Fiido E-Bike Bewertung und Test: Ein umfassender Überblick

Lasten-E-Bikes erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Während sie vor wenigen Jahren noch ein Nischenprodukt für Familien und Gewerbetreibende waren, entdecken immer mehr Menschen ihre Vorteile im Alltag. Lasten-E-Bikes, auch Cargo-E-Bikes genannt, sind Fahrräder mit elektrischer Tretunterstützung und viel Platz für Gepäck oder Mitfahrer. Sie ersetzen im besten Fall ein Auto und sind eine umweltfreundliche Alternative auf der letzten Meile.

Fiido T2 Lasten-E-Bike: Ein kompakter Alleskönner

Das kompakte Fiido T2 ist so ein Lasten-Pedelec. Es vereint die Eigenschaften eines robusten E-Fatbikes mit denen eines variablen Cargo-Bikes. An seinen langen, 60 cm messenden Gepäckträger passen bis zu 80 kg Zuladung. Fiido bietet dafür viel Zubehör an: Eine große Tasche, Schutzwände, ein Trittbrett für die Füße von Mitfahrern, ein Sicherheitsgestänge für Kinder und sogar die Montage von zwei Kindersitzen ist möglich. Außerdem gibt es einen massiven Fahrradkorb aus Metall.

Aufbau, Optik & Verarbeitung

Der Aufbau des weitgehend vormontierten Fiido T2 gelingt leicht und ist in rund 30 Minuten erledigt. Sogar die Bremsen sind ab Werk perfekt eingestellt. Dann noch Reifen aufpumpen sowie alle Schrauben nachziehen - und los geht’s. Wir empfehlen für die Fahrt einen Helm. Optisch sticht das E-Bike durch sein ungewöhnliches Design hervor. Es misst stattliche 186 × 73 × 119 cm - eine ordentliche Länge für ein Rad mit 20-Zoll-Bereifung. Durch die 4 Zoll breiten Reifen und den wuchtigen Rahmen wirkt das Fiido T2 sehr massiv. Das stabile Schutzblech und die Metallpedale unterstreichen diesen Eindruck. Positiv fällt auch das gute Kabelmanagement auf.

Praktisch ist der Mittelständer: Er vereinfacht das Be- und Entladen enorm, da das Rad auch bei voller Beladung oder beim Ein- und Aussteigen von Kindern nicht umkippt.

Lenker & Display

Der Lenker des Fiido T2 wirkt aufgeräumt. Der tiefe Einstieg erleichtert das Auf- und Absteigen. Der Lenker ist höhenverstellbar und sorgt so für eine individuelle, ergonomische Sitzposition. Der Sattel lässt sich jedoch nicht sehr hoch einstellen und könnte für Personen über 185 cm zu niedrig sein.

Der vordere Gepäckträger ist fest am Rahmen montiert. Dadurch beeinflusst selbst schwere Beladung das Lenkverhalten nicht negativ. Das helle, höhenverstellbare Frontlicht hängt ebenso wie das Rücklicht am Stromkreislauf des Akkus. Ein nettes Extra: Beim Bremsen leuchtet das Rücklicht auf und signalisiert nachfolgenden Verkehrsteilnehmern, dass man langsamer wird.

Das farbige Display ist zwar recht klein, lässt sich aber auch bei Sonne gut ablesen. Über vier Taster sind alle wichtigen Funktionen erreichbar. Ein USB-Port zum Laden des Smartphones fehlt jedoch. Die ergonomischen Griffe liegen angenehm in der Hand und der Gashebel ist leichtgängig.

Fahreigenschaften

Das Fiido T2 bietet eine komfortable Fahrt und eine Gesamtzuladung von beeindruckenden 200 kg. Die Reifen haben viel Grip und schlucken Unebenheiten souverän weg. Die Stärke der Frontfederung lässt sich anpassen - praktisch, wenn das Cargo-Bike voll beladen ist. Der Sattel ist angenehm weich.

Der 750 Watt starke Heckmotor mit 60 Nm Drehmoment schiebt dank des guten Drehmomentsensors an der Kurbel sofort beherzt an. Die Fahrmodi beeinflussen nicht die Endgeschwindigkeit, sondern die Kraft des Motors - ein Pluspunkt gegenüber vielen günstigeren E-Bikes.

Die hydraulischen 4-Kolben-Scheibenbremsen greifen sofort und ohne nachjustieren sehr gut. Bei Nässe quietschen sie allerdings etwas. Insgesamt vermittelt das Fiido T2 ein sicheres Fahrgefühl, auch bei hoher Beladung.

