Das Bremssystem ist ein sehr wichtiger Teil deines Fahrrads. Natürlich möchtest du schnell und sicher bremsen können, wenn es darauf ankommt. Die Wahl des richtigen E-Bikes, Citybikes, Mountainbikes oder Rennrads hängt von vielen Faktoren ab. Die Art des Bremssystems sollte sicherlich einer davon sein. Es gibt verschiedene Bremssysteme, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Außerdem werden bestimmte Bremssysteme häufiger bei einem bestimmten Fahrradtyp verwendet. Das Bremssystem ist oft auch ein Hinweis auf die Preisklasse des Fahrrads.
Verschiedene Bremssysteme im Überblick
Heutzutage können drei Bremssysteme unterschieden werden: Felgenbremsen, Scheibenbremsen und Trommelbremsen. Früher gab es außerdem Stempelbremsen, die mit einem Gummistempel auf den Reifen gedrückt haben. Diese sind zum Glück an keinem neuen Rad mehr zu finden und können daher hier getrost ignoriert werden.
Felgenbremsen
Felgenbremsen sind vor allem bei Rennrädern und E-Bikes zu finden. Sie sind oft ein halbes Kilo leichter als Scheibenbremsen, was bei Rennrädern einen großen Unterschied ausmachen kann. Außerdem sind Fahrräder mit Felgenbremsen günstiger und einfacher zu warten. Ein Satz Felgenbremsen lässt sich nämlich sehr leicht austauschen.
Felgenbremsen verschleißen jedoch etwas schneller als Scheibenbremsen, und bei nassem Wetter nimmt die Bremsleistung von Felgenbremsen ab. Auch das Ansprechverhalten der Bremse, die Modulation, ist bei Felgenbremsen geringer als bei Scheibenbremsen.
In Sachen Felgenbremsen kann zwischen drei Systemen unterschieden werden: Cantilever-Bremsen, V-Brakes und Seitenzugbremsen. Sowohl V-Brakes als auch Cantilever bestehen grundsätzlich aus zwei getrennten Bremsarmen, die links und rechts des Laufrades positioniert und mittels eines Seilzugs betätigt werden.
Cantilever-Bremsen werden dabei von einem Querzug zusammengezogen, wohingegen die Arme der V-Brake mit einem durch ein Führungsröhrchen und Faltenbalg verlaufenden Bremszug verbunden sind. Im Grunde ist die Funktion also sehr identisch, allerdings erreicht die V-Brake durch die größeren Bremsarme eine größere Bremskraft.
Cantilever-Bremsen sind hingegen meistens etwas leichter und finden daher bei Leichtbau-Projekten ihre Anwendung. Beide Bremssysteme punkten mit einem geringen Belagverschleiß (durch eine im Vergleich zu Scheibenbremsen geringere Bremskraft) und einer sehr einfachen Wartung. Daher findet man diese Komponenten häufig an Trekking- und Stadträdern. Wird etwas mehr Bremskraft benötigt, kann man auf die hydraulische Magura HS11 oder HS33 Felgenbremsen setzen. Diese packen durch die hydraulische Anstellung der Bremsbeläge deutlich kräftiger zu, werden ansonsten aber wie eine gewöhnliche V-Brake montiert. Einzig der Wartungsaufwand ist bei Bedarf etwas erhöht, da die Bremse mit speziellem Werkzeug entlüftet werden muss.
Seitenzugbremsen findet man hingegen fast ausschließlich an Rennrädern, da diese Bremsenart nur mit dünnen Reifen funktioniert. Wie der Name schon verrät wird dieses Systems mittels eines seitlich angebrachten Seilzuges betätigt. Dabei gibt es einen C-förmigen Arm und einen Y-förmigen Arm, die sich gegeneinander bewegen und somit die Bremsbeläge an die Bremsflanke der Felge drücken.
V-Brakes: Eine detaillierte Betrachtung
Fahrräder mit V-Bremsen findet man vor allem in der Kategorie der Citybikes und günstigeren E-Bikes. V-Bremsen haben jedoch eine wesentlich geringere Bremskraft als Felgenbremsen. Durch die geringere Bremskraft schleift der Bremsbelag sozusagen auf der Felge und beide erhitzen sich Dadurch verschleißen Felge und Bremsbelag schneller.
