Die Wahl des richtigen Fahrradreifens ist entscheidend, besonders wenn es um die Belastbarkeit geht. Viele Radfahrer, insbesondere solche mit E-Bikes oder die regelmäßig Lasten transportieren, benötigen Reifen, die mehr als 100 kg tragen können. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Aspekte, die bei der Auswahl solcher Reifen zu beachten sind.
Allgemeine Überlegungen zur Tragfähigkeit von Fahrradreifen
Fahrradreifen weisen keine Tragfähigkeitsklassen auf, wie man das von Kraftfahrzeugen kennt. Nur ECE - R75 zertifizierte Reifen haben analog zu Autoreifen einen Traglastindex. Generell gilt jedoch, dass sich breite Reifen mit hohem Luftdruck am besten für hohe Zuladung eignen. Es ist wichtig zu wissen, dass die maximale Tragfähigkeit eines Reifens auch von der Felgenbreite abhängt. Deshalb sind die am MTB üblichen Felgen/Reifen-Kombinationen (60mm Reifen auf Felgen mit 17-19mm Maulweite) im Hinblick auf die Tragfähigkeit eigentlich ziemlich sinnfrei.
Faktoren, die die Tragfähigkeit beeinflussen
- Reifendurchmesser: Grundsätzlich gilt offenbar je kleiner der Durchmesser, desto (erheblich!) geringer die angegebene Maximallast. Aber was ist der physikalische Hintergrund? Liegt es am Luftvolumen? Reifenbreite? Wirklich nur der Durchmesser?
- Luftdruck: Die Maximale Traglast ist dann etwa die Aufstandsfläche * Reifendruck.
- Felgenbreite: Es wird zwar von den Herstellern in der Regel nicht mit angegeben, aber die maximale Tragfähigkeit eines Reifens hängt auch von der Felgenbreite ab.
Empfehlungen für Reifenmodelle mit hoher Belastbarkeit
Es gibt verschiedene Reifenmodelle, die speziell für hohe Belastungen ausgelegt sind. Hier sind einige Beispiele:
- Schwalbe Marathon Plus: Nur Marathon Plus Reifen machen das Fahrrad unplattbar. Gegen die typischen Pannenteufel wie Scherben oder Granulat ist man mit dem Fahrradreifen Marathon Plus jedoch allerbestens geschützt. Bei allen Marathon Plus unbedingt ein Manometer zum Einstellen des Luftdrucks benutzen.
- Schwalbe Marathon E-Plus: Maximale Fahrsicherheit bei hohen Geschwindigkeiten und auf langen Touren. Höchste Marathon-Qualität, weiterentwickelt für die speziellen Anforderungen, die an einen E-Bike Reifen gestellt werden. Selbstverständlich ist der neue Marathon E-Plus ECE-R75 zertifiziert und ebenso bereit für Pedelcs mit einer Trittunterstützung bis 25 km/h als auch S-Pedelecs.
- Schwalbe Big Ben Plus: Großer Komfort dank großem Volumen. Der robuste 3 mm GreenGuard Pannenschutz und die verstärkte Seitenwand machen den Big Ben Plus zu einem verlässlichen Gefährten im urbanen Dschungel und darüber hinaus. ECE-R75 zertifiziert, komfortabel und belastbar.
- Schwalbe Energizer Plus Tour: Ohne Ende Fahrvergnügen mit dem E-Touringspezialisten Energizer Plus Tour. Durch den 3 mm starken GreenGuard auf dem gleichen Sicherheitsniveau wie der Energizer Plus und mit einem überarbeiteten Trekking-Profil, welches sich zuvor bei unserem Marathon GT Tour auf Jahre bewährt hat, ist der Energizer Plus Tour der ideale Begleiter für E-Touren auf oder abseits befestigter Radwege.
Besondere Reifenmerkmale und Technologien
Einige Reifen verfügen über spezielle Technologien, die ihre Belastbarkeit und Pannensicherheit erhöhen:
- SmartGuard: Die patentierte, 5 mm starke SmartGuard Einlage hat gegenüber allen Nachahmer-Produkten einen deutlichen Vorteil im Rollwiderstand.
- GreenGuard: Verlässlichen Pannenschutz im Touren-Alltag garantiert der bewährte, 3mm starke GreenGuard.
- „Anti-Aging“-Seitenwand: Die „Anti-Aging“-Seitenwand erträgt die typischen Überlastungen durch zu geringen Luftdruck deutlich länger, bevor sie hässliche Risse bekommt.
- Smart-DualGuard: Die patentierte SmartGuard Einlage wird zusätzlich unterstützt durch zwei Lagen RaceGuard-Gewebe. Dieser „Smart-DualGuard“ schützt noch besser gegen spitze Eindringlinge.
