Falk Routenplaner Motorrad Test: Welcher Routenplaner ist der Beste für Motorradfahrer?

Die Planung einer Motorradtour kann zeitaufwendig sein, besonders wenn man unbekannte Strecken erkunden möchte. Kostenlose Routenplaner können hier Abhilfe schaffen und dabei helfen, die beste Route zum Ziel zu finden. Sie liefern Auskunft über die schnellste Verbindung, alternative Routen, Staus und andere Verzögerungen. In diesem Artikel werden verschiedene Routenplaner vorgestellt und auf ihre Eignung für Motorradfahrer getestet.

Einleitung

Dieser Crossovertest untersucht, welche Vorteile die verschiedenen Navi-Gattungen bieten. Von Zeit zu Zeit ist ein Seitenblick sehr erhellend, denn Navigationsgeräte für Autofahrer und Wanderer haben einen großen Markt und sind deswegen offener für Innovationen. Die Testkandidaten sind sehr unterschiedlich und kommen aus den Bereichen Motorrad, Autonavigation und Outdoor. Das Ergebnis ist vielversprechend, denn wer sein Navi nicht ausschließlich auf dem Motorrad nutzen will, für den gibt es auch aus Kostensicht Alternativen.

Hardware

Der vielzitierte Flaschenhals bei der Nutzung von ‚gattungsfremden‘ Navis sind Punkte wie ein regenresistentes Gehäuse, eine Motorradhalterung oder ein wasserfester Stromanschluss. MR hat dabei Abhilfe gefunden: zum einen sind Touratech und Wunderlich Marktführer, wenn es um das Angebot von GPS-Motorradhalterungen geht, zum anderen bietet Givi seit kurzem eine relativ dichte, universelle Halterung an. Wer überwiegend bei gutem Wetter fährt, kann es wagen das Autonavi auch ohne Schutz zu verwenden. Einfache Tesafilm-Streifen auf den Kartenslots und Schnittstellen verhindern das Eindringen von schauerlichen Regentropfen. Mit dem Outdoor- und Wandernavi ist man auf der sicheren Seite, weil Outdoor Wasserresistenzen im Bereich IPX 4-7 Standard sind.

Display

Spitzenreiter ist das Zumo 220/10 bei der Displayhelligkeit: heller ist kein anderes Gerät! Steigen die Temperaturen auf sommerliche Höhen, wird es in der geschlossenen Halterungsbox schnell mal über 40°C warm und dann dunkeln sich TFT Displays naturgemäß ab. So ist einfach bei dieser Art von Navis mit Nutzungseinschränkungen (Regenwetter, zu hohe Temperaturen) zu rechnen.

Routing und Navigation im Test

Das Routing bzw. der Routenverlauf ist in Tests meist am schwierigsten zu bewerten. Man müsste sehr viele Routen vergleichen und vor allem eine sehr genaue Ortskenntnis über weite Gebiete haben, um Unterschiede auszumachen. Insgesamt aber ist das Routing bei allen Systemen ordentlich und führt letztendlich zum Ziel. Die Qualität der mobilen Navis hat gerade in diesem Bereich, nicht zuletzt aufgrund immer besserer Kartendaten, deutlich zugenommen und befindet sich insgesamt auf einem hohen Niveau.

Verlässt man die geplante Route, starten alle Navis im Test umgehend die Berechnung einer Ausweichroute. Entscheidend für eine gute Bewertung ist vor allem die Geschwindigkeit, mit der die neue Route berechnet wird und wieder Navigationsanweisungen ausgegeben werden.

Besonders schnell, oft innerhalb weniger Sekunden, berechnet das Becker professional.6 LMU, das Falk NEO 640 LMU und das MEDION E5470 EU+ die neue Route. Etwas besser machen es hier Becker und Falk, welche in der Regel etwas vorausschauender planen und dem Nutzer mehr Zeit geben, den neuen Weg einzuschlagen.

Für viele berufliche Nutzer ist eine gute Routenplanung mit die wichtigste Funktion eines Navigationssystems. Alle Navis ermöglichen die Planung und das Speichern eine Route. Wer viele Kunden pro Tag anfahren muss, benötigt vor allem eine gute Übersicht und eine automatische Routenoptimierung. Bei der Routenoptimierung sortiert das Navi die Ziele automatisch in der Reihenfolge, welche am Ende den schnellsten oder kürzesten Weg ergibt.

