Fendt Fahrrad mit Kardanantrieb: Eine Erfolgsgeschichte von Tradition und Innovation

Die Firma ToroRider ist keineswegs aus dem Nichts aufgetaucht, bereits in den 1980er-Jahren wurden unter dem Markennamen FENDT Fahrräder produziert. Ein Spross der traditionsreichen, damals noch familiengeführten Traktorenfabrik FENDT aus dem Allgäu stellte damals in Marktoberdorf Fahrräder mit einem nicht alltäglichen Kardan-Antrieb her. Schon 2014 gab es Gerüchte, dass Fendt in den E-Bike-Markt einsteigen soll.

Die Wiedergeburt der Marke Fendt im E-Bike-Markt

Im Frühjahr 2015 startete man dann doch erfolgreich in E-Bike-Markt, allerdings nicht direkt unter dem Namen Fendt, sondern unter der neuen Marke Tororider. Die Firma ToroRider E-Bike GmbH hat ihren Firmensitz in Marktoberdorf. Auf der EUROBIKE 2015 wurde der breiteren Öffentlichkeit erstmals die neue Bikemarke ToroRider aus dem Allgäu vorgestellt. Aber nicht nur die Bikemarke ist neu auf dem heiß umkämpften E-Bike-Markt, auch der FENDT E-Motor feierte auf der EUROBIKE 2015 seine Premiere.

Fendt Tororider: Design und Technologie vereint

Wichtig war den Entwicklern der Modelle der neuen eBike-Marke ein zukunftsweisendes Design, welches auf modernste Technologie trifft. Die Modelle der Marke Tororider kommen mit einem Carbonrahmen, der alle Bestandteile des Antriebs bestmöglich integriert. Das Hardtail TR C 100 hat einen markanten Carbon-Rahmen, in dem formschön der Akku integriert ist.

Der Fendt E-Motor: Powerline und Sportline

Die E-Bikes von ToroRider sind mit dem FENDT-E-Motor Powerline ausgestattet. Die Nennleistung wird mit 250 Watt (80 Nm) und einer Spitzenleistung bis 550 Watt angegeben. Der Antrieb wird in zwei Versionen angeboten, Sportline (60 Nm) und Powerline (85 Nm), die in verschiedenen Modellvarianten zum Einsatz kommen sollen. Der Akku von Fendt ist mit 2900 mAh Li-Ion-Zellen von Sony bestückt, die keinen Memoryeffekt aufweisen und zuverlässig ihren Dienst versehen. Ein Batterie-Management-System (BMS) schützt die Batterie vor Überladung, Tiefentladung und Überhitzung.

Technische Details des Fendt E-Motors Powerline

Der Mittelmotor Fendt Powerline im Überblick (Angaben laut Hersteller):

Merkmal Wert
Typ Mittelmotor
Nennleistung 250 Watt
Max. Drehmoment 85 Nm
Unterstützungsstufen 5
Gewicht 3,9 Kilo

Der Fend-Motor ist in die Varianten Sportline und Powerline unterteilt. In den E-Mountainbikes der Marke Fendt wird 2016 jedoch nur der kräftigere Powerline-Antrieb verbaut. Dieser Antrieb soll mit einem Drehmoment von 85 Nm besonders für E-MTBs geeignet sein. Maßgeblicher Unterschied zu Mittelmotoren anderer Hersteller, ist die Unterstützung von zwei Kettenblättern. Somit steht der Schaltung eine höhere Gang-Bandbreite zur Verfügung.

Die Tororider Modelle: TR C 100 und TR C 200

Das Tororider TR C 100 ist ein leichtes, sportives E-Mountainbike mit Carbonrahmen, welches auf die Kraft des hochwertigsten Antriebssystems von Fendt zurückgreifen kann. Der Rahmen ist speziell für die Anforderungen eines E-MTBs entwickelt worden und wird im EPS-Verfahren gefertigt, was eine sehr hohe Stabilität bei geringer Wandstärke ermöglicht. Die Integration der Antriebskomponenten in den Rahmen hat nicht nur optische Vorteile und lässt das Tororider mit einem einzigartigen, unverwechselbaren Design glänzen, sondern wirkt sich unweigerlich positiv auf den Schwerpunkt des TR C 100 aus. Das Hardtail von Tororider ist mit der Shimano Deore XT Schaltung mit 20 Gängen ausgerüstet und kann auch beim Bremsen auf die XT-Bremsen des selben Herstellers vertrauen.