V-Brakes bremsen, indem zwei Bremsarme synchron gegen die Felge gedrückt werden. Dies geschieht durch das Ziehen des Bremszugs, der die Bewegung auf die Bremsarme überträgt. Die langen Bremsarme gewährleisten, dass ausreichend Hebelkraft entsteht, um auch bei stärkeren Belastungen zuverlässig zu bremsen.
- Einfache Wartung: Die Mechanik ist unkompliziert und leicht zu justieren.
- Abhängigkeit von der Felge: V-Brakes wirken direkt auf die Felge.
Damit deine V-Brakes stets einwandfrei funktionieren, solltest du sie regelmäßig warten und bei Bedarf nachjustieren. Kontrolliere regelmäßig den Zustand der Bremsbeläge und tausche sie aus, wenn sie abgenutzt sind. Halte die Felgen sauber.
Die Besonderheit der V-Brakes unter den Felgenbremsen besteht darin, dass ein separater quer liegender Zug ihre Hebelwirkung erhöht. Dadurch unterscheiden sich diese Bremsen von ähnlichen Varianten, weil bei V-Bremsen der Zug der Bremse von der Seite und nicht aus der Mitte kommt.
Montage von V-Brakes
Die V-Brake-Montage ist in der Ausführung sehr einfach. Die Liste der benötigten Werkzeuge fällt übersichtlich aus. Es ist für die Sicherheit beim Fahrradfahren wichtig, dass du die Bremsen am Fahrrad, vorne und hinten, richtig einstellst. Ist das nicht der Fall, verringert sich die Bremswirkung.
Achte bei der Montage sorgfältig darauf, dass die Bremsbeläge mit größtmöglicher Fläche auf die Felgen treffen und sie berühren, wenn die Bremse angezogen ist. Sie dürfen nicht in Kontakt mit dem Reifen kommen und an ihm schleifen.
Nach der Montage folgt die Einstellung des Hebelweges der Bremse. Um den Zugweg einzustellen, benutzt du die Zugeinstellschraube am Bremshebel und die Klemmschraube an der Bremse. Überprüfe den Hebelweg mit dem Bremshebel so lange, bis die Bremsleistung ideal eingestellt ist. Abschließend werden links und rechts von der Felge die Bremsarme in die richtige Stellung gebracht. Mit Schrauben verschiebst du sie und veränderst den Abstand zur Felge.
Scheibenbremsen
Auf den ersten Blick sehen Scheibenbremsen den Rollenbremsen sehr ähnlich, aber es gibt deutliche Unterschiede. Scheibenbremsen sind zunehmend bei E-Bikes und Citybikes zu finden. Auch bei Rennrädern sind Scheibenbremsen heute weit verbreitet und bei Mountainbikes längst Standard. Fahrräder mit Scheibenbremsen sind leicht an einer runden Scheibe zu erkennen, die an beiden Rädern angebracht ist. Um die Scheibe herum befindet sich ein kleiner Bremssattel, in dem sich die Bremsbeläge der Scheibenbremse befinden.
Scheibenbremsen haben von allen Bremssystemen die höchste Bremskraft. Wenn du also mit dem Fahrrad in die Alpen fährst und lange Abfahrten vor dir hast, ist es ratsam, Scheibenbremsen zu haben. Das macht die Abfahrt auf jeden Fall sicherer. Für Citybikes und E-Bikes sind Scheibenbremsen besonders vorteilhaft, weil sie sehr langlebig und wartungsarm sind.
Scheibenbremsen sind jedoch etwas schwerer als Felgenbremsen. Das kann sich bei Sporträdern negativ auf deine sportlichen Leistungen auswirken, denn beim Rennradfahren oder Mountainbiken gilt: Je leichter das Rad, desto schneller bist du unterwegs. Außerdem ist ein Austausch der Bremsscheiben ‒ sollte das einmal nötig sein ‒ teuer.
Kaum ein Mountainbike oder Crossrad ist heute nicht mit Scheibenbremsen ausgestattet. Auch immer mehr Rennräder setzen auf die bissigen Bremsen, da das Mehr an Bremskraft in unerwarteten Situationen ein echter Lebensretter sein kann.
