Fischer Fahrradhelm Test: Sicherheit und Komfort im Fokus

Ein Helm schützt, und ohne Helm können auch Unfälle bei geringen Geschwindigkeiten schwere Folgen haben. Die Schäden am Kopf reduziert ein Helm deutlich. Fahrradhelme können schwere Kopfverletzungen verhindern und Leben retten. Das haben bereits verschiedene Studien und Untersuchungen belegt. Laut Bundesverkehrsministerium ist ein guter Fahrradhelm dazu in der Lage, bis zu zwei Drittel der Energie zu absorbieren, die bei einem Sturz ohne Helm auf den Kopf einwirken würde.

Testergebnisse und Empfehlungen

14 Fahrradhelme waren im Test, acht davon schnitten gut ab. Bei Stiftung Warentest (07/21) schnitt der FISCHER Urban Plus entsprechend als bester Fahrradhelm in Sachen Unfallschutz ab und erhielt die Gesamtnote „gut“.

Testsieger wurde der Uvex City ivo Mips für 120 Euro mit der Note 1,8. Auf den zweiten Platz (1.9) kam der Alpina Haga LED für 160 Euro. Mit der Note 2,1 ist der Nutcase Vio Mips LED der Drittplatzierte. Der Uvex Urban Planet LED schneidet unter den neu getesteten Helmen mit der Gesamtnote 2,0 (gut) am besten ab.

Die Besten im Überblick

Modell Note Preis Besonderheiten
Uvex City ivo Mips 1,8 120 Euro Sehr gut in Handhabung und Komfort
Alpina Haga LED 1,9 160 Euro LED-Licht
Nutcase Vio Mips LED 2,1 160 Euro LED-Rücklicht, anderes Design
FISCHER Urban Plus Boston Gut 45 Euro Bester Unfallschutz
Uvex Urban Planet LED 2,0 ca. 100 Euro Sehr robust, hoher Tragekomfort, LED-Licht

Den besten Schutz bietet der Fischer Urban Plus für nur 45 Euro. Das ist damit der zweitgünstigste Helm im Test, bei anderen Disziplinen wie Handhabung schnitt er nur befriedigend ab.

Ein vernünftiger Helm muss nicht viel kosten: Das beweist der Fischer Urban Plus Brooklyn. Für gerade mal rund 30 Euro bietet er Beleuchtung, Sonnen- und Insektenschutz, einen gepolsterten Kinnriemen und in die Helmgurte eingewebte Reflexstreifen. Außerdem zeichnet sich der leichte Fahrradhelm durch einen guten Tragekomfort aus.

Sicherheit geht vor

Ein Fahrradhelm ist keine Versicherung gegen Unfallschäden, schließlich schützt der Helm nur einen Teil des Kopfes. Der ist aber besonderes empfindlich. Ein ungebremster Aufprall von nur 10 km/h kann zu schweren Verletzungen führen, ab etwa 16 km/h sind schwere Schäden fast unausweichlich.

Bei knapp 27.400 Radunfällen ohne weitere Beteiligte verletzten sich im Jahr 2023 rund 6.400 Menschen schwer und 147 tödlich. Dabei sind nicht nur Gehirnerschütterungen, sondern schwere Kopfverletzungen bei Stürzen die häufigste Unfallfolge. Laut Deutscher Gesellschaft für Unfallchirurgie könnten 60 bis 70 Prozent der tödlichen Hirnverletzungen mit Kopfschutz vermieden werden.

Testmethoden und Kriterien

Im Labor wurden alle Modelle mit bis zu 22 Stundenkilometern mit einem Aufprall auf Stirn, Hinterkopf und Seite geprüft. Die Prüfer sind dabei - wie meist - strenger als die gesetzlichen Normen. So wurden auch Rotationsbewegungen des Helms gemessen, die auf das Genick einwirken.

Einige Helme arbeiten mit "Mips", das steht für Multi-directional Impact Protection System. Der Helm besteht dann aus zwei Schalen. Ein Wundermittel ist das nicht, auch Helme ohne Mips schnitten gut ab.

