Ein Fahrradhelm ist ein unverzichtbares Accessoire für Kinder, die im Straßenverkehr unterwegs sind. Er kann den Kopf bei einem Sturz vor Verletzungen schützen. In Deutschland gibt es zwar keine Helmpflicht für Radfahrer, weder für Erwachsene noch für Kinder, aber das Tragen eines Helms ist dennoch sehr empfehlenswert.
Die richtige Passform und Einstellung
Damit ein Fahrradhelm den Kopf optimal schützen kann, muss er richtig passen und korrekt aufgesetzt werden. Er darf weder wackeln noch über die Stirn oder in den Nacken rutschen. Um den individuell passenden Fahrradhelm zu finden, sollte das Kind beim Kauf dabei sein, denn nicht jedes Helmmodell passt zu jeder Kopfform.
Eltern sind Vorbilder: Tragen sie selbst einen Helm auf dem Rad, werden es auch ihre Kinder eher freiwillig tun. Außerdem wird ein Fahrradhelm, der dem Kind nicht nur passt, sondern auch optisch gefällt, eher getragen.
So setzen Sie den Helm richtig auf:
- Zwischen den Augenbrauen und der Helmunterkante sollte etwa ein bis zwei Fingerbreit Platz sein.
- Häufig werden Helme zu weit in den Nacken geschoben. Das sollte vermieden werden, da der Helm bei einem Sturz in den Nacken rutschen und dort Verletzungen verursachen kann.
- Mit dem Verstellsystem im Nacken wird der Helm fixiert. Es darf aber nicht zu stramm angezogen werden, weil das Kopfschmerzen verursachen kann. Der Helm sollte fest auf dem Kopf des Kindes sitzen, aber nicht drücken.
- Der Helm muss am Kopf bleiben, wenn er nur mit dem hinteren Verstellsystem fixiert ist und das Kind seinen Kopf kräftig schüttelt.
- Der Kinnriemen sollte so locker sitzen, dass noch ein Finger zwischen Gurt und Kinn passt.
ADFC-Tipp: Unbedingt die Gebrauchsanweisung lesen und die korrekte Einstellung der Helmgurte gemäß der Herstellerangabe regelmäßig prüfen. Trägt das Kind eine Mütze unter dem Helm, muss der Gurt angepasst werden. Es dürfen nur dünne Mützen verwendet werden, da dicke Wollmützen verhindern, dass der Helm nah genug am Kopf sitzt und er dann leicht verrutschen kann.
Qualität und Haltbarkeit prüfen
In jedem Helm sollte das Herstellungsdatum vermerkt sein. Da Kunststoffe altern, sollten Helme nach etwa fünf Jahren ausgetauscht werden. Von Sonderangeboten ohne Herstellerdatum sollte man lieber die Finger lassen. Außerdem sollte der Helm das GS-Zeichen tragen.
Ohne Fahrradhelm auf den Spielplatz spielen
Im Straßenverkehr können Fahrradhelme Kinderköpfe bei einem Sturz vor Verletzungen schützen. Beim Klettern und Toben auf dem Spielplatz können sie aber gefährlich werden. Beim Spielen und besonders auf Spielplätzen mit Spielgeräten müssen Kinder ihre Fahrradhelme abnehmen.
Klettergerüste sind so konstruiert, dass zwischen den Sprossen immer ein Kinderkopf unbehindert hindurchrutschen kann. Trägt ein Kind aber einen Fahrradhelm, bleibt es unweigerlich in der Konstruktion hängen und kann sich dabei schwer verletzen. Auch die Haltegurte des Helms können an engen Stellen oder Seilknoten hängen bleiben und zur Strangulationsgefahr werden.
Zudem können spielende Kinder mit Fahrradhelm an engen Einstiegen und Durchlaufbarrieren beispielsweise an Kletter- und Rutschgeräten mit dem Helm so heftig anstoßen, dass sie sich schwere Genickverletzungen zuziehen.