Aufwändigere Routen können bei Becker, Falk, Garmin und MEDION als KML- bzw. GPX-Datei importiert werden. Solche Dateien können z.B. als fertige Routen für Motorradfahrer im Internet auf div. Portalen heruntergeladen werden oder aber mit PC- oder Online-Routenplanungstools bequem und schnell selber erstellt werden.

Unter Routenoptionen sind alle Einstellungen zu verstehen, welche grundlegend Einfluss auf den Routenverlauf nehmen. Alle Navis unterscheiden zwischen schneller und kurzer Route. Bis auf das Blaupunkt Travelpilot 72 LMU unterstützen alle Navis zusätzlich die ökonomische Berechungsvariante, welche in der Regel zwischen der schnellen und kurzen Route liegt und unnötig lange Umwege für eine nur kurze Zeitersparnis nicht in Kauf nimmt.

Die von uns getesteten Navigationssysteme werden alle vorwiegend als PKW-Navigation beworben. Dennoch können mit Ausnahme des Garmin und Mio alle Navis auch eine Fußgängerroute und einige auch Fahrrad-, Motorrad- oder sogar LKW-Routen berechnen.

Becker und Falk bieten besonders viele Ausschlussoptionen, darunter auch, Grenzübertritte oder lange Tunnel.

Verkehrsinformationen

Verkehrsinformation können die Zielführung eines Navigationsgerätes maßgeblich beeinflussen. Viele Jahre wurden Meldungen zu aufkommenden Staus oder Verzögerungen ausschließlich über TMC (Traffic Message Channel) an Navigationsgeräte gesendet. Mit Premium-TMC bzw. TMCpro (später auch Here Traffic) wurden die Verkehrsmeldungen in ihrer Qualität noch einmal verbessert.

Heute gelten jedoch Echtzeit-Verkehrsmeldungen, die über eine Online-Verbindung oder DAB+ auf das Navigationsgerät gesendet werden und zahlreiche Quellen wie etwa Floating Car Data verwenden, als besonders präzise. Zwar wäre es zu erwarten, dass ein heutiges Top-Navigationsgerät einen Echtzeit-Verkehrsservice bietet, in unserem Vergleich konnten jedoch nur drei der Testgeräte mit einem solchen Dienst punkten. Während das TomTom GO den unternehmenseigenen TomTom Traffic Live Service verwendet, setzen sowohl Becker als auch Garmin auf die Echtzeit-Verkehrsmeldungen von Here.

TomTom Traffic überzeugte uns mit einer derzeit einzigartig hohen Qualität, die sowohl innerstädtisch als auch auf der Autobahn zumeist bis auf den Meter genaue Angaben macht und die Verzögerungen sekundengenau berechnet. MEDION stellt den Premium TMC-Dienst zur Verfügung, der ebenfalls recht gute Daten zur Stauumfahrung liefert, die von der Genauigkeit her erheblich von den Live-Diensten abweichen. Blaupunkt und Falk setzen auch weiterhin nur auf herkömmliche TMC-Meldungen, welche oft ungenau oder veraltet sind und mit denen viele Nutzer bereits in der Vergangenheit häufig schlechte Erfahrungen gemacht haben.

Auch wenn nach Aussagen einiger Hersteller Navigationsgeräte zum größten Teil für kürzere Fahrten genutzt werden, ist eine Beschränkung der Echtzeit-Verkehrsmeldung auf eine Entfernung von 120 oder sogar nur 100 km unserer Meinung nach nicht sinnvoll. Das Becker bietet mit 300 km die höchste Reichweite der Echtzeit-Verkehrsmeldungen und darüber hinaus die Möglichkeit, Meldungen erst ab einer bestimmten zeitlichen Verzögerung zu berücksichtigen.

Die Visualisierung der Verkehrsinformationen ist auf dem TomTom GO 6100 besonders gut gelungen. Aufgrund der bewusst kontrastarmen Karte stechen die in Signalfarben angezeigten Verkehrsbehinderungen besonders stark hervor. Auf einer separaten Verkehrskarte zeigt Becker mit guten Kontrasten, wo aktuell mit Behinderungen im Straßenverkehr zu rechnen ist. Leider muss diese manuell aus dem Menü aufgerufen werden.

Weitere Features

Der Quereinsteiger Falk F 12 rd Edition kommt mit schickem Outfit mit Klavierlack-Optik daher und hat ein paar Features, von denen Motorradnavis sich eine Scheibe abschneiden können. So zum Beispiel das luxuriöse TMC pro, das zuverlässig Verkehrsbehinderungen anzeigt oder eine Spracheingabe, die mit Bluetooth-Headset unter dem Helm auch bei langsamer Fahrt funktionieren dürfte.

