Fahrradbremse hydraulisch einstellen: Eine Anleitung

Die Fahrradbremse ist ein entscheidender Bestandteil für ein verkehrssicheres Fahrrad und schützt dich vor Stürzen und Verletzungen. Quietschende Fahrradbremsen sind nicht nur nervig, sondern auch ein Hinweis darauf, dass du deine Fahrradbremse einstellen solltest. Sie ist die Komponente, die dich in brenzligen Situationen vor einem Fahrradunfall bewahrt, da du über die Bremse die Geschwindigkeit regulierst und dein Fahrrad zum Stehen bringst.Die Wartung der Bremse ist besonders im Frühjahr wichtig, wenn die neue Fahrradsaison beginnt und dein Rad zuvor einige Monate im Keller stand.

Wichtigkeit der regelmäßigen Kontrolle

Um die Funktionstüchtigkeit deiner Bremse zu kontrollieren, brauchst du keinen Fachmann. Diese Prüfung kannst du selbst übernehmen. Ein Problem besteht ebenfalls, wenn du den Bremshebel drückst und keine Bremswirkung zu spüren ist. Überprüfe, ob das Zugseil korrekt gespannt ist oder durchhängt. Wenn Bremsen quietschen, deutet das auf mangelhafte Bremsscheiben oder verschlissene Bremsbeläge hin.

Als Faustformel gilt, einen monatlichen Check der Bremsanlage durchzuführen, wenn du täglich Rad fährst. Die Bremsen am Bike müssen zu 100% funktionieren. Ohne Wenn und Aber. Denn deine Gesundheit hängt davon ab.

Werkzeuge für die Einstellung und Wartung

Um die Bremse am Fahrrad einzustellen und einer regelmäßigen Wartung zu unterziehen, benötigst du das richtige Werkzeug. Falls du kein Werkzeug zur Hand hast, hilft eine 1-Cent-Münze weiter.Werkzeug - Diese Tools benötigst du:
  • Satz Innensechskantschlüssel (Inbus)
  • Torx Schlüssel (je nach Bremsentyp)
  • Drehmomentschlüssel (empfehlenswert!)
  • Schleifpapier ca. Korn 100 bis 150
  • Bremsenreiniger Spray
  • Zur Bremse passende Ersatzbeläge

Arten von Fahrradbremsen

Generell funktionierten viele Fahrradbremsen-Arten auf ganz unterschiedliche Weise. Häufig sind an Rädern entweder Felgenbremsen oder Scheibenbremsen verbaut, die sich leicht einstellen lassen. Sie kommen oft auch bei E-Bikes zum Einsatz. Wir unterscheiden drei Arten von Bremsen:
  • Nabenbremsen
  • Felgenbremsen
  • Scheibenbremsen
Bei diesen beiden Bremstypen unterscheidet man zwischen zwei Übertragungsmöglichkeiten der Bremskraft:
  • Hydraulische Bremse: Die Bremskraft wird mithilfe eines geschlossenen Flüssigkeitssystem übertragen.
  • Mechanische Bremse: Die Bremskraft wird über eine Art Seilzug übertragen.

Felgenbremsen prüfen und einstellen

Bei Felgenbremsen üben die Bremsbeläge Druck auf die Felge aus. Dieser Druck wird mit einem Handhebel gesteuert, der über einen Seilzug mit der Bremse verbunden ist. Zu den Felgenbremsen gehören beispielsweise Direktzug- bzw. V-Bremsen, Cantilever-Bremsen und Rennrad- bzw. Seitenzugbremsen.

Die mechanische Felgenbremse ist korrekt eingestellt, wenn sie einen Abstand von 3 bis 5 Millimeter zur Felge hat und parallel zu ihr liegt.Im normalen Zustand dürfen die Bremsklötze die Felge nicht berühren.

Felgenbremsen einstellen und Bremsbeläge ersetzen, wenn: Die Einkerbungen auf der Oberfläche weniger als 2 mm tief sind (bei Direktzugbremsen 1 mm).

