Fahrradanhänger für Mountainbikes im Test: Sicher und komfortabel mit Kindern unterwegs

Fahrradanhänger sind eine grandiose Möglichkeit, um eure Kinder mit dem Mountainbike zu transportieren, wenn ihr mit eurem Kleinkind Biken gehen wollt. Da die Kinder in einem Alter von bereits 3 Monaten bis zu 5 Jahren transportiert werden können, sind die Anhänger wohl der schnellste Weg, die Kleinen in euer Bike-Leben zu integrieren. Die Zwerge sind vor Wind und Wetter geschützt und von einem Überrollkäfig umgeben - eine stabile und sichere Methode, mit euren Kids eine Ausfahrt zu starten.

Gerade für lange Ausfahrten sind sie besser geeignet als Front-Kindersitze und können außerdem Gepäck aufnehmen: Platz für Essen, Bekleidung, Windeln oder was auch immer. Natürlich kann die Möglichkeit, auch größere Kinder zu transportieren und extra Ausrüstung mitzunehmen, in puncto Rollwiderstand nachteilig sein: Je schwerer euer „Gepäck”, desto weniger werdet ihr es wohl genießen können, in hügeligem Terrain unterwegs zu sein.

Wenngleich teuer, so sind die meisten der getesteten Modelle einfach super vielseitig - ob beim Spazierengehen, Joggen oder sogar beim Skilanglauf. Solltet ihr ohnehin vorhaben euch einen Kinderwagen zu kaufen, kann euch der richtige Fahrradanhänger Geld und Platz sparen.

Die Wahl des richtigen Fahrradanhängers

Den richtigen Fahrradanhänger für die Bedürfnisse eurer Familie auszuwählen, ist entscheidend: Fragt euch deshalb, wo ihr damit fahren wollt. Gewicht, Rollwiderstand und wie der Anhänger das Handling eures Bikes beeinflusst, sind essentielle Faktoren, wie auch seine Fähigkeit, es mit gröberem Gelände aufzunehmen oder Bordsteinkanten hoch- und runterzubrettern.

Vielseitigkeit und Kosten spielen ebenfalls eine wichtige Rolle: Wollt ihr damit ausschließlich Trails unsicher machen oder soll der Trailer multifunktionaler sein? Eltern, die nach einem Anhänger suchen, der sich gleichzeitig als Kinderwagen nutzen lässt oder mit dem eher kleinere Strecken wie die Fahrt zur Schule bewältigt werden sollen, werden nach robusten und stabilen Anhängern schauen, die auch größere Zusatzgewichte transportieren. Im Idealfall ist der Fahrradanhänger zum Einkaufen genauso gut geeignet wie zum Biken.

Ist das Produkt auch witterungsbeständig und anpassungsfähig genug, um den Strapazen eines ganzen Jahres zu trotzen? Regen- und Insektenschutz sind unentbehrlich, wenn es darum geht, eure Winzlinge behütet und trocken zu halten. Auch das Packmaß sollte hinsichtlich Lagerung und Transport berücksichtigt werden, weiterhin ob der Anhänger sich leicht zusammenklappen lässt und ob er in den Kofferraum eurer Familienkutsche passt.

Ein guter Fahrradanhänger sollte an jedes Bike passen, egal ob Hardtail oder Fully und unabhängig von Typ oder Breite der Achse. Außerdem muss er sich anpassen lassen, um auch an andere Bikes montiert werden zu können.

Mit fast so vielen existierenden „Standards” wie es Mountainbike-Marken gibt, sind Probleme bezüglich Kompatibilität extrem nervig. Wir hatten sogar Schwierigkeiten, die richtigen Achsen beim Tausch zwischen Bikes mit Ausfallenden identischer Breite zu finden. Messt die Länge der Hinterachse eures Bikes daher genau und schaut euch auch den Gewindetyp an, um sicherzugehen, dass ihr nichts Falsches auswählt.

Getestete Modelle

Unser Ziel war, die besten Fahrradanhänger für die Ansprüche einer modernen und outdoor-affinen Familie finden. Daher haben wir drei Modelle ausgewählt, die für vollgefederte Rahmen und den Einsatz im Gelände geeignet sind:

  • Der 649 € teure Thule Chariot Lite, ein schlichter, aber qualitativ hochwertiger Allrounder von einem der bekanntesten Hersteller am Markt.
  • Das robuste Burley D’Lite Modell für 705 €, der Packesel in unserem Test, bestens geeignet für wachsende Familien und große Ausflüge.
  • Und schließlich der superleichte Tout Terrain Singletrailer für 1.390 €, mit seinem unverwechselbaren Einzelrad für kompromisslose Geländetauglichkeit.