Die höhere Bremskraft kommt dadurch zustande, dass die Bremsbeläge an der Scheibenbremse bedeutend höhere Reibungswerte erreichen. Bei vielen Bremszangen spielt außerdem die hydraulische Betätigung eine Rolle. Das Öl in der Leitung lässt sich nämlich nicht komprimieren, wodurch (inkl. Hebelverhältnis des Bremshebels) große Kräfte auf die Bremsbeläge übertragen werden können. Daher sind Scheibenbremsen meistens mit einem Finger zu bedienen und auch sehr gut dosierbar.
Eine schlechtere Dosierbarkeit und geringere Bremsstärke kommt häufig bei Felgenbremsen vor, da der Bremsvorgang eine Längung des Bremszugs auslöst. Das ist auch an Scheibenbremsen festzustellen, die per Seilzug funktionieren.
Zwei oder Vier Kolben?
In Sachen Bremskraft ist es außerdem noch entscheidend, ob man eine 2- oder 4-Kolbenbremse fährt. Als Kolben bezeichnet man das Bauteil, das mittels der Hydraulik (oder Mechanik) aus der Bremszange gedrückt wird und die Kraft auf den Bremsbelag überträgt. Vier Kolben bringen hier natürlich mehr Kraft auf die Beläge und schließlich auf die Bremsscheibe, als es zwei Kolben können. Gerade an Downhill-, Enduro- und E-Bikes (wegen des erhöhten Gewichts) verbaut man gerne die kräftigen Versionen.
XC- , Marathon- und Trailbikes sowie Crosser und Rennräder kommen hingegen mit der 2-Kolben-Variante aus. Schließlich wiegen die größeren Bremszangen auch etwas mehr, was man an einem Rennrad nicht gebrauchen kann.
Wartung von Scheibenbremsen
Die ganzen Vorteile von Scheibenbremsen erkauft man sich leider mit einigen Nachteilen, die für die verbesserte Performance jedoch in Kauf genommen werden. Einer bezieht sich auf den erhöhten Wartungsaufwand, sollte die Bremse einmal Luft oder Wasser ziehen. Dann muss die Bremse (wie bei der Magura HS11 oder HS33) mittels speziellem Werkzeug entlüftet werden, das sich von Hersteller zu Hersteller unterscheidet.
Durch die Verwendung von verschiedenen Bremsflüssigkeiten versucht man der Anfälligkeit entgegenzuwirken. Viele Hersteller (z.B. SRAM, Formula, Avid) setzen auf DOT. Diese Bremsflüssigkeit kann Wasser binden, wodurch ein Abschwachen des Druckpunkts verhindert werden soll. Allerdings muss DOT aufgrund seiner Bindefähigkeit ca. einmal im Jahr getauscht werden, ansonsten kann die gebundene Menge Wasser das Flüssigkeitsvolumen in der Bremsen derartig erhöhen, dass es nicht mehr vom Ausgleichsbehälter ausgeglichen werden kann. Dadurch kann es passieren, dass die Bremsbeläge bereits an der Bremsscheibe anliegen, bevor man den Bremshebel betätigt. Bei der Arbeit mit DOT ist zu beachten, dass die Flüssigkeit Haut und Lack angreift. Also: Handschuhe tragen!
Mineralöl (z.B. Shimano, Magura) bindet hingegen kein Wasser und bleibt somit lange Zeit qualitativ gleichwertig. Jedoch ziehen Mineralöl-Bremsen schneller Luft, was sich negativ auf den Druckpunkt auswirkt und ein Entlüften der Bremse notwendig macht. Beim Service sollte dabei niemals DOT-Flüssigkeit in eine Mineralöl-Bremse gefüllt werden, da dies die Dichtungen zerstören kann.
BrakeForceOne, ein deutscher Bremsenhersteller, verspricht mit seinem H2O Modell all diese Probleme zu lösen, da es tatsächlich mit Wasser funktioniert. Momentan ist die Funktion allerdings noch nicht überzeugend.
Bremsscheiben
Bremsscheiben gibt es in vielen verschiedenen Größen, Bauarten und mit verschiedenen Befestigungsstandards (siehe Abschnitt Laufrad). Die gängigsten Größen sind 140mm, 160mm, 180mm, 200mm und 203mm, wobei kleine Scheiben für Cross Country oder Rennräder gedacht sind, während die großen Scheiben vor allem an Enduros und Downhill-Bikes ihren Einsatz finden.
