Du benötigst eine Fahrradtasche fürs Bikepacking oder fürs Pendeln zum Büro? Doch welche Halterungen passen zu welcher Fahrradtasche? Bergzeit Autor Arnold verschafft Dir einen Überblick zu den gängigen Fahrradtaschen-Halterungen. Lust auf eine Radreise?
Entwicklung der Fahrradtaschen-Halterungen
Die einst noch recht simpel konstruierten Packtaschen-Halterungen wurden mit den Jahren immer weiter verbessert. Der fränkische Hersteller Ortlieb verfügt auf dem deutschsprachigen Markt über die wohl längste Erfahrung in der Konstruktion wasserdichter Packtaschen. Ortlieb hat demnach auch viel Know-How in den Fahrradtaschen-Sektor eingebracht. Schon früh fertigte der Hersteller funktionale Befestigungssysteme. Sein immer wieder upgedatetes Quick Lock-Befestigungssystem für Gepäckträgertaschen ist bereits Jahrzehnte auf dem Markt und hat sich auf zahllosen Langstreckenfahrten und im Alltagseinsatz bewährt.
Verschiedene Befestigungssysteme
Thule hat ein eigenes, “proprietäres” Fixiersystem, Vaude hat das seine “QMR” getauft, was für Quick Mount Release steht - andere, kleinere Packtaschen-Hersteller setzen u.U. Lenker- Sattel- und Gepäckträgertaschen unterscheiden sich hinsichtlich der Art der Befestigung. An Hinterrad-Gepäckträgern kommen in der Regel zwei mit einem Schnappmechanismus ausgestattete Haken zum Einsatz, die die horizontalen Gepäckträgerstreben umgreifen. Die Haken rasten ein, wenn sie belastet werden und lösen sich, wenn man am Tragegriff der Radtasche zieht. Die meisten Hersteller haben dieses System in mehr oder weniger abgeänderten Varianten übernommen. Damit die Fahrradtaschen nicht zur Seite schlackern können, sorgen zusätzliche Fixierhaken, die vielseitig verstellt und an in die Seitenstreben des Gepäckträgers angepasst werden können, für sicheren Halt. Für Vorderradgepäckträger gilt i.d.R. das Gleiche.
Was am Lenker sowie am Vorderrad- und Hinterradgepäckträger funktioniert, funktioniert auch an den Sattelstreben: waren früher noch simple Riemen-Befestigungen üblich, wenden viele Hersteller von Werkzeug-Satteltaschen (und auch einigen Bikepacking-Taschen) Befestigungsschienen und Klick-Systeme an.
Die meisten Haken- und Befestigungssysteme sind von den Herstellern so ausgeführt, dass sie mit den unterschiedlichsten Gepäckträgertypen kompatibel sind. Einzelne Hersteller bieten Gepäckträger- bzw. Taschensysteme an, bei denen sich die Tasche auf den Gepäckträger aufschieben und fixieren lässt. Hersteller wie Cyclite, Evoc, Ortlieb und Blackburn haben Befestigungssysteme für Satteltaschen entwickelt bei Fahrrädern, die keinen Gepäckträger haben.
Herausforderungen und Lösungen
Nicht alle Halterungen für Fahrradtaschen passen auch an alle Rahmen. Unterschiedliche Rahmenformen und -durchmesser machen es für die Hersteller teilweise schwierig, eine “one size fits all”-Strategie zu fahren. Wäre da zusätzlich noch der Faktor Ästhetik - speziell beim Bikepacking möchte man nicht unbedingt ausladende “Plastikgeweihe” an Lenker und anderen Orten befestigen. Daher haben ausgetüftelte Gurt-Fixiersysteme in den letzten Jahren eine kleine Renaissance erlebt - wie zum Beispiel bei der Gravel-Linie von Vaude. Übrigens: Gegenüber den Lenkerhalterungen, die z.B. Ortlieb seinen Fahrradtaschen noch in den neunziger Jahren beigelegt hat, wirken die aktuellen Halterungen sehr filigran.
Bei den meisten großen Herstellern lassen sich problemlos Ersatzteile für Fahrrad-Packtaschenhalter erwerben bzw. nachbestellen. Große Unternehmen wie Vaude oder Ortlieb unterhalten zudem Hotlines, die Auskunft zu ihren Sortimenten geben.
