Fahrradkette rostfrei machen: So geht's!

Eine Fahrradkette verrostet nicht von heute auf morgen. Die Fahrradkette ist vielen unterschiedlichen Belastungen ausgesetzt und somit ein Verschleißteil. Wetter, Schmutz und Feuchtigkeit können ihr zusetzen und sie schwergängig machen.

In der Praxis passiert es aber dennoch häufig, dass die Wartungsarbeiten etwas vernachlässigt werden und Verschleiß und Rost das Zweirad befallen. Nicht immer bedeutet dies, dass Sie einzelne Bauteile Ihres Bikes kostenintensiv austauschen müssen.

Egal ob es sich um ein vernachlässigtes, länger nicht benutztes Bike oder um ein vergessenes Erbstück handelt - bevor Sie damit wieder auf die Straße können, müssen Sie es fahrbereit machen. Im Falle der verrosteten Kette gelingt dies auch technisch weniger versierten Fahrradfahrern recht einfach.

Erste Schritte: Bestandsaufnahme und Vorbereitung

Stelle dein Fahrrad auf einen Radständer und versuche zu ermitteln, ob deine rostige Fahrradkette noch gerettet werden kann. Einen Versuch ist es definitiv wert.

Ist der Antriebsstrang bei Ihrem Bike von Korrosion befallen, lohnt es sich auf jeden Fall das komplette Bike auf seine Fahrtauglichkeit zu überprüfen, bevor Sie sich damit wieder auf die Straße wagen. Am besten ziehen Sie sich zunächst alte Kleidung an und befreien das Velo gründlich von Dreck und Staub. Eine anschließende Politur lässt es wieder in altem Glanz erstrahlen. Als nächstes überprüfen Sie alle Schraubverbindungen auf Ihre Festigkeit. Kontrollieren Sie auch das Profil der Reifen und vor allem den Luftdruck. Dieser muss nach längerer Standzeit sicherlich korrigiert werden. Den optimalen Luftdruck finden Sie auf der Reifenflanke. Anschließend überprüfen Sie noch die gesamte Beleuchtungsanlage.

Rost entfernen: Verschiedene Methoden

Je nach Stärke des Rosts gibt es verschiedene Methoden. Eines solltest du allerdings wissen: Wenn der Rost bereits sehr tief in die Kette eingedrungen ist, könnte es sein, dass die Kette, auch wenn du sie schön gereinigt hast, bricht und du trotzdem eine neue kaufen musst. Probiere es aus.

Leichter Rost

Bei leichtem Rost verwendest du am besten eine Drahtbürste oder eine alte Zahnbürste, um die Kette abzubürsten. Danach kannst du diesen einfach mit einem Lappen abwischen!

Mittelstarker Rost

Handelt es sich bei deinem Fahrrad um mittelstarken Rost, kannst du die Kette für einige Stunden in Essig oder Zitronensäure legen, denn diese Hausmittel lösen Rost auf natürliche Weise! Danach kannst du die Kette abbürsten, mit Wasser abspülen und gut trocknen.

Essig-Methode:

  1. Entferne die Kette von deinem Fahrrad und lege sie in eine kleine Schüssel.
  2. Gib so viel Essig dazu, bis die Kette vollständig bedeckt ist, und lass die Kette bis zu drei Tage darin einwirken. (Kontrolliere den Fortschritt nach 24 Stunden.)
  3. Wenn du die Kette dann aus der Schüssel nimmst, wirst du sehen, dass sich ein Großteil des Rosts bereits gelöst hat. Nimm eine Stahlbürste oder Stahlwolle, tauche sie in sauberen Essig und schrubbe den restlichen Rost ab.
  4. Entferne den Essig mit Papiertüchern und schmiere die Kette mit deinem üblichen Schmiermittel ein.
  5. Jetzt kannst du die Kette wieder auf dein Fahrrad montieren.

Zitronensäure-Methode:

  1. Weiche die Kette (wenn sie sehr stark verrostet ist) 15-30 Minuten lang in heißem Seifenwasser ein. Dafür kannst du z.B. Pril Kraft Gel Ultra Plus verwenden.
  2. Ist die Kette nur wenig bis mittelstark verrostet, sollte sie jetzt schon sauber sein. Bei älteren Ketten mit sehr viel Rost kann milde Zitronensäure, z. B. von einer Zitrone oder Limette, helfen.
  3. Presse ein paar frische Zitronen oder Limetten aus und gib den Saft in einen Kunststoffbehälter. Lass die Kette über Nacht darin einwirken und schrubbe den Rost dann mit einer Drahtbürste bzw.

