Falk Fahrrad Routenplaner Test: Ein umfassender Überblick

Als Prototyp auf der EuroBike in Friedrichshafen vorgestellt, ist die neue Serie an Fahrrad Navigationsgeräten von Falk jetzt im Handel verfügbar. Ich bin den Falk TIGER Geo* in den letzten Wochen intensiv gefahren. Hier nun mein ausführliches Review.

Design und Verarbeitung

Der Tiger liegt gleich beim Auspacken sehr gut in der Hand und macht einen hochwertig verarbeiteten Eindruck. Auf der Vorderseite ist das 3,5 Zoll große Display bündig eingelassen. Auf der Rückseite ist die ebenfalls im Gehäuse integrierte 4QuickFix Fahrradhalterung zu finden. An der Unterseite befinden sich hinter einer wechselbaren Gummiabdeckung die microUSB Buchse zum Laden und Datenaustausch sowie ein Steckplatz für eine microSD Karte. Oberhalb vom Speicher-Steckplatz ist im Loch der Reset Schalter versteckt. Sollte sich der Tiger mal aufhängen kann mit Hilfe einer Büroklammer ein Neustart ausgelöst werden.

Technische Details

An internen Sensoren sind ein elektronischer Kompass und ein Barometer verbaut. Entgegen den Ankündigungen auf der EUROBIKE hat es die Bluetooth LE Schnittstelle doch nicht ins Serienmodell geschafft. Zusätzliche Sensoren wie beispielsweise Herzfrequenz oder Trittfrequenz können deshalb nicht gekoppelt werden. Im Inneren des Tiger Geo sind 4 GB Speicher verbaut. Im Windows Explorer werden von den 3,55 GB Speicher noch 1 GB freier Speicherplatz angezeigt. Das ist mehr als genug für Touren, Tracks und Wegpunkte.

Die Abmessungen betragen: 110 × 70,5 × 21 mm. Mit (nachgemessenen) 181 Gramm gehört der Falk TIGER nicht zu den Leichtgewichten unter den Fahrradnavigationsgeräten.

Den GPS Empfang übernimmt der Hauptprozessor (SoC) vom Typ MStar 800MHz gleich mit. Diese CPU kann aber noch nichts mit den Daten vom russischen GLONASS System anfangen. Angaben zur Antenne macht Falk nicht. Ich gehe aber von einer Patch-Antenne aus. Die erste Positionsbestimmung funktioniert gut und ausreichend flott. Bei der Aufzeichnungsqualität von Tracks liegt der TIGER auf mittlerem Niveau. Für den Einsatz auf dem Fahrrad vollkommen ausreichend.

Fahrradhalterung

Noch ein Wort zur Fahrradhalterung. Entgegen den ersten Bildern wird keine Schraubbasis mitgeliefert, sondern eine kleine Quick4Fix Halterung mit zwei (wiederverwendbaren) Kabelbindern. Das gefällt mir nicht gut. Aufgrund des verwendeten Richter Systems kann jeder Radler sich seine persönliche Halterung selbst besorgen. Einige Händler bieten schon Bundles mit einer „ordentlichen“ Lenkerhalterung* an.

Bedienung

Als Bedienelemente stehen neben dem Touchscreen noch drei Tasten an der Seite zur Verfügung. Bei der Gestaltung der Tasten haben die Entwickler allerdings nicht mitgedacht. Die Tasten liegen viel zu eng nebeneinander, sind somit nicht als getrennte Knöpfe zu ertasten und verfügen über keinen klaren Druckpunkt. Während die Bedienung schon bei normalen Bedingungen schwer ist, wird es auf dem Fahrrad, vielleicht noch mit Handschuhen, nahezu unmöglich, die richtige Taste zu treffen. Was ich mir wünschen würde, wäre eine Individualisierung der Tasten. Beispielsweise ein langer Druck auf eine Taste startet die Track-Aufzeichnung oder setzt einen Wegpunkt.

Nach dem Start braucht der Falk TIGER rund 36 Sekunden bis er Startklar ist. Das moderne kapazitive Touchscreen Display verspricht viel - und hält wenig. Zwei-Finger-Gesten zum Drehen oder Zoomen werden nicht unterstützt. Auch die Wischbewegungen, insbesondere im Menü, gestalten sich äußerst zäh und zickig. Etwas besser wird es, wenn man den Finger, am besten den dicken Daumen, großflächig auf das Display legt und dann langsam wischt. Hoffentlich kann Falk die schlechte Erkennungs-Qualität noch mit einem Firmware Update nachbessern.

