Fahrradbremse Entlüften: Eine Schritt-für-Schritt Anleitung

Die Bremsen sind das sicherheitsrelevante Bauteil am Renner. Versagen die Stopper vor einem Hindernis oder einer engen Kehre auf rasanter Passabfahrt, ist der Crash vorprogrammiert. Stand der aktuellen Rennradtechnik sind Scheibenbremsen, die im Vergleich zu den klassischen Felgenstoppern mit Seilzug bessere Verzögerungswerte und auch eine bessere Dosierbarkeit in jeder Fahrsituation bieten. Doch wie bei jeder hochentwickelten Technologie erfordert ihre optimale Leistung regelmäßige Wartung und Pflege.

Ein weiteres Anzeichen kann ein verzögerter oder ungleichmäßiger Druckpunkt sein, der das präzise Dosieren der Bremskraft erschwert. Die systemtypischen Probleme sind Bremsflüssigkeit mit erhöhtem Wasseranteil oder Luft in der Bremsleitung, beispielsweise durch eine defekte Dichtung. Anzeichen, dass sich möglicherweise Luft im System befindet, sind ein schwammiges Gefühl beim Ziehen des Bremshebels und ein wandernder Druckpunkt, der anfangs spät, beim “Pumpen” mit dem Hebel aber immer früher kommt. Der Hebel lässt sich zunächst weiter als gewöhnlich durchziehen, ohne dass die Bremskraft entsprechend zunimmt. Dies liegt daran, dass die Luft in der Leitung komprimiert wird, anstatt den Druck über die Bremsflüssigkeit direkt auf die Bremskolben zu übertragen.

Darum ist es notwendig, das Mineralöl oder die DOT-Bremsflüssigkeit im Bremssystem ­regelmäßig zu erneuern, spätestens jedoch dann, sobald sich das beschrieben schwammige Gefühl beim Betätigen der Bremse bemerkbar macht. Als Medium kommen Mineralöl und DOT-Bremsflüssigkeiten zum Einsatz. Beide sind hygroskopisch, was bedeutet, dass sie im Laufe der Zeit Wasser aus der Umgebungsluft anziehen. Diese Wasseraufnahme kann die Bremsleistung erheblich beeinträchtigen.

Regelmäßiges Füllen und Entlüften der Bremsen stellt sicher, dass die Bremsflüssigkeit frei von Luftblasen und Schmutz ist. Zudem verlängert es die Lebensdauer der Bremskomponenten, da saubere Bremsflüssigkeit weniger korrosiv wirkt und die Dichtungen und Kolben schont. In der Anleitung im Nachfolgenden erklären wir am Beispiel Sram Schritt für Schritt, wie’s gemacht wird und welche grundlegenden ­Unterschiede es bei Campa­gnolo und Shimano zu beachten gibt. Wer sich diese Aufgabe zutraut und sie angehen möchte, dem empfehlen wir zusätzlich die modellbezogenen Wartungspläne der Bremsen-Hersteller mit weiteren Detailinforma­tionen wie Drehmomentangaben und Schlüsselgrößen.

Aus meiner Erfahrung braucht es beim Befüllen und Entlüften vor allem Geduld, weil sich die Luftblasen gerne im Hebel oder Bremssattel verstecken.

Werkzeug und Vorbereitung

Alles was du zur Entlüftung brauchst:

  • Shimano Mineralöl
  • Spritze
  • Trichter
  • 7mm Gabelschlüssel
  • Inbusschlüssel

Der Trichter dient als Auffangbehälter, als Entlüftungsspritze genügt auch eine Haushaltsspritze. Achte darauf, dass der aufgesteckte Schlauch fest auf Spritze und Entlüftungsnippel sitzt. Das original Mineralöl von Shimano ist Pflicht, denn Additive in anderen Ölen wie z.B. Magura greifen die Dichtungen von Shimano Bremsen genauso an wie DOT Flüssigkeit.