Akku und Reichweite

Mit 998 Wh Kapazität ist der Akku des Fiido T2 riesig. Der Hersteller gibt eine maximale Reichweite von 110 km an, was unter Idealbedingungen wie wenig Gepäck, moderates Tempo und ebene Strecken durchaus realistisch ist. Bei höheren Geschwindigkeiten, rund 100 kg Zuladung und häufigem Anfahren und Bremsen im Stadtverkehr kommen wir im Test immer noch auf gute 50 km Reichweite. Der große Akku des Fiido T2 lässt sich nach dem Entsperren über einen Schlüssel entnehmen. Zum Laden lässt sich der Akku mithilfe eines Schlüssels entnehmen. Dafür klappt der Sattel nach hinten weg.

Preis

Auch ist es mit 1499 Euro kein Schnäppchen.

Rechtliche Hinweise

Leider erfüllt das Fiido T2 nicht alle Voraussetzungen für eine legale Nutzung auf deutschen Straßen. Der Motor ist mit 750 Watt zu stark, per Knopfdruck lässt sich die Geschwindigkeit auf über 25 km/h erhöhen und es verfügt über einen Gashebel. Auf privaten Grundstücken, in Wäldern oder auf speziellen Strecken dürfen auch in Deutschland solche E-Bikes gefahren werden.

Fiido Air: Das leichte Carbon-E-Bike im Test

Eigentlich haben Pedelecs ein ordentliches Gewicht: 20 bis 25 Kilo sind eher die Norm als die Ausnahme. Für einige Rennrad- und Gravel-Bike-Fans ist das ein Grund, nicht von einem Bio-Bike mit reinem Muskelantrieb abzusteigen. Genau hier setzt der chinesische Hersteller Fiido aus Hongkong mit seinem jüngsten Modell Air an. Das leichte Carbon-E-Bike wiegt gerade mal rund 13 Kilo.

Design und Ausstattung

Der silbern lackierte Carbonrahmen präsentiert sich glatt und wirkt edel, die Sattelstange und der 64 Zentimeter breite Lenker unterstreichen den Leichtigkeitsanspruch des Modells. Schweinwerfer und Rückleuchte sind im Lenker- und Sattelrohr integriert, die Kabel laufen im Rahmen. Zum edel wirkenden Auftritt des Pedelecs trägt auch der fettfreie und wartungsarme Gates-Karbonriemen zwischen Pedalen und Hinterrad bei.

Akku und Reichweite

Das Unterrohr des Fiido-Neuzugangs ist nicht dicker als das Pendant bei vielen Bikes ohne Akku. Allerdings mit dem Effekt, dass die Kapazität des nicht herausnehmbaren Kraftspenders gerade mal 208,8 Wattstunden (Wh) beträgt - üblich sind mittlerweile eher 500 bis 750 Wh. Aber mit üblichen Maßstäben will sich das Air gar nicht messen lassen, der Hersteller verspricht trotz der Mini-Batterie eine Reichweite von bis zu 80 Kilometern. Die kann laut Fiido durch einen gleich großen Range-Extender am Rahmen verdoppelt werden.

Bei Fahrten mit ständigem Wechsel zwischen Ebene, Steigungen und Abfahrten schafft das E-Bike ohne Zusatzakku in der Regel rund 50 bis 60 Kilometer am Stück. Die Sitzposition ist eher knackig-sportlich, und es hat keine Federung. Somit eignet sich das Carbon-E-Bike eher als flinker Cityflitzer für einige Kilometer zum Biergarten oder in die Arbeit. Dazu passt auch der gewichtsparende Singlespeed-Antrieb am besten. Denn mit dem vorgegebenen Gang schafft man zwar noch gut die 25 km/h, bei denen die Elektrounterstützung sanft ausgeblendet wird. Aber darüber wird die Trittfrequenz dann ziemlich hoch und damit auf die Dauer nicht komfortabel.

Preis

Aktuell gibt es das E-Bike sogar - wegen diverser Verzögerungen der jetzt auf Oktober 2024 terminierten Erstauslieferungen - noch zum günstigen Startpreis von 1799 Euro. Und die eigentlich mit 99 Euro kalkulierte Smartwatch bekommt man gratis dazu.

Die restlichen Komponenten des Fiido Air passen von den hydraulischen Shimano-MT410-Scheibenbremsen über den Sattel bis zu den schlanken 27,6-Zoll-Reifen von Kendo zum eigentlich anvisierten Verkaufspreis von 2799 Euro.

