Fiido Fahrräder im Test: Erfahrungen und Bewertungen

Letzte Woche hatte ich die Gelegenheit, das Fiido X im Test genauer unter die Lupe zu nehmen und anschließend nach meinen Kriterien zu bewerten. Das 20 Zoll Elektro-Klapprad mit Magnesium-Rahmen stand schon länger auf meiner Liste für einen Test. Daher habe ich mich riesig gefreut, dass ich nun mit dem kleinen Flitzer eine große Runde drehen konnte.

In diesem Testbericht erfährst du, wie das Fiido X im Test in puncto Qualität, Motor, Reichweite, Ausstattung, Komfort und Faltmaß abgeschnitten hat. Neben meiner ausführlichen Bewertung und meinen gesammelten Erfahrungen gehe ich auch auf die technischen Daten genauer ein. Zusätzlich gebe ich dir einen Preisvergleich zum Fiido X und beantworte dir abschließend alle wichtigen Fragen.

Durch den Magnesiumrahmen und das geringe Gewicht wollte ich das Fiido X schon länger mal testen. Nun hat es sich endlich ergeben, dass ich mir das Leichtgewicht von Sven, einem Freund von einem Freund, für einen Tag ausleihen konnte.

Sven pendelt mehrmals in der Woche mit dem ICE von Wolfsburg nach Berlin. Dabei muss er vom und zum Bahnhof täglich über 30 Kilometer überbrücken. Seit etwa fünf Monaten nutzt er dafür das Fiido X und vorweggenommen: er ist sehr zufrieden mit seiner Wahl.

Als erstes gehe ich auf die technischen Daten und die Ausstattung ein. Teilweise gleich mit meinen eigenen Erfahrungen aus meinem Test. Anschließend gebe ich dir einen Preisvergleich, bewerte das E-Bike-Klapprad und beantworte dir wichtige Fragen zum Test sowie zum Fiido X.

Die wichtigsten Aspekte des Fiido X im Test

  1. Die Räder, Bremsen und Federung
  2. Der Motor und die Akkukapazität
  3. Die maximale Reichweite im Test
  4. Der Bordcomputer und die Unterstützungsstufen
  5. Das Gewicht, Faltmaß und der Klappmechanismus
  6. Die Verkehrssicherheit und weitere Ausstattung
  7. Das Fiido X im Preisvergleich

1. Räder, Bremsen und Federung

Das Fiido X ist ein klassisches 20 Zoll Elektro-Klapprad, das mit 1,95 Zoll breiten Reifen bestückt ist. Die Räder verfügen über Reflektoren und hochwertige hydraulische Scheibenbremsen. Letztere sind deutlich besser als Felgenbremsen, haben eine große Bremskraft und haben im Test ihren Job gut erledigt.

Über eine Federung im Rahmen, in der Sattelstange oder in der Vordergabel, wie beispielsweise beim Engwe L20 SE, verfügt das Fiido X nicht. Lediglich der Sattel ist etwas gepolstert und die Reifen haben im Test kleinere Unebenheiten geschluckt. Wie du oben auf dem Bild siehst, gibt es für das Fiido X auch Schutzbleche. Diese und einen Fahrradständer gibt es beim Hersteller kostenlos dazu.

2. Motor und Akkukapazität

Bei der Auswahl von einem E-Bike solltest du dir den Motor und den Akku genauer ansehen, denn diese beiden Komponenten bilden das Herzstück von einem Klapprad mit Antrieb. Das Fiido X ist mit einem Hinterradmotor ausgestattet, der in der Nabe verbaut ist.

Er hat eine Leistung von 250 Watt und das Drehmoment beträgt 30 Newtonmeter. Im Vergleich zu den anderen Modellen gehört der Motor damit zum Durchschnitt. Das Besondere am Motor ist, dass er nicht mit einem Trittfrequenzsensor, sondern mit einem Drehmomentsensor ausgestattet ist. Dieser misst, wie doll du in die Pedale trittst und packt je nach Stufe 10, 20 oder 30 Prozent Leistung oben drauf.