Für die Entlüftung von Shimano Scheibenbremsen gibt es zwei Methoden. Mit der Schnellentlüftung lässt sich der Druckpunkt der Bremse schnell und simpel verbessern. Bei fortgeschrittenem Verschleiß der Bremsbeläge wandert immer mehr Bremsflüssigkeit vom Reservoir aus dem Hebel in den Bremssattel und der Druckpunkt verschiebt sich zum Lenker. Auch hier ist die Schnellentlüftung perfekt, um den Druckpunkt wieder weiter vom Lenker weg und nach vorne zu bringen.

Für hartnäckige Fälle mit sehr schwammigem Druckpunkt, Neueinbau einer Bremsanlage oder für einen Bremsflüssigkeitswechsel muss man zur kompletten Entlüftungsmethode greifen. Hierzu wird die Bremsflüssigkeit mit einer Spritze vom Bremssattel nach oben durch den Bremshebel in ein Auffangbehältnis gepumpt. Die alte Flüssigkeit und Verunreinigungen werden aus dem System gespült und durch neue Bremsflüssigkeit ersetzt.

Tipp: Kontrolliere die Bremsbeläge bevor du entlüftest. Der Druckpunkt an Shimano Scheibenbremsen neigt dazu stark zu wandern, wenn die Bremsbeläge fast komplett verschlissen sind. Wenn deine Bremsbeläge verschlissen sind, tausche diese zuerst und überprüfe dann den Druckpunkt erneut.

Die ersten Schritte sind bei beiden Entlüftungsmethoden gleich. Richte den Hebel horizontal aus, so dass die Verschlussschraube auf dem Bremshebel der höchste Punkt ist. Entferne die Verschlussschraube am Reservoir, montiere den Entlüftungstrichter und entferne den Verschlusspin des Trichters.

1. Erst entspannen

Bei Modellen mit Griffweiteneinstellung muss vor dem Befüllen und Entlüften die größte Griffweite eingestellt werden, damit das maximale Flüssigkeitsvolumen im System nutzbar ist. Bei Sram befindet sich die Einstellschraube (3-mm-Innensechskant) vorne auf Höhe des Gelenks unter einer kleinen Abdeckung.

Als Schutzausrüstung beim Hantieren mit der Bremsflüssigkeit empfehlen sich Handschuhe und Schutzbrille. Je nach Hersteller sind verschiedene Torx- und/oder Innensechskant-­Schlüssel sowie eine Spitzzange nötig; mit Putztuch und Isopropyl-Alkohol lässt sich überschüssige Bremsflüssigkeit entfernen.

Das Entlüftungs-Kit Pro von Sram ist sehr umfangreich und enthält neben den beiden Spritzen DOT 5.1-Bremsflüssigkeit, Gummidichtungen in verschiedenen Durchmessern, Schlauchverbinder, diverse Schraubenschlüssel und sogenannte Bleeding-Blocks, die bei ausgebautem Laufrad und Bremsbelägen als Abstandshalter zwischen den Bremskolben dienen. Im Standard-Set von Campagnolo sind lediglich zwei Spritzen plus zwei Schraubadapter enthalten, von denen einer mit Schlauchverlängerung ausgestattet ist. Statt einer zweiten Spritze dient ein schraubbarer Trichter mit Stöpsel als Flüssigkeitsreservoir. Drei unterschiedliche Plastikkeile als Platzhalter ergänzen das Shimano-Service-Kit.

2. Spritze aufziehen

Nach dem Zurechtlegen der nötigen Werkzeuge wird die Spritze mit dem passenden Gewindeanschluss (schwarzes Schraubgewinde) zu drei Vierteln mit Bremsflüssigkeit befüllt. Dabei lässt es sich kaum vermeiden, dass etwas Luft angesaugt wird. Für eine blasenfreie Füllung die Spritze mit der Öffnung nach oben drehen und die Luft aus Zylinder und Schlauch drücken. Dabei den Kolben behutsam nach oben drücken, damit die trägen Luftbläschen Zeit haben, zu entweichen. Hält man dabei die Spritze gegen das Licht, lässt sich dieser Vorgang besser erkennen.

