Viele Sport-Athleten und noch mehr Hobbysportler sind von der Idee des Self-Trackings mit Hilfe einer Armbanduhr begeistert. Dank integrierter Sensoren können sämtliche Bewegungsdaten wie Puls, zurückgelegte Strecke, Kalorienverbrauch und dergleichen während einer Sportsession oder einem Spaziergang gemessen und direkt analysiert werden. Hier ist ein umfassender Testbericht und Vergleich von Fitnessuhren speziell für Radfahrer und Mountainbiker.
Die neue Garmin Fenix 8
Die neue Garmin Fenix 8 ist da und setzt mit einigen Neuerungen neue Maßstäbe in der Welt der Multisportuhren. Neben dem bisherigen transflektiven MIP-Display setzt Garmin erstmals in der Fenix-Reihe auch auf ein hochauflösendes AMOLED-Display, das mit hervorragender Ablesbarkeit bei Tag und Nacht punktet. Zu den Highlights gehören auch die Sprachsteuerung und die Möglichkeit der Telefonie in Verbindung mit einem Smartphone.
Die Fenix 8 gibt es in drei Größen (43, 47, 51 mm). So gibt es mit Solarfunktion nur die Größen 47 mm und 51 mm in Kombination mit dem "einfacheren" transflektiven MIP-Display. Zwar wurde bei diesen die Akkulaufzeit gegenüber der extrem sparsamen Fenix 7 reduziert - mit bis zu 16 Tagen bei ausgeschaltetem Always-on-Display liegt sie aber immer noch auf hohem Niveau. Doch das neue Farbdisplay macht einen sehr edlen Eindruck und sorgt vor allem nachts für perfekte Ablesbarkeit. Wer eher die maximale Akkulaufzeit haben möchte, greift zur großen Fenix 8 Solar, die dank eines effizienteren Solarmoduls bis zu 48 Tage Laufzeit im Smartwatch-Modus bieten soll. Die Akkulaufzeit unseres AMOLED-Testmodells lag nahe an den von Garmin angegebenen Werten, so dass im GPS-Modus eine Laufzeit von 35 Stunden erreicht werden sollte.
Wir hatten die 47 mm Fenix 8 mit Amoled-Display im Test. Die Uhr besticht durch einen sehr guten Tragekomfort. Das Silikonarmband bietet jetzt einen deutlich höheren Flex-Anteil, was die Passform beim Sport oder auch im Alltag verbessert. Sogar eine Diktierfunktion ist mit an Bord. Das Telefonieren funktioniert wirklich gut. Zwar ist die Lautstärke eher gering, aber bei unseren Tests hat es für kurze Gespräche auch auf dem Bike erstaunlich gut funktioniert. Die Sprachsteuerung funktioniert sehr zuverlässig, wenn auch etwas verzögert.
Neu ist auch, dass alle Modelle über eine integrierte Taschenlampe verfügen, die in der Nacht sehr praktisch ist und mehr als nur ein Schlüssellochfinder ist. Sie war während unseres Tests sehr häufig in Gebrauch, was ihren Nutzen unterstreicht. Die Tasten der Fenix 8 sollen nun eine höhere Dichtigkeit erhalten haben, so dass die Uhr für Tauchgänge bis 40 Meter zertifiziert ist. Auch die Haptik der Drucktasten hat sich spürbar verändert. Sie machen einen hochwertigen Eindruck, sind etwas leichtgängiger als bei der Fenix 7 und geben ein präzises haptisches Feedback. Optisch auffällig ist die neue verschraubte Aluminiumabdeckung zwischen den rechten Tastern, die die Sensoren schützen soll.
Natürlich hat Garmin auch bei der Bedienung einiges verändert, ohne dabei die Funktionen oder die Bedienlogik komplett über den Haufen zu werfen. So ist die Individualisierung des Watchface umfangreicher, aber auch intuitiver geworden. Praktisch: Die bevorzugten Sportmodi wie MTB, Gravelbike, Rennrad oder E-MTB lassen sich jetzt oben im Menü anheften, so dass man schnell darauf zugreifen kann. Während der Aktivität ist der Touchscreen deaktiviert, kann aber bei Bedarf mit einem Wisch schnell wieder eingeschaltet werden. Insgesamt hat sich die Bedienlogik nicht grundlegend geändert, was alte Garmin-User zu schätzen wissen.
Die GPS-Navigation ist nach wie vor hervorragend und liefert auch in schwierigem Gelände präzise Daten. Neu ist die dynamische Routenberechnung, die nun ähnlich wie bei Google Maps beim Verlassen des Tracks eine neue Route berechnet und nicht einfach zur alten zurücknavigiert.