Fahrradhelme nur fürs Radfahren nutzen
Fahrradhelme sind immer ein Kompromiss zwischen optimaler Schutzwirkung und Belüftung sowie geringem Gewicht, damit der Tragkomfort möglichst hoch ist. Sie sind so konstruiert, dass sie den Kopf bei fahrradtypischen Stürzen schützen sollen. Fahrradhelme eignen sich deshalb nicht als Kopfschutz beim Reiten, Inlineskaten oder anderen Sportarten.
Bei Stürzen vom Fahrrad ist die Bewegung in erster Linie nach vorne gerichtet. Daher überdecken Fahrradhelme die obere Schädelhälfte und können durch einen gewissen Überstand im Stirnbereich auch das Gesicht teilweise vor Verletzungen schützen. Im Seiten- und Hinterkopfbereich ist kein ausgeprägter Schutz vorhanden, weil an diesen Stellen weniger mit typischen Verletzungen gerechnet wird.
Verletzungsrisiko beim Inlineskaten mit Fahrradhelm
Beim Inlineskaten ist die Gefahr besonders hoch, nach hinten zu fallen. Ein guter Inlineskating-Helm ist um den Hinterkopf herumgeschlossen und hat nicht die für Fahrradhelme oft typische aerodynamisch spitz zulaufende Form. Beim Sturz mit Inlinern auf den Hinterkopf könnte ein Fahrradhelm entweder stark nach vorne rutschen, wodurch das Kinngeschirr den Fahrer strangulieren kann, oder der Kopf würde nach hinten überstreckt, was im schlimmsten Fall zu Verletzungen der Halswirbelsäule führt.
Eine ähnliche Gefahr besteht, wenn man Fahrradhelme beim Reiten verwendet. Stürze vom Pferd erfolgen oft seitlich, wenn das Pferd eine schnelle Ausweichbewegung vollführt. Auch ein Sturz nach hinten kann niemals ausgeschlossen werden. Der Fahrradhelm würde hier die gleichen Gefahren bergen wie beim Inlineskaten.
Außerdem ist ein Fahrradhelm in seiner Leichtbauweise nicht geeignet, den Schlag eines Pferdehufes abzuwehren. Bei einem Sturz kann dies jedoch lebenswichtig sein. Bei Ausritten ins Gelände könnten Baumzweige in den Lüftungsschlitzen des Fahrradhelmes hängen bleiben und Reiter:innen vom Pferd ziehen oder so aus dem Gleichgewicht bringen, dass sie stürzen.
Kinderfahrradsitze: Sicherheitshinweise
Ein geeigneter Fahrradsitz und ein sicherer Schutzhelm sind ein unbedingtes Muss beim gemeinsamen Fahrradausflug. Die wichtigsten Sicherheitshinweise:
- Kinder unter sieben Jahren dürfen nur in einem speziellen Fahrradsitz und nur von mindestens 16 Jahre alten Personen auf dem Fahrrad mitgenommen werden (vgl. § 21 Abs. 3 StVO).
- Der Fahrradsitz sollte nach der Norm DIN EN 14344 geprüft sein (GS-Zeichen) und muss auf jeden Fall der Größe und dem Gewicht (max. 22 kg) Ihres Kindes entsprechen.
- Er muss für das Fahrrad geeignet sein und sollte sich sicher befestigen lassen.
- Er sollte leicht zu handhaben sein und zum Beispiel ohne großen Aufwand auch an einem anderen Fahrrad benutzt werden können.
- Sitz und Fußstützen dürfen nicht an beweglichen Teilen des Fahrrades (Lenker, Gabel) befestigt sein und der Sitz muss so beschaffen sein, dass die Füße nicht in die Speichen geraten.
Zur sicheren Grundausstattung des Fahrradsitzes selbst gehören:
- Eine hohe Rückenlehne und Kopfstütze.
- Beinsicherung und rutschfeste Fußstützen mit verstellbaren Haltevorrichtungen (Fußriemchen).
- Bevorzugt Hosenträgergurte; die Gurte müssen der Größe des Kindes angepasst werden.