3. Blockierhilfe

Die Demontage der Laufräder und Bremsbeläge ist notwendig und erleichtert den Umgang mit den Spritzen. Der eingesetzte Bleeding-­Block bewirkt, dass die Bremskolben bis zum Endanschlag gedrückt werden. So wird die alte Bremsflüssigkeit beim Einfüllen mit der frischen restlos ­verdrängt.

4. Alte Flüssigkeit auffangen

Sind die Bremskolben blockiert, wird die zweite, leere Spritze mit der roten Flügelmutter (Bleeding-Edge-Adapter) am Entlüftungsstutzen im Bremssattel angeschlossen.

5. Zugang öffnen

Bevor oben die Torx-Schraube am Bremshebel geöffnet wird, sollte man gut vorbereitet sein: Die Entlüftungsschraube muss sich am höchsten Punkt befinden, damit möglichst wenig Bremsflüssigkeit austreten kann. Eine Putz­lappen-Binde um den Bremsgriff saugt austretende Bremsflüssigkeit auf, bevor sie sich über Rad und Fußboden verteilen kann. Beim Entfernen der Schraube ist unbedingt auf die kleine O-Ring-Dichtung achten, damit sie nicht verloren geht.

6. Blasenfrei

Wer die Bremsen nur entlüften möchte, spart sich Schritt 4 und öffnet nach dem Einschrauben des Adapters die Schlauchklammer. Luft entweicht in aufsteigenden Bläschen. Sobald keine Blasen mehr aufsteigen, etwas Druck auf den Kolben geben, dann kann der Adapter gelöst und der Zugang mit Schraube und O-Ring verschlossen werden.

7. Wechselspiel

Durch Druck auf den Kolben der oberen Spritze wird das Bremssystem nun mit der frischen Bremsflüssigkeit befüllt und gleichzeitig die alte nach unten in die leere Spritze verdrängt - erkennbar an der leichten Trübung. Sobald unten die frische und klare Bremsflüssigkeit sichtbar wird und keine Luftblasen mehr austreten, ist der Vorgang abgeschlossen. Nun wird der Entlüftungsstutzen verschlossen und der untere Adapter mit Flügelmutter kann wieder abgeschraubt werden.

8. Mit Unterdruck

Tipp: Ein leichter Zug am Spritzenkolben verhindert durch Unterdruck, dass beim Trennen des Adapters unnötig Bremsflüssigkeit danebengeht.

9. Druck aufbauen

Vor dem abschließenden Funktionscheck nochmals kontrollieren, dass keine Luftblasen mehr vorhanden sind, unterstützt durch leichtes Betätigen des Bremshebels und mit Zug am Spritzenkolben. Ist ein deutlicher Druckpunkt spürbar, den Füllschlauch abklemmen und den Adapter vom Bremshebel abschrauben. Das Vorgehen bei der Hinterradbremse ist identisch, wobei ­aufgrund der längeren Leitung vom Hebel zum Sattel etwas mehr Bremsflüssigkeit ­nötig ist.

10. Sauber & Rein

Öl- und Bremsflüssigkeitsreste müssen nach dem Service entfernt werden, damit sie Gummiteile, Lenkerband oder Lack nicht angreifen. Für die grobe Reinigung reicht ein Lappen oder Papiertuch. Gründlicher wird’s mit Isopropyl-Reiniger, mit dem auch Ton- oder Videoköpfe gereinigt werden. Der günstige Reiniger ist oberflächenschonend und säubert schlierenfrei. Bremsenreiniger säubert ebenfalls gut, lässt Lackflächen anschließend jedoch ­etwas matt aussehen. Die alte Bremsflüssigkeit muss fach­gerecht entsorgt werden. Privatleute finden zu diesem Zweck spezielle Behälter auf dem nächsten Wertstoffhof.

