Helme sind beim anspruchsvollen Mountainbike-Fahren Pflicht. Neben dem Schutz, den sie bieten sollten, müssen sie aber auch angenehm zu tragen sein und den Kopf ausreichend belüften. Insgesamt haben wir 22 MTB-Helme für den All-Mountain- und Enduro-Bereich ausgiebig getestet.
Studien haben ermittelt, dass durch das Tragen von Fahrradhelmen zwischen 20 Prozent der Kopfverletzungen bei Leichtverletzten und bis zu über 80 Prozent der Kopfverletzungen bei besonders Schwerverletzten vermieden werden können. Die Zahlen stammen von der HFC Human-Factors-Consult GmbH aus dem Jahr 2017 und wurden im Auftrag der Verkehrsministerien Baden-Württemberg und Thüringen ermittelt.
Nach einem Sturz kommt dann oft erst die Erkenntnis. Sätze wie „Hätte ich doch einen Fahrradhelm getragen!“ sind dann überflüssig!
Unterschiedliche Typen: Halbschale vs. Fullface
Grundsätzlich gibt es unter den MTB-Helmen zwei Varianten. Entweder man entscheidet sich für ein offenes Modell, das Stirn, Kopf sowie den oberen und mittleren Nacken schützt. Oder man wählt eines der Fullface-Exemplare, die auch noch das Gesicht schützen.
Sie haben ihren Ursprung in der der Downhill- und Enduroszene und sind normalerweise auch nur dafür gedacht. Teilweise nutzen sie allerdings auch „normale“ Mountainbiker - etwa, wenn eine Tour besonders ruppige Passagen enthält. Der Tragekomfort der Fullface-Helme ist jedoch überschaubar. Auf einer gewöhnlichen Tour ist man mit einem offenen Modell deshalb besser bedient.
Auf die Details achten
Offene MTB-Helme zeichnen sich durch mehrere Eigenschaften aus. Verglichen mit Rennradmodellen - sind sie schwerer und weniger „schnittig“ und bieten oft eine (abnehmbare) Blende zum Sonnenschutz sowie im Innenraum eine Polsterung. Bei guten Modellen lässt sich Letztere dabei herausnehmen und waschen.
Zahlreiche Lüftungsöffnungen wiederum garantieren bei großer Hitze einen kühlen Kopf, wobei die im Idealfall länglichen Kanäle stimmig angeordnet sein müssen. Eine sauber verklebte Oberschale, ein gut verarbeiteter Styroporkern ohne scharfe Kanten, ein großes und leichtgängiges Verstellrad zur Einstellung von Passform und Größe sowie ein gepolstertes Gurtsystem runden die Ausstattung eines vernünftigen MTB-Helms schließlich ab.
MTB-Helme und Sicherheit: Was bringt MIPS?
Bei MIPS handelt es sich um eine reibungsarme Kunststoffschicht an der Innenseite des Helms, die den Kopf beim schrägen Aufprall vor Drehkräften schützen soll. Veranschaulichen lässt sich das Prinzip am besten anhand eines Tischtennisballs im Wassereimer. Wird der Eimer um die eigene Achse gedreht, dreht sich der Tischtennisball nicht mit. Geht es nach der Stiftung Warentest, erzielt MIPS allenfalls einen geringen Effekt (siehe Ausgabe 5/2017 des test-Magazins).
Die wichtigste Aufgabe eines Helmes ist es, den Biker zu schützen, sollte es zu einem Sturz oder Unfall kommen. Die notwendige Größe des Helmes kann einfach mit einem Maßband ermittelt werden, mit welchem der Kopfumfang oberhalb der Ohren nachgemessen wird. Hier sollte am besten zu zweit gearbeitet werden.