Die Menüs sind aufgeräumt und großflächig gestaltete Flächen erleichtern die Bedienung - auch mit großen Fingern. Leider ist im Menü nicht klar erkennbar, wie viele Bildschirmseiten durchgewischt werden können. Die Hinweispunkte am oberen Rand verschwinden nach kurzer Zeit nämlich wieder.

Display

Der Bildschirm hat eine Größe von 3,5 Zoll oder 4,9 x 7,35 cm. Die Auflösung beträgt 320 x 480 Pixel. Das ist jetzt nicht so hoch wie wir das von modernen Smartphones kennen. Für eine Fahrrad-Navi aber vollkommen ausreichend. Die Helligkeit geht auch in Ordnung. Ohne Sonnenbrille reichen mir bei trübem Wetter 20% Displaybeleuchtung. Bei Sonnenschein und mit Brille drehe ich schon auf 60 - 70% auf. Beim Klopftest mit dem Fingernagel schallt allerdings schon der Klang von Kunststoff entgegen. Für die Kratzfestigkeit ist das nicht optimal.

Akkulaufzeit

Der eingebaute Lithium-Ionen-Akku mit 2.400 mAh Kapazität ist unterwegs nicht zu wechseln. Im ausführlichen Handbuch (Download) beschreibt Falk zwar wie der Akku gewechselt werden kann, vergisst aber anzugeben, um welchen Typ es sich handelt. Geladen wird über die micro-USB Buchse. Erstaunlicherweise gibt es von Falk keine Angabe zu einer Laufzeit. In der Praxis bin ich auf rund 9 Stunden gekommen. Eine praktische Einstellung ist die „Bildschirm Auto-Aus“ Funktion. Mit „Nach 30 Sekunden“ abschalten und der Option „Bei Abbiegehinweisen Bildschirm automatisch einschalten“ lässt sich die Betriebszeit deutlich verlängern.

Wenn der Strom auf langen Touren zur Neige geht kann man über ein Akkupack nachladen. Oder, um komplett unabhängig zu sein, mit dem Nabendynamo vom Fahrrad aufladen. Der Falk TIGER nimmt mit rund 1 Ampere (5 Watt) ordentlich Lade-Leistung auf. Für eine optimale Ladung sollte man hier eine gute Ladeelektronik mit großem Pufferakku verwenden.

Kartenmaterial

Auf dem internen Speicher liegen die routingfähigen Basiskarten Plus von 25 Staaten Europas. Auffällig dabei sind einige Lücken: Portugal, Großbritannien und Irland sind beispielsweise nicht dabei. Die Qualität der Karte geht in Ordnung. Ein automatisches Routing auf den Wegen und Straßen zu installierten Sonderzielen, Wegpunkten, Koordinaten und Adressen ist möglich.

Wie es um ein Update der Karte bestellt ist, bleibt bislang offen. Laut Hersteller ist geplant, einmal pro Jahr ein kostenloses Kartenupdate anzubieten.

Bei einer kartenfähigen Navigation mit großem Bildschirm kommt schnell der Wunsch nach weiteren Karten auf. Beim Falk TIGER ist da aber nichts drin. Außer der Premium Outdoor Karte Deutschland können keine weiteren Karten integriert werden - auch keine MagicMaps-Rasterkarten wie bei früheren Falk Geräten. Die Premium Outdoor-Karte Deutschland war für den aktuellen Praxistest noch nicht verfügbar.

Navigation

Bei der Eingabe von Zielen, wie etwa Adressen oder POIs orientiert sich Falk stark am Auto System, was leicht verständlich ist. Leider funktioniert keine Ortseingabe anhand von Postleitzahlen. Während der Navigation leitet der TIGER mit Pfeilen und macht per Signaltönen auf bevorstehende Abzweigungen aufmerksam. Die Sprachansagen früherer Falk Navigationsgeräte gibt es beim TIGER nicht mehr - für mich absolut kein Nachteil. Ein „Gebabbel“ von Outdoor Navis liegt für mich irgendwie zwischen peinlich und nervig.

Auch das Vorschlagen von Fahrrad-Rund-Routen ist möglich. Gewünschte Länge oder Dauer eingeben und der Tiger schlägt drei Rundstrecken vor. Eine auswählen und und los geht es auf die abendliche Workout Runde. Die Qualität der Touren ist ok und bewegt sich im Rahmen der Mitbewerber.

Während der Tour stören mich die fehlenden Zoom Schaltflächen. Wer die Karte zoomen oder verschieben will, muss mit einem Knopf unten rechts erst die Karte lösen, dann ist ein Zoomen und Verschieben möglich. Das gefällt mir nicht so gut, denn in der Praxis zoome ich häufig. Da wären direkt bedienbare Zoom-Tasten deutlich Benutzerfreundlich.

