Orangenhaut entsteht häufig durch eine im Gegensatz zur Luft zu satt aufgetragenen Lackmenge. Ist die Orangenhaut nicht zu stark ausgeprägt, kann bei 2K Acryllack ein Anschleifen mit 1500, 2000 und 3000 Wasserschleifpapier in Verbindung mit einer hochwertigen Polierpaste (z.B.
  • Lackläufer: Läufer entstehen durch eine auf einmal zuviel aufgetragene Menge Lack. Lackläufer lassen sich mit einem Hobel glätten, schleifen und polieren.
  • fehlender Glanz: fehlender Glanz und ein körnig-gesprenkelt-grisseliges Erscheinungsbild weisen auf eine falsche Zusammensetzung des Lacks, einen zu alten Härter, eine zu kalte Umgebungstemperatur, ein falsches Lösungsmittel, einen ungeeigneten Untergrund oder auf zu kurze Trocknungszeiten des Untergrunds hin. In diesem Fall hilft nur ab- bzw.

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