Bedeutung des Luftdrucks
Es geht bei der Maximallast ja um zwei Dinge: Einmal darum ob der Reifen im Normalbetrieb nicht zu weit eingedellt ist. Zum zweiten darf der Reifen beim maximalen Stoß/Fahrt über eine Kante nicht bis zur Felge eingedrückt werden (Snakebite). Als maximale Belastung wird wohl mit 5g gerechnet. Das kann auch grob über die Aufstandsfläche kurz vor dem Snakebite * Druck abgeschätzt werden.
Ein kleines Rad beult etwas staeker ein als ein Grosses, von 28" zu 20" muss man daher mit 10-15% mehr Druck bei gleicher Breite fahren, oder man kann dem Reifen halt nur 10%weniger Auflast zumuten. 10% ueber Maxdruck sind legitim, das sind die Tolleranzen drinn die der Hersteller immer laesst auch wenn der angegebene Maxdruck mal richtig sein sollte. Aber praktisch alle vulkanisierten Reifen im Massensegment (Extreme Rennreifen mal ausgenommen) vertragen auch 30% ueber Maxdruck.
Einfluss der Felgenbreite
Es wird zwar von den Herstellern in der Regel nicht mit angegeben, aber die maximale Tragfähigkeit eines Reifens hängt auch von der Felgenbreite ab. Deshalb sind die am MTB üblichen Felgen/Reifen-Kombinationen (60mm Reifen auf Felgen mit 17-19mm Maulweite) im Hinblick auf die Tragfähigkeit eigentlich ziemlich sinnfrei.
Weitere Reifenempfehlungen
Neben den bereits genannten Modellen gibt es noch weitere Optionen, die für bestimmte Einsatzzwecke geeignet sind:
- Schwalbe G-ONE RS PRO: Schwalbes schnellster Gravel-Reifen. Das spezielle Semi-Slick-Profil reduziert den Rollwiderstand auf ein Minimum, während ausgeprägte Seitenstollen für sicheren Halt in Kurven sorgen. Ideal für alle, die im Rennen alles geben wollen.
- Schwalbe Marathon Almotion: Unglaublich vielfältiges Profil mit modernster Reifentechnologie für ultimative Fahrperfomance und erhöhten Pannenschutz. Ideal für intensive Touren mit dem Fahrrad oder E-Bike (E-25).
- Schwalbe Land Cruiser Plus: Wie eh und je ist er für jedes Gelände gerüstet. Rollt angenehm leicht auf der Straße und nimmt doch locker jeden Wald- und Feldweg. Wird dabei hervorragend geschützt durch den 3 mm starken PunctureGuard (Schwalbe Protection Level 5).
Zusätzliche Hinweise und Überlegungen
Achtung die Gewichtsbegrenzungen liegen nicht nur an den Reifen. Viele Laufräder haben auch eine Höchstlast. Das grundsätzliche ist ja bereits in der Vergangenheit beschrieben worden: Aufstandsfläche des Reifens mal Innenüberdruck des Reifens entspricht mit kleiner Abweichung in Abhängigkeit der Steifigkeit des Reifens der Traglast.
Während schmalere Felgen den Federungscomfort des Reifens erhöhen, erhöhen diese auch den Rollwiderstand und vergrößern die Walkarbeit. Unsere Empfehlung: Bei kleineren Reifengrößen und hoher Last sollten breite Reifen und möglichst passende breite Felgen genutzt werden. Hohe Seitenwände der Felge verhindern das Abspringen des Reifens. Der Luftdruck sollte so gewählt werden, dass der Reifen gerade eben noch keine Beulen vom Aufpumpen bekommt, dann kann er ohne Gefahr oft deutlich mehr als vorgesehen tragen, das gleiche gilt für große Räder auch: Breite Felgen und ein grenzwertig hoher Luftdruck schützten den Reifen, in der Praxis kann es allerdings dann auch Probleme mit den Felgen geben. Wiederum nach der Kesselformel belastet ein breiter Reifen die Felgen ungleich stärker, genauso der hohe Luftdruck. Wer den Luftdruck immer peinlich kontrolliert, kann guten Reifen in der Regel wesentlich mehr zumuten als die Hersteller angeben.
Verwandte Beiträge:
- Ursachen für Luftverlust im Fahrradreifen & Die Besten Tipps zur Vorbeugung
- Fahrradreifen flicken ohne Flickzeug: Notfall-Reparatur
- Blaue Fahrradreifen 28 Zoll: Die schönsten Modelle & Kaufberatung
- Fahrradreifen ohne Aufpumpen: Luftlose Reifen im Test
- Harley Davidson Kupplung einstellen: Ultimative Schritt-für-Schritt Anleitung für perfekte Kontrolle!
- Entdecke Anika Schwinn Lauers beeindruckenden Lebenslauf und ihr Engagement bei der Stiftung Kreuznacher Diakonie!
Kommentar schreiben