Abenteuerlustige Radfahrer, die kurze Fluchten aus dem Alltag suchen und Land, Leute und Kultur auf dem Fahrrad kennenlernen möchten, finden in Bikepacking-Taschen eine praktische Lösung. Diese Taschen bieten ausreichend Platz für alles Notwendige auf Reisen. Der Markt für Bikepacking-Taschen ist in den letzten Jahren stark gewachsen, sodass es heute für jeden Anspruch und Geldbeutel passende Modelle gibt. Die Hersteller überraschen dabei mit immer pfiffigeren und praktischen Details.
Vielfalt im Test: Für jeden Bedarf das Richtige
Dieser Test spiegelt die Vielfalt des Angebots wider. Egal, ob Sie eine kleine Tasche für den kurzen Tagestrip oder eine voluminöse Tasche für die Fernreise suchen, hier finden Sie passende Optionen. Die Bandbreite reicht von kleinen 2,5-Liter-Rollen bis hin zu geräumigen Satteltaschen mit 14 Litern Volumen.
Praktische Details für mehr Komfort
Besonders bei größeren Taschen ist es von Vorteil, wenn sich der Packsack einfach aus dem Holster nehmen lässt, während die Halterung fest an Sattelstütze und Sattel verbleibt. Diese sogenannte "Harness-System"-Lösung bieten neben Restrap auch andere Hersteller für Sattel- und Lenkertaschen an. Rahmentaschen erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit, da man wichtige Dinge auch während der Fahrt schnell zur Hand hat.
Wasserdichtigkeit im Fokus
Fehlende Wasserdichtigkeit kann gerade auf längeren Touren schnell zum Stimmungskiller werden. Daher wurde diesem Thema besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Die drei Bikepacking-Taschen von Ortlieb zeigten diesbezüglich keinerlei Schwächen, selbst starker Dauerregen konnte ihnen nichts anhaben. Im Test bestätigte sich auch, dass sogenannte Roll-Top-Verschlüsse Feuchtigkeit besonders effektiv am Eindringen hindern. Auch die Packsäcke für die Harness-Systeme verschiedener Hersteller punkten mit solchen Verschlüssen. Auf dem Packsack von Acepac Saddle Harness MKIII ist sogar aufgedruckt, wie oft man ihn umschlagen sollte - und in welche Richtung.
Weitere wichtige Details
Zu den Details, auf die es zu achten gilt, zählen auch Kompressionsventile, die es unter anderem an Topeaks Dry Bag oder Ortliebs Handlebar-Pack gibt. Sie ermöglichen es noch einfacher, Luft aus dem Inneren entweichen zu lassen. Auch die Riemen/Schnallen zur Montage am Rad samt Rahmenschutz sind wichtige Details. Dabei spielt natürlich auch Gewicht und Art der Ladung eine entscheidende Rolle.
Eine Rahmentasche, in der u. a. Powerbank, Arm- und Beinlinge, Riegel oder die leichte Windjacke Platz finden, beeinflusst das Handling kaum. (Klett-)Riemen, oft mit weichem Fleece versehen, halten die Taschen fest an Ort und Stelle und schonen idealerweise den Lack. Tipp: Rahmenschutzfolie verwenden, auch wenn sie nicht beiliegt.
Die Taschen im Detail
Acepac
Die Marke Acepac aus Tschechien bietet ein vielseitiges Angebot an Bikepacking-Taschen. Getestet wurden unter anderem die Triangle Frame Bag M MKIII, die Bar Roll MKIII Lenkertasche und das Saddle Harness MKIII-System.
- Triangle Frame Bag M MKIII: Das weiche Nylon Ripstop ist sehr flexibel, kann dadurch aber auch leichter ausbeulen. Die Klettriemen zur Befestigung lassen sich idealerweise unterschiedlich positionieren und bei Bedarf mit der Schere kürzen, sie sind jedoch sehr rau und können Scheuerstellen am Rahmen hinterlassen.