Falls die berechnete Route dir nicht passt, kannst du normalerweise nix machen. Anders beim Falk TIGER. Die berechnete Route kannst du sehr einfach an deine Wünsche anpassen. Dazu findest du auf der Seite mit der berechneten Route ein Bearbeiten-Symbol. Jetzt setzt du erst einen Zwischenpunkt auf der Route. Als nächstes schiebst du diesen Punkt mit dem Finger dorthin wo du ihn haben willst. Das System aktualisiert sofort die Route. Wenn es immer noch nicht passt, kannst du weiter verschieben oder mehr Zwischenpunkte einfügen. So einfach kannte ich das bisher nur von Google Maps auf dem Computer. Falk hat das zwar schon seit der Software Version 5 eingebaut.

Wichtiger als die Zielnavigation ist für mich der Import von geplanten Tracks und das entspannte nachfahren der Vorgabe. Die Tracks gelangen am besten direkt vom Computer auf die Fahrradnavigation. Spezielle Software wie der Falk Activity Manager ist nicht wirklich notwendig. Per USB an den Computer angeschlossen, verhält sich der Tiger wie ein USB-Stick. Track als GPX Datei in den Ordner „GPXImport„ kopieren und fertig. Die Tour findest du unter „Übertragene Tracks„. Nach dem antippen bekommst du ein paar Infos, siehst die Strecke auf der Karte und das Höhenprofil. Im nächsten Schritt kannst du den Track in eine Route umwandeln lassen. Damit bekommst du während der Fahrt auch Abbiegehinweise. Bei dieser Umwandlung kann es zu kleinen Abweichungen zu kommen, wenn Teile vom Track nicht im Kartenmaterial enthalten sind. Anschließend noch die Frage beantworten, ob es am Startpunkt des Tracks losgehen soll oder ob ein direkter Weg zum Track berechnet werden soll - und schon kann die Tour entlang vom importierten Track beginnen.

Leider ist das ganze Thema Tracks und Routen von Falk im Menü ziemlich unübersichtlich umgesetzt. Es gibt ein Aktivitätstagebuch, Übertragene Tracks und den GPX-Manager. Das Aktivitätstagebuch enthält die aufgezeichneten Tracks. In den Übertragenen Tracks die importierten Routen und im GPX-Manager ist alles drin zu finden. Besonders den GPX-Manager kann man sich sparen. Von dort kann man keine Touren starten. Nur Namen bearbeiten und löschen. Also besser den GPX-Manager in den Einstellungen - Hauptmenüfunktionen deaktivieren.

Alternativen

In der Klasse der günstigen Navigationsgeräte für Radfahrer bis 200 Euro habe ich mich auf den Falk TIGER Geo*gefreut. Tolles Design und die beste Fahrradhalterung gleich integriert. Die klar gestaltete Karte und das übersichtliche Menü sind gut gelungen. Auch die Navigation mit Routen Anpassung und Track Umwandlung gefallen mir gut. Was bleibt ist aber der träge Touchscreen. Wischgesten machen einfach keinen Spass. Wer bei dem Touchscreen Display von seinem Android Smartphone bleiben will, kann ja mal die tolle Falk Outdoor Navigator App am Fahrrad ausprobieren.

Teasi One 3

Der Bestseller hat noch Bluetooth, bessere Karten, Menüführung. Die Routenplanung ist beim Falk besser und Teasi unterstützt kein Geocaching.

Sigma Rox 10 oder Garmin Edge 520

Die Alternativen für Sportliche Biker, wenn dir das Nachfahren von Radrouten genügt.

Weitere Falk Navigationsgeräte

Falk Lux

„Das Falk Lux ist ein gelungener Allrounder, mit dem auch GPS-Anfänger schnell klarkommen. „Plus: vielseitige Routingfunktion; Karte im Preis enthalten; unkomplizierte Menüführung.

Falk Lux 32

„Das Falk Lux 32 ist ein gutes Fahrrad- und Wander-Navi mit ordentlicher Ausstattung. Premium-GPS für Outdoor-Fans. Straßen, Wander- und Radwege für Deutschland inklusive.