Das ist anders bei Campa und Shimano

Im Unterschied zu Sram hat die Spritze von Campagnolo ein Loch im ­Zylinder; der Schraub-­Trichter von Shimano ist oben offen und lässt sich mit einem kleinen Stöpsel verschließen. Beim Entlüften bedeutet das eine andere Handhabung, da in der Leitung vorhandene Luft ohne Gegendruck schneller nach oben aus dem System entweichen kann. Gleichzeitig braucht es mehr Sorgfalt, da das Mineralöl leichter verschüttet werden kann.

Bei Campa und Shimano wird das frische Öl vom Bremssattel, also von unten, in die Leitung bis zur Pumpe im Griff gedrückt. Dazu müssen die Renner jeweils leicht nach unten geneigt werden, bei Shimano gut sichtbar am horizontalen Füllstand im Trichter.

Schnellentlüftung

Für die Schnellentlüftung musst du weder das Laufrad, noch die Bremsbeläge ausbauen. Fülle den aufgeschraubten Entlüftungstrichter ca. zur Hälfte und pumpe dann am Hebel. Leichtes Neigen des Bikes der Längsachse nach hilft die Luft aus der Leitung nach oben zu befördern. Bei den ersten paar Pumpstößen werden relativ viele und große Luftblasen nach oben steigen, das ist die Luft im Reservoir die jetzt durch Bremsflüssigkeit ersetzt wird. Schnelles Ziehen und langsames Lösen des Hebels funktionieren sehr gut, um auch die kleinen Luftblasen an die Oberfläche zu bringen. Pumpe solange, bis keine Blasen mehr zur Oberfläche steigen und der Druckpunkt wieder schön definiert ist.

Nachdem die Entlüftung abgeschlossen ist, kannst du den Verschlusspin in den Trichter stecken, so bleibt die Flüssigkeit im Trichter und du kannst diesen problemlos abschrauben. Wenn der Druckpunkt nach dieser Methode noch nicht zufriedenstellend ist, musst du zur kompletten Entlüftungsmethode greifen.

Komplette Entlüftung

Um die Bremsanlage komplett zu entlüften und einen Bremsflüssigkeitswechsel vorzunehmen, ist etwas mehr Aufwand gefordert. Demontiere das Laufrad und die Bremsbeläge an der Bremsanlage die du entlüften möchtest. So können weder Bremsscheibe noch Beläge mit Öl verunreinigt werden. Anders als bei der Schnellentlüftung muss der Trichter auf dem Bremshebel zur kompletten Entlüftung leer sein. Setzte nun den gelben Distanzblock in den Bremssattel ein, um ein Herausfahren der Kolben zu verhindern.

Fülle jetzt die Spritze mit Bremsflüssigkeit (bei Shimano Mineralöl), achte darauf, dass sich keine Luft in der Spritze befindet. Mit einem 7mm Gabelschlüssel löst du jetzt den Entlüftungsnippel, schraubst ihn jedoch nicht weiter auf sondern lockerst ihn nur. Der Entlüftungsnippel hat eine Lochung die ihn erst nach ca. einer halben Umdrehung öffnet. Durch Drehen der Spritze kannst du den Entlüftungsnippel nun öffnen und die Flüssigkeit aus der Spritze nach oben in den leeren Trichter drücken.

Eine halbe bis ganze Umdrehung reicht, um den Durchfluss zu gewährleisten. Während dem Durchpumpen der Flüssigkeit solltest du den Bremshebel ein paar Mal langsam ziehen und wieder loslassen, um Luftblasen im Hebel zu lösen. Falls die alte Bremsflüssigkeit im Trichter extrem verdreckt aussieht, solltest du ruhig zwei bis drei Trichter Flüssigkeit durch die Bremsanlage pumpen. Die Schmutzpartikel in der Bremsflüssigkeit können sich sonst am Geberkolben absetzten und auf Dauer die Funktion des Bremshebels beeinträchtigen.

