Die Kurbelgehäuseentlüftung ist ein wichtiger Bestandteil von Viertaktmotoren. Im Gegensatz zu Zweitaktern haben sie einige "unnütze" Hohlräume: Kurbelgehäuse, Steuerkettenschacht und den Zylinderkopf mit dem Ventiltrieb. Überall dort gibt es Luft und damit auch Druckschwankungen.
Warum eine Kurbelgehäuseentlüftung notwendig ist
Wären die Hohlräume verschlossen, könnte es durch den steigenden Druck im Inneren Probleme geben. Motoren haben deshalb eine Motorentlüftung, über die Luft entweichen kann. Die Kurbelgehäuseentlüftung leitet die Ölgase des Motors ab und sorgt dafür, dass kein Druck im Motorgehäuse entsteht.
Frühere und heutige Lösungen
Ganz früher hat man diese Mischung einfach über einen Schlauch unter den Motor geführt und dort in die Umwelt entlassen. Das funktioniert für den Motor super, ist aber für die Umwelt nicht so toll. Deshalb wird der Schlauch normalerweise in den Luftfilterkasten geführt.
Einmal ist das so, weil es gesetzlich vorgeschrieben ist, dass Motorentlüftungen wieder in den Ansaugtrakt führen müssen, und zum anderen ist es so, dass in der herausgedrückten Luft immer noch ein klein wenig Ölnebel ist, der dann über die Vergaser wieder in den Motor kommt und mit verbrannt werden kann.
Die verunreinigte Luft wird dann vom Motor angesaugt und die Öl- und Spritreste werden einfach mitverbrannt. Problem gelöst. Mitunter kommt aber mehr Öl, Wasser und anderer Schlonz aus der Motorentlüftung, als vom Motor angesaugt werden kann. Das sammelt sich dann unten im Luftfilterkasten.
Einige Motorräder haben deshalb einen weiteren Schlauch vom Luftfilterkasten unter den Motor, der mit einem Stopfen verschlossen ist. Hin und wieder sollte man den Stopfen rausziehen und das Kondensat ablassen.
Airboxen anderer Motorräder haben oft einen zugestöpselten Ablaufschlauch, in dem sich der Sabber (aus Öl und Staub) sammelt und von Zeit zu Zeit abgelassen werden kann.
Probleme und Modifikationen
Durch diese Ablagerungen wird oft der Drosselklappenspalt kleiner. Das kann Leerlaufprobleme verursachen, da der Motor bei geschlossener Drosselklappe zu wenig Luft bekommt und das Steuergerät nicht schnell genug nachregeln kann (sägen, fast ausgehen).
Da bei meiner kleinen Katana der Luftfilterkasten rausgeflogen ist, hing der Entlüftungsschlauch lose in der Gegend rum. Das konnte so nicht bleiben. Aber was macht man damit am besten?
Ich bräuchte also so etwas wie einen Sammelbehälter mit zwei Löchern. Eines, wo der Schlauch reinführt, eines, wo die Luft raus kann. Ich hatte zuerst an einen Bremsflüssigkeitsbehälter gedacht. Da müsste man nur noch eine Belüftungsöffnung reinbohren.
Der hat die 2 benötigten Anschlüsse. Er hat ein hübsches Schauglas, durch das man sieht, ob man das Kondensat ablassen muss. Er hat einen kleinen Messingfilter, der den Ölnebel aus der Luft filtert. Er hat genau die richtige Größe.
Alternativen und ihre Auswirkungen
Ich halte von den Minifiltern auf der Kurbelgehäuseentlüftung nicht viel, weil man schlecht kontrollieren kann, ob er nicht zugesetzt ist.
Wenn serienmäßig kein Ölabscheider in der Entlüftung sitzt (ist oft das Rahmenrohr) oder der Ölabscheider nicht gut funktioniert, kann man mit dem Entlüftungsschlauch in eine Flasche gehen und die Flasche dann mit einem zweiten Schlauch, der in den Luftfilterkasten gelegt wird eine umweltfreundliche Lösung erreichen.
Der Entlüftungsschlauch sollte aber nie bis ins Öl reichen, wenn sich in der Flasche Öl gesammelt hat, das kostet mindestens wenn nicht noch mehr Leistung.