Wir haben die Fahrradanhänger in verschiedenstem Gelände getestet, angefangen auf breiten Schotterwegen und einfachen Trails, und haben uns dann bis an den Rand unserer Komfortzone herangetastet, indem wir die Schwierigkeit des Terrains sukzessive erhöht haben. Außerdem haben wir jedes Modell auch für alltägliche Pflichten benutzt, wie Einkaufen oder den Transport zur Kinderkrippe, sowohl im Anhänger- als auch im Kinderwagen-Modus.

Ergebnisse im Überblick

  • Der Tout-Terrain Singletrailer ist der einzige Mountainbike-Anhänger für Kinder, um richtige Bike Abenteuer mit eurer Familie zu erleben. Allerdings ist der Singletrailer teuer und so einzigartig in seiner Herangehensweise, dass er womöglich nicht jedermanns Bedürfnisse erfüllt.
  • Der Thule ist bedeutend vielseitiger und auch im Alltag nutzbar, während der Burley die mit Abstand komfortabelsten Features aufweisen kann.

Fahrradanhänger im Vergleich: Kinderanhänger, Lastenanhänger und Hundeanhänger

Neben den Kinderfahrradanhängern gibt es noch Fahrradanhänger die zum Transport von größeren Lasten (z.B. Gepäck bei langen Radtouren) oder auch für Haustiere geeignet sind.

Fahrradanhänger vs. Fahrradkindersitz

Ein Fahrradanhänger bietet, neben der Sicherheit noch viele weitere Vorteile im Vergleich zum Fahrradkindersitz. Wer mehr als ein Kind hat tut sich mit dem Transport in einem Fahrradkindersitz sowieso schwer 😉

  • Kinder können schon früher in einem Fahrradanhänger transportiert werden - Kinder können ab 2 Monaten in einem geeigneten Babysitz - z.B. dem Croozer Climatex Babysitz oder dem Thule Chariot Infant Sling welche wie eine Hängematte im Anhänger montiert werden - transportiert werden. In einem Fahrradkindersitz kann ein Kind erst transportiert werden sobald es selber gut und sicher sitzen kann - diese Sitze sind für Kleinkinder im Alter von 2 bis 5 Jahren konzipiert.
  • Fahrradanhänger sind sicherer. Die Kinder sind durch die Fahrgastzelle geschützt und auch wenn das Elternfahrrad einmal umfällt bleibt der Fahrradanhänger stehen. Bei einem Sturz von einem Fahrradkindersitz können Kinder sich ernsthaft verletzen da die Fallhöhe recht groß ist und sie rundherum wenig geschützt sind. Auch kippt ein Elternfahrrad mit einem solchen Sitz leicht um wenn das Kind sich nach rechts oder links lehnt - man darf ein Fahrrad mit Sitz und Kind niemals alleine stehen lassen.
  • Ergonomisch sind die hochwertigen Fahrradanhänger so gestaltet, dass die Rückenlehne leicht geneigt ist was zu einer besseren Sitzposition beiträgt. Das bietet auch genug Platz für die - vom Gesetz her vorgeschriebenen - Fahrradhelme. Durch die bequemere Sitzposition schlafen Kinder sehr gut in Fahrradanhängern - das funktioniert in einem Fahrradkindersitz nicht so gut…
  • ein Fahrradanhänger bietet mehr Platz so können z.B. Badesachen, Einkäufe, Spielzeug, Proviant etc. gut verstaut werden. Wenn ein Fahrradkindersitz montiert ist hat man keinen Platz mehr für Satteltaschen am Fahrrad.

Der Hersteller Qeridoo bietet die Möglichkeit, eine Autositzschale (von Qeridoo oder Maxi-Cosi) mittels Adapter in einen Fahrradanhänger zu montieren. Für Babys von 0 - 13 kg bietet eine Autositzschale eine sehr gute Transportmöglichkeit da diese hohen Sicherheitsstandards entsprechen müssen.

Fahrradanhänger vs. Lastenrad

Der Hauptvorteil eines Anhängers gegenüber einem Lastenrad ist die Flexibilität. Mit einem Fahrradanhänger kann Papa in der Früh die Kinder in den Kindergarten bringen - den Anhänger dort parken - und Mama holt die Kinder am Nachmittag wieder ab. Dafür ist lediglich eine zweite Anhängerkupplung notwendig.