Durch den Drehmomentsensor fühlt sich die Unterstützung natürlicher und harmonischer an als bei Modellen mit einfachem Trittfrequenzsensor.

Wie beim Myvelo Zürich, befindet sich der Akku vom Fiido X in der Sattelstange. Um genau zu sein, ist die höhenverstellbare Sattelstange der Akku. Du kannst ihn zum Laden entnehmen. Wenn du das Fiido X einschalten möchtest, dann musst du den Schalter am oberen Ende des Akkus drücken. So wird das E-Bike gestartet und gleichzeitig der Akku fixiert und vor Diebstahl gesichert.

Aus technischer Sicht ist der Akku mit 417,3 Wattstunden, die sich aus 36 Volt und 11,6 Amperestunden zusammensetzen, Mittelfeld in meinem Test. Damit ist die Akkukapazität besser als die vom Fischer FR 18, welches eine ähnliche Bauweise hat.

3. Maximale Reichweite im Test

Die Akkukapazität in Wattstunden ist ein guter Wert, um die unterschiedlichen Akkus miteinander zu vergleichen. Aber wie weit man in der Praxis dann tatsächlich damit kommt, kann man nur vermuten. Sind es wenige Kilometer, die für die Strecke zum nächsten Bahnhof reichen oder kann man damit auch am Wochenende oder im Urlaub eine längere Tour bestreiten? Da mir die maximale Reichweite sehr wichtig ist, kommt jetzt ein längerer Abschnitt dazu.

Beim Fiido X gibt der Hersteller an, dass man mit einer Akkuladung je nach Stufe zwischen 89 und 130 Kilometer weit kommt. Ermittelt wurden diese Werte mit einem Fahrergewicht von 75 kg und gefahren wurde im flachen Gelände bei 32 Grad Celsius. Ich finde die Angaben sehr ausführlich und damit gut, weil das nicht viele Hersteller auf ihren Webseiten machen.

Damit ich das Fiido X für meinen Test richtig bewerten kann, habe ich wieder meinen Reichweitentest durchgeführt. Dafür hat mir Sven den Akku komplett aufgeladen und dann bin ich damit gefahren, bis der Akku leer war. Bis auf die letzten 12 km wurde mit maximaler Unterstützung gefahren.

Unter diesen Bedingungen bin ich mit dem Fiido X von Spandau über Potsdam zurück nach Spandau eine Runde um den Wannsee bzw. die Havel gekommen. Insgesamt waren das 60,55 Kilometer.

Da ich Bedenken hatte, dass der Akku die komplette Tour durchhält, habe ich die Unterstützungsstufe für die letzten 12 Kilometer gedrosselt (Eco statt Turbo). Normalerweise würde ich daher das Ergebnis kürzen, da ich für meinen Test mit allen Rädern immer mit der maximalen Unterstützung fahre.

Da ich aber gleichzeitig mit 8 Kilogramm Gepäck gefahren bin, was ich sonst im Test nicht mache und eine Erhöhung zur Folge hätte, bleibt mein Ergebnis für die maximale Reichweite mit einer Akkuladung bei 60 Kilometern. Im Vergleich zu den anderen Modellen in meinem Test, ist das ein sehr gutes Ergebnis.

An die 89 bis 130 Kilometer, die der Hersteller angibt, bin ich in meinem Test nicht herangekommen. Aber ich denke, wenn du etwas leichter bist als ich und nicht ganz so viele Höhenmeter überwinden musst, dann sollten mit dem Fiido X über 100 Kilometer mit einer Akkuladung möglich sein.

Hinweis: Anders herum verringert sich die maximale Reichweite bei mehr Gewicht und mehr Höhenmeter auf der Strecke.