Dank ANT+, Bluetooth und WLAN lässt sich die Uhr nahtlos mit Wattmesssystemen, E-Bike-Motoren und sogar Srams AXS-Schaltungen koppeln. So können Daten wie der Akkustand des E-Bikes, die Restreichweite oder der aktuell eingelegte Gang direkt auf der Uhr angezeigt werden. Über die Connect-IQ-Plattform können zudem zahlreiche Apps wie Komoot oder andere fahrradspezifische Erweiterungen kostenlos heruntergeladen werden. Für Sportler, die ihre Leistung optimieren wollen, bieten Fitnessmetriken, der Morgenbericht und Funktionen wie "Hillscore" oder Wetterkarten-Overlays wertvolle Einblicke.
Der 32 GB große Speicher bietet Platz für Musik und Offline-Playlisten von Diensten wie Spotify. Damit bietet die Fenix 8 nicht nur Sport- und Fahrradfunktionen, sondern auch tolle Alltags- und Unterhaltungsmöglichkeiten. Die für ihre umfangreichen Auswertungen und Trainingspläne bekannte Garmin Connect App wurde weiter optimiert und ist nun noch intuitiver zu bedienen.
Auch preislich hat die Fenix 8 ordentlich zugelegt. Sie beginnt bei 999 Euro. Die 51 mm Version kostet bis zu 1299 Euro, die Solarvariante ist ab 1099 Euro zu haben. Garmin bietet mit der neuen Fenix E eine günstige Version für 799 Euro an, allerdings ohne Sprachsteuerung und Telefoniefunktion.
Vorteile:
- Viele Ausstattungs-Varianten (Größen, Solar, Displays)
- Hervorragende App und Anbindung an Zubehör
- Nützliche Taschenlampe
- Sehr gute Smartwatch-Funktionen
Nachteile:
- Besonders als Top-Modell ausgesprochen teuer
- Kein LTE-Modem
- Solarfunktion nur bei größeren Modellen, nicht Amoled
Weitere Smartwatches für Radfahrer
In der Welt der Smartwatches für Radfahrer heben sich vier Modelle durch ihre speziellen Funktionen und Leistungsmerkmale hervor: die Garmin Fenix 6 Pro, die Polar Grit X, die Amazfit GTR 4 und die Fitbit Versa 4. In diesem Test-Vergleich werden diese vier Smartwatches eingehend untersucht, um herauszufinden, welches Gerät die Anforderungen von Fahrradfahrern und Mountainbikern am besten erfüllt.
Fitbit Versa 4
Die Fitbit Versa 4 zeichnet sich als eine kosteneffiziente und verlässliche Smartwatch fürs Fahrradfahren/Mountainbike aus, welche sich außerdem auch für diverse andere Trainingsaktivitäten eignet. Sie besticht durch eine klare Darstellung und Erfassung wichtiger Gesundheitsdaten und bietet darüber hinaus eine Sprachsteuerungsfunktion und weitere vorteilhafte Features, wie die automatische Erkennung von Workouts und einen Schnelllade-Modus.
Amazfit GTR 4
Die Amazfit GTR 4 ist eine Smartwatch für Radfahrer und Mountainbiker, die Wert auf Technik und Stil legt, denn sie kombiniert ein klassisches Uhrendesign mit modernen Smartwatch-Funktionen. Mit einem hochauflösenden AMOLED-Display bietet sie eine klare und gut ablesbare Anzeige der Fahrt- und Gesundheitsdaten, auch bei direkter Sonneneinstrahlung. Ihre robuste Konstruktion und die Wasserdichtigkeit machen sie zusätzlich zum präzisen GPS-Tracking zu einem zuverlässigen und praktischen Gadget zur Leistungs-Optimierung im Radsport.
Polar Grit X
Die Polar Grit X ist eine Smartwatch, die speziell für die Ansprüche von Radsportlern und Abenteuerliebhabern entwickelt wurde. Ihre robuste Bauweise entspricht militärischen Standards, was sie besonders stoß- und wasserdicht macht - ideal für raue Mountainbike-Routen und widrige Wetterbedingungen. Neben vielen anderen Funktionen bietet sie detailreiche Analysen zur Trainingsbelastung sowie Erholung, was es Radfahrern ermöglicht, ihre Leistungsfähigkeit zu maximieren und Überlastung zu vermeiden.
