Der Luftreifen war ein wichtiger Wegbereiter für die Fahrradmobilität, wie wir sie heute kennen. Ohne Luft im Reifen kein komfortables, schnelles Vorankommen beim Radfahren. Doch was tun, damit der Reifen lange Luft behält? Der pressedienst-fahrrad hat zehn Tipps zusammengestellt, damit dem Fahrradreifen möglichst nicht die Luft ausgeht.
Die Geschichte des LuftreifensDunlop meldete die Erfindung zum Patent an und startete damit eine Revolution im Verkehrswesen. Bereits ein Jahr später gründete er zusammen mit Harvey du Cros eine erste Fabrik für luftgefüllte Reifen. In den Anfangsjahren konzentrierte sich das Unternehmen auf Fahrradreifen und expandierte schnell. Der Name Dunlop ist vielen Radfahrenden bis heute ein Begriff, da das Dunlop-Ventil bis in die 1980er-Jahre Standard an den meisten Fahrrädern war und z. B. an Kinderrädern auch heute noch zu finden ist. Dabei nutzte Dunlop bei seinem ersten Reifen angeblich noch einen Schnuller als Ventil. Eigentlich war Dunlop mit dem Patent zu spät dran: Bereits am 10. Dezember 1845 hatte der Bauingenieur Robert W. Thompson einen luftgefüllten Reifen zum Patent angemeldet. Doch er konnte seine Idee nicht vermarkten und sie geriet in Vergessenheit.
Ursachen für Luftverlust im Fahrradreifen
Wenn der Reifen platt ist, kann das verschiedene Ursachen haben. Eine der häufigsten ist, dass der Reifen nur über die Zeit langsam an Luft verloren hat. In diesem Fall reicht es aus, den Reifen einfach wieder aufzupumpen. Wenn der Reifen auch nach dem Aufpumpen an Luft verliert, könnte das Ventil offen stehen. Sollte das Ventil nicht nur offen stehen, sondern beschädigt sein, dann kann ein Tausch des Ventils notwendig sein. Sollte das Ventil in Ordnung sein, dann ist der Schlauch wahrscheinlich beschädigt. In diesem Fall muss der Schlauch gewechselt werden bzw. kann geflickt werden.Ein schleichender Luftverlust kann an einem defekten Ventil liegen. Eine regelmäßige Kontrolle des Ventils, z. B. beim Aufpumpen, ist deshalb sinnvoll. Auch beim Tubeless-System kann es zu Luftaustritt am Ventil kommen, das direkt in der Felge verschraubt wird. Eine lockere Ventilmutter kann, anders als beim Schlauch, Luftverlust verursachen.Bei meinem Fahrradreifen am Hinterrad geht immer wieder die Luft raus, obwohl ich den Schlauch mehrmals kontrolliert habe. Das kann mehrere Ursachen habe. Entweder du hast das Loch übersehen, da es sich nach deiner Schilderung eher nach einem Schleicher anhört als einem richtigen Platten mit sichtbarem Loch im Schlauch. Du solltest den Schlauch ausbauen und leicht aufpumpen und dann in Wasser - am besten in einem Spülbecken - tauchen. Dort wo Luftblasen herauskommen, ist auch das Loch. Sollte dieser Test negativ verlaufen, ist der nächste Verdächtige das Ventil. Einfach mal das Ventil ins Wasser tauchen und sehen ob dort die Luft entweicht. Wenn dir das alles zu kompliziert ist, kannst du dir auch einfach für ein paar Euro einen neuen Fahrradschlauch kaufen. Billige Schläuche gibt es bei uns unter anderem von Michelin und Kenda. Reparieren kannst du einen Schlauch ganz einfach mit einem passenden Flickzeug z.B.
Tipps zur Vorbeugung und Behebung von Luftverlust
Um unangenehme Überraschungen, wie z.B. Pannen, zu vermeiden und um sicherzustellen, dass der Reifen lange Luft behält, sind hier einige Tipps:
- Regelmäßige Reifendruckkontrolle: Rund einmal im Monat gilt es, den Reifendruck zu prüfen. Zu hoher oder zu geringer Reifendruck erhöht das Pannenrisiko deutlich. Die passenden Druckangaben finden sich auf der Reifenflanke. Der Test mit dem Daumen ist dabei allerdings nicht zu empfehlen, weil er wirklich nur im Fall eines deutlich zu schlecht aufgepumpten Reifens Erkenntnisse liefert. Sinnvoller ist ein spezieller Reifendruckmesser (z. B. von Schwalbe). Es gibt mittlerweile auch digitale Reifendruckmesser (z. B. In einem Fahrradhaushalt sollte eine entsprechende Standpumpe mit Manometer (z. B. „Air-X-Plorer“ von SKS Germany) zur Grundausstattung zählen. Damit lässt sich der Luftdruck direkt ablesen und nach den Vorgaben richtig einstellen.
- Pannensichere Reifen aufziehen: In der Regel befindet sich die Luft in einem Schlauch. Damit sie darin auch bleibt, kann ein pannensicherer Reifen den Schlauch vor Einstichen schützen. Der „Marathon Plus“ von Schwalbe darf sich beispielsweise „unplattbar“ nennen. Unter der Lauffläche des Reifens verhindert eine hochelastische Pannenschutzeinlage aus Spezialkautschuk den Durchstich von Gegenständen in den Schlauch. Derartige Schutzgürtel gibt es auch aus reißfesten Fasern aus Aramid oder Vectran. Durch diese Techniken kann selbst bei dünneren Reifen, z. B.
