Fahrradtaschen für E-Bikes im Test: Welches Modell ist das Richtige?

Ob für den Wochenendausflug oder die Fahrt ins Büro: Wer mit dem Rad unterwegs ist, wird eine gute Fahrradtasche zu schätzen wissen. Doch welche Taschen eignen sich?

Was eine gute Fahrradtasche ausmacht

Eine gute Fahrradtasche sollte einige Eigenschaften mit sich bringen:

  • Sie sollte wasserdicht sein.
  • Sie sollte robust sein.
  • Sie sollte einfach und sicher zu montieren sein.
  • Zudem sollte die gute Sichtbarkeit eine Rolle spielen.

Im besten Fall hat die Gepäckträgertasche obendrauf ein paar Fächer, in denen sich Gegenstände übersichtlich verstauen lassen.

Stiftung Warentest: Fahrradtaschen im Vergleich

20 Fahrradtaschen hat die Stiftung Warentest getestet, davon zehn für den Büroalltag und zehn für Touren. Bei den Citytaschen kürten die Tester die Augsburg III L von Vaude zum Testsieger. Bei Fahrten ins Büro oder zum Einkaufen bleibt die Tasche bei Regen dicht. Zudem hat das Vaude-Modell eine integrierte Laptoptasche. Die Montage geht schnell und einfach von der Hand.

Unter den Tourentaschen kann die Stiftung Warentest die Ortlieb Back-Roller High Visibility für etwa 150 Euro empfehlen. Die Tourentasche von Ortlieb konnte insbesondere in den Kategorien Halt­bar­keit und Wasser­dicht­heit, Sicherheit und Schadstoffe punkten und die Bestnote "sehr gut" einheimsen.

Der Test ist zwar schon etwas älter, da die Produkte aber nach wie vor erhältlich sind und von Stiftung Warentest keine neuere Untersuchung vorliegt, haben wir den Inhalt für Sie aktualisiert.

Gepäckträgertaschen: Klassiker für Radreisen und Alltag

Die Zahlen sind beeindruckend. Laut aktueller ADFC-Radreisenalayse haben 2022 4,6 Millionen Deutsche eine Radreise gemacht, 38 Millionen zumindest einen Tagesausflug mit dem Rad. Ganz ohne Gepäck geht das natürlich nicht. Und trotz des Hypes um Bikepacking sind Gepäckträgertaschen ein Klassiker und eine sichere Bank.

In diesem Punkt können alle Taschen überzeugen. Einem mehrstündigen Regen hielten alle Gepäckstücke stand, ebenso hatten wir auf den Testfahrten keine Probleme mit Wassereintritt. Auf extreme und praxisferne Belastungen, wie etwa mit einem Hochdruckreiniger, haben wir allerdings verzichtet.

Verschlusssysteme im Test

Elementar für trockenes Gepäck und die klassische Schwachstelle ist der Verschluss der Taschen. Bis auf eine Ausnahme werden alle Test-Taschen per Rollverschluss verschlossen. Alle haben eine Verstärkung am Rand, die ein Einrollen erleichtert. Wichtig ist, dass der Rand dreimal umgeschlagen und dann fixiert wird. Nur dann entsteht ein Labyrinth, durch das das Wasser keinen Weg findet.

Nur Deuter schickte auch ein Modell mit anderer Bauform. Die Mainhattan wird mit einem Reißverschluss geschlossen, ein Deckel mit Magnet-Haken sorgt für einen wasserdichten Abschluss.

Befestigung und Tragekomfort

Die Stoffrolle am Verschluss der anderen Taschen wird bei den meisten Herstellern zu den Seiten hin abgespannt. Fast alle Hersteller setzen dabei auf einen Klick-Verschluss aus Kunststoff. Ortlieb und Brooks verwenden einen Metallhaken, der in eine Stoffschlaufe gefädelt wird.

Einige Hersteller ermöglichen es durch geschickte Wahl der Clip-Gegenstücke, dass die Taschen nicht nur seitlich geschlossen werden können, sondern auch mittig. Das kann zu Lasten der Wasserdichtigkeit gehen, dafür passt etwas mehr Inhalt hinein, der trotzdem gegen Herausfallen gesichert ist.

Basil, Bomence, Deuter, Prophete und Vaude bieten zusätzlich zur seitlichen Abspannung einen weiteren, zentralen Gurt. Der kann genutzt werden, um die Tasche zu komprimieren. Damit kann aber auch weiteres Gepäck auf der Tasche fixiert werden, etwa ein Schlafsack.

Ortlieb und New Looxs spannen nicht seitlich ab, sie haben nur ein zentrales Band, das den Rollverschluss fixiert. Beide Lösungen hielten im Test dicht.

Beide eint eine andere Besonderheit: Sie können nicht nur als Packtasche, sondern auch als Rucksack genutzt werden. In der Umsetzung gehen beide Hersteller verschiedene Wege.

Bei New Looxs werden die Rucksackriemen mit Clips befestigt. Es gibt sogar einen Bauch- und einen Brustgurt. Die Haken für den Gepäckträger werden mit einem weichen Kissen abgedeckt.