Komfort und Ausstattung

Mit dem reflektierenden Gurtsystem sind die Radfahrer auf der Straße noch besser zu erkennen. Der Helmgurt mit Ratschenverschluss verfügt über ein praktisches Schutzsystem, das die Benutzer vor dem Einklemmen der Haut bewahrt. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist der Komfort. Mit seiner optimalen Passform ist der FISCHER Urban Plus Fahrradhelm eine gute Wahl. Sein verstellbares Innenring-System ermöglicht eine ideale Anpassung an den Kopf. Innen optimieren weiche Pads den Komfort. Sie bestehen aus einem atmungsaktiven Material und lassen sich zum Waschen einfach herausnehmen.

Diese Art von Helmen sieht leider immer etwas nach Tour de France aus und ist Modebewussten ein Graus. Von den Guten bietet nur der Nutcase Vio Mips LED ein anderes Design. Er kostet allerdings auch 160 Euro, dafür gibt es immerhin ein LED-Rücklicht.

Zusätzliche Features

  • LED-Licht: Zu empfehlen sind Helme mit zusätzlichem Licht am Helm - hier muss der Akku allerdings regelmäßig aufgeladen werden.
  • Visier: Der Uvex Finale Visor verfügt über ein klappbares Visier.
  • Regenschutz: Der Abus Pedelec 2.0 hat einen Regenschutz integriert.

Die richtige Passform finden

In jedem Fall sollte ein Helm vor dem Kauf ausprobiert werden. Die Passform und das Anlegen des Helms sind individuell verschieden und können von einem Test nur unzureichend abgebildet werden. Dabei ist nicht nur die Größe entscheidend, sondern auch die Form des Kopfes. Kein Kriterium war leider auch, ob sich der Helm leicht mit dem Schloss sichern lässt.

Idealerweise sollten Sie einen Fahrradhelm vor dem Kauf immer anprobieren. Nur so können Sie feststellen, ob er optimal zu Ihrer Kopfform passt. Er sollte stramm sitzen, aber nicht drücken. Als Faustformel gilt: Wenn Sie den Helm vor- und zurückbewegen, sollte die Stirn ein wenig Falten schlagen. Dann sitzt der Fahrradhelm fest genug. Ist der Kinnriemen geschlossen, darf sich der Helm nicht nach hinten abstreifen lassen.

Größenrichtlinien

Grundsätzlich ermöglicht es so gut wie jeder Fahrradhelm, die Größe über ein Drehrädchen anzupassen. Dennoch ist es wichtig, einen Fahrradhelm zu kaufen, der von seiner Dimension her zu Ihrem Kopf passt. Der Kopf lässt sich in folgende vier Altersgruppen unterteilen:

  1. Kleinkinder bis zu drei Jahren haben meist einen Kopfumfang von 44 bis 52 Zentimetern
  2. Zwei- bis Siebenjährige einen von 46 bis 57 Zentimetern
  3. Fünf- bis Zwölfjährige messen für gewöhnlich 52 bis 60 Zentimeter
  4. Allen Radfahrern über zwölf Jahren wird ein Helm für einen Kopfumfang von 52 bis 65 Zentimetern empfohlen

Einige Fahrradhelme lassen sich zusätzlich durch versetzbare Kletteinsätze an die Kopfform anpassen. Achten Sie beim Kauf auf zusätzliche Reflektoren oder eine für andere Verkehrsteilnehmer gut sichtbare Farbe.

Weitere empfehlenswerte Modelle

Der Uvex Urban Planet LED bietet dank seiner tiefergezogenen Bauweise zusätzlichen Schutz im Heck- und im Schläfenbereich. Zusätzliche Vorteile sind reflektierende Gurtbänder, ein weiches Kinnpolster und ein durchdachter Verschluss.

Der Abus Pedelec 2.0 hat einen Regenschutz integriert, der hinten in einem Geheimversteck untergebracht ist. Nasse Haare im Regen gehören somit der Vergangenheit an. Für bestmögliche Erkennbarkeit im Dunkeln ist der Helm zudem mit einem LED-Licht ausgestattet.

Speziell in der Lackierung in leuchtendem Orange und mattem Grün ist der POC Omne Beacon Mips ein echter Hingucker.

Der Uvex Urban Planet umhüllt den Kopf perfekt. Im Gegensatz zu vielen anderen Helmen sitzt der Uvex nicht nur auf dem Kopf, er umschließt diesen auch, nämlich im Bereich des Hinterkopfs und an den Schläfen.

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