Schritte zur Einstellung des Felgenbremsen-Abstands:
  1. Drehe den Zugeinsteller: Um den Abstand zwischen Bremsbelag und Felge zu vergrößern, drehe den Zugeinsteller im Uhrzeigersinn. Um den Abstand zu verringern, drehe den Zugeinsteller gegen den Uhrzeigersinn.
  2. Wenn sich die Bremsbeläge über den Zugeinsteller nicht richtig einstellen lassen, musst du wie folgt vorgehen:Direktzug- und Seitenzugbremsen: Löse die Klemmschraube des Seilzugs und klemme den Seilzug erneut fest.Cantilever-Bremsen: Stelle die Beläge neu ein oder bringe das Fahrrad zu Deinem Fachhändler.

Scheibenbremsen: Konstruktionen und Einstellung

Bei der Scheibenbremse erzeugen die Bremsbeläge den Bremsdruck auf die Radnabe. Den Druck steuerst du per Handhebel entweder über einen Seilzug oder Hydraulikschlauch. Bei Scheibenbremsen üben die Bremsbeläge Druck auf eine Scheibe aus, die an der Radnabe befestigt ist. Der Druck wird mit einem Handhebel gesteuert, der über einen Seilzug oder Hydraulikschlauch mit der Bremse verbunden ist.Scheibenbremsen einstellen und Bremsbeläge ersetzen, wenn: weniger als 1 mm dick sind.Hydraulische Scheibenbremsen ausrichten:
  1. Löse die Befestigungsschrauben der Bremse.
  2. Betätige den Bremshebel bis zum Anschlag und ziehe die Befestigungsschrauben auf 11.3-12.4 Nm (100-110 lb/in) an.
Die hydraulische Scheibenbremse beim Fahrrad ist korrekt eingestellt, wenn die Bremsscheibe exakt mittig zwischen den beiden Bremsbelägen liegt.

Mechanische Scheibenbremsen einstellen

Bei mechanischen Scheibenbremsen werden die Abstände zwischen Bremsbelag und Scheibe auf beiden Seiten separat eingestellt. Dazu drehst du zuerst auf der rechten Seite die Einstellschraube des Bremsbelages. Im Anschluss stellst du den Abstand auf der linken Seite ein. Hier drehst du den Zugeinsteller im Uhrzeigersinn, um die Distanz zu vergrößern. Drehst du ihn in entgegengesetzter Richtung, verringert sich der Abstand. Um den eingestellten Abstand zu sichern, drehst du die Kontermutter im Uhrzeigersinn.

Hydraulische Scheibenbremsen einstellen

Bei der hydraulischen Scheibenbremse bleibt der Abstand gleich, weil sich die Bremsbeläge nach der Abnutzung automatisch nachstellen. Wichtig ist lediglich, dass auf beiden Seiten der gleiche Abstand besteht. Löse die beiden Schrauben des Bremssattels, ziehe die Bremse am Bremsgriff an und befestige die Schrauben im geschlossenen Zustand gleichmäßig.

Wartung und Pflege

Wer viel Fahrrad fährt, kennt das Problem mit dem Verschleiß von Fahrradteilen. Deshalb ist es ratsam, das Bike ordentlich zu pflegen und zu warten. Schmutzige Beläge und Felgen führen zu quietschenden Bremsen und beeinträchtigen die Sicherheit. Wenn die eingestellte Bremse auf dem Reifen schleift, tritt auch bei diesem Fahrradteil der Verschleiß schneller auf. Prüfe in regelmäßigen Abständen die gesamte Bremsanlage an deinem Bike.