Technische Daten Fiido Air

Technische Daten Fiido Air
Motor Mivice-M070-Nabenmotor
Leistung / Drehmoment 250 W/40 Nm
Akku Lithium-Ionen-Akku, 208,8 Wh
Schaltwerk 1-Gang-Antrieb, Gates-Carbon-Riemen
Bremsen hydraulische MT410-Shimano-Scheibenbremsen
Reifen Kenda 27,6'' 1,57
Gewicht 13,75 kg
Vordergabel Carbon, ungefedert
Preis 1799 Euro
Stand September 2024

Motor und Unterstützung

Der überdurchschnittlich leise Antrieb des Nabenmotors M070 stammt vom Zulieferer Mivice. Trotz seines eher bescheidenen maximalen Drehmoments von 35 Newtonmetern (Nm) schiebt er das E-Bike schon in der kleinsten von drei Unterstützungsstufen nachdrücklich nach vorn. Und in Stufe zwei und drei legt er jeweils per fein abgestimmtem Drehmomentsensor noch mal deutlich an Kraft zu. Das macht beim Fahren Spaß und hilft, selbst kräftige Steigungen zu meistern.

Bedienung

Wie bei einem "normalen" Pedelec ist die Wahl der Unterstützungsstufe beim Fiido Air nicht konzipiert. Der Hersteller hat bei diesem Modell nicht nur die Schaltkomponenten, sondern auch das Display und den Rauf- und Runterschalter am Lenker eingespart. Die Bedienung erfolgt auf dreierlei Art: entweder über den Fingerabdruck-Sensor am Oberrohr, per Smartphone-App oder über die Fiido-Smartwatch. Man muss sich ein bisschen in die Bedienung einarbeiten, dann klappt das jeweils ganz gut.

Als praktikabelste Methode stellte sich bei den Testfahrten die Nutzung eines Reserve-Smartphones an einem Halter am Lenker heraus. Damit hat man dann nämlich gleich ein gut ablesbares Display für Tempo, Unterstützungsstufe und Akkustand parat und kann sich bei Bedarf navigieren lassen.

Fiido Air: Details und Kritikpunkte

Das Fiido Air kommt in einem mittelgroßen Karton ins Haus. Wie bei den meisten E-Bikes, die ihr im Internet kauft üblich, ist das Zweirad zu etwa 80 Prozent vormontiert. Beim Montieren der Vorderachse samt beiliegender Steckachse kommen wir ins Straucheln. So sehr wir die Achse auch in die Ausläufer der aus Carbon bestehenden Gabel schrauben - ein minimales, restliches Spiel bleibt vorhanden. Zudem kommen sich Bremsscheibe, Gabelschaft und Speichen verdächtig nahe. Erst nach mühevollem Feintuning gelingt es uns, eine halbwegs annehmbare Lösung zu schaffen. Blutige Anfänger dürften überfordert sein. Stichwort Blut: Die Kanten sind teilweise so scharf, dass wir uns mehrfach beim Montieren in den Finger schneiden.

Die restliche Verarbeitungsqualität ist zufriedenstellend. Fiido greift bei Bauteilen wie Pedale, Achsen, oder Sattel nicht ganz nach oben ins Regal - das sollte euch beim Blick auf das Preisschild aber nicht wundern. Immerhin gibt es an diesem Fiido-Bike bei Bedarf schnell wechselbare Markenersatzteile, wie etwa den Velo-Sattel oder die hydraulischen Scheibenbremsen von Shimano. Eine Gangschaltung gibt es nicht - das Fiido Air ist ein Single-Speed-Bike. Dafür freuen wir uns über den sauberen Riemenantrieb von Gates.

Auf einen Gepäckträger müsst ihr genauso wie auf Schutzbleche oder einen Seitenständer verzichten. Anbauteile wie Reflektoren und eine kleine Klingel liegen dem Paket bei. Ihr könnt sie bei Bedarf verbauen.

Lässt die Kapazität der Batterie im Laufe der Zeit nach, kann nur der Fachhandel den Akku ersetzen. Prinzipiell lässt sich der Energiespeicher nämlich nach Lösen einiger Schrauben aus dem Rahmen befördern. Ein weiterer Nachteil: Bei leerem Akku müsst ihr das E-Bike von Fiido immer zu einer Steckdose tragen. Fiido gewährt auf das Air zwei Jahre lang Garantie, verfügt in Deutschland aber (noch) nicht über ein ausgebautes Händlernetz. Improvisation ist im Fall der Fälle angesagt.