4. Bordcomputer und Unterstützungsstufen

Das E-Bike Klapprad Fiido X wird über das Display am Lenker gesteuert. Beispielsweise kannst du damit das Licht einschalten und die Unterstützungsstufen ändern. Zusätzlich versorgt dich der Bordcomputer mit wichtigen Informationen zur Fahrt. Hierzu gehören die Geschwindigkeit, die zurückgelegten Kilometer und die verbleibende Akkukapazität.

Wie bereits an unterschiedlichen Stellen erwähnt, verfügt das Fiido X über vier Unterstützungsstufen. Turbo - mit dieser Unterstützungsstufe bin ich im Test gefahren.

5. Gewicht, Faltmaß und Klappmechanismus

Möchtest du täglich mit der Bahn und deinem neuen Klapprad pendeln, dann solltest du viel Wert auf das Gewicht, das Faltmaß und den Klappmechanismus legen. Das Netto-Gewicht laut Hersteller beträgt 19,8 Kilogramm. Mein Test-Fiido X hat mit Schutzblechen, Gepäckträger und Schloss 22,6 Kilogramm auf die Waage gebracht. Beide Werte sind richtig gut in meinem E-Bike-Klapprad Test.

Auch beim Faltmaß gibt es diesmal zwei Werte. So beträgt das Faltmaß vom Fiido X mit Flachlenker laut Hersteller 87 x 40 x 74 cm (Gesamt: 201 cm). Beim höheren Riser-Lenker habe ich 80 x 50 x 76 cm (Gesamt: 206 cm) gemessen. Das Gesamtmaß von 201 bzw. 206 cm ist im Vergleich eher Durchschnitt, aber immer noch gut zum Pendeln.

Der Klappmechanismus vom Fiido X hat mir bei meinem Test richtig gut gefallen. Das Hauptscharnier in der Mitte macht einen hochwertigen Eindruck, ist im Rahmen eingelassen und kann so nicht ungewollt hängen bleiben. Das ist besonders in der Bahn von Vorteil.

Auch das Scharnier am Lenker und der große Schnellspanner an der Sattelstange machen einen guten Eindruck und sind einfach zu bedienen. Besonders gut gefällt mir, wie kinderleicht man das Fiido X auseinanderklappen kann: Klick-klick fertig - klarer Pluspunkt.

6. Verkehrssicherheit und Ausstattung

Durch die Lichtanlage, die beiden unabhängigen hydraulischen Scheibenbremsen und die Klingel am Lenker ist das Fiido X zu 100 Prozent StVZO-konform und kann ohne Bedenken am Straßenverkehr teilnehmen. Das ist mir persönlich bei Geschwindigkeiten von über 25 km/h auch sehr wichtig.

Über die App von Fiido kannst du das X elektronisch verschließen und so vor Diebstahl sichern. Wenn du direkt bei Fiido bestellst, dann gehört zum Lieferumfang ein Ständer. Wie beim Tern Vektron S10, sorgen zwei Magnete dafür, dass das X im gefalteten Zustand zusammen bleibt. Das Fiido X ist für 147 cm bis 195 cm Körpergröße und 120 kg Gewicht geeignet.

7. Preisvergleich

Das Fiido X gibt es in der Ausführung mit dem Flachlenker sowie mit dem Riselenker. Letzteres erhöht die Anschaffungskosten um einiges. Wenn du dich für das Fiido X entscheidest, dann solltest du die Preise gut vergleich. Im Folgenden findest du einen Preisvergleich zum Fiido X:

Anbieter Preis am 11.07.2025
Fiido (Lenker flach) 1.499,00 €
Fiido (Lenker hoch) 1.499,00 €
ebay (Lenker flach) 1.499,99 € (ausverkauft)
OTTO (Lenker hoch) 1.499,00 € (ausverkauft)

Testergebnis und Bewertung vom Fiido X

Das Elektro-Klapprad X von Fiido erhält von mir im Test eine Bewertung von 9,1 von 10 möglichen Punkten. Meine Erfahrungen und Bewertung sind wie folgt:

  • Qualität - 9,5 von 10: An der Qualität vom Fiido X gibt es fast nix zu meckern.
  • Motor, Akku & Reichweite - 9,0 von 10: Die Werte vom Hinterradmotor mit 250 Watt und 30 Newtonmeter sowie die Akkukapazität von 417 Wattstunden sind in meinem Test nur Mittelfeld.
  • Ausstattung - 8,8 von 10: Zur Ausstattung vom Fiido X gehören Lichtanlage, Klingel, Schaltwerkschutz, hydraulische Scheibenbremsen und Reflektoren.
  • Komfort & Fahrspaß - 8,8 von 10: Das Fahrgefühl ähnelt mehr einem normalen Fahrrad, als es das beim Myvelo Zürich der Fall ist.
  • Maße & Gewicht - 9,3 von 10: Mit einem netto Gewicht von 19,8 kg und einem Gewicht von 22,6 Kilogramm mit kompletter Ausstattung ist das Fiido X sehr leicht und gut geeignet zum Pendeln.

Weitere Fiido Modelle im Fokus

Neben dem Fiido X gibt es auch andere interessante Modelle des Herstellers, die im Folgenden näher betrachtet werden.

Fiido C21: Ein sportliches E-City- oder Trekkingbike

Das Fiido C21 ist ein Gravelbike vom chinesischen E-Bike Hersteller Fiido. Mit einer UVP von nur 1.799 Euro, einer ordentlichen Ausstattung und einem Gewicht von unter 18 kg war es zum Zeitpunkt des Launches schon nicht überteuert. Aktuell ist es jedoch zum absoluten Schnäppchenpreis für nur 999 Euro zu haben.

Beim Auspacken zeigt sich ein hochwertiges und aus meiner Sicht auch schickes Rad. Man sieht dem C21 nur schwer an, dass hier ein E-Bike für knappe 1.000 Euro (je nach Angebot) steht. Dafür hast du allerdings auch noch etwas zu tun, bevor das Gravelbike auf die Straße kann. Das ist prinzipiell kein Hexenwerk, eine gute Stunde solltest du dafür allerdings einplanen.

Bei der Ausstattung kann das C21 in seinem Preisbereich in jedem Fall punkten. Das Gesamtpaket aus hydraulischen Scheibenbremsen von Tektro, einer Antriebseinheit von Mivice mit Drehmomentsensor und einer 9-Gang-Schaltung mit ordentlicher Übersetzung hat nichts mehr mit den ganz billigen China-E-Bikes zu tun. Auch das Farbdisplay ist im Vorbau integriert und macht einen hochwertigen Eindruck. Auch Kleinigkeiten wie das zugehörige Accessoires-Pack mit USB-Rücklicht und einem brauchbaren Werkzeugset fallen mir sehr positiv auf.

Der Akku ist nämlich etwas spärlich dimensioniert und hält 208 Wh Energie bereit. Dafür sieht man dem C21 das E im Bike nicht an, denn der Akku ist unsichtbar im Unterrohr integriert. Dennoch sollen bis zu 80 km Reichweite unter optimalen Bedingungen möglich sein. Der Akku kann zum Laden nicht entnommen werden. Falls der Saft im Laufe der Zeit ausgeht, kommt man zum Wechseln allerdings von unten dran.

Angetrieben vom Mivice M080 mit seinen 40 Nm Drehmoment fühlt sich das Fiido C21 beim Fahren nach einem sehr hochwertigen Pedelec an. Denn es ist einfach unheimlich gut abgestimmt. Der Antrieb kickt bei entsprechender Krafteinwirkung deiner Beine ordentlich rein, nimmt sich in den unteren Stufen aber auch zurück, wenn du es entspannt und ausgewogen angehen lassen willst. Die Bremsen packen ebenfalls kräftig zu, die Gangwechsel funktionieren mit dem eher unbekannten Schaltwerk direkt und knackig. Das integrierte Display ist in jeder Situation gut ablesbar und die Bedienung über die Remote-Einheit funktioniert reibungslos.