Reinigung der Scheibenbremsen

Auch wenn du selten oder gar nicht bei schlechtem Wetter unterwegs warst, ist es ratsam die Bremsen zu reinigen. Das ist in der Regel schnell erledigt: Einsprühen mit Fahrradreiniger zum Anlösen der Verschmutzungen, einwirken lassen und anschließend abspülen mit klarem Wasser. Nach Regenfahrten sollte eine intensivere Behandlung mit Schwamm und Bürste selbstverständlich sein. Bei stärkerer Verschmutzung solltest du mit Bremsenreiniger (Spray) arbeiten, der speziell den typischen, aggressiven Bremsstaub lösen kann.Achtung!! Niemals Öl oder ölhaltige Substanzen auf die Beläge bringen!!

Bremsbeläge wechseln

Beim Wechsel der Bremsbeläge an der Scheibenbremse entfernst du zuerst das Laufrad. Danach ziehst du den Bremsbelag an der Lasche heraus und wechselst ihn aus. Zum Schluss montierst du das Laufrad wieder.

Je nach Fahr-Intensität solltest du etwa alle zwei bis drei Wochen einen Blick auf die Beläge werfen. Nach Schlechtwetter-Einsätzen jedoch gezielt und öfter! Das kannst du bei relativ neuen Belägen mit Hilfe einer Taschenlampe von oben durch den Schlitz im Sattel erledigen.

Neue Bremsbeläge unbedingt einbremsen!Erst nachdem neue Bremsbeläge nach folgendem Prozedere eingebremst wurden, können sie ihre volle Bremsleistung entfalten: Das Fahrrad etwa 20 bis 30 Mal hintereinander auf rund 30 km/h beschleunigen und anschließend kraftvoll bis zum Stillstand abbremsen.

Scheibenbremsen - Geräusche ermitteln und beseitigen

Nichts ist schlimmer, als eine quietschende Scheibenbremse. Umso mehr, wenn der Krach mit einer verringerten Bremsleistung einher geht. Grund genug, die Probleme aufzuspüren und zu beseitigen.Mögliche Ursachen für Geräusche:
  • Quietschen bei Nässe: Manchmal verschwindet das „Nassquietschen“ auch auf längeren Abfahrten wieder, wenn die Bremsscheiben heiß werden.
  • Verschlissene Beläge: Dabei handelt es sich meist um ein metallisches Schleifen, verursacht durch die Spreizklammer zwischen den Belägen, die bei zunehmend dünner Bremsfläche an der Scheibe kratzt. Oder die Beläge sind bereits komplett abgenutzt, so dass das Trägermetall auf der Scheibe schleift. So oder so müssen derart abgenutzte Bremsbeläge unverzüglich ausgetauscht werden!
  • Verglaste Beläge: Das äußert sich mit nachlassender Bremswirkung und erhöhter Geräuschentwicklung. Bei rechtzeitiger Behandlung kannst du die Beläge retten und weiter verwenden. Dazu die Beläge ausbauen und so oft über einen ausgelegten Bogen Schleifpapier ziehen, bis die Bremsfläche wieder matt aussieht. Achte darauf, dass du den Belag nicht schräg anschleifst.
  • Lose Schraubverbindungen: Du kannst jedoch prüfen, ob alle Schraubverbindungen an den Bauteilen der Bremsanlage fest geschlossen sind: Das sind zum einen die Befestigungsschrauben der Sättel an Rahmen und Federgabel. Zum anderen die Befestigungsschrauben der Bremsscheiben an den Naben. Bitte hier mit Gefühl vorgehen und einen Drehmomentschlüssel verwenden!
  • Bremssattel nicht mittig: Schleift die Bremse einseitig, kann dies Geräusche verursachen.
  • Ungleichmäßige Kolben: Oder dass sich einer der Beläge nach dem Bremsvorgang nicht mehr von der Scheibe zurückzieht. Auch das kann dann Schleifgeräusche verursachen. In diesem Fall müssen die Kolben wieder gängig gemacht werden.

Indem du diese Anleitung befolgst, kannst du sicherstellen, dass deine Fahrradbremsen optimal funktionieren und du sicher unterwegs bist. Regelmäßige Wartung und das rechtzeitige Erkennen von Problemen sind entscheidend für deine Sicherheit und die Lebensdauer deiner Bremsanlage.

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