Damit der Helm optimal angepasst werden kann, muss der Head-Ring in Umfang und Höhe verstellbar sein und der Verschlussmechanismus sollte gut, am besten mit einer Hand, bedienbar sein. Auch ist eine gute Belüftung hilfreich, damit der Kopf bei einem anstrengenden Uphill oder in der prallen Sonne nicht so schnell überhitzt.
Zusätzlich sei gesagt, dass nicht jeder Helm gleich gut auf jeden Kopf passt. Natürlich ist jeder Kopf verschieden und so lohnt es sich, beim Kauf auch mal andere Helmhersteller auszuprobieren und sich nicht zu sehr auf einen Helm zu versteifen, nur weil die Farbe gut zum Bike oder Trikot passt.
Testsieger und Empfehlungen
POC Tectal Race MIPS
Der POC Tectal Race MIPS ist ein Helm für eine Vielzahl von Mountainbike-Disziplinen. Egal ob auf anspruchsvollen Enduro- oder entspannten Allmountain-Touren, der Helm bietet Komfort und Sicherheit. Dank der MIPS Integra-Technologie schützt der Helm im Falle eines Sturzes optimal und trägt sich sehr angenehm. Speziell im Windkanal designte Belüftungsöffnungen sorgen für ordentlich Durchzug unter der Haube.
Der POC Tectal Race MIPS ist nicht nur dank der MIPS Integra-Technologie sehr sicher, auch ein guter Sitz, eine im Windkanal optimierte Belüftung und kleine Details wie ein verbauter Recco-Reflektor tragen zur Sicherheit bei, wenn es mal zum Äußersten kommen sollte. So können wir den Helm jedem empfehlen, der gerne mit seinem Mountainbike ins Gelände oder in die Berge will, egal ob für eine entspannte Allmountain-Runde oder eine anspruchsvolle Enduro-Tour.
In der Schale selbst ist die MIPS Integra-Technologie verbaut. Dabei wird das System nahezu nahtlos beziehungsweise für den Biker unsichtbar in den Helm integriert. So besitzt der Helm den zusätzlichen Schutz gegenüber Rotationsbewegungen, welche im Falle eines Sturzes auftreten können, ohne dabei das etwas wacklige Gefühl am Kopf zu verursachen, welches das normale MIPS-System mit sich bringt und von dem ein oder anderen eventuell als störend empfunden wird.
Cube Trooper
Der Cube Trooper ist ein ausgezeichneter Helm für fast jedes Mountainbike-Abenteuer. Durch die Gesamtkonstruktion sowie das verwendete MIPS-System bietet der Helm ein Plus an Sicherheit im Falle eines Sturzes, aber auch der Tragekomfort und die Belüftung sind sehr gut.
Der Cube Trooper ist ein gut sitzender, luftiger und nicht nur dank der MIPS-Technologie sicherer Helm für anspruchsvolle Enduro-Touren oder klassische Allmountain-Touren. Nicht nur die von Cube entwickelte Defense-Skeleton-Struktur, also der spezielle Helmaufbau unter Verwendung multipler Lagen, sondern auch die Gesamtkonstruktion soll den Kopf bestmöglich schützen.
Dabei ist der Ring in der Höhe über einen großen Bereich verstellbar. So sollte der Helm den meisten Bikern passen. Selbst nach langen Ausfahrten hatten wir keine nennenswerten Druckstellen an der Stirn oder gar Kopfschmerzen durch einzelne Druckpunkte.
Smith Convoy MIPS
Der Smith Convoy MIPS ist ein leichter und komfortabel zu tragender MTB-Helm, der zudem mit der MIPS-Technologie ausgestattet ist. Auf das Nötigste reduziert, besitzt er ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis und ist vom Gravelbiken bis hin zu ausgedehnten Allmountain-Touren zu empfehlen.