Ortlieb dagegen baut auf eine Seite der Tasche die Befestigung für den Gepäckträger, die Rucksackgurte werden nicht abmontiert, sondern finden auf der anderen Seite ihren Platz. Die Seite, die jeweils nicht benutzt wird, wird mit einer Schürze zugedeckt. Die kann auf je eine Seite geschwenkt und dort befestigt werden. Dadurch werden auch die Rucksackgurte fixiert.

Alle anderen Hersteller setzen auf Schultergurte. Diese liegen im Regelfall bei - bis auf Brooks - und werden eingeklickt. Dadurch können die Packtaschen auf längeren Strecken komfortabler getragen werden als an Griffschlaufen.

Befestigungssysteme am Fahrrad

Bleibt die Befestigung am Rad. Alle Hersteller setzen auf zwei Haken mit Sicherung, die an einem querlaufenden Rohr des Gepäckträgers einrasten. Ein weiterer Haken weiter unten verhindert eine Bewegung der Tasche. Im Detail gibt es dennoch Unterschiede.

Manche Hersteller ermöglichen eine werkzeuglose Verstellung der Haken (Bomence, Deuter, Merida, Ortlieb, Thule), das ist praktisch, wenn die Tasche nicht nur an einem Rad genutzt wird.

Für den Test haben wir Taschen geordert, die nicht für Systemgepäckträger ausgelegt sind, sondern möglichst universell passen. Eine Herausforderung dabei sind verschiedene Rohrdurchmesser am Träger. Beinahe alle Hersteller bieten Adapter oder Passstücke für verschiedene Rohrdurchmesser an, die den Taschen beiliegen.

Gehen die Adapter verloren, können die Taschen weiterhin genutzt werden, haben allerdings Spiel auf dem Rohr.

Material und Verarbeitung

Der Stoff der Taschen besteht immer aus Polyamid in verschiedenen Verarbeitungsformen. Dabei unterscheiden sich die Taschen deutlich in der Haptik. Teilweise wirken sie, vor allem im Neuzustand, ziemlich starr und lassen sich dadurch schlechter rollen (Elops, Prophete, Topeak), erwecken dadurch aber auch einen sehr robusten Eindruck.

Andere Hersteller wie etwa Deuter oder Basil verarbeiten das Material dünner. Dadurch steigt die Rollbarkeit. Deuter möchte die Haltbarkeit durch Ripstop-Fasern verbessern.

Besonders praktisch bei den Deuter-Taschen ist die helle Beschichtung innen, dadurch steigt die Sichtbarkeit und Übersichtlichkeit im Innenraum enorm.

Einige Hersteller spendieren dem Innenraum zudem zusätzliche Taschen, vom Einzelfach bis hin zu ausgefeilten Organizern mit gepolsterten Laptopfach.

Fazit

Die Spannbreite an Ausstattung ist somit groß, ebenso wie die Preisspanne. Positiv ist aber, dass keine der Packtaschen untauglich für eine Reise ist. Vielmehr sollte in der Auswahl jeder etwas für seine Ansprüche an Größe, Befestigung, Einsatzzweck und Preisvorstellung finden.

Weitere getestete Modelle und ihre Eigenschaften

Hier eine Übersicht weiterer getesteter Modelle mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen:

  • Thule Shield: Robust und windschnittig, aber mit manuell zu sichernden Gepäckträgerhaken.
  • SKS Infinity Urban Sidebag: Flexibel mit gut gepolstertem Notebookfach und Außentasche, aber schwer.
  • Aevor Pannier Pack: Sportliches Design, aber nur spritzwassergeschützt.
  • Ortlieb Back Roller Free: Sehr stabil, unkompliziert, aber Schultergurt bekommt Spritzwasser ab.
  • Vaude Aqua Back Plus: Großes Volumen, flexibel, robust, aber relativ schwer.
  • Topeak Pannier Drybag: Leicht, wasserdicht, unkompliziert, aber unflexibles Befestigungssystem.
  • Feuerwear Sam: Robust und einzigartig durch recycelte Feuerwehrschläuche.

Empfehlungen aus anderen Tests

  • Vaude Aqua Back Single: Unkompliziert, robust, wasserdicht und klimaneutral produziert.
  • Ortlieb Back-Roller Core: Minimalistisch, wasserdicht, robust und einfach in der Anwendung.
  • Vaude eBack Single: Extra-Fach für den Zusatzakku und viele weitere Fächer.
  • Vaude Karakorum Pro: Viel Fassungsvermögen (68 Liter) und gute Verarbeitung.
  • Ortlieb Vario: Hybridtasche, die auch als Rucksack verwendet werden kann.
  • Vatum Bikes Fahrrad Hinterradtasche High End: Günstige Rolltop-Tasche für den Fahrradalltag.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Vor dem Kauf einer Fahrradtasche sollte man sich fragen, für welchen Einsatzzweck die Tasche gedacht ist. Für den Bürokram sollten Sie auf verschiedene Fächer im Hauptfach achten, ein gepolstertes Laptop-Fach ist hier Pflicht. Nutzen Sie die Tasche hauptsächlich für den Einkauf und die Radtour, sind unterteilte Fächer weniger wichtig.