Hartnäckiger Rost

Bei hartnäckigem Rost solltest du einen Rostlöser nutzen, um diesen loszuwerden. Sprühe es auf die Kette, lasse es einwirken und bürste den Rost anschließend ab. Nach der Rostentfernung solltest du die Kette mit klarem Wasser abspülen und mit einem trockenen Lappen sorgfältig trocknen, um eine Rostbildung zu verhindern!

WD-40-Methode:

  1. Entferne die Fahrradkette von deinem Fahrrad.
  2. Besprühe die betroffene rostige Stelle der Fahrradkette mit WD-40.
  3. Lass es 15 Minuten einwirken.
  4. Jetzt kannst du die Kette mit einer Drahtbürste kräftig bearbeiten und den Rost entfernen.
  5. Um die Innenseite der Fahrradglieder zu erreichen, empfehlen wir eine harte Zahnbürste.
  6. Verwende dann einen sauberen Lappen, um die Rückstände abzuwischen.
  7. Wiederhole diese Schritte mehrmals, bis der Rost verschwindet.
  8. Gib die Fahrradkette wieder auf das Fahrrad.

Reinigung und Pflege der Fahrradkette

Am einfachsten gelingt die Reinigung der Kette wenn Sie diese ausbauen. Anschließend befüllen Sie das Gefäß mit Rostlöser und legen die Kette für eine Weile hinein. Beachten Sie hierbei die Einwirkzeit sowie Produkthinweise des Herstellers. Pflegen Sie die Fahrradkette mit Kettenspray und bauen Sie sie anschließend wieder ein. Drehen Sie die Pedale einige Male mit der Hand, eventuell müssen Sie noch mit ein wenig Pflegespray nachsprühen.

Wenn Sie kein Kettenreinigungsgerät besitzen, erfolgt die Säuberung per Hand. Zuerst entfernen Sie mit einer Fahrradbürste oder einer alten Zahnbürste vorsichtig alle Schmutzpartikel von der Kette, von den Ritzeln und allen anderen Bestandteilen.

Sollte ihr Bike sehr stark verschmutzt sein und Sie benötigen Wasser und Reinigungsmittel zur Säuberung, dann beachten Sie bitte, dass Sie Ihr Zweirad erst wieder neu einfetten können, wenn alles komplett getrocknet ist.

Verwenden Sie für die Reinigung der Kette nach Möglichkeit einen Kettenreiniger. Zur Rostlösung wird gerne auch das Kriechöl WD-40 verwendet.

Mit einem sauberen Lappen nehmen Sie den überschüssigen Reiniger und den Schmutz auf und warten bis alles getrocknet ist.

Wenn Sie keinen Kettenreiniger zur Hand haben gibt es allerlei Ausweichmöglichkeiten. So können Sie zum Beispiel auch einen Lappen mit Benzin oder Babyfeuchttücher verwenden. Beachten Sie aber, dass diese Methoden nur Behelfsmöglichkeiten sind. Auf Dauer ist diese Anwendung eher schädlich für Ihre Kette und ein fachrechter Kettenreiniger kostet nur wenige Euro.

Die richtige Schmierung: So bleibt die Kette geschmeidig

Ist Ihre Kette gereinigt und trocken, tragen Sie abschließend Kettenöl bzw. Kettenspray auf. Überschüssiges Öl nehmen Sie vorsichtig mit einem Lappen auf.

Auch hier gibt es Ausweichmittel aus dem heimischen Haushaltsschrank wie z. B. Sonnencreme, Vaseline oder Olivenöl. Auch diese Mittel schaden der Fahrradkette recht schnell und sollten eher nicht verwendet werden.

Fahrradketten Öl: Welches ist das richtige für dein Bike?