Dem Fiido Air sieht man seine E-Bike-Gene kaum an, auf den ersten und zweiten Blick sieht es wie ein Bio-Bike aus. Nur der auffallend große Powerbutton, der gleichzeitig als Fingerabdruckscanner und damit als Diebstahlschutz dient, verrät die Elektrifizierung. Er dient zudem der Fahrstufenauswahl und dem Ein- und Ausschalten des Lichtes. Ein Display gibt es nicht.

Die App fiel uns schon bei vergangenen Tests der Marke negativ auf. Leider hat Fiido sie noch nicht grundlegend überholt. Verwirrende Übersetzungsfehler und ein unaufgeräumtes Layout machen die Nutzung nicht einfach. Wer will, kann auch eine im Lieferumfang enthaltene, herstellereigene Smartwatch nutzen, um das E-Bike zu entsperren oder um die Geschwindigkeit abzulesen.

In den App-Einstellung findet sich ein so genannter Raketenmodus. Diesen kennen wir in ähnlicher Form von anderen E-Bikes von Fiido. Ganz so doll treibt es Fiido beim Air nicht, doch auch hier bleibt der Raketenmodus illegal, darf nur auf abgesperrtem Gebiet genutzt werden. Aktivieren wir ihn, unterstützt das Fiido Air eure Tretbewegungen über die gesetzlich für Pedelecs geltende Marke von 25 km/h hinaus. Wir haben bis zu 32 km/h gemessen.

Auffallend: Neben "Normal" bietet das Fiido Air mit "Eco" lediglich eine weitere Unterstützungsstufe. Beim Wechsel merken wir kaum einen Unterschied im Antritt. Dank Drehmomentsensor erfolgt der Krafteinsatz des Hinterradmotors sehr sanft und nicht abrupt.

Das maximale Drehmoment von verhältnismäßig schmalen 35 Newtonmeter reicht nicht aus, um mit dem Test-Bike die steile Tiefgaragenauffahrt unseres Redaktionsgebäudes hochzufahren. Einmal in Bewegung, biegt das Air flink ums Eck. Die Schräglagenfreiheit fällt etwas zu knapp aus, schnell schrammen wir mit dem Pedal auf dem Asphalt.

Nach dem Erreichen der unterstützten Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h haben wir nicht das Gefühl, gegen einen imaginäre Wand zu fahren, die Unterstützung nimmt sich sanft zurück, bis der Strom vollends schwindet und ihr mit reiner Muskelkraft unterwegs seid. Dank des niedrigen Gewichtes von 14 Kilogramm fühlt sich das Air auch mit ausgeschaltetem Motor wohl und erinnert an das Lemmo One.

Akkutest und Reichweite in der Praxis

Fiido verspricht eine maximale Akkulaufzeit von bis zu 60 Kilometern im Modus "Normal". Den verbleibenden Akkustand des 208 Wattstunden fassenden Akkus zu bestimmen, gestaltet sich schwieriger als gedacht, da dem Air ein Display fehlt. Fiidos Begleit-App ermittelt Werte in unserem Test nur dann, wenn sie während der Fahrt aktiv geöffnet ist!

Zur so wichtigen Ermittlung des verbleibenden Akkustandes müsst ihr sie also entweder bei jeder Fahrt nutzen, oder auf die einzig verbleibende Alternative zurückgreifen. Die führt über den per LED illuminierten Einschaltknopf. Grünes Licht bedeutet einen Akkustand zwischen 60 und 100 Prozent. Blaues Licht signalisiert ein Batterielevel zwischen 40 und 60 Prozent. Leuchtet der Ring in Signalrot, neigt sich der Akku dem Ende entgegen und die restliche Kapazität liegt unter der 40-Prozent-Marke.

Eine Maximalreichweite von 50 Kilometern halten wir für realistisch. Wem das zu knapp bemessen scheint: Fiido verkauft für 250 Euro Aufpreis einen Range Extender mit weiteren 208 Wattstunden, der die Reichweite verdoppeln soll.

Für wen ist das Fiido Air geeignet?

  • ... ihr auf der Suche nach einem möglichst günstigen E-Bike für die Stadt seid und ihr nicht vorhabt, mit dem Bike große Steigungen zu fahren.
  • Für diesen Einsatzzweck ist das Fiido Air zu diesem Preis ein echter Hit!
  • Ihr wollt zudem kein "normales" E-Bike, sondern optisch auffallen.
  • Dafür nehmt ihr hin, dass manche Details am Fiido Air nicht perfekt sind, ihr mitunter selbst Hand anlegen und improvisieren müsst.