Das E-Fully Tororider TR C 200

Als Topmodell zeigt Fendt auf der Messe Eurobike 2015 das E-Fully Tororider TR C 200. Der Rahmen des vollgefederten E-Mountainbikes besteht vollständig aus Carbon, die Laufräder entsprechen dem Standard 650B (27,5 Zoll). Das E-Fully Fendt Tororider TR C 200 kostet 5.990 Euro und bietet dafür eine Shimano-Deore-XT-Schaltung (20-Gang), Shimano-XT-Bremsen und eine von Fendt selbst entwickelte Upside-Down-Federgabel mit 125 Millimetern Federweg. Das Gesamtgewicht des E-Fullys soll laut Hersteller nur leichte 18,9 Kilo betragen. Bei einem Fully kommt es besonders auf die Abstimmung der Dämpfer an, um ein gutes Fahrverhalten zu erreichen. Die eigens entwickelte Upside-Down R Gabel mit 125 mm Federweg von Tororider kommt diesem Ziel schon sehr entgegen und verleiht dem TR C 200 von Haus aus gute Fahreigenschaften.

Erfahrungsbericht: Ein Jahr Fahrpraxis mit dem Kardanrad

Erfahrungsbericht:1 Jahr Fahrpraxis mit ca. 6000 bis 8000 km Fahrleistung. Da der Tacho nicht immer im Einsatz war kann ich es nicht genauer sagen.Hier einige Eindrücke die ich in diesem Jahr gesammelt habe. Dabei vergleiche ich den Antrieb und Fahrdynamik mit einem MTB (15kg) und Fitnessbike (12 kg) mit Kettenschaltung.

Positive Aspekte des Kardanantriebs

  • die Schmutzunempfindlichkeit gerade auf von der Landwirtschaft verschmutzen Radwegen im Frühjahr, Herbst und auch bei Regen. Da hängen als dicke Klumpen Dreck am Lagerrohr.
  • der saubere fettfreie Antrieb.
  • der präzise Lauf des Antriebs ohne Geräusche von knirschendem Sand, kein schaben, kratzen usw. Es läuft einfach gut.
  • Der Gangwechsel flutscht IMMER wie geschmiert, auch im Stand.

Negative Aspekte des Kardanantriebs

  • das doch spürbare Mehrgewicht.
  • die 8 Gänge sind etwas grob in der Abstufung. Für hügeliges Gelände nicht optimal.
  • die Trägheit der Masse verbunden mit dem Reibungsverlust in Kardan und Nabe. Beim beschleunigen verspürt man nur eine langsame Steigerung. Das sportliche Gefühl ist nicht vorhanden.
  • Reifenwechsel ist nur mit Werkzeug und mehr Schrauberei machbar.
  • Die Rollenbremsen haben wenig Biss. In kritischen Situationen eher schlecht. Dazu kommt noch die Masse von 18 kg die schiebt.

Zusammenfassend möchte ich das Kardanrad gerade für den schmutzigen Alltag nicht missen. Optimal für mich damit zur Arbeit zu fahren. Sportliche und mehrtägige Touren kommen für mich mit dem Kardanbike nicht in Frage.

Verschleiß der Teile nach einem Jahr

Vergangene Woche habe ich den Kardan einschließlich Inter8 und Rollenbremse zerlegt.

Kardan

Nachdem ich Hinterrad und Pedalarme entfernt hatte konnte ich den Vierkant am Tretlager drehen und damit den kompletten Antrieb bewegen, ohne Hebelarme zu benutzen die eine Bewertung der „Gängigkeit“ verfälschen. Der Widerstand war in etwas doppelt so groß wie beim kürzlich eingebauten neuen Tretlager am MTB. Die verbauten Rillenkugellager sind beidseits gedichtet, spielfrei und leichtgängig. Die bogenverzahnten Kegelräder haben blank polierte Flanken im Eingriffsbereich. Außerhalb des Bereiches sind sie matt. Ich habe alle Teile gereinigt (bei den Lagern habe ich nichts gemacht) und neu gefettet. Anschließend wieder montiert.

Inter8

Habe ich so weit zerlegt wie das ohne Sonderwerkzeug möglich war. Die Teile gereinigt und einer Sichtkontrolle unterzogen. Auch da war ich erstaunt, da ich keine wesentlichen Verschleißmarken erkennen konnte. Ich habe alle Teile neu gefettet und anschließend wieder montiert.

Rollenbremse

Die hatte einiges an Sand eingefangen und lief nicht ganz leicht mit Kratzgeräuschen.

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