Fahrrad Zweibeinständer: Informationen und Vorteile

An den meisten Fahrrädern ist schon ab Werk ein einfacher Seitenständer montiert. Dieser lässt sich zwar schnell und ohne große Kraftanstrengung verwenden, schützt das Rad aber häufig nicht wirklich zuverlässig vor dem Umfallen. Es ist deshalb mehr als sinnvoll, einen Fahrradständer nachzurüsten. Oder vielleicht sind Sie mit dem Ständer an Ihrem Zweirad nicht zufrieden, weil es kippelig steht, und möchten ein stabileres Modell montieren?

Standsicherheit mit dem Zweibeinständer

Zweibeinständer bieten dem Fahrrad beim Abstellen eine deutlich höhere Standsicherheit als Einbeinständer. Sie erlauben das kurzfristige Abstellen eines beladenen Fahrrades, ohne dass dieses umzukippen droht. Besonders in unebenem Gelände und bei größerer Beladung kann es schnell passieren, dass sich das Bike beim Abstellen deutlich zu einer Seite neigt und so sehr wackelig steht.

Gerade wenn zusätzlich noch ein Kindersitz montiert ist, kommt es leicht zu einer ungleichen Gewichtsverteilung. Dies kann mit einem Zweibeinständer nicht passieren, denn hier wird das Fahrrad in der Mitte aufgebockt und steht somit äußerst stabil auf zwei Beinen. Darüber hinaus sind in der Regel die Enden mit schützenden Füßen aus Gummi oder Kunststoff überzogen, so dass bspw.

Ein Zweibeinständer lässt sich wie ein seitlich montierter Ständer ganz komfortabel mit nur einer kurzen Fußbewegung hinunterklappen. Anschließend kann das Rad mit etwas Kraftaufwand nach hinten gezogen werden, so dass sich das vordere Laufrad frei beweglich in der Luft befindet.

Wer keinen Ständer an seinem Fahrrad hat, weiß um das lästige Problem, immer nach einer Wand, einer Laterne oder einem Verkehrsschild Ausschau halten zu müssen, wogegen man sein Bike lehnen kann, wenn man es abstellen möchte. Denn die wenigen Fahrradständer vor den Läden in der Stadt sind meist sowieso überfüllt.

Einige Fahrräder sind mit einem Seitenständer nicht sicher genug abgestellt. Das gilt vor allem für Fahrräder mit Front- und Heck-Körben, aber auch für Fahrräder mit Kindersitzen. Dann ist ein Zweibein-Fahrradständer am besten, weil er das Fahrrad in senkrechter Position hält und so das Umfallen durch zu schwere Beladung verhindert.

Der Zweibein-Fahrradständer ist mit einer extra breiten Standfläche und rutschfesten Gummifüssen ausgestattet, was ihm große Stabilität verleiht. Durch die beigefügte Gegenplatte ist er universell einsetzbar. Bis zu 30 Kg kann der FISCHER Zweibein-Ständer tragen.

Die Höhe der Beine ist unabhängig voneinander ohne Werkzeug verstellbar - so kann der Fahrradständer an Fahrrädern von 24“ bis 28“ angebracht und richtig eingestellt werden. Durch die extra große Klemmschnelle ist er bestens geeignet für Oversize-Rahmen.

Ein Nachteil des Zweibein-Fahrradständers ist, dass der Lenker und das freischwebende Vorderrad umschlagen und so das Fahrrad zu Boden reißen könnten. Das wird allerdings mit dem Lenkungsdämpfer verhindert, der zum Fahrrad-Zweibeinständer beigelegt wird. Er hält mit einer Feder das Vorderrad gerade, ohne die Lenkfunktion zu beeinträchtigen.

Zweibeinständer vs. Seitenständer: Was ist besser?

Wenn Ihr Fahrrad eine Montageplatte am Mittelbau besitzt oder sich diese nachrüsten lässt, können Sie frei entscheiden, ob Sie einen Zweibeinständer oder einen Seitenständer montieren. Für sportliche Räder wie Mountainbikes, Rennräder und Gravelbikes raten wir zu einem Seitenständer.

Bei einem für den Sport genutzten Fahrrad ist das Gewicht von Bedeutung, denn je schwerer das Rad, umso mehr Kraft muss investiert werden, um es vorwärtszubewegen. Nun mag man denken, dass ein paar Gramm mehr oder weniger nicht viel ausmachen, doch darf man nicht vergessen, dass sich das aufsummiert - und ein Zweibeinständer kann 400 bis 500 Gramm mehr auf die Waage bringen als ein Seitenständer.

Zudem kann beim Mountainbiken im Gelände ein Zweibeinständer leichter beim Überfahren oder Überspringen von kleinen Felsbrocken, dicken Wurzeln oder herumliegenden Baumstämmen hängen bleiben und so einen Sturz verursachen, was natürlich die Verletzungsgefahr bei diesem ohnehin risikoreichen Sport erhöht. Ein Seitenständer wiegt weniger und ist weniger risikobehaftet, da er weiter hinten am Fahrrad sitzt und nicht direkt am Schwerpunkt. So kann man einen Schlag am Hinterrad leichter abfangen als einen im Tretlagerbereich.