Alternativen zum Fiido Air

Als Alternative zum an dieser Stelle getesteten Fiido Air bietet sich in erster Linie die Fiido-Modelle C11 Pro (für 1.099 Euro, Testbericht) und C21 Pro (für 999 Euro, Testbericht) an. Auch solltet ihr einen Blick auf das sehr robuste, aber auch deutlich schwerere Fiido Titan (Testbericht) werfen. Wer etwas mehr Geld ausgeben kann oder möchte, findet im Lemmo One (Testbericht) oder Canyon Pathlite:ON SL 6 (Testbericht) höhenwertige Alternativen.

Fiido C21: Das Gravelbike im Test

Das Fiido C21 ist ein Gravelbike vom chinesischen E-Bike Hersteller Fiido. Es ist in zwei Rahmenvarianten erhältlich, allerdings eher ein sportliches E-City- oder Trekkingbike mit Gravel-Attitüden. Mit einer UVP von nur 1.799 Euro, einer ordentlichen Ausstattung und einem Gewicht von unter 18 kg war es zum Zeitpunkt des Launches schon nicht überteuert. Aktuell ist es jedoch zum absoluten Schnäppchenpreis für nur 999 Euro zu haben.

Beim Auspacken zeigt sich ein hochwertiges und aus meiner Sicht auch schickes Rad. Man sieht dem C21 nur schwer an, dass hier ein E-Bike für knappe 1.000 Euro (je nach Angebot) steht. Dafür hast du allerdings auch noch etwas zu tun, bevor das Gravelbike auf die Straße kann. Das ist prinzipiell kein Hexenwerk, eine gute Stunde solltest du dafür allerdings einplanen.

Bei der Ausstattung kann das C21 in seinem Preisbereich in jedem Fall punkten. Das Gesamtpaket aus hydraulischen Scheibenbremsen von Tektro, einer Antriebseinheit von Mivice mit Drehmomentsensor und einer 9-Gang-Schaltung mit ordentlicher Übersetzung hat nichts mehr mit den ganz billigen China-E-Bikes zu tun. Auch das Farbdisplay ist im Vorbau integriert und macht einen hochwertigen Eindruck. An Aufnahmen für einen Gepäckträger sowie an Schraubpunkte für einen Flaschenhalter wurde ebenfalls gedacht.

Der Akku ist nämlich etwas spärlich dimensioniert und hält 208 Wh Energie bereit. Dafür sieht man dem C21 das E im Bike nicht an, denn der Akku ist unsichtbar im Unterrohr integriert. Dennoch sollen bis zu 80 km Reichweite unter optimalen Bedingungen möglich sein. Der Akku kann zum Laden nicht entnommen werden.

Angetrieben vom Mivice M080 mit seinen 40 Nm Drehmoment fühlt sich das Fiido C21 beim Fahren nach einem sehr hochwertigen Pedelec an. Denn es ist einfach unheimlich gut abgestimmt. Die Bremsen packen ebenfalls kräftig zu, die Gangwechsel funktionieren mit dem eher unbekannten Schaltwerk direkt und knackig. Das integrierte Display ist in jeder Situation gut ablesbar und die Bedienung über die Remote-Einheit funktioniert reibungslos.

Fiido C11: Das günstige Tiefeinsteiger E-Bike

Das Fiido C11 wird relativ handlich mit dem normalen Paketdienst geliefert, ist super verpackt und clever vormontiert. Nach dem Auspacken musst du nur noch einige Dinge wie Lenker und Pedale anschrauben, Vorderrad einsetzen und Schutzblech vorne montieren selbst erledigen. Danach ergibt sich ein durchweg sehr hochwertiges Bild und ich bin wirklich angetan, dass Fiido sich hier kontinuierlich steigert.

Der Antrieb hat allerdings mit 500 W eine zu hohe Leistung.

Beim Fiido C11 musst du bezüglich der Ausstattung dagegen eigentlich keine Abstriche machen. Gepäckträger, Schutzbleche, Beleuchtung mit Bremslicht und ein großer 500 Wh Akku sind inklusive. Für die Steuerung des E-Bikes kommt allerdings nur ein Trittfrequenzsensor zum Einsatz.