Das C21 macht in nahezu jeder Situation unheimlich Spaß, da es für diesen Preis toll ausgestattet und vor allem super abgestimmt ist. Die Verarbeitung ist solide, die Rahmengeometrie stimmig. Das E-Bike hat allerdings viel Potenzial als Alltags- und Abenteuerrad für verhältnismäßig wenig Geld. Aktuell ist es für nur 999 Euro zu haben und kann zudem mit neuen und überarbeiteten Features punkten.

Fiido Air: Ein leichtes E-Bike mit Carbonrahmen

Dank Carbonrahmen wiegt das E-Bike Fiido Air nur 14 Kilogramm. Und dann kann das Pedelec auch noch mit einem Preis von weit unter 2.000 Euro punkten. Was es kann, klärt der Test.

Das Fiido Air ist nicht nur leicht - es ist dank der ungewohnten Linienführung auch ein Hingucker. Beim Montieren der Vorderachse samt beiliegender Steckachse kommen wir ins Straucheln. So sehr wir die Achse auch in die Ausläufer der aus Carbon bestehenden Gabel schrauben - ein minimales, restliches Spiel bleibt vorhanden. Zudem kommen sich Bremsscheibe, Gabelschaft und Speichen verdächtig nahe. Erst nach mühevollem Feintuning gelingt es uns, eine halbwegs annehmbare Lösung zu schaffen. Blutige Anfänger dürften überfordert sein. Stichwort Blut: Die Kanten sind teilweise so scharf, dass wir uns mehrfach beim Montieren in den Finger schneiden. Die restliche Verarbeitungsqualität ist zufriedenstellend.

Immerhin gibt es an diesem Fiido-Bike bei Bedarf schnell wechselbare Markenersatzteile, wie etwa den Velo-Sattel oder die hydraulischen Scheibenbremsen von Shimano. Eine Gangschaltung gibt es nicht - das Fiido Air ist ein Single-Speed-Bike. Dafür freuen wir uns über den sauberen Riemenantrieb von Gates.

Richtig schön sind Details wie die Sattelstütze aus Sicht-Carbon. Auch gefällt der Blick auf die Waage: Das E-City-Bike wiegt tatsächlich fahrfertig wie versprochen nur 14 Kilogramm und zählt damit zu den leichtesten von uns getesteten City-Pedelecs. Das niedrige Gewicht wird zum einen durch den Carbonrahmen ermöglicht, zum anderen durch den konsequenten Verzicht auf Anbauteile. Auf einen Gepäckträger müsst ihr genauso wie auf Schutzbleche oder einen Seitenständer verzichten.

Dem Fiido Air sieht man seine E-Bike-Gene kaum an, auf den ersten und zweiten Blick sieht es wie ein Bio-Bike aus. Nur der auffallend große Powerbutton, der gleichzeitig als Fingerabdruckscanner und damit als Diebstahlschutz dient, verrät die Elektrifizierung. Er dient zudem der Fahrstufenauswahl und dem Ein- und Ausschalten des Lichtes. Ein Display gibt es nicht.

Nach dem Erreichen der unterstützten Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h haben wir nicht das Gefühl, gegen einen imaginäre Wand zu fahren, die Unterstützung nimmt sich sanft zurück, bis der Strom vollends schwindet und ihr mit reiner Muskelkraft unterwegs seid. Dank des niedrigen Gewichtes von 14 Kilogramm fühlt sich das Air auch mit ausgeschaltetem Motor wohl und erinnert an das Lemmo One.

Fiido verspricht eine maximale Akkulaufzeit von bis zu 60 Kilometern im Modus "Normal". Eine Maximalreichweite von 50 Kilometern halten wir für realistisch. Wem das zu knapp bemessen scheint: Fiido verkauft für 250 Euro Aufpreis einen Range Extender mit weiteren 208 Wattstunden, der die Reichweite verdoppeln soll.