Die Falk PC Software ‚Falk Navi Manager‘ bietet zahlreiche Updates für Karten, Software und POI’s aber auch die Möglichkeit, Nutzerdaten zur ‚intelligenten Navigation‘ herunterzuladen, die mit Hilfe der Community individuelle und tageszeitabhängige (lernende) Routen vorschlägt. An diesem Thema arbeitet auch TomTom mit seiner Software ‚IQ Routes‘ im neuen Motorrad-Navi ‚Urban Rider‘.

Erfreulich und beinahe unerwartet ließen sich über den Umweg des Google-kmz-Formates alle Wegepunkte als POI’s importieren. Gefallen tut auch das im Preis inbegriffene Kartenmaterial von Teleatlas, das beim Endurofahren in den italienischen Alpen (im Profil Fahrrad!) die interessantesten Ergebnisse brachte. Ein weiterer Vorteil in der Praxis war der wirklich schnelle Satellitenempfang auch an abgelegenen Orten (Empfangs-Chip: GloNav max. 42 Kanäle).

Kostenlose Online-Routenplaner

Kostenlose Routenplaner können unnötige Wartezeiten ersparen und helfen, die beste Route ans Ziel zu finden. Sie können schnell und einfach Auskunft über die schnellste Verbindung, alternative Routen, Staus oder andere Verzögerungen geben.

ADAC Maps

Mit dem kostenlosen Routenplaner des ADAC ist auch die Planung von Routen mit dem Wohnwagen, mit dem Wohnmobil und mit dem Motorrad möglich. Die Optionen bieten eine Vielzahl an Individualisierungsmöglichkeiten der Strecke. Auch Zwischenziele sind möglich. Zudem hat man die Wahl zwischen Reisen in Europa, Nordamerika, Australien und Neuseeland.

Zur berechneten Route und der aktuellen Verkehrslage zeigt der ADAC-Routenplaner kostenlos auch die voraussichtlichen Spritkosten und Informationen zu den geltenden Tempolimits, Mautgebühren und anderen Vorschriften in den zu durchquerenden Ländern an. Die Routenbeschreibung ist ausführlich und verständlich formuliert.

Falk Routenplaner

Der Hersteller von Stadtplänen, Karten und eigenen Navigationsgeräten bietet auch eine Online-Routenplanung für Strecken weltweit an. Angezeigt werden alternative Wegstrecken und das Verkehrsaufkommen. Auch hier sind die gängigen Optionen zur Routenberechnung, wie die Vermeidung von Mautstraßen oder Fähren zu finden. Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad werden ebenfalls angezeigt. Die Wegbeschreibung ist gut ausformuliert.

Google Maps

Mittlerweile der Klassiker unter den Online-Routenplanern, bietet Google Maps weltweite Routenplanung an, jedoch mit etwas weniger Optionen zur Routenberechnung als so manche Konkurrenz. Die ausgewählte Strecke lässt sich per Mausklick ans Smartphone senden, um es beispielsweise als Navigationsgerät zu benutzen. Die Wegbeschreibung ist in verschiedene ausklappbare Abschnitte unterteilt und enthält Hinweise zu Mautstraßen und Grenzüberquerungen.

Entlang der Route lassen sich Tankstellen, Hotels und sonstige Punkte suchen und es gibt eine optimierte Streckenberechnung für Zufußgehende, Fahrradfahrende und für Reisen mit Bus, Bahn oder Flugzeug. Auch die aktuelle Verkehrslage ist Teil der Routenplanung.

HERE

Ehemals unter dem Namen "Map 24" ein Begriff, ist auch dieser Routenplaner kostenlos und für Strecken auf der ganzen Welt nutzbar. Die Routen können für Autofahrten, Fußwege oder Fahrradtouren optimiert werden. Auch eine Funktion für öffentliche Verkehrsmittel, Taxi und Mietwagen steht zur Verfügung. Es werden alternative Routen vorgeschlagen und per Mausklick erhält man eine prägnante Wegbeschreibung inklusive einer Einschätzung der voraussichtlichen Verkehrslage und der gesamten Streckenlängen auf Autobahnen und in Tunneln.

TomTom MyDrive

Wer mit TomTom MyDrive die Route plant, kann zwischen Auto, Motorrad, Lkw und Wohnmobil wählen. Es können bei der Routenplanung Autobahnen, Fähren, Autozüge, unbefestigte Straßen, Mautstraßen und Fahrgemeinschaftsspuren deaktiviert werden. Die Planung funktioniert weltweit. Zusätzliche Informationen beinhalten aktuelle Verzögerungen und die Ankunftszeit.