Als Umweltsau lässt man den Entlüftungsschlauch, wie von dir beschrieben einfach ins Freie münden.
Ich hab den schlauch unter den tank gelegt, einen sinterfilter aus der drucklufttechnik (festo) draufgesteckt, fertig. ohne filter hast du die echte gefahr, dass du über den schlauchdreck ins öl bekommst. denn durch die kolbenbewegung wird auch luft über den schlauch angesaugt.
Die Sorge, daß man sich quasi den Blow-By vergrößert durch den Unterdruck unter den Kolben, ist unbegründet. Bei den hohen Verbrennungsdrücken, die herrschen, ist das halbe bar auf der anderen Seite des Kolbens mehr oder weniger nicht von Bedeutung.
Bedeutung des Filters
Das Element hat auch nicht die Aufgabe, irgendwelche Feinstaubbestandteile oder sonstige Fremdkörper fernzuhalten. Das ist die Kurbelwellengehäuseentlüftung, wenn aus der so was kommen würde, ist es um den Motor sowieso schlecht bestellt. Rein technisch gesagt, filtert der Einsatz nichts, die Luft rauscht da ziemlich ungehindert durch.
Selbst Filtermatten aus dem Aquariumbereich, soweit sie aus Polyethylen, oder Polyurethan sind, würde ich vorziehen. Auch die Filterfläche wird bei einem Schaumstoffilter größer sein, die den Ölnebel aus dem Kurbelgehäuse weitgehend zurückhalten soll.
Unterdruck im Kurbelgehäuse
Seit die Simmerringe aber wirklich dichten und auch sonst dank Silikon alles wunderbar dicht wird, kann man es sich leisten, wieder zum guten alten Loch zurückzukehren, ohne Ventil - ja, muss dies sogar.
Tach allerseits, meine schon öfters gelesen zu haben, dass es vor allem im Rennmotorenbau durchaus erwünscht sei, zur Verringerung der Pumpverluste einen leichten Unterdruck im Kurbelgehäuse zu haben (hat glaub ich die KTM RC8 auch).
Der durchschnittliche Unterdruck im Kurbelhaus bietet eine Menge Vorteile: Zum einen wird an Wellendichtrichen eher Luft gezogen, als das fieses Öl nach draußen kleckert.
Zum anderen wird das Öl ständig entgast. Spritreste oder Wasserdampf sind leichter auszutreiben, wenn der Unterdruck hilft.
Dazu ist der Widerstand im Kurbelhaus bei hohen Drehzahlen fühlbar geringer, wenn die Kolben nicht so viel Masse bewegen müssen.
Rückschlagventile
Würde man jetzt ein Ventil in diesen Schlauch bauen, könnte zwar die Luft raus, wenn die Kolben runter gehen, aber es könnte keine Luft mehr rein, wenn die Kolben hoch gehen. Im Motor entstünde also ein Unterdruck, den man aber gar nicht haben will!
Durchaus nicht. Wenn man z.B. bei einer 2 CV Ente das Rückschlagventil entfernt, wird der Motor nach spätestens 20 Minuten seinen Dienst einstellen.
Öl im Luftfilter
Ich möchte weniger Öl im Luftfilter haben. Dann muß ich vielleicht mal nach dem Motor schauen, ob der nicht mehr ganz intakt ist. Werde mal die Kompression prüfen, ob die Kolbenringe nicht mehr richtig dichten.
Ich kann zwar einen Motorschaden per Ferndiagnose nicht ausschließen, aber das einzige, was vermutlich dafür sorgt, ist zu viel Öl im Motor. Motor warm fahren, Motorrad auf einer wirklich ebenen (!!) Fläche auf den Hauptständer stellen, 5 Minuten warten, bis sich alles Öl in der Wanne gesammelt hat und Ölstand dann nur bis Mitte zwischen den Markierungen. Dann kommt auch nichts aus der Motorentlüftung.
Zusammenfassung
Die Kurbelgehäuseentlüftung ist ein komplexes System, das verschiedene Funktionen erfüllt. Die Wahl der richtigen Lösung hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. dem Motortyp, den Fahrbedingungen und den persönlichen Vorlieben. Es ist wichtig, die Vor- und Nachteile der verschiedenen Optionen abzuwägen, bevor man eine Entscheidung trifft.
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