Rahmentaschen: Platzwunder für dein Bike
Rahmentaschen für Fahrräder sind wahre Platzwunder und smarter Stauraum direkt im Herzen deines Bikes. Sie nutzen den Raum im Rahmendreieck, den du sonst ungenutzt lässt, und sorgen dabei für eine optimale Gewichtsverteilung. Besonders bei Bikepacking, Gravel oder MTB-Abenteuern machen Rahmentaschen am Fahrrad richtig Sinn: Sie halten alles sicher verstaut, ohne das Fahrgefühl zu beeinträchtigen.
Arten von Rahmentaschen
- Half-Frame-Taschen: Die perfekte Lösung, wenn du etwas mehr Stauraum benötigst, aber deine Trinkflasche nicht opfern willst. Diese Taschen nutzen geschickt nur die obere Hälfte des Rahmendreiecks und lassen Platz für deine Flaschenhalter.
- Full-Frame-Taschen: Die Könige des Stauraums, wenn es um mehrtägige Bikepacking-Touren geht. Sie nutzen das komplette Rahmendreieck aus und bieten dir maximalen Platz für alles, was du auf langen Abenteuern brauchst.
- Dreieck-Taschen: Die Alleskönner unter den Taschen für den Fahrradrahmen. Sie sitzen passgenau im Rahmendreieck und lassen sich an nahezu jedem Bike anbringen.
- Downtube-Taschen: Nutzen den versteckten Platz unter dem Unterrohr deines Fahrrads - der perfekte Ort für alles, was du dabeihaben willst, aber nicht ständig griffbereit brauchst.
Trinksysteme in Rahmentaschen
Viele Full-Frame-Taschen ermöglichen dir, eine Trinkblase zu integrieren - mit Schlauch und Beißventil direkt in Reichweite. So kannst du jederzeit einen erfrischenden Schluck nehmen; ganz ohne extra anzuhalten. Besonders beim Bikepacking oder langen Gravel-Rides sorgt das Trinksystem dafür, dass du stets gut hydriert bleibst und die Fahrt ohne unnötige Stopps genießen kannst.
Schraubbare Rahmentaschen
Eine schraubbare Rahmentasche am Fahrrad ist ideal, wenn du eine bombenfeste Lösung suchst, die auch auf anspruchsvollen Trails sicher sitzt. Sie sind perfekt für Radfahrer, die keine Kompromisse bei Stabilität und Sicherheit eingehen wollen.
Vorteile
- Stabile Befestigung: Sie sind perfekt, wenn du eine besonders sichere und wackelfreie Befestigung benötigst.
- Bikepacking und Langstrecken-Touren: Für mehrtägige Touren und Bikepacking-Ausflüge, bei denen du dein Rad stark beladen musst, bieten schraubbare Modelle zusätzliche Stabilität.
- Rahmen mit Gewindebohrungen: Diese Taschen sind besonders für Fahrräder gedacht, die bereits mit integrierten Gewindebohrungen ausgestattet sind (häufig bei Gravel- und Mountainbikes).
Herausforderungen bei kleinen Rahmen
Kleine Rahmen, große Herausforderungen: Taschen, die am Reifen schleifen und begrenzter Stauraum - das kennen wir nur zu gut! Satteltaschen können beim Bikepacking eine echte Herausforderung darstellen. Sie müssen gut gestopft werden, um ihre Form zu halten. Andernfalls biegen sie sich durch, schleifen am Reifen oder sitzen zu locker und schaukeln nervig von links nach rechts. Diese Probleme kennen selbst große Fahrer:innen. Für uns kleinere Menschen kommen oft noch Montageprobleme hinzu, denn unsere Sattelstützen ragen häufig nicht weit genug aus dem Rahmen.
Die länglichen Rahmentaschen, die im Rahmendreieck unterm Oberrohr hängen, sind für kleine Fahrradrahmen problematisch. Anders als bei großen Rahmen nehmen sie bei uns den Platz für die Trinkflaschen weg. Somit verliert man als kleine Fahrerin oft Platz anstatt ihn zu gewinnen. Wer sein Wasser anderswo verstaut, für den kann eine solche Tasche aber durchaus sinnvoll sein.