Bevor man eine größere Scheibe an seinem Fahrrad nachrüstet, sollte man aber unbedingt überprüfen, ob der Rahmen bzw. die Federgabel für die gewünschte Scheibenbremse freigegeben wurde. Die meisten Hersteller informieren darüber in ihren Manuals. Verbaut man eine zu große Scheibe kann es nämlich zu einem plötzlichen Versagen der Aufnahme kommen, was schwere Unfälle nach sich ziehen kann. In den meisten Fällen lässt sich eine zu große Scheibe erst gar nicht einsetzen. Das merkt man daran, dass die Scheibe an der Gabel schleift.
Ein weiterer Unterschied zwischen verschiedenen Bremsscheiben ist die Bauart, was sich auf ein- oder mehrteilige Konstruktionen bezieht. Die klassische Bremsscheibe ist aus einem Stück gefertigt, allerdings gibt es auch mehrteilige Scheiben (z.B. Shimano Ice-Tech Scheiben), die verschiedene Werkstoffe am Reibring und an der Verschraubung verwenden, um eine bessere Wärmeleitung zu ermöglichen, das Gewicht zu drücken und die Geräuschentwicklung zu vermindern.
Bremsbeläge
Hinsichtlich der Bremsbeläge gibt es drei verschiedene Versionen: Organische, Semimetall- oder Sintermetall-Beläge. Die einzelnen Versionen können dabei je nach Hersteller unterschiedlich zusammengesetzt sein, was zu verschiedenen Werten hinsichtlich der Haltbarkeit, Bremskraft und Geräuschentwicklung führen kann.
Im Allgemeinen lässt sich jedoch sagen, dass organische Beläge sehr gut zu dosieren sind, wenig Hitze an das Bremssystem abgeben und weniger quietschen. Im Gegensatz zu Sintermetall-Belägen ist jedoch der Verschleiß erhöht. Sintermetall neigt dafür gerne zum Quietschen. Den geringsten Verschleiß weisen Semimetall-Beläge auf, diese sind aber besonders anfällig für unangenehme Geräuschentwicklungen.
Die genannten Belagarten können zusätzlich noch auf verschiedenen Trägerplatten aufgebracht werden. Hier haben sich Alu, Stahl und Titan durchgesetzt, wobei sich diese v.a. in der Wärmeleitfähigkeit und im Gewicht unterscheiden. Um die Wärme noch besser zu leiten, statten manche Hersteller ihre Beläge mit Kühlrippen aus (z.B. Shimano Ice-Tech Beläge).
Wichtig ist für alle Beläge, dass man sie vor der ersten “ernsten” Benutzung vorsichtig einbremst. Viele Hersteller empfehlen, 30 Mal bei moderater Geschwindigkeit (ca. 30 km/h) fast bist zum Stillstand abzubremsen. Sinn davon ist es, mikroskopische Unebenheiten auf der Oberfläche der Beläge und Scheiben abzuschleifen. Tut man dies nicht, wird nur an diesen quasi unsichtbaren Spitzen gebremst, was zu enorm hohen Temperaturen und somit zum Verglasen der Bremsbeläge führen kann.
Rollenbremsen
Rollenbremsen sind eine spezielle Gattung der Rücktrittbremse und beruhen auf dem Rollenprinzip. Die Bremskraft entsteht durch Rollen aus Metall, die auf einer Scheibe befestigt sind. Die Rollen drücken sich gegen einen Bremsmantel und erzeugen so die Bremsleistung. Der Fahrer kann die Rollenbremse am Vorder- oder Hinterrad über den Bremshebel am Lenker betätigen. Diese Art einer Fahrradbremse wurde entwickelt, um den Bremsvorgang weicher zu gestalten und abruptes Bremsen zu vermeiden. Shimano ist bisher der einzige Produzent von Rollenbremsen.
Trommelbremsen
Rollenbremsen, auch Trommelbremsen genannt, sind eher bei Citybikes und E-Bikes zu finden. In der Rollenbremse befindet sich ein Rändelrad, das sich dreht, wenn man die Bremshebel des Fahrrads betätigt. Die Metallrollen, die in den Vertiefungen des Rändelrads sitzen, werden dann aus den Vertiefungen und gegen die Bremsbeläge in der Trommel gedrückt. Dadurch entsteht ein Widerstand, der schließlich die Bremskraft erzeugt. Fahrräder mit Rollenbremsen haben eine hohe Bremskraft, die auch bei Nässe nicht nachlässt.