Öl ist nicht immer gleich Öl. Bei der Fahrradkette zumindest ist es so. Hier macht nicht jedes Produkt einen guten Job. Am besten greifst du zu einem Fahrradöl, welches der Hersteller speziell für die Fahrradkette entwickelt hat. Motoröle oder Pflanzenöle hingegen sind tabu. Diese sind zwar umweltfreundlich, verkleben aber schnell die Fahrradkette. Umso schneller bleiben Schmutz, Staub und Sand hängen. Und je mehr Schmutz, Staub und Sand hängen bleiben, desto schwerer tut sich dein Bike. Die Leichtläufigkeit leidet. Der Grund: Die Öle sind nicht fein genug. So dringen sie nicht in alle Ritzen vor. Eine gründliche Pflege sieht anders aus. Ideal sind synthetische Schmiermittel auf Mineralbasis. Mühelos bahnt sich das leichtläufige Produkt seinen Weg in alle Ecken und Winkel. So bleibt auch die letzte Stelle deiner Fahrradkette gut geölt.

Wie benutze ich Fahrradöl richtig?

Bevor du zum Fahrradöl greifst, steht noch ein anderer wichtiger Programmpunkt an. Du musst die Fahrradkette reinigen. Kurz gesagt: Befreie die Kette von Staub, Schmutz, Sand und alten Ölresten. Schnapp dir einen Lappen, eine kleine Reinigungsbürste und einen hochwertigen Kettenreiniger und mach dich an die Arbeit. Schritt für Schritt reinigst du Kette, Ritzel und Zahnkränze. Vorsicht: Öle nie eine dreckige oder gar nasse Antriebskette. Warum? Die Fettschicht auf der Kette soll so dünn und fein wie möglich sein. Sammelt sich zu viel Öl an, muss es dein Bike früher oder später büßen. So geht es vor dem Schmieren stets der alten Fettschicht an den Kragen. Mit Bürste und Lappen entfernst du die hartnäckigen Reste und bereitest deine Fahrradkette auf die frische Ölschicht vor.

Gut zu wissen: Beim Fahrradöl ist mehr nicht unbedingt mehr. Im Gegenteil: Du sollst die Kette nicht zukleistern. Vielmehr geht es um die kleinen Gelenke zwischen den einzelnen Kettengliedern. Sie freuen sich über eine hauchdünne Ölschicht. Gibst du zu viel Schmiermittel darauf, sammeln sich nur zu viele Schmutz-, Staub- und Sandpartikel an. Und genau diese Fremdkörper machen es dir später beim Radfahren schwer. Wie Schleifpapier nutzen sie die Kette ab. Kette, Ritzel und Zahnkränze werden unnötig beansprucht. So heißt die goldene Regel beim Fahrradkette ölen: Viel hilft nicht immer viel.

Vorsicht: Beim Schmieren ist Sorgfalt geboten. Es darf kein Öl auf die Bremsen, Bremsscheiben oder Felgen tropfen. Ansonsten leidet die Bremsleistung. Gerade auf den Bremsscheiben ist Öl kontraproduktiv.

Fahrradkette ölen: Schritt für Schritt

  1. Die Vorbereitung: Drehe die Kette vorne auf das mittlere Kettenblatt, hinten auf das mittlere Ritzel. So läuft die Fahrradkette möglichst gerade.
  2. Der Hauptteil: Anschließend drehst du die Pedale mit der Hand rückwärts. Und während sich die Kette rückwärts bewegt, tropfst oder sprühst du vorsichtig Öl auf die einzelnen Glieder der Fahrradkette.
  3. Der Feinschliff: Fertig geschmiert? Dann bewege die Kette noch mindestens eine Minute gleichmäßig weiter. So verteilt sich das Fahrradöl schneller.
  4. Die Nacharbeit: Die Kette tropft leicht? Kein gutes Zeichen, das war zu viel des Guten. Tupfe das überschüssige Fett mit einem trockenen Tuch ab.
  5. Die Generalprobe: Jetzt wird es Zeit für eine Testfahrt. Drehe eine Runde und schalte die Gänge dabei rauf und runter, sowohl vorne als auch hinten. Nur so fließt das Öl auch gleichmäßig in Ritzel und Zahnkränze.

Fahrradkette ölen: Wie oft muss ich ran?