Der große Vorteil eines Zweibeinständers ist seine Stabilität - oder besser gesagt: Auf einem Zweibeinständer steht ein Fahrrad wesentlich stabiler als mit einem Seitenständer. Bei einem Seitenständer lehnt sich das Fahrrad gewissermaßen schräg gegen das Ständerbein und da hier nur ein kleiner Punkt am Boden das ganze Gewicht aufnehmen und ausbalancieren muss, kann das schon ein wenig wackelig werden. Bei einem Zweibeinständer hingegen wird das Rad zentral aufgebockt. Das Vorderrad hängt in der Luft, während das Hinterrad zusammen mit den beiden Ständerbeinen das Gewicht trägt.

Aufgrund dieses Stabilitätsvorteils eignet sich ein Zweibeinständer vor allem für schwere Citybikes und Trekkingräder sowie für in der Stadt genutzte E-Bikes und schwer beladene Reiseräder. Aber auch wenn Ihr Rad an sich relativ leicht sein sollte, kann es sinnvoll sein, einen Zweibeinständer zu verwenden. Haben Sie zum Beispiel einen Kindersitz montiert, kippt das Fahrrad bei Nutzung eines Seitenständers gerne um, weil es zum einen schwerer ist und zum anderen das zusätzliche Gewicht von weiter oben gegen den Auflagepunkt am Boden drückt.

Montage des Zweibeinständers

Grundsätzlich können alle Fahrradtypen, egal ob teures E-Bike, City-, Holland- oder Tourenbike, mit einem robusten Doppelständer ausgestattet werden. In einigen Fällen kann es sein, dass sich im Bereich des Tretlagers noch keine für die Montage notwendige Aufnahmevorrichtung befindet.

Für die Befestigung eines Zweifachständers müssen Sie nicht in die teure Fachwerkstatt, sondern können diesen mit nur wenig Werkzeug auch eigenständig in der heimischen Garage montieren. Hierfür sollten Sie Ihr Fahrrad zunächst in eine möglichst stabile Position bringen, so dass Sie die Hände frei haben für die nachfolgenden Arbeiten. Besonders gut eignet sich ein Reparaturständer, bspw.

Sollte sich an Ihrem Fahrrad noch ein älterer Seitenständer befinden, muss dieser natürlich zunächst abgebaut werden. Lösen Sie hierfür einfach mithilfe eines Innensechskantschlüssels bzw. eines Maulschlüssels die festgezogenen Schrauben und ziehen Sie ihn anschließend zur Seite hin ab. Prüfen Sie nun, ob der Fahrradrahmen unterhalb des Tretlagers bereits mit einer sogenannten Lochplatte ausgestattet ist.

An vielen Trekkingrädern und Citybikes ist hinter dem Tretlager eine Montageplatte integriert, an der sich entweder ein Zweibeinständer oder ein Seitenständer, Mittelbauständer genannt, anbringen lassen. Dabei wird eine Schraube von oben durch die Montageplatte am Rahmen geführt und in den Ständer geschraubt. Befindet sich an Ihrem Fahrrad keine derartige Montageplatte, können Sie dennoch einen Mittelbauständer nutzen, falls an Ihrem Rad ausreichend Platz zwischen Tretlager und Hinterrad ist.

Es gibt nämlich spezielle Gegenplatten, die auf den Kettenstreben aufliegen und an denen dann der Fahrradständer genauso festgeschraubt wird wie an einer im Rahmen integrierten Montageplatte.

Drehen Sie als erstes die sich oben am Doppelständer befindliche Schraube heraus und nehmen Sie diese zusammen mit dem ggf. angebrachten Sicherungsring ab. Stecken Sie jetzt die Verbindungsschraube von oben durch die Öffnung in der Platte und bringen Sie den Fahrradständer unterhalb des Lochs in die entsprechende Position, so dass sich die Schraube wieder fest anziehen lässt. Achten Sie auf eine waagerechte Ausrichtung des Zweibeinständers.

Schon ist der Ständer an Ihrem Fahrrad montiert und Sie können zur nächsten Fahrradtour aufbrechen. Sicherheitshalber sollten nach einigen Kilometern nochmals sämtliche Schraubverbindungen überprüft und ggf.

Weitere Ständer-Optionen

Sehr beliebt zum Nachrüsten sind Hinterbauständer, die an der Kettenstrebe und manchmal auch zusätzlich an der Sitzstrebe befestigt werden. Letztere Methode verspricht einen stabileren Halt, da sich die Halterung nicht um beide Streben gleichzeitig drehen kann, was bei den Ein-Streben-Halterungen manchmal passiert, wenn die Schrauben nicht ganz fest sitzen. Auch hier kommt wieder eine Gegenplatte zum Einsatz, die aber standardmäßig im Lieferumfang enthalten ist. Sie wird an der Rückseite der Kettenstrebe angehalten und anschließend mit dem Seitenständer verschraubt.