In bergigen Gegenden, ist das Fahren mit Rollenbremsen allerdings nicht zu empfehlen, da die Gefahr besteht, dass sich die Kühlscheiben bei einer längeren Abfahrt überhitzen. Eine Trommelbremse am Fahrrad funktioniert ähnlich wie eine Rollenbremse. Allerdings kommen hier keine Rollen, sondern zwei Bremsblöcke im Innern einer Trommel zur Anwendung. Die Bremsklötze drücken sich gegen die Innenwand der Trommel und erzeugen so die Bremswirkung.
Rücktrittbremsen
Wir alle sind schon einmal damit gefahren: ein Fahrrad mit Rücktrittbremse. Am Anfang ist es etwas unangenehm, aber wenn man sich daran gewöhnt hat, kann es ganz angenehm sein. Fahrräder mit Rücktrittbremse sind immer noch weit verbreitet. Man sieht sie vor allem am Hinterrad von Citybikes und Kinderfahrrädern. Das Prinzip der Rücktrittbremse ist ganz einfach. Man tritt das Pedal nach hinten und kommt so zum Stehen.
Neben den praktischen Vorteilen einer Rücktrittbremse ist dieses Bremssystem sehr wartungsarm und praktisch unkaputtbar. Außerdem gibt es keine Bremszüge, die quer über das Fahrrad verlaufen, wodurch das Fahrrad wesentlich kompakter wird. Da sich die Rücktrittbremse jedoch nur im Hinterrad befindet, ist die Bremskraft bei diesem Bremssystem geringer. Außerdem kann es bei langen Abfahrten leicht zur Überhitzung kommen.
Das System befindet sich dabei zum größten Teil in der Hinterradnabe, wo beim Zurücktreten (daher Rücktritt) mit den Pedalen das Drehmoment des Hinterrades mittels einer Drehmomentstütze auf den Rahmen übertragen wird. Während es auf konstruktioneller Seite somit einige Vorteile bietet, wie die abgeschlossene, witterungsbeständige Funktion und das Bremsen ohne den Griff am Lenker zu lösen, gibt es dennoch einige Nachteile.
Entscheidend ist hier, dass Trommelbremsen einfach nicht die Bremskraft moderner Scheiben- oder Felgenbremsen erreichen. Außerdem neigen sie bei langen Abfahrten zum Überhitzen und eine Neupositionierung der Kurbelposition ist nur recht umständlich möglich. Zudem wird die maximale Bremskraft lediglich bei bestimmten Pedalstellungen erreicht, was gerade in Schreckmomenten zu Problemen führen kann. An Stadträdern werden sie dennoch ab und an verbaut, da hier die witterungsbeständige Funktion sehr praktisch ist. Ergänzt durch eine klassische Vorderbremse ist die Bremskraft auch stark genug für den Stadtverkehr oder für Trekkingtouren. Zudem sind die Trommelbremsen sehr kostengünstig.
Hydraulische vs. Mechanische Bremssysteme
Es gibt noch eine weitere wichtige Entscheidung, die du treffen musst, wenn du einen Bremsentyp wählst. Soll das Bremssystem hydraulisch oder mechanisch sein? Bei Felgen- und Scheibenbremsen kannst du zwischen hydraulischen und mechanischen Systemen wählen.
Hydraulische Scheibenbremsen sind vor allem bei E-Bikes, Rennrädern und Mountainbikes zu finden. Mechanische Bremsen bringen das Fahrrad ohne Flüssigkeit oder Strom zum Stehen. Bei mechanischen Bremssystemen werden in der Regel Bremszüge verwendet.
Hydraulische Bremssysteme haben den Vorteil, dass sie oft eine größere Bremskraft haben. Außerdem müssen sie nicht so oft nachgestellt werden, da keine Kabel ausleiern können. Diese Vorteile sind auch der Grund, warum hydraulische Scheibenbremsen und hydraulische Felgenbremsen oft teurer sind als mechanische Bremsen.
Hydraulische Bremsen sind auch teurer in der Wartung und schwieriger zu warten als mechanische Bremsen.
ABS-Systeme für Fahrräder
Antiblockiersysteme (ABS) haben bei Autos schon vor langer Zeit Einzug gehalten und gehören mittlerweile auch bei Motorrädern fest dazu. Aufbauend auf seine Vorreiter-Stellung im Motorrad-Bereich hat Bosch das erste ABS, das für Fahrräder in Serie ging, entwickelt.