Alternativen und Lösungen für kleine Rahmen
Eine Alternative fürs Rennrad und Gravelbike ist die Montage eines Triathlonaufsatzes. Dieser bietet beim Fahren eine zusätzliche Sitzposition, die die Hände entlastet und gleichzeitig eine weitere Gepäckbefestigungsmöglichkeit schafft. Denn darunter können Packsäcke festgezurrt werden. Diese können hier manchmal deutlich größer ausfallen als quer am Lenker. Wenn entsprechende Montagepunkte an der Gabel vorhanden sind, kannst du kleine Frontgepäckträger wie der NITTO M-18 oder 7Roads Front Rack montieren.
Für diejenigen, die keine Montagepunkte haben, gibt es auch noch das Nest Steerer Front Rack von 7Roads. Mit all diesen sollte nichts am Reifen schleifen. Dann könnte selbst eine größere Lenkertasche wie die Deuter Cabezon HB14 passen. Wer die Gravel-Bike-typischen zwei bis drei Schrauben an der Gabelaußenseite hat, kann hier auch Flaschenhalter montieren. Alternativ gibt es kleine Käfige, etwas größer als ein Flaschenhalter, um Packsäcke zu befestigen.
Auch sinnvoll: Unterm Tretlager montierte Werkzeugboxen im Flaschenhalter.
Tipps für Bikepacking-Einsteiger
Bikepacking bedeutet Minimalismus. Um ultraleicht unterwegs zu sein, benötigt man sehr kompakte und leichte Ausrüstung. Für deine erste Bikepacking-Tour brauchst du jedoch kein perfektes Setup. Sei kreativ! Montiere einen Gepäckträger. Leihe dir Taschen von einer Freundin. Und wenn nötig, nimm auch noch einen Rucksack mit!
Fahrrad-Rahmentaschen im Test
Wir haben 18 Fahrrad-Rahmentaschen getestet, die sich sowohl zum Bikepacking als auch für den Einsatz im Alltag eignen. Die beste Rahmentasche für die meisten ist die Zéfal Z Adventure C4. Sie ist hochwertig verarbeitet, wasserdicht und kostet nicht viel. Die Tasche ist formstabil ohne schweres Inlay und hat ein zeitlos schwarzes Design.
Top-Empfehlungen im Überblick
Hier ist eine Übersicht von einigen der getesteten Rahmentaschen:
| Tasche | Volumen | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Zéfal Z Adventure C4 | Variabel | Wasserdicht, formstabil, günstiger Preis |
| Rockbros Rahmentasche | 1,5 Liter | Klein, günstig, ideal für kleine Rahmen |
| Ortlieb Frame-Pack RC Toptube | 3-4 Liter | Rolltop-Verschluss, wasserdicht, robust |
| Cube Acid Pack Pro 4 | 2-4 Liter | Clevere Aufteilung, robustes Material, Kabeldurchführung |
| Cyclite Frame Bag Large 01 | 3,6 Liter | Zwei Fächer, herausnehmbares Inlay, Kabeldurchführung |
Weitere Rahmentaschen im Detail
- Frame-Pack RC Toptube von Ortlieb: Bietet durch ihren Rolltop-Verschluss eine interessante Alternative zu unserem Favoriten. Diese Verschlussvariante ist besonders wirksam gegen Schmutz und Wasser, was die Tasche gerade für Fans von Mountain- oder Gravelbikes interessant macht.
- Cube Acid Pack Pro 4: Ist unsere Empfehlung für alle, die cleveren Stauraum für großes Gepäck wie Zelt oder Kleidung benötigen. Als einzige Rahmentasche im Test besitzt das große Hauptfach einen komplett umlaufenden Reißverschluss, so kann man die Tasche hinlegen und bepacken.
- Rockbros Rahmentasche: Klein, aber fein: Die Rockbros Rahmentasche eignet sich mit 1,5 Litern Fassungsvermögen perfekt für kleine Fahrradrahmen oder für Touren, bei denen man nur wenig Stauraum benötigt. Die leichte und günstige Rahmentasche bietet außerdem eine Kabeldurchführung und insgesamt fünf Befestigungspunkte.
- Cyclite Frame Bag Large 01: Punktet mit zwei Fächern, die auf beiden Seiten über lange Reißverschlüsse zugänglich sind und insgesamt 3,6 Liter Packvolumen bieten. Während links Kleinkram Platz findet, gibt es rechts ein großes Hauptfach, das bei Bedarf noch einmal in zwei Fächer geteilt werden kann.