Kein Kind sollte ohne Fahrradhelm im Straßenverkehr unterwegs sein. Zahlreiche Studien konnten in der Vergangenheit bestätigen, dass das Verletzungsrisiko ohne Kopfschutz deutlich erhöht ist. Ein guter Helm kann Leben retten und im Ernstfall den Unterschied machen. Deshalb sollten Eltern als Vorbild vorangehen und bei jeder Fahrt einen Helm tragen. Damit das schützende Accessoire jedoch seine Wirkung erzielen kann, sind eine optimale Passform und ein zuverlässiger Verschluss unverzichtbar. Beim Ermitteln der korrekten Größe ist der Kopfumfang maßgebend.
Fahrradhelme sollten nicht nur den oberen Bereich des Kopfes schützen, sondern auch den Hinterkopf, die Schläfen sowie Stirn. Kinder unter sieben Jahren dürfen von Erwachsenen nur dann mit dem Fahrrad im Straßenverkehr transportiert werden, wenn sie sich in einem speziellen Kindersitz befinden. Das schreibt die Straßenverkehrsordnung, kurz StVO, in § 21 Absatz 3 (siehe gesetze-im-internet.de) vor. Kinderfahrradsitze müssen generell der DIN EN 14344 Norm gerecht werden.
Auch die Beschaffenheit eines solchen Sitzes ist geregelt, wobei in erster Linie ein Punkt im Fokus steht: Die Beine der Kinder. Keine Vorschrift gibt es hinsichtlich der Kindersitz-Position am Fahrrad. Kindersitze dürfen sowohl hinten als auch vorne am Rad befestigt sein. Aufgrund der Tatsache, dass das Verletzungsrisiko bei einem Heckträger geringer ist, wäre diese Art Kindersitz zu bevorzugen. Die Positionierung hinter dem Fahrer hat nicht nur den Vorteil, dass Kinder bei Unfällen weniger gefährdet sind, sondern schützt die kleinen Mitreisenden gleichzeitig vor Wind.
Bei freiliegenden Federn am Sattel besteht die Gefahr, dass sich die dahinter sitzenden Kinder die Finger verklemmen. Ereignet sich ein Fahrradunfall mit einem Kleinkind, das nicht ordnungsgemäß in einem Kindersitz befördert wurde, machen sich Erwachsene mitschuldig. Beim Abstellen des Fahrrads besteht wegen des erhöhten Gewichts das Risiko des Umkippens. Gleiches trifft auf das Anfahren und Anhalten zu.
Insbesondere ungeübte Radfahrer haben hier zu Beginn der Eingewöhnung mit Kindersitz Probleme mit dem Gleichgewicht. Deshalb sind Sorgfalt und Geduld gefragt. Im Zweifelsfall sollte das Fahren mit Sitz ohne Kind geübt werden. Wenn Kinder aufs Fahrrad steigen, sollten sie stets einen Helm tragen, um bei einem Sturz oder Unfall geschützt zu sein.
ADAC und Stiftung Warentest: Fahrradhelm-Test
Ein gemeinsam von ADAC und Stiftung Warentest durchgeführter Test von 18 Helmen beweist, dass nicht alle Helme gleich gut sind.
Testergebnisse im Überblick
Die Auswahl an Fahrradhelmen für Kinder ist enorm groß. Doch welcher Helm ist der beste? Dieser Frage sind der ADAC und die Stiftung Warentest nachgegangen. 18 Helme mussten sich in den Kategorien Sicherheit, Handhabung, Hitzebeständigkeit und Schadstoffgehalt beweisen.
Wichtigstes Kriterium im Test mit einem Anteil von 50 Prozent an der Gesamtnote ist natürlich der Unfallschutz. Schließlich ist das der Grund, warum man einen Helm trägt: Im Falle eines Sturzes oder eines Unfalls kann er schwere Kopfverletzungen abmildern oder gar ganz verhindern. Umso erstaunlicher, dass nur der Testsieger von Abus und der Helm von Casco in dieser Kategorie mit der Note 2,5 gerade noch das Testurteil "gut" erreichten. Am schlechtesten beim Unfallschutz schnitt der Lazer Gekko mit 3,6 ("ausreichend") ab. Der Testsieger überzeugte bei Unfallschutz und Handhabung sowie in der Hitze- und Schadstoffprüfung. Sein Preis von 50 Euro ist angemessen und liegt im mittleren Bereich des Testfeldes.
