Fürst-Pückler-Radweg: Eine Entdeckungsreise durch die Lausitz

Der über 500 Kilometer lange Fürst-Pückler-Weg ist eine Tour der Gegensätze: Idyllische Parks und bizarre Mondlandschaften, Spreewaldromantik und Industriedenkmäler erwarten den Radwanderer.

Die Route: Eine Reise durch Zeit und Raum

Die Route startet man am besten wegen der sehr guten Verkehrsanbindung in der zweitgrößten brandenburgischen Stadt Cottbus. Hier liegt im Osten der Stadt der Branitzer Park. In einem Teich mit einer Wasserpyramide liegt das Herz Fürst Pücklers und seiner Frau Lucie begraben. In dem strahlenden Barockschloss ist dem Gartenkünstler und Schriftsteller eine Ausstellung gewidmet.

Auf Ihrem Weg nach Bad Muskau begegnen Ihnen vom Tagebau berührte Orte und Sie fahren durch die alte Tuchmacherstadt Forst. Sehenswert sind hier das Brandenburgische Textilmuseum und der Rosengarten auf der Wehrinsel.

Im Muskauer Park können Sie auf insgesamt 50 Kilometern Wegen durch die Natur bummeln. Der Gartengestalter wurde im Neuen Schloss im Jahre 1785 geboren. Seit 2004 ist der Park Weltkulturerbe.

Weiter geht es am Halbendorfer See und am Felixsee vorbei nach Spremberg. Für erfrischende Badepausen gibt es auch im weiteren Verlauf immer wieder reichlich Gelegenheiten.

Im Zuge der Braunkohlesanierung entsteht in der Lausitz eine völlig neue Landschaft. Hier ist nach dem Kohleabbau eine Wasserlandschaft am Entstehen die eine größere Ausdehnung als die Mecklenburgische Seenplatte hat.

Über Senftenberg, das einen schönen Marktplatz mit einigen sorgfältig renovierten Jugendstilhäusern aufzuweisen hat, wird Lauchhammer erreicht.

Nun führt der Fürst-Pückler-Radweg weiter durch den Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft. Seltene Tierarten wie Weißstorch, Auerhuhn, Baumfalke und Kranich haben hier einen Lebensraum gefunden. Auf dem Weg von Doberlug-Kirchhain nach Großräschen wird besonders deutlich wie stark der Braunkohletagebau in die Landschaft und in die Orte der Region eingegriffen hat.

Eine der beeindruckendsten Industrieanlagen, die Abraumförderbrücke F60, ist zu einem Besucherbergwerk umgestaltet worden. Das Wasserschloss in dem von Fürst Pückler inspirierten Park zieht zahlreiche Besucher an. Nächster größerer Ort an der Route ist Luckau. Die Stadt ist komplett von einer Stadtmauer und einem Wassergraben umgeben. Der mächtige Dom und die reich geschmückten Giebel der frisch renovierten Häuser fallen sofort ins Auge.

Natur und Landschaftswandel

Jahrhundertelang haben die Menschen in der Lausitz vom Braunkohlebergbau gelebt. Heute haben die Landschaften zwischen Bergbau und Sanierung - die auf dem 500 km langen Fürst-Pückler-Weg entdeckt werden können - einen ganz eigenen Reiz. So findet man derzeit eine besondere Mischung von alten Kulturlandschaften, noch aktivem Tagebau und „neuem“ Land. Der Weg führt über asphaltierte und verkehrsferne Radwege.

Die Tagesetappe steht ganz im Zeichen des Schaffens von Hermann Fürst von Pückler-Muskau: Sie beginnt im Branitzer und endet im Muskauer Park. Dazwischen liegen vom Tagebau berührte Orte, die alte Tuchmacherstadt Forst (Lausitz) und die reizvolle Landschaft des UNESCO Global Geoparkes Muskauer Faltenbogens. Von Jocksdorf bis nach Bad Muskau verläuft der Radwanderweg auf der Trasse des Fürst-Pückler-Kutschweges.

Der eiszeitliche Gletscher, der den Muskauer Faltenbogen erschaffen hat, übte so gewaltigen Druck aus, dass die unter ihm lagernden Sand-, Ton- und Kohleschichten stark zusammengepresst und dann vor seinem Rand als "Schuppen" und "Falten" aufgeworfen wurden. Auf diese Weise lagern die Kohlevorkommen zum Teil verhältnismäßig dicht unter der Erdoberfläche, wo sie den Menschen einfach zugänglich waren. Das Gebiet des Muskauer Faltenbogens ist daher schon frühzeitig bergbaulich erschlossen worden. Heute setzt die Region vor allem auf ihre landschaftlichen Reize.