Neben der "schnellsten" Verbindung steht auch "Nervenkitzel" für spannende Routen zur Auswahl. Hier ist die Entfernung der Wegpunkte allerdings auf 1000 km begrenzt und es kann die "Hügeligkeit" und der "Kurvenreichtum" eingestellt werden. Die Wegbeschreibung ist in verschiedene ausklappbare Abschnitte unterteilt.

Marco Polo Routenplaner

Mithilfe des Marco Polo Routenplaners ist es möglich, weltweit Routen und Touren zu berechnen. Der Service ist sowohl am PC als auch auf mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets verfügbar. Nutzer:innen müssen lediglich eine Stadt oder Postleitzahl eingeben, um eine Route zu planen. Der Routenplaner identifiziert automatisch das Stadtzentrum, falls keine Straße angegeben wird, und zeigt den Mittelpunkt der Straße an, sollte die Hausnummer fehlen.

Angezeigt werden Verbindungen per Auto, per Fahrrad, zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Auch eine ausführliche Wegbeschreibung lässt sich ausklappen.

ViaMichelin

Ein kostenloser und interaktiver Routenplaner vom Michelin, der viele Optionen zu Berechnung der Strecke bietet, darunter beispielsweise "für Entdecker" oder "von Michelin empfohlen". Es lassen sich Routen weltweit für Autofahrende, Zufußgehende und Motorradfahrende berechnen. Hinterlegt man Informationen über das eigene Fahrzeug, zeigt der Routenplaner die Treibstoffkosten automatisch an. Die Zielführung lässt keine Wünsche übrig. Abbiegeanweisungen erfolgen rechtzeitig und punktgenau.

Motorrad-Navi Test & Vergleich

Ein Motorrad-Navi hilft Ihnen dabei, sich auf den Straßenverkehr zu konzentrieren. Wichtige Informationen zur Route erhalten Sie stets in visueller und akustischer Form. Sie müssen sich also kaum Gedanken darum machen, wann und wo Sie als nächstes abbiegen müssen.

Wie erkenne ich gute Motorrad-Navis?

Wegfindung, Wetterbeständigkeit und Akkulaufzeit sind bei einem Motorrad-Navi in der Regel die wichtigsten Faktoren. Ein hochwertiges Motorrad-Navi sollte in der Lage sein, auch lange Strecken zuverlässig zu berechnen und auf aktuelle Gegebenheiten wie Baustellen oder Staus Rücksicht zu nehmen.

Im Gegensatz zum Auto gibt es bei Motorrädern nicht immer die Möglichkeit, ein Navigationsgerät permanent mit Strom zu versorgen. Aus diesem Grund kommt der Akkulaufzeit eine große Bedeutung zu. Diese sollte bei mehreren Stunden liegen, damit Sie Strecken von mehreren Hundert Kilometern problemlos zurücklegen können.

Da auf einem Motorrad keine Überdachung vorhanden ist, muss ein Motorrad-Navi spielend Belastungen wie Regen, Schnee oder Wind standhalten können. Hochwertige Geräte sind wasserdicht und funktionieren sowohl bei sehr hohen als auch niedrigen Temperaturen einwandfrei.

Ausgewählte Motorrad-Navis im Vergleich

Modell Option für kurvenreiche Strecken Geschwindigkeitsassistent Fazit der Redaktion
Rider W4 von Elebest Nein Ja Das Elebest Rider W4 Navigationsgerät für Motorrad oder Auto überzeugt uns mit einer praktischen Halterung und einer Vielzahl nützlicher Funktionen wie Bluetooth und Freisprecheinrichtung. Besonders positiv ist der Fahrspurassistent, der zu einer guten Orientierung und erhöhter Fahrsicherheit beiträgt.
GO Classic 5" von TomTom Ja Ja Der robuste GO Classic-5-Zoll von TomTom hält Sie mit seinen regelmäßigen Aktualisierungen immer auf dem neuesten Stand der Verkehrsinformationen. Das kompakte Modell verfügt über Karten von 49 Ländern und ist gut verarbeitet.
BLD2.0_GMG von Beeline - - Mit einer großzügigen Speicherkapazität von 32 GB punktet das Beeline BLD2.0_GMG Motorrad-Navi. Leider fehlt ein Geschwindigkeitsassistent, jedoch findet die Bluetooth-Funktion bei uns sehr großen Anklang.

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