Überraschend gut schnitt auch der günstigste Helm im Test ab. Das Modell Crivit vom Discounter Lidl kostet nur 12 Euro und erreichte dennoch Spitzenwerte bei Handhabung und in Teilen beim Unfallschutz, weil er durch ein festes Kinnband sicher sitzt und sich nicht leicht abstreifen lässt. Zusätzlich lässt er sich bequem tragen und einstellen und er verfügt über Reflektoren und LED-Beleuchtung. Am Ende teilte sich der Crivit mit der Note 2,4 gemeinsam mit den Helmen von Casco und Alpina den zweiten Rang.
Wichtige Aspekte für die Sicherheit
Enorm wichtig für die Sicherheit im Verkehr ist auch die Erkennbarkeit der Fahrradhelme bei Dunkelheit durch Reflektoren oder Beleuchtungseinrichtungen wie LEDs. Hier boten alle Fabrikate im Vergleich noch deutlichen Verbesserungsbedarf. Keines der 18 Modelle kam in dieser Disziplin über die Note "befriedigend" hinaus.
Da die Tester beim Modell Linok X Actionteam von Cube sehr hohe Mengen an Weichmachern im Kinnpolster entdeckten, fiel dieser Helm trotz seiner Bestleistungen beim Unfallschutz am Ende mit der Note 5,5 im Test durch. Sollten sich die Ergebnisse bei eigenen Schadstoffprüfungen des Herstellers bestätigen, hat dieser einen kostenlosen Austausch des Kinnpolsters in Aussicht gestellt.
In punkto Haltbarkeit und Sicherheit war auch die Hitzebeständigkeit der Helme ein Testkriterium. Hierzu wurde das Szenario eines Helmes auf der Heckablage des Autos im Hochsommer simuliert. In dieser Disziplin schlugen sich nahezu alle Helme gut, Ausreißer waren lediglich die Modelle von Nutcase und Prophete. Bei Letzterem löste sich unter hoher Temperatureinwirkung sogar die äußere Helmschale ab.
Kauftipps für Fahrradhelme
Um eine möglichst gute Sichtbarkeit zu gewährleisten, sollte der Helm mit einer LED-Beleuchtung ausgestattet sein. Da die Aktivierung vom Nutzer jedoch oft vergessen wird, sollte der Helm auch über eine passive Sicherheitsausstattung in Form von reflektierenden Elementen an der gesamten Helmschale sowie im Kinnriemen verfügen. Ein helles Design in auffälligen Farben erhöht zudem die Sichtbarkeit bei Tag und Nacht.
Da jede Kopfform individuell ist, empfiehlt es sich, den Helm vor dem Kauf anzuprobieren. So lassen sich Passform und Einstellmöglichkeiten des Helms überprüfen und ein Fehlkauf vermeiden.
Jeder Helm muss nach einem Sturz ersetzt werden, da dabei nicht sichtbare Schäden entstanden sein können. Dadurch könnte die Schutzfunktion des Helms teilweise oder vollständig beeinträchtigt sein.
Die ADAC Unfallforschung belegt, dass ein Helm beim Sturz effektiv vor vielen Kopfverletzungen schützen kann. Auch der schlechteste Helm im Test kann im Ernstfall Leben retten, wenn er richtig getragen wird. Daher gilt: Immer nur mit Helm fahren und diesen auch richtig aufsetzen und anpassen!
Weitere Informationen und Tipps
- ADFC-Empfehlungen: Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) bietet umfassende Informationen und Beratung zum Thema Fahrradsicherheit.