Einige Hersteller bereiten ihre Fahrräder ab Werk auf die Befestigung eines Ständers vor, indem sie zwei Bohrlöcher an der Kettenstrebe anbringen. Diese Ständeraufnahmen werden als KSA 18 oder KSA 40 bezeichnet - abhängig vom Lochabstand der Bohrungen, der entsprechend 18 oder 40 Millimeter beträgt.

Eine weitere Möglichkeit, einen Fahrradständer zu montieren, ist die Achsbesfestigung. Dabei wird der Schnellspanner oder die Schraubachse durch das entsprechende Loch am Ständer geführt und wie gewohnt geschlossen beziehungsweise festgeschraubt.

Manchmal ist - vor allem bei Fullys mit Schreibenbremsen - keine der genannten Befestigungsarten möglich, etwa weil die Kettenstrebe zu klobig für einen Hinterbauständer mit Klemmmontage ist oder weil die Ständerbefestigung zu nah an der Bremsscheibe sitzen würde.

Fahrradaufbewahrung

Haben Sie in Ihrer Garage oder in Ihrem Keller viel Platz, können Sie einen Abstellständer nutzen. Solche Ständer sieht man oft vor Supermärkten oder Ladengeschäften. Sie funktionieren so, dass man einfach das Vorderrad hineinschiebt, dessen Reifen von zwei Metallstreben eingeklemmt wird, sodass das Fahrrad nicht umfallen kann. Diese Reihenfahrradständer gibt es in unterschiedlichen Ausführungen für die gewünschte Fahrradanzahl, sie eignen sich deshalb hervorragend für Familien und ihren Fuhrpark. Wenn Sie keinen Platz im Keller oder in der Garage haben, können Sie einen Boden-Fahrradständer auch in der Einfahrt oder im Garten platzieren. Bedenken Sie aber, dass die Räder dann Wind und Wetter ausgesetzt sind.

Mit einem Ausstellständer können Sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Zum einen sind die schön designten Modelle perfekt, um Ihr Schmuckstück im Wohnbereich zu präsentieren. So können Sie sich jederzeit am Anblick der zweirädrigen Schönheit erfreuen und Besucher damit neidisch machen. Zum anderen sind Ausstellungsständer überdies für kleinere Wartungs- oder Reparaturarbeiten geeignet, da sie häufig das Fahrrad am Hinterrad fixieren und Letzteres vom Boden heben, sodass es sich frei drehen kann. Dadurch ist es möglich, etwa die Kette säubern und zu ölen oder die Schaltung einzustellen. Natürlich braucht man dazu eine ausreichend große Wohnung.

Sind Garage, Keller oder Wohnung nicht sonderlich groß? Oder haben Sie vor lauter Familienkrimskrams keinen Platz mehr? Wenn Sie ein Fahrrad aufrecht aufbewahren, also quasi auf dem Hinterrad stehend, benötigt es natürlich viel weniger Platz am Boden. Wenn Sie es erhöht direkt an der Wand aufhängen, ist der Platz am Boden ohnehin egal. Das geschieht beispielsweise mit einer an der Wand montierten Schiene, auf der das Bike abgestellt wird, das wiederum von einem am Rahmen eingehängten Haken daran gehindert wird, von der Schiene zu fallen. Wer auf eine ästhetische Präsentation Wert legt, dem empfehlen wir einen Wandhalter, auf dem der Fahrradrahmen - meist am Oberrohr - aufliegt. Das reicht aus für eine stabile Lage. Ähnlich unauffällig sind Wandhalter, bei denen eines der Pedale eingehängt wird. Das Fahrrad kippt dabei leicht von der Wand weg, bis die Reifen an die Wand stoßen und es so stabilisieren.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Fahrradbesitzer achten beim Kauf eines Fahrradständers mit zwei Beinen darauf, dass dieser über eine für den Einsatz des Bikes ausreichende Gewichtszulassung verfügt. Ein Ständer mit einem Höchstgewicht von 25 Kilogramm reicht nicht aus, wenn der Gepäckträger eine höhere Last erlaubt und der Radfahrer diese ausnutzt.

Es gibt Doppelfahrradständer in verschiedenen Größen und aus unterschiedlich schweren Materialien, abgestimmt auf die jeweilige Laufradgröße.

Achten Sie beim Kauf Ihres Fahrradständers unbedingt auf die richtige Größe!

Vorteile und Nachteile des Zweibeinständers

Warum hat bei diesen vielen Vorteilen nicht jedes Fahrrad einen Zweibeinständer? Der Doppelständer bringt auch einige wenige, kleine Nachteile mit sich. Wer sein Bike hauptsächlich unter sportlichen Aspekten nutzt, spart gern jedes unnötige Gramm Gewicht. Der Zweibeinständer bringt von Haus aus mehr Gewicht auf die Waage und ist somit für Rennräder nicht unbedingt geeignet.

Vorteile:

  • Sicherer Stand - mit Kindersitz oder Gepäck fast unerlässlich

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