Ein Generalrezept gibt es bei der Kettenpflege nicht. Wie oft du ölen musst, hängt stark davon ab, wie oft du dein Rad benutzt und wie viel Schmutz die Kette abbekommt. Manchmal musst du schon nach 100 Kilometern ran, manchmal erst nach 300 Kilometern. Am besten prüfst du regelmäßig den Zustand deiner Kette und machst dir selbst ein Bild. Du fährst jeden Tag mit dem Bike zur Arbeit? Bei jedem Wind und Wetter? Das klingt nach einer starken Beanspruchung. Am besten pflegst du deine Fahrradkette mindestens einmal pro Monat.

Rost vorbeugen: So bleibt die Kette länger sauber

Wie so häufig gilt auch in diesem Fall: vorbeugen ist besser als reparieren. Mit der richtigen Pflege werden Sie lange viel Freude an Ihrem Fahrrad haben. Dies gilt insbesondere für die etwas anfälligeren Verschleißteile. Auch wenn diese früher oder später sowieso gewechselt werden müssen, ist der tatsächliche Zeitpunkt jedoch von vielen verschiedenen Faktoren abhängig, unter anderem von der passenden Pflege.

Kette schmieren gegen Rost & Eis

Am schlimmsten ist das Salzwasser. Die aggressive Lösung im Spritzwasser ist schlicht Gift für jedes ungeschützte Metall. Davon gibt es gerade am Fahrrad-Antrieb reichlich. Auch, wenn manche Ketten und Ritzelpakete beschichtet sind, die korrosive Nässe kriecht doch in jede Spalte und tut dort ihr böses Werk. Mit guter Schmierung in der richtigen Reihenfolge kann man dem Rostfraß ein Schnippchen schlagen:

  1. Ölen Sie Ihre gesäuberte Kette im Winter Glied für Glied mit zähem Kettenöl. Tragen Sie das Öl lieber mehrmals dünn als einmal zu viel auf, lassen Sie es bei jedem Durchgang in Lagerkragen und Rollenspalte kriechen.
  2. Wischen Sie dann überschüssiges Öl mit einem Lappen weg, so dass die Kette außen trocken wird.
  3. Geben Sie dann eine Schicht Sprüh- oder Flüssigwachs auf die Außenseite der Kette. Das hält den Schmierstoff an Ort und Stelle und beugt einem schnellen Auswaschen vor. Zudem trocknet das Wachs äußerlich ab, weniger Schmutz haftet erneut an.

Ritzelpaket und Schaltwerk schützen:

Gehen Sie auch am Ritzelpaket der Kettenschaltung so vor: Säubern, ölen, einziehen lassen, wachsen. Auch die Gelenke der Schaltwerke, Schaltröllchen und Zughebel vertragen eine Punktölung und eine konservierende Wachsschicht. Achten Sie jedoch immer darauf, dass Bremsflanken, -beläge und -scheiben absolut fett- und wachsfrei bleiben. Es empfiehlt sich sogar, Bremsflanken und -scheiben direkt mit Spiritus zu entfetten und die Bremsbelag-Oberflächen leicht anzuschmirgeln, zum Beispiel mit Sandpapier. So greifen die Bremsen wieder besser.

Pflege für außenverlegte Züge:

Außenverlegte, unterbrochene Schalt- und Bremszüge hängen Sie aus. Schieben Sie Kunststoff-Liner über offene Zugabschnitte. Träufeln Sie Öl oder, noch besser, weil speziell auf Eisvermeidung ausgelegt, ein paar Tropfen von Tiptops Special Bike Fluid zwischen Zug und Hülle. Ein Klecks zähes Fett am Ende der Zughülle dichtet zusätzlich gegen eindringende Nässe. Mit dem Tiptop Fluid bekommen Sie auch bereits vereiste Züge oder Schaltwerke wieder frei: Das "Zaubermittelchen" funktioniert wie Enteiser für Autotürschlösser. Der kriechfähige Öl-Anteil schmiert an Ort und Stelle, der enthaltene Alkohol löst Verharzungen und Eis zuverlässig auf.

Riemen säubern:

Auch ein Riemenantrieb braucht Pflege, er ist zwar wartungsarm aber nicht wartungsfrei. Waschen Sie Riemen und Ritzel gründlich mit Seifenwasser.

Zusammenfassung

Damit Ihr Bike Sie zuverlässig von A nach B bringt, sollten Sie zukünftig nun in regelmäßigen Abständen für Sauberkeit und die richtige Fahrradpflege sorgen.

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