Durch ausreichendes Durchspülen verhinderst du, dass das Innere der Bremse zugesetzt wird. Nachdem du ordentlich Flüssigkeit durch das System gepumpt hast und keine Blasen oder Verschmutzungen mehr in den Trichter gespült werden, kannst du den Entlüftungsnippel am Bremssattel wieder durch Drehen der Spritze und anschließendes Festziehen mit dem Gabelschlüssel schließen. Lass den Trichter noch auf dem Hebel montiert und verschließe diesen nur mit dem beiliegenden Deckel.

Nachdem du das Laufrad und die Bremsbeläge wieder eingebaut hast, kannst du die Bremsbeläge noch mit der Flüssigkeit im Trichter zurück an die Scheibe pumpen und das Reservoir ist optimal gefüllt. Deine Bremse sollte jetzt einen sehr guten Druckpunkt haben.

Für extrem hartnäckige Fälle

Bei manchen Rahmenkonstruktionen ist es besonders schwer die Hinterradbremse ordentlich zu entlüften, besonders wenn die Bremsleitung viele Kurven hat oder etwas sonderbar verlegt ist. Der Schlüssel für eine perfekt entlüftete Bremse liegt darin, die Leitung so gerade wie möglich und den Austrittspunkt höher als den Eintrittspunkt der Entlüftung zu legen. So kann die Luft durch die Leitung nach oben steigen und bleibt nicht in einer Leitungskurve stecken.

Um das zu erreichen, musst du den Bremssattel vom Fahrrad losschrauben und herunterhängen lassen und das Fahrrad so positionieren dass der Bremshebel so hoch wie möglich steht. Falls möglich kannst du auch den einen oder anderen Leitungshalter öffnen, um Kurven aus der Leitung zu bekommen.

Fading-Effekt minimieren

Wer diesen Effekt minimieren möchte, sollte beim Kauf auf thermisch vorbehandelte, temperaturbeständigere Bremsbeläge achten. Bei dieser Art von Bremsbelägen werden die vorhandenen Gas-Anteile bereits bei der Herstellung reduziert. Vom Hersteller Shimano gibt es auch Bremsscheiben mit einem besonders guten Belüftungssystem, welche den „Fading-Effekt“ im geringeren Bereich halten, genauso wie Scheiben aus Keramik oder auch Carbon.

Shimano verwendet Bremsflüssigkeiten mit einem sehr hohen Siedepunkt. Die gewünschte Bremswirkung lässt auch nach, wenn sich Luft im Bremssystem befindet; der Druckpunkt verändert sich dadurch.