Lastenfahrräder können - wie schon der Name sagt - größere Lasten mit bis zu 100 kg transportieren. Sie haben aber im Vergleich zum Fahrradanhänger ein hohes Gewicht. So wiegt zum Beispiel das Nihola Family 32 kg oder das Christiania Bike „light“ in der Grundausstattung 37 kg, wogegen der Thule Chariot Sport 2 mit 15,9 kg ein echtes Leichtgewicht ist. Fahrradanhänger können eine Last von 45 kg tragen was vollkommen ausreichend ist, da die Kinder schon vorher herauswachsen.

Was wir in unserer Familie auch festgestellt haben, ist dass es mit einem Gurt ohne weiteres möglich ist ein Kinderfahrrad am Schiebebügel des Anhängers zu befestigen. So kann das Kind solange mit dem eigenen Fahrrad fahren und wenn es zu müde wird, wird Kind und Rad einfach verstaut.

Lastenräder sind auch recht teuer und brauchen viel Platz. Die meisten Fahrradanhänger können, wenn Sie nicht benötigt werden auch platzsparend zusammengeklappt werden. Dadurch können sie im Kofferraum eines Kombis transportiert oder im Winter verstaut werden. Ganz sportliche Eltern können sich für den Winter alternativ den Cross-Country Skiing Kit zulegen und mit ihren Kindern die Schilanglauf Loipen unsicher machen 😉

Worauf Sie beim Kauf eines Fahrradanhängers achten sollten

Sicherheit

  • Es gibt Fahrradanhänger mit 2, 3 und 5-Punkte Gurten - achten Sie darauf, dass der Fahrradanhänger ein sicheres 5-Punkte-Gutrtssystem hat,
  • Es ist darauf zu Achten, dass gesetzliche Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden > siehe unten
  • Beim Kauf auf die gängigen Prüfsiegel von TÜV, GS, etc. achten

Federung

Grundsätzlich ist eine Federung beim Fahrradanhänger nicht zwingend notwendig. Eine Federung hat - wie auch bei Fahrrädern - zusätzliches Gewicht. Wer vor hat den Fahrradanhänger mit einem E-Bike zu ziehen oder besonders Wert auf Komfort für die Kinder legt ist mit einer Federung gut bedient. Die meisten hochpreisigen Fahrradanhänger haben heute schon eine Federung verbaut.

Räder

Größere Räder haben bessere Fahreigenschaften daher sollten die Reifen eines Fahrradanhängers mindestens 16 Zoll - besser 20 Zoll haben. Größere Räder absorbieren Bodenunebenheiten besser so kann zum Beispiel auch eine fehlende Federung ausgeglichen werden.

Gesetzliche Bestimmungen:

Für Fahrradanhänger gelten in Deutschland die Vorschriften der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) sowie der Straßenverkehrsordnung (StVO).

Zur Personenbeförderung müssen Anhänger folgende Anforderungen erfüllen:

  • Beleuchtung & Reflektoren (§ 67a StVZO):
    • Vorne: ein weißer Rückstrahler (bei Breite über 1 m zusätzlich eine weiße Frontleuchte auf der linken Seite).
    • Hinten: ein roter Rückstrahler (bei Breite über 1 m zwei rote Rückstrahler).
    • Seitlich: gelbe Reflektoren (z. B. Speichenreflektoren oder Reflexstreifen auf den Reifen).
  • Bremse: Der Anhänger muss über eine Feststellbremse verfügen, damit er im Stand nicht wegrollen kann.
  • Kupplung: Die Anhängerkupplung muss so konstruiert sein, dass der Anhänger nicht umkippt oder sich löst, wenn das Fahrrad umstürzt.
  • Sicherheit: Kinder müssen mit einem Rückhaltesystem (Gurt) angeschnallt sein. Teile wie Speichen sind so abzuschirmen, dass Kinder nicht hineingreifen können.

Ausstattung

  • wer den Fahrradanhänger auch als Buggy nutzen will sollte darauf achten, dass ein Buggy-Set mitgeliefert wird
  • einfache Bedienung: das An- und Abhängen des Hängers sollte schnell und einfach gehen - ebenso die Bedienung der Feststellbremse oder das Handling beim Zusammenklappen.
  • Sonnenschutz: Achten Sie darauf, dass der Anhänger einen Blendschutz inkludiert hat
  • Gewicht: der Anhänger sollte - wenn Sie ihn nicht mit einem E-Bike nutzen - nicht zu schwer sein
  • wer mit dem Anhänger auch joggen möchte sollte darauf achten, ob eine Handbremse zur Montage am Anhänger als Zubehör erhältlich ist (nicht bei allen Herstellern verfügbar) und ein Joggingrad (Buggy-Räder sind nicht geeignet)

Die besten Fahrradanhänger - Testergebnis

Ein Fahrradanhänger gehört zu den praktischsten Lösungen, um ein oder zwei Kinder sicher im Alltag zu befördern. Wenn nur ein Kind mitfährt, kann auch ein Kindersitz eine gute Wahl sein. Doch sobald zwei Kinder transportiert werden sollen, bleibt als Alternative eigentlich nur ein Lastenrad.