Seine Domäne sind kurze, schnelle Trips in der Stadt.

Fiido T2: Das Lasten-E-Bike für die Stadt

Das Lasten-E-Bike Fiido T2 für die Stadt kommt dank extra-langem Gepäckträger und viel Zubehör wie eine eierlegende Wollmilchsau daher. Im Test gefällt zusätzlich der riesige Akku, der starke Motor und die bequeme Fahrt trotz schwerer Beladung.

Das kompakte Fiido T2 ist so ein Lasten-Pedelec. Es vereint die Eigenschaften eines robusten E-Fatbikes mit denen eines variablen Cargo-Bikes. An seinen langen, 60 cm messenden Gepäckträger passen bis zu 80 kg Zuladung. Fiido bietet dafür viel Zubehör an: Eine große Tasche, Schutzwände, ein Trittbrett für die Füße von Mitfahrern, ein Sicherheitsgestänge für Kinder und sogar die Montage von zwei Kindersitzen ist möglich. Außerdem gibt es einen massiven Fahrradkorb aus Metall.

Der Aufbau des weitgehend vormontierten Fiido T2 gelingt leicht und ist in rund 30 Minuten erledigt. Sogar die Bremsen sind ab Werk perfekt eingestellt. Dann noch Reifen aufpumpen sowie alle Schrauben nachziehen - und los geht’s. Wir empfehlen für die Fahrt einen Helm.

Optisch sticht das E-Bike durch sein ungewöhnliches Design hervor. Es misst stattliche 186 × 73 × 119 cm - eine ordentliche Länge für ein Rad mit 20-Zoll-Bereifung. Durch die 4 Zoll breiten Reifen und den wuchtigen Rahmen wirkt das Fiido T2 sehr massiv. Das stabile Schutzblech und die Metallpedale unterstreichen diesen Eindruck. Positiv fällt auch das gute Kabelmanagement auf. Praktisch ist der Mittelständer: Er vereinfacht das Be- und Entladen enorm, da das Rad auch bei voller Beladung oder beim Ein- und Aussteigen von Kindern nicht umkippt.

Der Lenker ist höhenverstellbar und sorgt so für eine individuelle, ergonomische Sitzposition. Der Sattel lässt sich jedoch nicht sehr hoch einstellen und könnte für Personen über 185 cm zu niedrig sein.Das helle, höhenverstellbare Frontlicht hängt ebenso wie das Rücklicht am Stromkreislauf des Akkus. Ein nettes Extra: Beim Bremsen leuchtet das Rücklicht auf und signalisiert nachfolgenden Verkehrsteilnehmern, dass man langsamer wird.

Das farbige Display ist zwar recht klein, lässt sich aber auch bei Sonne gut ablesen. Über vier Taster sind alle wichtigen Funktionen erreichbar. Ein USB-Port zum Laden des Smartphones fehlt jedoch. Die ergonomischen Griffe liegen angenehm in der Hand und der Gashebel ist leichtgängig.

Das Fiido T2 bietet eine komfortable Fahrt und eine Gesamtzuladung von beeindruckenden 200 kg. Die Reifen haben viel Grip und schlucken Unebenheiten souverän weg. Die Stärke der Frontfederung lässt sich anpassen - praktisch, wenn das Cargo-Bike voll beladen ist. Der Sattel ist angenehm weich.

Mit 998 Wh Kapazität ist der Akku des Fiido T2 riesig. Der Hersteller gibt eine maximale Reichweite von 110 km an, was unter Idealbedingungen wie wenig Gepäck, moderates Tempo und ebene Strecken durchaus realistisch ist. Bei höheren Geschwindigkeiten, rund 100 kg Zuladung und häufigem Anfahren und Bremsen im Stadtverkehr kommen wir im Test immer noch auf gute 50 km Reichweite. Zum Laden lässt sich der Akku mithilfe eines Schlüssels entnehmen.

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