Ziel: Das ABS soll ein Blockieren des Vorderrads und damit den drohenden Abgang über den Lenker verhindern. Das gleiche Ziel verfolgt eine ebenfalls zum Einsatz kommende Abheberegelung am Hinterrad. Das Antiblockiersystem von Bosch verhindert vor allem bei ungeübten und unsicheren Fahrern Stürze und trägt damit sehr zur Sicherheit bei. Zum Einsatz kommt es vor allem an Trekking- und Cityrädern. Auf Asphalt und auch auf losem Untergrund hilft es zuverlässig aus Gefahrensituationen heraus und kann Überschläge effizient verhindern. Für das E-MTB hat es dagegen weniger Sinn, da der Bremsweg durch die Reduktion der Verzögerungswirkung länger wird. Bei plötzlich auftretenden Hindernissen und widrigen Bedingungen hat das System seine Grenzen.
Das italienische Unternehmen Blubrake hat ein Antiblockiersystem für E-Bikes entwickelt, das vollständig in den Rahmen integriert und damit eine wahre Innovation ist. Da beim System von Bosch die Kontrolleinheit etwas unschön und klobig vom Lenker hängt, bringt die Integration des ABS in das Oberrohr optisch viele Vorteile. Darüber hinaus ist das Blubrake-ABS mit allen Hydraulikbremsen und Elektrosystemen auf dem Fahrradmarkt kompatibel.
Mit der Vollintegration in den E-Bike-Rahmen macht Blubrake dem System von Bosch mächtig Konkurrenz. Bosch hat dem seine überragende Marktstellung entgegenzusetzen. Allerdings könnte es bei manchen E-Bikes eine Herausforderung darstellen, das System in den Rahmen zu integrieren.
Die Wahl des richtigen Bremssystems
Es ist eine gute Idee, sich vorher zu überlegen, wofür du dein E-Bike, Citybike, Rennrad oder Mountainbike benutzen willst. Du hast in diesem Blog gelesen, dass jedes Bremssystem seine eigenen Vor- und Nachteile hat. Trotz des starken Aufkommens von Scheibenbremsen werden Felgenbremsen immer noch häufig verwendet.
Tabelle: Vergleich verschiedener Bremssysteme
| Bremssystem | Vorteile | Nachteile | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|
| Felgenbremsen | Leicht, kostengünstig, einfach zu warten | Geringere Bremskraft bei Nässe | Rennräder, Citybikes, Trekkingräder |
| Scheibenbremsen | Hohe Bremskraft, zuverlässig bei jedem Wetter | Schwerer, teurer, komplexere Wartung | Mountainbikes, E-Bikes, Rennräder (zunehmend) |
| Rücktrittbremsen | Wartungsarm, robust | Geringere Bremskraft, Überhitzungsgefahr | Citybikes, Kinderfahrräder |
| Rollenbremsen/Trommelbremsen | Witterungsbeständig, weiches Bremsen | Komplex, kann überhitzen | Citybikes, E-Bikes |
Zusätzliche Informationen
Die Montage einer Fahrradbremse kann schnell zur Schwierigkeit werden. Auf jeden Fall ist darauf zu achten, dass sich am Fahrrad die passenden Aufnahmen für die Bremse befinden. Da sowohl Felgen- als auch Scheibenbremsen die passende Felge bzw. Cantilever- und V-Bremsen benötigen einen geeigneten Sockel (Centilever-Sockel) an den Sitzstreben bzw. an den Tauchrohren der Gabel. Beim Post Mount- sowie beim Flat Mount-Standard fixiert man die Bremszange dagegen von oben bzw.
Verwandte Beiträge:
- Shimano Fahrradbremsen: Test, Vergleich & Kaufberatung
- Fahrradbremse richtig einstellen – Schritt-für-Schritt Anleitung für maximale Sicherheit
- Fahrradbremse Mineralöl oder DOT? Die ultimative Entscheidung für Top-Bremsleistung!
- Hydraulische Scheibenbremse am Fahrrad richtig einstellen: Ultimative Shimano Anleitung für perfekte Bremsleistung
- Harley-Davidson Wide Glide: Technische Daten, Spezifikationen & Modelle
- Laufrad 14 Zoll Bremse: Sicheres Fahren für Ihr Kind
Kommentar schreiben