- Hochwertige Schläuche verwenden: Schläuche mit einem hohen Anteil an Butylkautschuk halten die Luft länger als herkömmliche Fahrradschläuche. Im Trend sind außerdem Schläuche aus thermoplastischem Polyurethan (TPU), wie sie Schwalbe mit der „Aerothan“-Reihe oder die Firma Dubied mit der „Eclipse“-Reihe anbieten. Das Material kann kleinen Einstichen bis zu doppelt so lange standhalten wie normale Schläuche aus Kautschuk.
- Tubeless-System in Betracht ziehen: Wie der Name bereits sagt, kommt hier kein Schlauch zum Einsatz. Stattdessen dichtet der Reifen direkt mit der Felge ab. Damit das System luftdicht ist, muss der Reifen, nachdem er auf die Felge gezogen ist, mit einem kräftigen Luftstoß aufgepumpt werden - so setzt er sich, oft mit deutlichem Knackgeräusch, beidseitig ins Felgenhorn. Dafür braucht es entweder einen Kompressor oder eine Tubeless-Pumpe mit zusätzlicher Druckkammer. Letztere lässt sich auch extern kaufen, z. B. als „Tire Booster“ von Schwalbe. Das Tubeless-System gilt als äußerst pannensicher, da eine spezielle Dichtmilch kleine Einstiche eigenständig von innen verschließt.
- Felgenband überprüfen: Es verhindert mechanische Beschädigungen des Schlauchs „von innen“, also durch Speichenköpfe, Metallgrate und Bohrungen in der Felge. Es gibt unter Spannung montierte Kunststoffbänder sowie selbstklebendes Felgenband aus Textilgewebe und Kunststoff. Das Felgenband sollte man regelmäßig, z. B. bei einem Reifenwechsel, kontrollieren, da es verrutschen oder sich ablösen kann. Es sollte möglichst breit sein und das komplette Felgenbett bedecken.
- Regelmäßige Reifenkontrolle: Ein Blick auf die Reifen lohnt sich immer, um eingefahrene Fremdkörper wie Steine u. Ä. zu entfernen, damit sie sich nicht weiter in den Reifen „einarbeiten“ können. Zwar gibt es beim Fahrrad und E‑Bike, anders als beim Auto oder S‑Pedelec, keine Mindestprofil-Vorgabe. Aber ein abgefahrenes Profil sorgt für ein schlechteres Fahrverhalten, mindert die Traktion und erhöht das Pannenrisiko.
Zusätzliche Tipps
- Bei längeren Standzeiten lohnt sich eine regelmäßige Kontrolle des Luftdrucks.
- Montierte Reifen sollten an einem kühlen, trocknen und möglichst dunklen Ort gelagert werden und immer aufgepumpt sein.
Die Rolle des Felgenbands
Darüber hinaus empfiehlt er, dem meist wenig beachteten Felgenband, das den Schlauch vor dem direkten Kontakt mit der Felge schützt, etwas mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Je nach Beschaffenheit sei dieses Band eine häufige Ursache für Pannen. Die in den Felgenring eingebrachten Speichen können an der Felgeninnenseite einen kleinen Grat aufweisen. "Der hat die Wirkung einer Stecknadel und würde den gerade erst reparierten Schlauch gleich wieder beschädigen, ist das Felgenband minderwertig oder gar nicht vorhanden", weiß der Experte. Gerade an der Qualität des Felgenbandes aber würden die Hersteller gerne sparen, zudem werde der Kunststoff, wenn sich die Weichmacher über die Jahre verflüchtigt hätten, spröde und brüchig. "Hier sollte man also ruhig vier, fünf Euro in eine vernünftige Materialqualität investieren."
Reparatur eines Schlauchs
Habe man das Loch erst einmal identifiziert - es sollte nicht größer als drei Millimeter sein - so sei die eigentliche Reparatur alles andere als Hexenwerk. Fehlau rät zu fertigen Sets, die alles enthalten, was man für das eigentliche Flicken benötigt."Zunächst wird die schadhafte Stelle leicht angeraut, dann kann der Flicken aufgebracht werden", erklärt Eisenberger, der zu selbstklebenden Flicken rät, da sie deutlich besser zu handhaben seien, als solche, die nach einem separaten Kleber verlangten. "Der hohe Anpressdruck in den ersten 15, 20 Sekunden macht dann die Musik und entscheidet über die Haltbarkeit", erklärt Fehlau. Bevor der Schlauch nun wieder auf die Felge aufgezogen wird, gilt es allerdings noch einige Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. "Man sollte unbedingt schauen, ob an der Innenseite des Reifens noch Reste des ursprünglichen Übeltäters stecken, etwa der Rest eines Dorns oder ein Stückchen Glas", sagt Fehlau. Sowas müsse dann selbstverständlich vorsichtig entfernt werden.
| Problem | Mögliche Ursachen | Lösungen |
| Reifen verliert schnell Luft | Loch im Schlauch, defektes Ventil, beschädigtes Felgenband | Schlauch flicken oder ersetzen, Ventil austauschen, Felgenband ersetzen |
| Reifen verliert langsam Luft | Poröser Schlauch, undichtes Ventil, geringfügige Beschädigung | Schlauch ersetzen, Ventil überprüfen und festziehen, Dichtmittel verwenden |
| Häufige Pannen | Minderwertige Reifen, falscher Reifendruck, scharfkantige Gegenstände auf der Fahrbahn | Pannensichere Reifen verwenden, Reifendruck regelmäßig prüfen, Fahrbahn kontrollieren |
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