- Studienlage: Es gibt unterschiedliche Studien zur Schutzwirkung von Fahrradhelmen. Die meisten Studien kommen jedoch zu dem Ergebnis, dass Helme das Verletzungsrisiko bei Unfällen deutlich reduzieren können.
- Persönliche Entscheidung: Auch wenn es in Deutschland keine Helmpflicht gibt, sollten Eltern eigenverantwortlich entscheiden, ob ihr Kind einen Helm tragen soll.
Kindersitze und Anhänger
Solange Kinder noch nicht selbst Rad fahren können, fahren sie bequem im Fahrradanhänger oder im Fahrradsitz mit. Aber auch Mitläufer mit Tandemstange, Nachläufer und Abschleppseile bieten Kindern auf Radtouren eine hilfreiche Unterstützung. Beliebt sind Fahrradanhänger und FahrradkindersitzWichtig: Erst testen, dann kaufenVor- und Nachteile im Überblick Eltern, die ihre Kinder mit dem Rad mitnehmen wollen oder mit ihnen auf eine Radtour gehen, müssen entscheiden, welches System am besten zu den Anforderungen ihres Alltags passt.
Im Wesentlichen gibt es folgende Systeme: Fahrradkindersitze, Fahrradanhänger, sogenannte Mitläufer mit Tandemstange und Nachläufer. Eine eher kurzfristig Unterstützung beim Radfahren bieten Kindern Abschleppseile. Lastenräder sind praktisch bei der Nutzung im Alltag.Doch am beliebtesten und oft gekauft sind Fahrradanhänger und Fahrradsitze. Generell fällt vielen die Entscheidung zwischen den einzelnen Mitnahme-Systemen nicht leicht.
Fahrradanhänger: Vor- und Nachteile
Vorteile
- Ideal für längere Fahrten.
- Oft passen zwei Kinder in den Anhänger.
- Jede Anhängerkupplung passt an jedes Fahrrad.
Nachteile
- Nicht überall kann ein Rad mit Anhänger abgestellt werden, es benötigt unterwegs mehr Platz.
- Der Anhänger braucht einen separaten Abstellplatz, wenn er nicht genutzt wird.
- Teurer als ein Fahrradsitz.
Wer sich für einen Fahrradanhänger entscheidet, sollte sich vor dem Kauf gut informieren und das Fahren mit Anhänger vorher testen.
Fahrradsitz: Vor- und Nachteile
Vorteile
- Verstellbare Gurtsysteme und Fußhalterungen ermöglichen problemlos eine Anpassung je nach Größe des Kindes.
- Schnell und leicht zu montieren.
- Die Montage von zwei Halterungen für den Sitz an zwei Fahrrädern ermöglicht einen problemlosen Wechsel des Sitzes.
- Für den täglichen Gebrauch sehr praktisch - besonders, wenn man mit nur einem Kind unterwegs ist.
- Für Kurzstrecken innerorts gut geeignet.
Nachteile
- Ein Rucksack auf dem Rücken des Fahrers behindert das Kind eher.
- Für lange Radtouren eher ungeeignet.
- Kein Schutz vor Regen und Wind.
- Höhere Verletzungsgefahr durch höhere Fallhöhe bei Unfall.
- Erhöhte Umsturzgefahr des Rads beim Sichern des Kindes im Fahrradsitz sowie beim Auf- und Absteigen.
Mitläufer: Vor- und Nachteile
Als Mitläufer werden Systeme bezeichnet, mit denen ein eigenständiges Kinderfahrrad an das Zugfahrrad gekoppelt wird. Mitläufer mit Tandemstangen wie der Trail-Gator, Trail Angel oder auch die Tandemkupplung FollowMe heben das Vorderrad des Kinderrads an, so dass das Kind nicht mehr selbstständig lenken kann.
Vorteile
- Leicht montierbar an der Sattelstütze des Zugfahrrads.
- Wenn das Kind während einer Radtour wieder selbstständig fahren möchte, ist die Tandemstange schnell abnehmbar.
- Das Kind kann immer eigenständig mit pedalieren.