Damit die Tasche schließlich stabil sitzt und nicht vom Rad runterfällt, sobald Sie über Bordsteine, Schlaglöcher, Geröll oder Ähnliches fahren, sollte sich die Tasche unkompliziert und fest am Fahrrad befestigen lassen. Am besten sind zwei Klemmen am Gepäckträger, die sich horizontal anpassen lassen. Idealerweise ohne zusätzliches Werkzeug. Stabilität gibt ein weiterer Haken an den Streben des Gepäckträgers.

Weitere Arten von Fahrradtaschen

Neben Gepäckträgertaschen gibt es auch:

  • Lenkertaschen
  • Rahmentaschen
  • Satteltaschen

Satteltaschen im Detail

Aktuelle Satteltaschen haben mit diesen nostalgischen Ledermäppchen nicht mehr allzu viel gemeinsam - weder im Aussehen noch in puncto Material. Der Verwendungszweck ist allerdings im Wesentlichen geblieben: Das Täschchen ist in erster Linie der Platz für Flickzeug, Ersatzschlauch, Minitool und andere kleine Utensilien, die man bei einer Fahrradpanne benötigt.

An modernen Fahrrad-Geometrien sowie an E-Bikes ist nämlich oft keine Standard-Befestigung von Trinkflaschen mehr vorgesehen.

Tipps für den Kauf von Satteltaschen

  • Wichtig ist, dass die Taschen möglichst wackelfrei unterm Sattel und am Satterohr befestigt sind, damit sie sich zum Beispiel auf schlechten Wegstrecken nicht losrütteln.
  • Wer weiß, dass er beim Pendeln oder auf Radtour auch mal längere Strecken im Regen fahren muss, sollte wasserdichtem Material aber den Vorzug geben.
  • Je nach Rahmengröße des Fahrrads und je nach Länge des Sattelrohres kann der Raum unterm Sattel eng werden - das heißt zu eng für manche Modelle, wie wir im Test feststellen mussten.

Das gehört in die Satteltasche

  • Flickzeug
  • 1 Ersatzschlauch
  • 1 Paar robuste Reifenheber aus Kunststoff
  • Minitool/Multitool mit zum Fahrrad passenden Schlüsseln
  • 1 Paar Ersatz-Bremsbeläge
  • Kettenschloss, passend zur Kettenbreite
  • Kettenöl im kleinen, auslaufsicheren Fläschchen
  • Lüsterklemme
  • Kabelbinder in verschiedenen Längen und Breiten
  • Textil-Klebeband
  • kleiner, fusselfreier Lappen
  • Einmal-Handschuhe
  • ggf. Handreiniger
  • Notpäckchen: Münzgeld, Müsliriegel, isotonische Brausetablette

Weitere getestete Satteltaschen

  • AGU Clean Shelter: Absolut wasserdicht, Reflex-Elemente, aber dunkles Innenfutter.
  • Deuter Bike Bag 0,8: Leicht, recyceltes Material.
  • Evoc Seat Bag Tour L: Helles Innenfutter, zusätzliche Innenfächer, aber schwergängiger Reißverschluss.
  • Norco Ontario Midi: Halteschlaufe für mobiles Rücklicht, reflektierende Elemente, gute Verarbeitung, aber helles Innenfutter nicht durchgängig.
  • Ortlieb Saddle Bag Two: Absolut staub- und wasserdicht, 5 Jahre Garantie, aber ohne Innentaschen.
  • Rose Reflect: Reflektierende Elemente, Volumen erweiterbar, Zwei-Wege-Reißverschluss, aber nicht ganz wackelfrei am Sattel.
  • SKS Explore Click: Sehr robust, helles Innenfutter für besseres Zurechtfinden.

Gepäckträgertaschen mit Klicksystem im Vergleich

Ein Klicksystem ermöglicht eine einfache und schnelle Befestigung am Gepäckträger. Hier eine Übersicht einiger Modelle:

Modell Gewicht Max. Zuladung Besondere Eigenschaften
Odin von Racktime 1.060 g - Rezeptorstreifen, zwei Außentaschen, Trinkflaschenhalter
Silkroad Plus Snap-it von Vaude 680 g 12 kg Gepäckspinne, Regenhülle, Erweiterungsbalg
KLICKfix Rackpack 2 Plus 0267RB 900 g 10 kg Ausklappbare Seitentaschen, Netzfächer im Deckel
KLICKfix Rackpack 1 0266RA 750 g - Reflektorstreifen, Regenhaube, anpassbares Volumen
Talis Plus von Racktime 920 g 10 kg Vormontierter Snapit-Adapter, Reißverschlusstaschen, Netztaschen
KLICKfix Alingo GT 750 g 10 kg Faltbar, Kordelverschluss
KLICKfix 2179224770 - - Trinkflaschensystem, Innen- und Außentasche
KLICKfix Rackpack Light 0268RA 635 g - Außentaschen, Innentasche
Heda von Racktime - 12 kg Doppeltasche, Hakenverschluss

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