- Bar Roll MKIII Lenkertasche: Die bekannten Abstandshalter aus Schaumstoff sind bei dem System bereits fest vernäht. Nicht schön: eine Polsterung für das Steuerrohr fehlt, Scheuerstellen sind leider vorprogrammiert. Der von zwei Seiten zu befüllende Bar Drybag muss im übrigen separat gekauft werden.
- Saddle Harness MKIII-System: Ein extra Stück Stoff schützt Sattelrohr und Sattelgestänge vor den Plastik-Clips. Coole Idee: auf dem Packsack ist am offenen Ende zu lesen, in welche Richtung und wie oft man ihn einrollen soll, damit Wasser und Schmutz keine Chance hat.
Fazit: Praktische Taschen aus dem Hause Acepac. Viele Details zeigten im Test, dass sich Gedanken zur Nutzerfreundlichkeit gemacht wurden. Die Verarbeitung ist sorgfältig. Einzig dort, wo es an den Lack ging, besteht noch Verbesserungspotenzial. Schade, dass die Drybags extra gekauft werden müssen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis geht in Ordnung.
Apidura
Apidura ist bei Bikepacking-Enthusiasten hoch im Kurs. Getestet wurden die Expedition Frame Pack, Handlebar Pack und Saddle Pack.
- Expedition Frame Pack: Fühlt sich nicht nur hochwertig an, das Material besteht auch aus einem dreilagigen Laminatstoff. Die Nähte sind sorgfältig verschweißt, Wasser hatte im Test keine Chance. Clever: die Trennung selbst im Innenraum ist ebenfalls wasserdicht gehalten.
- Expedition Handlebar Pack: Der Zugriff auf den Inhalt, wie Zelt und Schlafsack fällt leicht und es ist immer noch Platz für eine Jacke oder anderen Dingen. Der Halt am Lenker überzeugt jedoch. Clever: drei feste Clips, mit denen sich eine zusätzliche Accessoire-Bag von Apidura befestigen lässt.
- Expedition Saddle Pack: Pendelbewegungen lassen sich gut minimieren. Innen gibt es am Vorderteil freundlich hellgelbes Fleece, der Roll-Top-Verschluss ist auch bei dieser Tasche easy zu bedienen. An eine Ansteckmöglichkeit für ein Rücklicht wurde ebenso gedacht wie an Reflex-Logos.
Fazit: Top-Ausrüstung für das Bikepacking. Hochwertiges, wasserdichtes Laminatmaterial, versehen mit gut durchdachten, praktischen Details. Das Taschen-Set zeigte sich ohne nennenswerte Schwächen im Test. Der Preis entspricht aber auch der Oberklasse.
Deuter
Auch Rucksack-Profi Deuter mischt im Bikepacking-Game mit! Getestet wurden die Rahmentasche Cabezon FB 4 l, die Lenkertasche Cabezon HB 14 l und die Satteltasche Cabezon SB 16 l.
- Cabezon FB 4 l: Sie ist dank großzügig bemessenem Reißverschluss flott und dann auch formfüllend von rechts aus beladen. Die Nähte der mit vier Liter Volumen eher kleinen Tasche sind innen sauber überklebt, das Material ist wie bei den Packsäcken aus der Cabezon-Linie innen weiß.
- Cabezon HB 14 l und Cabezon SB 16 l: Beide Taschen haben zum besseren Befüllen jeweils ein Ventil zum Komprimieren. Aber: perfekten Halt im Harness finden beide aber erst voll beladen - dann halten beide aber selbst auf ruppigstem Gelände sicher am Rad. Im Alltag praktisch ist der Kordelzug, hier lässt sich pro Tasche Nützliches wie eine Regenjacke oder -hose griffbereit halten.
Fazit: Auch Taschen-Multi Deuter hat eine prima Bikepacking-Lösung mit am Lenker und Heck wirklich stattlichem Packvolumen am start. Die Verarbeitung ist typisch für die Gersthofener hervorragend, die Montage selbsterklärend und sicher. Kritik? Gibt's höchstens für das eher stattliche Gewicht.