Mehr als die Hälfte aller Kunden lobt das Outdoor-Navigationsgerät Falk Lux 32. Positiv bewertet werden die Rundweg-Funktion, die Sprachansage und die Bedienung für das Geocaching. Auch die Haptik durch die Gummierung am Gehäuse des Navigatinsgerätes kann die Verbraucher überzeugen. Des Weiteren empfehlen Kunden dieses Gerät aufgrund der Bildqualität zum Navigieren beim Wandern und für Radtouren. Demzufolge ist in Kombination mit einer Antireflexfolie das Display gut ablesbar, und das auch bei direkter Sonneneinstrahlung. Auch die integrierten Karten werden positiv bewertet. Demnach enthalten sie neben dem kompletten Straßennetz von Deutschland auch Daten für geschotterte und landwirtschaftliche Wege sowie für Feldwege. Gelobt wird die Karte auch, weil sie Sonderziele wie Geldautomaten, Einkaufsmöglichkeiten, Parkplätze, Restaurants und relevante Ziele für Wanderungen und Fahrradtouren wie Bildstöcke, Gipfelkreuze, Hütten, Grillplätze, Fahrradschlauchautomaten, Fahrradhändler und Naturdenkmäler sowie weitere wichtige POI enthält.

Falk IBEX Limited Edition

Navigation fürs Fahrrad ist ja immer eine Sache für sich. Viele Geräte und Karten eignen sich gar nicht richtig dafür weil man immer auf Straßen und sehr bekannten Radwegen geführt wird. Selten aber geht es mal über abgelegene Pfade und ADFC anerkannte Radwege. Das Angebot fürs Falk IBEX Limited Edition hat mich dann überzeugt. Es kostet bei Amazon derzeit ca. 164 Euro und ist somit im unteren Mittelfeld der Outdoor-Navigationsgeräte angesiedelt. Die Rezensionen zum Produkt sind auf Amazon sehr gemischt. Was aber auch mit den unterschiedlichen Einsatzzwecken zusammenhängt.

Falk Outdoor Navigator App

Falk, bekannt von den Stadtplänen und den Outdoor Navigationsgeräten, hat jetzt eine App für die Outdoor Navigation am Start. Wie gut klappt die Navigation mit dem Android Smartphone und der Falk Outdoor Navigator App am Fahrrad? Die Falk Navi App gibt es nur für Smartphones mit Android Betriebssystem. Laut dem Hersteller soll es auch bei Android-only bleiben. Eine iPhone Version ist nicht geplant.

Die App gibt es erst mal kostenlos im Google Play Store. Offline Karten mit Pro Funktionen gibt es anschließend als In-App-Kauf. Die Preise für eine Karte gehen bei 5 Euro los und sind per in-App Kauf zu bekommen. Auf mehreren Touren konnte ich sowohl mit der Zielnavigation als auch mit der Tracknavigation Erfahrungen sammeln.

Weitere nützliche Fahrrad-Apps

  • Komoot: Routenplanungs- und Navigationsplattform für Outdoor-Enthusiast*innen.
  • Bike Citizens: Navigations-App speziell für urbane Radfahrer.
  • ViewRanger: App für Wanderer, eignet sich aber auch hervorragend für Radfahrer.
  • Bikemap: Routenportal für Mountainbike, Rennrad, E-Bike oder Pedelec.
  • Strava: App für alle Fahrrad-Enthusiastinnen, zeichnet Fahr- und Trainingsdaten auf.

Falk Routenplaner

Mit dem Falk Routenplaner können Sie völlig kostenfrei alle Strecken von A nach B planen. Von kleinen Strecken bis hin zur langen Autoreise ins Ausland - dieser Routenplaner ist Ihr zuverlässiger Begleiter.

Funktionen des Falk Routenplaners

  • Zuverlässige Routenplanung
  • Angabe von Halteplätzen
  • Alternative Fortbewegungsmittel
  • Zusätzliche Informationen (Reiseführer, Stadtplandienst, Verkehrsinfos, Parkplätze)

Um auch unterwegs immer von unserer zuverlässigen Routenplanung profitieren zu können, finden Sie in den Stores von Android und iOS unsere kostenlose Falk Maps App. Hier profitieren Sie von der gewohnten großen Kartenauswahl und unkomplizierten Routenberechnungen. ZudemZudem haben registrierte User die Möglichkeit eine Route mit dem PC auf falk.de zu planen, zu speichern und anschließend mit dem Smartphone ganz bequem abzurufen.

Zusammenfassung der Testergebnisse

Hier ist eine Zusammenfassung der Vor- und Nachteile des Falk TIGER Geo, basierend auf den Testergebnissen:

Vorteile Nachteile
  • Klar gestaltete Karte
  • Übersichtliches Menü
  • Navigation mit Routen Anpassung
  • Track Umwandlung
  • Geocaching möglich
  • Träger Touchscreen
  • Keine Bluetooth-Unterstützung für Sensoren
  • Karten teilweise unübersichtlich
  • Umständliche Bedienung der Tasten

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