Schritte zum Entlüften älterer Shimano Bremsen

  1. Die Sicherungsklammer aus dem Sicherungsbolzen herausziehen.
  2. Die Schrauben am Sicherungsbolzen werden ganz einfach mit einem passenden Schraubendreher gelöst.
  3. Nun wird der Bremshebel in eine waagerechte Position gebracht.
  4. Die Entlüftungsschraube sollte sich am Ausgleichsbehälter in der höchsten Position befinden.
  5. Jetzt öffnen Sie das Entlüftungsventil am Bremssattel mit dem passenden Maulschlüssel.
  6. Jetzt können Sie vorsichtig damit starten das Öl langsam mit Hilfe der Spritze durch das System in den oben befindlichen Trichter zu drücken.
  7. Auf diese Art können Sie die im Bremssystem befindliche Luft nach außen bringen.
  8. Nun so lange drücken bis keine Luft mehr im Trichter zu sein scheint.
  9. Um den Bremssattel zu entlüften wird der Shimano Auffangbehälter gebraucht.
  10. Diesen hängen Sie mit der Drahtschlaufe direkt an den Bremssattel; der Schlauch muss am Entlüftungsventil angeschlossen werden.
  11. Das Ventil wird anschließend geöffnet, damit Sie vorsichtig die Bremsleitung abklopfen können und so weitere Luftblasen lösen.
  12. Achten Sie darauf, dass beständig Öl im Trichter am Bremshebel ist.
  13. Sonst kann es passieren, dass wieder Luft in das System gelangt. Daher ist es sehr wichtig, hier immer einen prüfenden Blick zu haben und ggf.
  14. Wenn Sie keine Luftblasen mehr am Bremssattel sehen, kann das Ventil erst einmal verschlossen werden.
  15. Jetzt müssen die oberen, festsitzenden Luftblasen gelöst werden: Dies ist möglich, indem Sie einige Male am Bremshebel ziehen und gleichzeitig für einen kleinen Moment wieder das Ventil öffnen.
  16. Dies wird nun ein paar Mal wiederholt.
  17. Der gelbe Trichter wird mit dem beiliegenden Trichterstopfen verschlossen und aus dem Hebel gedreht.
  18. Abschließend jetzt noch einen Tropfen Öl in den Verschluss geben und eben diesen wieder mit der Schraube verriegeln.
  19. Den gelben Spreizblock können Sie entfernen und dann mit der gründlichen Reinigung beginnen.
  20. Wenn jegliches Öl komplett entfernt ist, können Sie die Bremsbeläge wieder einsetzen.
  21. Jetzt wird das Laufrad wieder montiert und einer Probefahrt steht nichts im Wege.

Ziehen Sie den Sicherungssplint heraus, um die Shimano Bremsbeläge auszubauen. Manchmal kann es sein, dass diese ein Gewinde haben, dann nehmen Sie einen passenden Innensechskantschlüssel dazu. Die gelbe Transportsicherung muss zwischen die Kolben gedrückt werden, damit diese nicht aus dem Zylinder springen können. Dem Shimano Entlüftungs-Kit wird die Spritze entnommen und mit dem beigefügten Mineralöl befüllt. Nutzen Sie keine anderen Flüssigkeiten, sondern nur das Mineralöl - Ihre Fahrradbremse von Shimano wird es Ihnen danken.

Befindet sich der Abgang der Leitung an höchster Stelle des Bremssattels können Sie mit der Entlüftung starten. Jetzt müssen Sie die Luft aus dem Bremssystem bekommen: Dazu wird langsam die untere am Bremskolben befindliche mit Mineralöl gefüllte Spritze gedrückt. Parallel dazu muss Ihr Helfer am Ausgleichsbehälter Luft und Öl mit der zweiten Spritze absaugen. Diesen Vorgang wiederholen Sie nun einige Male - solange bis keine Luftblasen mehr zu sehen sind. Kontrollieren Sie danach ganz genau, dass auch wirklich keine Luftreste mehr im Sattel sind: Prüfen Sie dazu, dass der Ausgleichsbehälter restlos frei von Luft und mit Öl gefüllt ist. Dann kann der Ausgleichsbehälter wieder verschlossen werden.

Die wiedereinzusetzenden Bremsbeläge dürfen auf keinen Fall mit Öl kontaminiert sein. Jetzt kann die gelbe Transportsicherung entfernt werden und Sie können die Bremsbeläge einsetzen. Zuletzt das Laufrad einsetzen und auf geht es zur Testfahrt.

Hinweis

Sollte sich der Druckpunkt trotz mehrerer Entlüftungsvorgänge nicht bessern, dann ist es durchaus möglich, dass einige Dichtungen nicht mehr in Ordnung sind. Achten Sie darauf, dass die Probefahrt lang genug ist… die alten Bremsbeläge - besonders aber die neuen - müssen erst einmal eingefahren werden.

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