Pannensichere 28-Zoll-Fahrradreifen im Test: Alles, was Sie wissen müssen

Die Wahl des richtigen Fahrradreifens kann einen großen Einfluss auf das Fahrverhalten und die Sicherheit haben. Besonders bei 28-Zoll-Fahrrädern ist die Auswahl groß, und es gibt viele Faktoren zu berücksichtigen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über pannensichere 28-Zoll-Fahrradreifen, einschließlich Größenangaben, Reifentypen, Pannenschutztechnologien und Testergebnisse.

Die Qual der Wahl: Reifengrößen und -bezeichnungen

Bei den Reifengrößen hat sich eine merkwürdige Entwicklung vollzogen. Wenn etwa vom 28-Zoll-Fahrradreifen die Rede ist, können ganz unterschiedliche Benennungsphilosophien dahinter stehen. Die Ursache dafür liegt traditionell darin begründet, dass sich seit jeher die unterschiedlichen nationalen Maßsysteme etablieren konnten. Die Zollbezeichnung gibt entweder den Außendurchmesser des Reifens - nicht: des Laufrades - preis und steht entweder im Verbund mit der Reifenbreite in Zoll; oder sie ist mit gleich zwei weiteren, zollbasierten Maßbezeichnungen zu lesen, die Höhe und Breite des Reifens bezeichnen. Ein 28-Zoll-Reifen kann also ganz unterschiedliche Breiten haben.

Nicht nur, dass das Hineingrätschen der ETRO (European Tire ans Rim Technical Organisation oder die Europäische Reifen- und Felgen-Sachverständigenorgnaisation) zur Vereinheitlichung der unterschiedlichen Größenangaben nicht viel genützt hat, denn aus Tradition hält die Praxis an ihren Kürzeln für Reifendurchmesser, Breite und gegebenfalls auch der Höhe fest. Noch dazu gibt es bei den Zollbezeichnungen für die Reifenbreite ein Dezimal-Zahl- und ein Dezimal-Bruchmaß. Um am Beispiel eines 28er-Reifens zu bleiben: Es kann einem Käufer ein 28 x 1,50-Zoll-Reifen angeboten werden, ein Modell mit der Kurzform 28 x 1 1/8 Zoll oder mit der Langform 28 x 1 5?8 x 1 1?8 Zoll.

Am Beispiel: Bei 700 x 35C bezeichnet die erste Zahl den Außendurchmesser des Reifens, die zweite die Breite - jeweils in Millimeter. Der Buchstabe C wiederum gibt einen Hinweis auf den Reifeninnendurchmesser. Ironischweise sind sämtliche Zahlen im Grunde nur Näherungswerte - man spricht in jedem Fall nur vom „ungefähren“ Außendurchmesser.

Bleibt also nichts anderes übrig, als sich die Unterschiede einzuprägen und grob im Hinterkopf zu behalten, dass 28 × 1,50 Zoll eine völlig andere Größe als 28 × 11/2 Zoll ist und beides daher nicht untereinander austauschbar. Oder man vertraut auf die Fachberatung im Handel. Erleichterung verschafft ihm am Ende des Tage die Antwort, dass sich 28- und 29-Zöller den gleichen Innendurchmeser von 622 Millimeter teilen und daher auf die gleichen Felgen montiert werden können. ETRO hat also doch seine Berechtigung da sie eindeutige Werte bringt.

Überblick über die verschiedenen Größenangaben

  • Zoll: Außendurchmesser (ungefähr) x Reifenbreite (z.B. 28 x 1.40)
  • ETRTO: Reifenbreite - Reifeninnendurchmesser (z.B. 37-622)
  • Französische Angabe: Außendurchmesser x Reifenbreite (z.B. 700 x 35C)

Reifentypen: Drahtreifen, Faltreifen und Tubeless

Es gibt verschiedene Reifentypen, die sich in ihrer Konstruktion und ihren Eigenschaften unterscheiden:

  • Drahtreifen: Diese Reifen haben starre Stahl- oder Kevlar-Drähte, die in die Kante des Reifens eingearbeitet sind und auf der Felge sitzen. Sie sind in der Regel günstiger, aber auch schwerer und schwieriger zu montieren. Sie gehören zu den Klassikern unter den Fahrradreifen. Drahtreifen werden in der Regel mit zusätzlichem Fahrradschlauch gefahren und sind somit nicht Tubeless-kompatibel.
  • Faltreifen: Faltreifen sind vom Aufbau ähnlich wie Drahtreifen, allerdings besitzen sie biegsame Kevlar-Drähte, was sie leichter und einfacher zu transportieren macht, da sie faltbar sind. Im Gegensatz zu klassischen Drahtreifen lassen sich Faltreifen auch schlauchlos fahren.
  • Tubeless-Reifen (Schlauchlos-Systeme): Tubeless-Reifen sind schlauchlose Fahrradreifen. Sie ahnen es bereits schon: Hier ist kein extra Fahrrad-Schlauch notwendig. Gerade im Profibereich werden häufig Tubeless-Reifen verbaut, da sie über eine hohe Pannensicherheit und geringen Rollwiderstand verfügen. Vor allem bei Rennrad-Reifen ist das ein Vorteil.

Schlauchlos-Reifen sind leichter, rollen geschmeidiger und sind besser vor Pannen gefeit als Schlauchmodelle. Neue Materialien bringen den „Clincher“ aber wieder zurück auf die Bühne.