Allgemeine Tipps zur Auswahl von Rahmentaschen
Fahrrad-Rahmentaschen sind ideal, um das Gewicht auf dem Rad optimal zu verteilen. Bei Tagestouren reicht eine einzelne Rahmentasche aus. Sobald man mehrere Tage mit dem Rad unterwegs ist und Campingausrüstung benötigt, sollte man sein Rad durch ein Taschensystem mit Sattel- oder Lenkertaschen ergänzend ausstatten. Selbstverständlich muss man vorher ausmessen, wie groß die Tasche sein darf. Maßstab ist die Rahmengröße des Rades.
Worauf du achten solltest
- Wasserdichtigkeit: Damit der Inhalt nicht nass wird, sollte die Rahmentasche zumindest spritzwassergeschützt sein.
- Aufteilung: Es gibt Hersteller, die ihre Rahmentaschen so einfach wie möglich halten, um Gewicht zu sparen. Andere Hersteller setzen auf separate Fächer für alle, die auf Komfort und Ordnung Wert legen.
- Befestigung: Eine stabile Befestigung der Tasche im Rahmendreieck ist wichtig, damit die Tasche während der Fahrt nicht verrutscht oder wackelt.
Die Zéfal Z Adventure C4 im Detail
Mit der Z Adventure-Serie bietet Zéfal ein durchdachtes Taschensystem für Bikepacking-Touren. Im Test haben wir die Z Adventure C4 Rahmentasche Probe gefahren und waren schnell von der Funktionalität überzeugt. Besonders praktisch finden wir die Form der Tasche: Sie ist vorn tiefer, was zusätzlichen Stauraum bietet. Dort können besonders gut größere Gegenstände, wie eine Regenjacke, verstaut werden.
Die Z Adventure C4 ist laut Hersteller wasserdicht nach dem IPX4-Standard. Das bedeutet, dass sie gegen Spritzwasser aus allen Richtungen geschützt ist. Mit 256 Gramm Eigengewicht ist die C4 noch angenehm leicht.
Die Ortlieb Frame-Pack RC Toptube im Detail
Die Ortlieb Frame-Pack RC Toptube ist die einzige Fahrrad-Rahmentasche im Test mit einem Rolltop, also ohne eine Reißverschluss-Öffnung. Ein großer Vorteil des Rolltop-Verschlusses ist der hervorragende Schutz vor Wasser und Schmutz. Laut Hersteller erfüllt die Tasche den IP64-Standard, was bedeutet, dass der Inhalt auch bei starkem Regen geschützt ist.
Ein Nachteil des Rolltop-Verschlusses ist hingegen, dass der Inhalt während der Fahrt nicht zugänglich ist. Damit eignet sie sich nicht für kurze Touren, bei denen man Proviant oder Werkzeug schnell griffbereit haben möchte.
Die Cube Acid Pack Pro 4 im Detail
Die Cube Acid Pack Pro 4 ist unsere Empfehlung für alle Abenteurer, die auf langen Bikepacking-Touren unterwegs sind und cleveren Stauraum für Kleidung oder Zelt benötigen. Einziger Nachteil: Bei einer so großen Rahmentasche kommt man während der Fahrt nicht mehr an die Trinkflaschen - das ist aber natürlich abhängig von der Rahmengröße.
Die Rockbros Rahmentasche im Detail
Die Rockbros Rahmentasche ist unsere Empfehlung für kleine Fahrradrahmen oder für alle, die nur eine kleine Tasche für den Alltag suchen. Trotz voll bepackter Rahmentasche kann man noch zur Trinkflaschen greifen - wichtig, wenn man bei 30 Grad im Schatten unterwegs ist.
Weitere Bikepacking-Taschen Hersteller
In den letzten Jahren hat sich viel getan auf dem Bikepacking-Markt, es kamen nicht nur immer neue Events hinzu, auch neue Taschen-Hersteller tauchten auf. Hier eine kleine Übersicht von einigen Herstellern:
- Apidura
- Birzman
- Cyclite
- Deuter
- Evoc
- Fara Cycling
- fO.Goods
- Gramm Tourpacking
- Jack Wolfskin
- Lezyne
- Miss Grape
- Ortlieb
- Restrap
- Reisefix
- Relevate Designs
- Specialized & Fjäll Räven
- Tailfin
- Topeak
- Wit Slingers
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