Im Zuge der Braunkohlesanierung entsteht in der Lausitz eine völlig neue Landschaft. Die nach dem Kohleabbau zurückbleibenden Restlöcher werden zu einer Wasserlandschaft von ca. 14.000 Hektar Fläche geformt - ein Areal, größer als die Mecklenburgische Seenplatte. Im Kernbereich entsteht eine durch schiffbare Kanäle verbundene Seenkette, mit ca. 5.500 Hektar Wasserfläche.

Die Tour führt durch den Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft, zu der auch rekultivierte Tagebaurestlöcher wie der Grünewalder Lauch und der ehemalige Truppenübungsplatz bei Hohenleipisch gehören. Die hier beheimateten Traubeneichenbestände, Heideflächen und Silbergrasfluren sind ökologisch besonders wertvoll. Seltene Tierarten wie Weißstorch, Auerhuhn, Baumfalke und Kranich finden hier Lebensraum.

Auf dem Weg zum IBA-Zentrum in Großräschen wird immer wieder und auf ganz verschiedene Weise deutlich, wie der Braunkohletagebau in die Landschaft und das soziale Gefüge der Region eingegriffen hat. Diese Tour ist geprägt von landschaftlichen Kontrasten. Neu geschüttetes Land grenzt an alte Kulturlandschaften. Hier ist Raum für sich neu entwickelndes Leben - nicht nur für Menschen, auch für Pflanzen und Tiere.

Spreewald und Cottbus

Durch die Calauer Schweiz geht es in den Spreewald, eine der schönsten Flusslandschaften Europas. Ein über hunderte Kilometer in sich verzweigtes Wasserwegenetz war ursprünglich von Wald bedeckt. Die landwirtschaftliche Nutzung ist den naturräumlichen Gegebenheiten angepasst, und noch immer ist der Kahn das günstigste und manchmal einzige Gefährt, um zu Gehöften, Wiesen und Feldern zu gelangen.

Weiter geht es nun in den Spreewald. Das Gebiet ist mit Hunderte Kilometern Wasserläufen, Schleusensystemen, Brücken und malerischen Siedlungen eine der schönsten Flusslandschaften Europas. Hier wird natürlich überall die Spreewaldgurke in den verschiedensten Geschmacksrichtungen angeboten.

Durch die Ausläufer des Spreewaldes, der Spree selbst folgend und an großflächigen Fischteichen entlang nähert man sich dem Ausgangspunkt des Fürst-Pückler-Weges, der Stadt Cottbus. Die liebliche Landschaft bietet bald die ersten Kontraste, wenn hinter den Peitzer Teichen das Kraftwerk Jänschwalde sichtbar wird.

Auf dem weiteren Verlauf geht es durch die Teiche von Peitz die vor mehreren hundert Jahren von Menschen geschaffen wurden. Schon bald liegt das Kraftwerk Jänschwalde mit seinen mächtig aufragenden Kühltürmen am Weg.

Wenn Sie nun am Endpunkt Ihrer Reise erneut in Cottbus angekommen sind sollten Sie sich Zeit nehmen die Stadt ausgiebig zu besichtigen. Der Altmarkt ist mit seinen barocken Bürgerhäusern besondern schön anzuschauen. Cottbus selbst als größte Stadt der Lausitz ist reich an Sehenswürdigkeiten. Doch auch die Probleme der Stadt sind unübersehbar.

Die IBA und der "Grüne Fürst"

Wie kaum ein anderer Gartenkünstler seiner Zeit stand "Fürst Hermann von Pückler-Muskau" für das Thema Landschaftswandel. So wurde der „grüne Fürst“ zum Namensgeber für die größte Landschaftsbaustelle Europas - der Internationalen Bauausstellung „Fürst-Pückler-Land“ (IBA). In den Jahren von 2000 bis 2010 entwickelte die IBA eine Vielzahl von Projekten, die durch den Fürst-Pückler-Weg verbunden sind. Auf dieser abwechslungsreichen Reise zwischen Gestern, Heute und Morgen können Sie die Vielfältigkeit der Landschaft auf Deutschlands erstem 4-Sterne-Radweg genießen.

Die Highlights der Tour

  • Traumhafte Parkanlagen in Cottbus OT Branitz und in Bad Muskau
  • Aktive und ausgekohlte Braunkohle-Tagebaue mit gigantischen Maschinen und Anlagen
  • Das entstehende Lausitzer Seenland mit über 30 Binnenseen
  • Der sagenumwogende Spreewald, ein UNESCO-Biosphärenreservat mit 1.000 km Wasserarmen und einzigartigen Kulturlandschaften
  • Tolle IBA Projekte wie das Besucherzentrum F60 - liegender Eifelturm, die Bio-Türme in Lauchhammer, die IBA-Terassen am entstehenden Ilsesee, schwimmende Häuser oder die Slawenburg Raddusch

Der Fürst-Pückler-Radweg führt in eine Landschaft die ganz besonders vom Umbruch geprägt ist.

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