In unserem Test haben wir 32 verschiedene Fahrradanhänger unter die Lupe genommen, von denen aktuell noch 22 Modelle verfügbar sind. Unsere zentrale Frage lautete: Muss man wirklich so tief in die Tasche greifen? Die kurze Antwort: eher ja. Die sehr günstigen Modelle konnten uns nicht überzeugen und sind nicht zu empfehlen.

Hier eine Auswahl von Fahrradanhängern mit Testergebnissen:

Modell Eigengewicht Anzahl Kinder Besonderheiten Preis (ca.)
Thule CHARIOT CROSS 1 G3 15 kg 1 Multisportanhänger, zusammenklappbar ab 1.180 €
Thule CHARIOT SPORT 2 G3 22,7 kg 2 Multisportanhänger, zusammenklappbar ab 1.602 €
Qeridoo Kidgoo 2 19,9 kg 2 Fahrradanhänger, Buggy oder Jogger, XXL-Kofferraum ab 850 €
hauck Bike N Walk Duo 25 kg 2 (bis je 22 kg) 3in1 Fahrradanhänger Komplett Set Federung, Handbremse, Kofferraum, verstellbare Rückenlehnen ab 645 €
VEOLO Cargo Trailer 9 kg - Lastenanhänger, Federgabel Elastomer 45 mm, Laufradsatz Alu 20" 790 €

Hinweis: Die genannten Preise sind Circa-Angaben und können je nach Händler variieren.

Sicherheitsaspekte im Detail

Bei Fahrradanhänger wird oft befürchtet, dass sie vor allem im Stadtverkehr leicht zu übersehen sind, weil sie zum einen sehr niedrig sind und Autofahrer zum anderen nicht unbedingt damit rechnen, dass hinter einem Fahrrad noch etwas dranhängt. Andererseits sitzen Kinder in einem Fahrradanhänger fest angeschnallt in einem sicheren Käfig mit Überrollbügel und sind damit bei einem Unfall wesentlich besser geschützt als in einem Lastenrad oder in einem Kindersitz.

Experten sind sich daher einig, dass Fahrradanhänger für den Transport von Kindern am sichersten sind. Stürzt bei einem Unfall das Fahrrad, bleibt der Anhänger meist stehen. In einem Kindersitz sitzen Kinder dagegen sehr hoch.

Auch gegenüber Lastenrädern sind Fahrradanhänger sicherer, denn auch Lastenräder können umkippen - ganz egal, ob es ein vermeintlich »sicheres« Dreirad ist oder eine einspurige zweirädrige Variante.

Alle Kandidaten im Test kamen deshalb mit einem Wimpel, um die Sichtbarkeit zu verbessern, und mindestens zwei Reflektoren an der Vorder- und der Rückseite. An den Seiten müssen Anhänger laut Gesetz nicht unbedingt Reflektoren haben und prompt hatte nur etwa die Hälfte der getesteten Anhänger welche. Für das Fahren im Dämmerlicht oder bei Nacht empfiehlt sich außerdem eine Lampe. Weil der Anhänger das Rücklicht des Fahrrads verdeckt, ist laut StVO eine eigene Beleuchtung sogar vorgeschrieben.

Essenziell für einen sicheren Transport ist auch ein Gurt. Hier unterscheidet man zwischen Drei-Punkte-Gurten, auch Y-Gurte genannt, bei denen jeweils ein Strang von den oberen Seiten über die Schulter läuft und einer von unten aus der Mitte nach oben. Fünf-Punkte-Gurte haben zusätzlich zwei weitere Stränge, die von den unteren Seiten die Hüfte umschließen und sich ebenfalls mit den anderen drei Teilen vor dem Bauch treffen. Für die Sicherheit nicht unbedingt notwendig, aber für den Einsatz im Alltag wünschenswert ist außerdem eine Polsterung für den Sicherheitsgurt, damit die Riemen den Kleinen nicht in die Schultern drücken.

Fazit

Die Wahl des richtigen Fahrradanhängers hängt stark von den individuellen Bedürfnissen und dem geplanten Einsatzgebiet ab. Ob für den täglichen Gebrauch in der Stadt, sportliche Ausflüge im Gelände oder lange Touren mit viel Gepäck - es gibt für jeden Anspruch das passende Modell. Achten Sie beim Kauf auf Sicherheit, Komfort, Vielseitigkeit und Kompatibilität mit Ihrem Fahrrad.

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