Der Smith Convoy MIPS punktet vor allem mit Tragekomfort und ist dank der MIPS-Technologie auch noch sicher. Der Helm ist auf das Nötigste reduziert und besitzt ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Positiv ist hier auf alle Fälle die Integration des MIPS-Systems zu erwähnen, was den Kopf im Falle eines Sturzes optimal schützen soll. In diesem Zusammenhang sei zusätzlich das geringe Gewicht von 334,4 Gramm in der Größe L erwähnt. Somit ist der Convoy der leichteste Helm mit MIPS in diesem Test und lässt hier sogar Helme ohne diese Technologie hinter sich.
Weitere getestete Modelle
- Fox Racing Speedframe
- Abus MoDrop
Worauf es bei Helmen wirklich ankommt
Wobei bei den meisten Helmen die Einsatzzwecke immer mehr verschwimmen und am Ende der aktuelle Trend und Style-Faktor die Stellschraube ist, wann man welchen Helm trägt - nicht selten sieht man Jugendliche mit Fullface-Helmen durch die Stadt rollen.
Dennoch ist die technische Sicherheit durch Materialien und Ausstattung wesentlich. Eines der bekanntesten am Markt ist das Mips-System, welches auch bei dem Großteil der Helme im Test verbaut ist. Diese Technologie soll zusätzlichen Schutz bei schrägen Aufprallwinkeln bieten. Dazu besteht das System aus einer beweglichen Innenschale im Helm, die unabhängig von der äußeren Schale rotieren kann.
Ein weiteres Schutzsystem in unserem Test ist die SLIDTechnologie vom Helmhersteller HJC. Hier wird in das Helmpolster ein spezielles Gel eingearbeitet und soll beim Aufprall die Energie absorbieren.
Testergebnisse im Überblick
Im Folgenden eine Zusammenfassung der Testergebnisse verschiedener Fahrradhelme:
| Fahrradhelm | Eigenschaften | Ergebnis | Preis |
|---|---|---|---|
| Alpina Mythos 3 | Top Empfehlung - Sehr leichte Bauweise - Verstellbares Kopfband | 4,5 / 5 | 99,95 € |
| Cratoni Pacer Plus | Test Choice of the Month- Leichte Bauweise - Gepolsterter Kinnriemen | 4,5 /5 | 48,32 € |
| Casco Active 2 | Gute Wahl- reflektierende Streifen - 26 Lüftungsöffnungen | 4,3 / 5 | 94,95 € |
| ABUS Urban-I 3.0 | Mit Rücklicht- Integriertes Rotlicht - guter Magnetverschluss | 4,1 / 5 | 64,95 € |
| Lazer Helm Beam | Leichte Bauweise - Verschiedene Farben | 4 / 5 | 28,82 € |
Der Preis-Leistungs-Sieger Cube zeigt, dass auch günstige Helme für gerade mal 60 Euro eine super Passform besitzen und mit sämtlichen Features wie Mips, Mückennetz und abnehmbarem Visor ausgestattet sind. Besonders beim Fallturmtest hat er hervorragende Beschleunigungswerte erzielt.
Nicht zu toppen ist der urbane Helm von Nutcase. Aus diesem Grund unsere Empfehlung Urban. Ein absolutes Performance-Modell und unsere Empfehlung Road ist der Helm von Ekoi. Mit einem Gewicht von gerade mal 256 Gramm hat er zudem perfekte Lüftungskanäle und passt sich durch kinderleichte Bedienung angenehm an den Kopf an.
Auf ganzer Linie hat Uvex überzeugt. Hier zeigt es sich, dass „Made in Germany“ immer noch einen aussagekräftigen Wert hat. Unser Testsieger und zugleich Helmheld Nr. Eines gleich mal vorweg: Alle 18 Helme in diesem Fahrradhelm-Test sind auf einem guten bis sehr guten Niveau.
Am Ende sollte die Qualität, individuelle Vorlieben sowie Passform und Tragekomfort für einen Kauf entscheidend sein. Aus diesem Grund bieten Hersteller unterschiedliche Modelle mit verschiedenen Größen und Helmformen an.
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