Weitere getestete Bikepacking-Taschen-Sets
Neben den oben genannten Marken wurden auch Bikepacking-Taschen-Sets von Acid, Cyclite, Evoc, Ortlieb, Restrap, Revelate Designs, Tailfin und Topeak getestet. Die Ergebnisse dieser Tests sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:
| Marke | Set-Preis (ca.) | Volumen (Liter) | Gewicht (Kilogramm) | Fazit |
|---|---|---|---|---|
| Acid | 285 Euro | 33,7 | 1,9 | Viel Tasche fürs Geld, aber eher schwer. |
| Cyclite | 525 Euro | 29,8 | 0,9 | Leichtbau mit vielen durchdachten Details. |
| Evoc | 410 Euro | 17,3 | 1,1 | Leicht, aber weniger Stauraum. Praktische Boa-Verschlüsse. |
| Ortlieb | 420 Euro | 19 | 1 | Guter Schutz dank Rollverschlüssen. |
| Restrap | 468 Euro | 19,4 | 0,9 | Flexibel und leicht, aber weniger Stauraum. |
| Revelate Designs | 695 Euro | 36 | 1,8 | Robust und durchdacht, aber vergleichsweise schwer. |
| Tailfin | 805 Euro | 35,1 | 2,7 | Teuer und schwer, aber unzerstörbar und stabil. |
| Topeak | 215 Euro | 38,3 | 1,5 | Günstig und solide, aber mit einigen Schwächen. |
Worauf kommt es beim Kauf von Bikepacking-Taschen an?
Gepäckmenge
Die Wahl der richtigen Bikepacking-Taschen hängt stark von der benötigten Gepäckmenge ab. Überlegen Sie, ob Sie eine große Satteltasche oder eine Lenkerrolle benötigen, oder ob der Platz in Rahmen- und Satteltasche ausreicht. Auch die Art der Unterkunft und die Verpflegung spielen eine Rolle bei der Bestimmung des Gepäckvolumens.
Fahrradgröße
Nicht alle Taschen passen an kleine Räder. Es kann sein, dass zwischen Satteltasche und Hinterrad zu wenig Platz ist, oder dass die Lenkertasche den Reifen berührt. Achten Sie daher auf die Kompatibilität der Taschen mit Ihrem Fahrrad.
Anschraubpunkte
Überprüfen Sie, welche Anschraubpunkte Ihr Fahrrad bietet. Gabeltaschen benötigen beispielsweise meistens Anschraubpunkte an der Gabel. Die Hersteller bieten oft verschiedene Befestigungsoptionen an, entweder mit Anschraubpunkten oder mit Riemen um den Rahmen.
Arten von Bikepacking-Taschen
- Satteltasche: Wird an Sattelstütze und Sattelstreben befestigt.
- Rahmentasche: Füllt das obere Drittel des Rahmendreiecks oder das komplette Rahmendreieck aus.
- Oberrohrtasche: Ermöglicht schnellen Zugriff auf den Inhalt während der Fahrt.
- Lenkertaschen: Werden an Lenker und Steuerrohr befestigt.
- Snack Bag: Wird neben dem Vorbau montiert, ideal für Snacks oder eine zusätzliche Trinkflasche.
- Gabeltaschen, Panniers: Für größere Gepäckmengen.
Bikepacking-Taschen von A bis Z - Überblick
Es gibt eine Vielzahl von Herstellern, die Bikepacking-Taschen anbieten, darunter Apidura, Birzman, Cyclite, Deuter, Evoc, Fara Cycling, fO.Goods, Gramm Tourpacking, Jack Wolfskin, Lezyne, Miss Grape, Ortlieb, Restrap, Reisefix, Relevate Designs, Specialized & Fjäll Räven, Tailfin und Topeak.
FAQ Bikepacking-Taschen
Welche Taschen eignen sich für kleine Rahmen?
Achten Sie bei Satteltaschen darauf, dass sie nicht zu hoch bauen, damit ausreichend Platz zwischen Reifen und Tasche ist. Bei Rahmentaschen ist es besonders schwierig, eine passende Größe zu finden, die nicht mit den Trinkflaschen kollidiert. Eine maßgefertigte Tasche kann hier eine gute Lösung sein.
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