Vergleichstabelle der Smartwatches für Fahrradfahren/Mountainbike
Angesichts der Fülle an Funktionen, die moderne Smartwatches bieten, kann es herausfordernd sein, ihre Vorzüge und Einschränkungen im Blick zu behalten. Um einen klaren Vergleich zu ermöglichen, haben wir deshalb ihre wichtigsten technischen Daten in der folgenden Tabelle zusammengefasst.
| Fitbit Versa 4 | Amazfit GTR 4 | Polar Grit X | Garmin Fenix 6 Pro | |
|---|---|---|---|---|
| Wasserdichtigkeit | 5-ATM | 5-ATM | 10-ATM | 10-ATM |
| GPS | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Gehäusematerial | Aluminium | Aluminium | Stahl/Kunststoff | Kunststoff/Metall |
| Displaygröße | 1,34 Zoll | 1,39 Zoll | 1,2 Zoll | 1,3 Zoll |
| Akkulaufzeit | Bis zu 6 Tage | Bis zu 14 Tage | Bis zu 7 Tage | Bis zu 14 Tage |
| Weitere Funktionen | Alexa-Sprachassistent, Herzfrequenzmesser, über 40 Trainingsmodi, automatische Trainingserfassung, Schlaf-Überwachung, Stressmanagement, SpO2-Überwachung, Benachrichtigungsmanagement, Always-on-Display, Schnelllade-Funktion | BioTracker, SpO2-Überwachung, Schlafanalyse, Stresslevelüberwachung, über 150 Sportmodi, Musikspeicherung, Smart Notifications | Erholungsmessung, Wettervorhersage, Musiksteuerung, Smart Notifications, Schlafanalyse, Belastungsanalyse (Training Load Pro) | Barometrischer Höhenmesser, Garmin Pay, Musikspeicherung, Smart Notifications, SpO2-Überwachung, Energielevel-Überwachung (Body Battery Energiemonitor) |
Worauf Sie beim Kauf einer Fitnessuhr achten sollten
Bei der Wahl Ihrer perfekten Fitness-Uhr sollten Sie jedoch nicht nur auf die Marke achten, sondern auch auf die Kompatibilität mit Ihrem Smartphone. Sofern Ihre Fitness-Uhr mit Ihrem Smartphone-System harmoniert, können alle Funktionen problemlos abgerufen werden. Manche Sportuhren funktionieren auch ganz ohne Smartphone. Keine Sorge, es gibt auch Fitness-Tracker, die ganz ohne App funktionieren und trotzdem die Basisfunktionen, wie einen Schrittzähler, besitzen. Manche verfügen zudem über einen integrierten MP3-Player.
Je nach Vorliebe der Sportart(en) soll die Fitness-Uhr über spezielle Funktionen verfügen, was sich auch in einem höheren Preis niederschlägt.
- GPS: Für Läufer und Radfahrer ist eine GPS-Funktion wichtig, denn so kann die zurückgelegte Strecke aufs Detail analysiert werden. In Verbindung mit einem barometrischen Altimeter werden auch die Höhenunterschiede rückverfolgt. Außerdem kann bei ausgewählten Sportuhren die gewünschte Route am Display angezeigt werden.
- Wasserfest: Achtung! Bei der Frage zur Wasserdichtigkeit muss auf die Formulierung geachtet werden. Während manche Sportuhren nur robust gegen Spritzwasser und Schweiß sind, überzeugen spezielle Modelle mit garantierter Schwimmfestigkeit.
- Pulsmesser: Dieser lässt sich mit einem integrierten Pulsmesser in der Gehäuseunterseite des Fitness-Armbands kontrollieren.
- Automatische Aktivitätserkennung: Werden erstmal alle Aktivitäten sorgfältig getrackt, steigt die Motivation für mehr Bewegung im Alltag. Die besten Sportuhren können zwischen 15 verschiedenen Trainingsmodi unterscheiden.
- Schlafanalyse und Wecker: Die Schlafanalyse umfasst Aufzeichnungen der Leicht- und Tiefschafphasen und der generellen Schlafkontinuität. Die Auswertung der aufgezeichneten Daten wird in der App grafisch angezeigt. Für ein optimales Aufwach-Erlebnis sorgt die intelligente Weckfunktion.
Überlegen Sie sich vor dem Kauf, welche Messungen für Sie relevant sind. Je nach aktuellem Fitnessniveau und Neugier an neuen Sportarten eignen sich andere Modelle. Besitzen Sie bereits Fitness-Gadgets einer bestimmten Marke, ist es sinnvoll diese mit der neuen Fitness-Uhr zu koppeln. Jedoch sollten Sie auch die Kompatibilität mit Ihrem Smartphone in Ihre finale Entscheidung miteinbeziehen.
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