Das Fiido C11 entpuppt sich als ausgewogenes und in meinen Augen auch sehr schönes E-Bike. Leider entspricht es nicht ganz dem EU-Standard, was man beim Kauf bedenken sollte. Mit nur 899 Euro ist das C11 für den gebotenen Standard tatsächlich sehr günstig und insgesamt sehr hochwertig. Wer einen günstigen Tiefeinsteiger mit Einstellungsmöglichkeiten abseits offizieller Straßen sucht, sollte sich das C11 genauer anschauen.

Fiido X: Das E-Bike-Klapprad im Test

Das 20 Zoll Elektro-Klapprad mit Magnesium-Rahmen stand schon länger auf meiner Liste für einen Test. Daher habe ich mich riesig gefreut, dass ich nun mit dem kleinen Flitzer eine große Runde drehen konnte.

Das Fiido X ist ein klassisches 20 Zoll Elektro-Klapprad, das mit 1,95 Zoll breiten Reifen bestückt ist. Die Räder verfügen über Reflektoren und hochwertige hydraulische Scheibenbremsen. Letztere sind deutlich besser als Felgenbremsen, haben eine große Bremskraft und haben im Test ihren Job gut erledigt.

Über eine Federung im Rahmen, in der Sattelstange oder in der Vordergabel, wie beispielsweise beim Engwe L20 SE, verfügt das Fiido X nicht. Lediglich der Sattel ist etwas gepolstert und die Reifen haben im Test kleinere Unebenheiten geschluckt. Wie du oben auf dem Bild siehst, gibt es für das Fiido X auch Schutzbleche. Diese und einen Fahrradständer gibt es beim Hersteller kostenlos dazu.

Das Fiido X ist mit einem Hinterradmotor ausgestattet, der in der Nabe verbaut ist. Er hat eine Leistung von 250 Watt und das Drehmoment beträgt 30 Newtonmeter. Im Vergleich zu den anderen Modellen gehört der Motor damit zum Durchschnitt. Das Besondere am Motor ist, dass er nicht mit einem Trittfrequenzsensor, sondern mit einem Drehmomentsensor ausgestattet ist. Dieser misst, wie doll du in die Pedale trittst und packt je nach Stufe 10, 20 oder 30 Prozent Leistung oben drauf. Durch den Drehmomentsensor fühlt sich die Unterstützung natürlicher und harmonischer an als bei Modellen mit einfachem Trittfrequenzsensor.

Wie beim Myvelo Zürich, befindet sich der Akku vom Fiido X in der Sattelstange. Um genau zu sein, ist die höhenverstellbare Sattelstange der Akku. Du kannst ihn zum Laden entnehmen. Wenn du das Fiido X einschalten möchtest, dann musst du den Schalter am oberen Ende des Akkus drücken. So wird das E-Bike gestartet und gleichzeitig der Akku fixiert und vor Diebstahl gesichert.

Aus technischer Sicht ist der Akku mit 417,3 Wattstunden, die sich aus 36 Volt und 11,6 Amperestunden zusammensetzen, Mittelfeld in meinem Test.

Beim Fiido X gibt der Hersteller an, dass man mit einer Akkuladung je nach Stufe zwischen 89 und 130 Kilometer weit kommt. Ermittelt wurden diese Werte mit einem Fahrergewicht von 75 kg und gefahren wurde im flachen Gelände bei 32 Grad Celsius.

Das E-Bike Klapprad Fiido X wird über das Display am Lenker gesteuert. Beispielsweise kannst du damit das Licht einschalten und die Unterstützungsstufen ändern. Zusätzlich versorgt dich der Bordcomputer mit wichtigen Informationen zur Fahrt. Hierzu gehören die Geschwindigkeit, die zurückgelegten Kilometer und die verbleibende Akkukapazität.

Das Hauptscharnier in der Mitte macht einen hochwertigen Eindruck, ist im Rahmen eingelassen und kann so nicht ungewollt hängen bleiben. Das ist besonders in der Bahn von Vorteil.

Durch die Lichtanlage, die beiden unabhängigen hydraulischen Scheibenbremsen und die Klingel am Lenker ist das Fiido X zu 100 Prozent StVZO-konform und kann ohne Bedenken am Straßenverkehr teilnehmen.

Über die App von Fiido kannst du das X elektronisch verschließen und so vor Diebstahl sichern. Wenn du direkt bei Fiido bestellst, dann gehört zum Lieferumfang ein Ständer. Wie beim Tern Vektron S10, sorgen zwei Magnete dafür, dass das X im gefalteten Zustand zusammen bleibt.

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