Pannenschutz: Technologien und Materialien

Moderne Reifen bestehen aus der Karkasse, einem nylon­verstärkten Gewebe, das seine Grund­struktur bildet. Darüber haben moderne Reifen einen Pannen­schutz­streifen aus Kevlar und darauf dann das Profil aus Gummi. Bei breiteren Reifen sinkt das Pannenrisiko. Aber: so unplatt­bar, wie manche Werbung verspricht, sind auch diese Reifen nicht. Gegen Stiche oder Risse von der Seite und Verschleiß­erscheinungen sind auch „unplatt­bare“ Reifen nicht geschützt.

Einige Reifen verfügen über eingebaute Schutzschichten, um die Wahrscheinlichkeit von Pannen zu reduzieren. Das kann besonders für Pendler oder Langstreckenfahrer interessant sein. Fahrradreifen mit Pannenschutz haben in der Regel unter der ersten Gummischicht einen so genannten Pannenschutzgürtel, der den Reifen widerstandsfähiger gegen Scherben und scharfkantiges Granulat machen soll. Je nach Modell können Glasscherben oder Reißzwecken bis zu 3 mm oder 5 mm in den Mantel eindringen, ohne dass der Fahrradreifen platt wird. Die Hersteller solcher unplattbaren Fahrradreifen verwenden besonders hochwertige und belastbare Materialien, die weniger anfällig gegen Witterungseinflüsse sind, weniger Verschleiß und Risse bilden und deutlich geringeren Abrieb aufweisen.

Reifenprofil: Grip und Rollwiderstand

Wie gut ein Reifen haftet, hängt bei Fahrten auf Asphalt vor allem von der Gummi­mischung ab: Je weicher, desto griffiger und weniger halt­bar; je härter, desto halt­barer und weniger griffig. Das Profil ist vor allem bei Fahrten auf unbe­festigtem Unter­grund und auf Schnee wichtig.

Je nachdem, mit welchem Bike Sie auf welchem Untergrund fahren, ist es natürlich auch wichtig, das passende Profil für diese Ansprüche auszuwählen. Fahrradreifen für Mountainbikes sind etwa stark profiliert, um eine möglichst große Fläche und Verzahnung auf den meist unwegsamen Untergrund zu bringen. So können Lenk- und Bremskräfte optimal übertragen werden, wodurch das Fahrrad einfacher steuerbar ist. Rennräder haben dagegen meist Reifen mit wenig Profil, da Sie auf glatten Straßen gefahren werden und somit möglichst wenig Rollwiderstand erzeugen sollen. Anders als bei etwa einem Autoreifen kann bei einem Fahrradreifen durch die geringe Profiltiefe kein „Aquaplaning“-Effekt auftreten. Der Anpressdruck ist einfach ungleich höher.

Luftdruck: Komfort und Pannensicherheit

Wichtig ist der richtige Luft­druck. Er ist vom Reifen­typ und -durch­messer abhängig. Zwanzig Milli­meter schmale Renn­reifen brauchen 8 bar und mehr, bei fünf Zenti­meter breiten und dickeren Mountain­bike-Reifen fürs Gelände können schon weniger als 2 Bar reichen. Bei zu geringem Luft­druck steigt nicht nur der Roll­widerstand, sondern auch das Pannenrisiko. Bord­steinkanten oder größere Steine können bis auf die Felge durch­schlagen. Der Schlauch bekommt dann dort zwei kleine Löcher, wo das Hindernis auf die Felge gestoßen ist.

Der Faktor Reifendruck: Dieser zeigte sich in einer Messreihe als wichtiger Einfluss auf den Rollwiderstand. Im Durchschnitt erhöht ein Reifendruck von 1 bar über dem empfohlenen Druck den Rollwiderstand um 0,5 bis 1 Watt.

Testergebnisse und Empfehlungen

Der Grand Prix 5000 S TR von Continental führt derzeit unser Ranking mit der Note 1,2 an. Die Liste basiert auf einer unabhängigen Auswertung von Tests und Meinungen und berücksichtigt nur aktuelle Produkte.

Der Grand Prix 5000 von Continental überzeugt unter den Clincher-Modellen besonders - sowohl durch seine Laborwerte beim Rollwiderstand und beim Pannenschutz als auch durch die Praxiseindrücke zum Grip und zum Abrollverhalten. Dieses Allround-Top-Niveau erreicht ansonsten nur der Pro One von Schwalbe. Auffällig: Auch die jeweils günstigeren Allwetter-Trainings-Modelle, der Continental GP 4 Seasons und der Schwalbe One Plus, überzeugen. Ein besonders gutes Preis-Leistungsverhältnis, und sehr viel Grip, bietet etwa der sehr gut abschneidende Goodyear Eagle F1.

Im Tubeless-Sektor ragt ein Modell heraus: Der in der Praxis sehr geschmeidig rollende Pro One TLE von Schwalbe ist der Beste in den Kategorien Gewicht und Rollwiderstand - und auch beim Pannenschutz vorne dabei.

Ein Fazit des Tests: Es gibt auch unter den Top-Allroundern für unterschiedliche Fahrertypen und deren Ansprüche unterschiedlich gut geeignete Reifenmodelle. Dennoch ragen einige Modelle heraus.

Testergebnisse im Überblick

Reifenmodell Typ Besondere Eigenschaften
Continental Grand Prix 5000 Clincher Sehr guter Rollwiderstand, guter Pannenschutz, guter Grip
Schwalbe Pro One Clincher Allround-Top-Niveau, guter Grip, gutes Abrollverhalten
Goodyear Eagle F1 Clincher Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, viel Grip
Schwalbe Pro One TLE Tubeless Bester Rollwiderstand, geringes Gewicht, guter Pannenschutz

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