- Bei starrer Alu- oder Stahlsattelstütze, Freilauf und Standardnaben funktioniert das System zuverlässig und sicher.
- Variante Trail-Gator geeignet für Kinderfahrräder mit 16 Zoll bis zu 20 Zoll Laufradgröße.
Nachteile
- Auch Kinderrad-Modelle mit Rücktrittbremse, Nabenschaltungen oder geschlossenen Kettenkästen sowie Scheibenbremsen hinten sind oft nicht kompatibel mit der Tandemstange.
- Die Variante FollowMe ist recht teuer und verbleibt dauerhaft am Zugfahrrad, kann also während einer Fahrradtour nicht so einfach flexibel abmontiert werden.
- Die Erstmontage des Tandemkupplungs-Systems erfordert zudem technisches Verständnis und der Montageaufwand ist höher als bei den anderen zwei Varianten.
Nachläufer: Vor- und Nachteile
Trailerbikes, auch Nachläufer genannt, sind halbe Fahrräder ohne Vorderrad, die fest mit dem Zugfahrrad verbunden sind - meist über eine Kupplung am Sattelrohr oder an der Sattelstütze. Das Kind sitzt trotzdem eigenständig auf einem Sattel und hat einen eigenen Lenker zum Festhalten.
Vorteile
- Gute sichere Lösung für längere Touren oder den täglichen Weg zur Kita oder Schule.
- Eigenständiges Mittreten motiviert die Kinder und fördert das Gefühl für selbstständiges Radfahren.
- Das Kind kann kann mit pedalieren, muss aber noch nicht selbst die Balance halten oder lenken.
- Nachläufer-Systeme haben eine feste, stabile Verbindung zum Zugfahrrad. Sie bieten viel Fahrstabilität, auch bei unruhigem Fahrverhalten des Kindes.
Nachteile
- Höherer Preis im Vergleich zu einfachen Abschleppseil-Systemen.
- Das Kind kann temporär nicht selbstständig fahren. Ein spontaner Wechsel zwischen Selbstfahren und Mitfahren wie bei den Tandemstangen ist nicht möglich.
- Montage und Demontage am Zugfahrrad ist aufwendig, insbesondere bei häufigerem Wechsel zwischen alleine und gemeinsam mit dem Kind Radfahren.
Abschleppseil: Vor- und Nachteile
Abschleppseile sind starre oder elastische Verbindungen, die speziell für den gelegentlichen Einsatz beim Radfahren mit Kindern am Berg konzipiert wurden. Es gibt auch hier unterschiedliche Systeme. Die Varianten reichen von festen bis zu elastischen Abschleppseilen (wie zum Beispiel TowWhee, Shotgun Tow Rope), Systemen mit flexiblen Auszug am Zugfahrrad oder mit Haltegriff für das Kind.
Vorteile
- Schnelle Befestigung an Sattel und Lenker oder Vorbau.
- Ideal bei Steigungen, da ein flexibles Ziehen des Kindes auf dem Fahrrad möglich ist.
- Abschleppseile sind meist kostengünstig, einfach in der Handhabung und bieten eine direkte Kraftübertragung.
- Das Kinderfahrrad bleibt immer frei beweglich, was für das Kind mehr Kontrolle und Selbstständigkeit bedeutet.
Nachteile
- Nicht für den Straßenverkehr geeignet, da kontrolliertes Bremsen und Anhalten schwierig ist.
- Hohe Sturzgefahr bei ruckartigem Zug oder wenn das ziehende Fahrrad plötzlich abbremst.
- Elastische Seile können bei abruptem Loslassen nach vorne schnellen. Durch den Federeffekt ist ein Zusammenstoß von Zugfahrrad und Kinderfahrrad möglich.
- Anforderungen an Koordination sind hoch. Bei starren Abschleppseilen oder Systemen ohne Haltegriff ist das Risiko eines Kontrollverlusts beim Kind groß.
Diese Systeme sollten nur mit besonderer Vorsicht eingesetzt werden.
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