Waghalsige Stunts und riskante Manöver: Motorradshows bei Flic Flac

Der Zirkus Flic Flac ist bekannt für seine waghalsigen Stunts, bei denen Unfälle leider nicht immer ausbleiben. Immer wieder kommt es zu spektakulären, aber auch gefährlichen Situationen.

Spektakuläre Stunts und ihre Risiken

Beim Sprung über die Zuschauer verlor der Freestyle-Motocrosser Sandi Medved seine Maschine. Aus zwölf Metern Höhe stürzte er auf die Landerampe. Das Motorrad fiel wenige Meter weiter. Mit Verletzungen am Rücken befindet sich der Mann derzeit auf der Intensivstation in der Unfallklinik an der Friedberger Landstraße.

„Sandi Medwed hat irrwitziges Glück gehabt“, sagt Barbara Rott, die Flic-Flac-Pressereferentin. An zwei Stellen seien Teile des Dornfortsatzes abgesplittert. Wirbelbrüche hätten die Ärzte nicht festgestellt. Damit habe der Artist den Sturz „ohne bleibende Schäden“ überstanden, wertet die Pressesprecherin. Bis auf weiteres steht der Artist noch unter ärztlicher Beobachtung.

Einige Minuten lang war der Künstler bewusstlos nach dem Sturz, wie seine Angehörigen im Krankenhaus berichten. Einige Minuten nach dem Unfall habe ein Moderator verkündet, dass der Fahrer wohlauf und gleich einige Schritte gegangen sei. Der Artist sei regungslos auf dem Boden verharrt, nachdem die Show unterbrochen und das Licht im Zelt sofort abgedunkelt wurde. Von sechs Personen sei der Verletzte auf einer Trage abtransportiert worden.

Konsequenzen würden aus dem Unfall nicht gezogen, wie die Pressesprecherin sagt. Am Abend steht wieder die Show „Exxtrem - Denn sie wissen, was sie tun“ auf dem Programm.

Die "Globe of Speed": Nervenkitzel pur

Ein besonderes Highlight bei Flic Flac ist die "Globe of Speed", eine Metallkugel, in der mehrere Motorradfahrer gleichzeitig ihre Runden drehen. Die Metallkugel, in der neun Motorräder kreisen werden, hat einen Durchmesser von nur 6,5 Metern.

Bei der spektakulären Motorrad-Show „Globe of Speed“ rasen Artisten mit Motocross-Maschinen durch eine Stahlkugel. In einer Vorstellung am Samstagabend sind zwei kolumbianische Motorrad-Artisten in der "Todeskugel"-Show mit ihren Maschinen zusammengestoßen und dabei gestürzt. Beide Fahrer verletzten sich am Bein, einer musste auf einer Trage aus der Arena transportiert werden. Auch zwei Zuschauer mussten behandelt werden - sie erlitten einen Kreislaufzusammenbruch.

Insgesamt fünf Motorrad-Artisten brausten in der "Globe of Speed" getauften Kugel mit hohem Tempo auf ihren Maschinen umher - in einem Käfig mit gerade mal 5,80 Meter Durchmesser. Dabei berührten sich zwei der Stuntleute in voller Fahrt und stürzten zu Boden. Die 1500 Zuschauer im Zirkuszelt hielten den Atem an.

Unfälle in der "Todeskugel"

Mehrfach war es in der Vergangenheit im Zirkus Flic Flac zu Unfällen gekommen. In der "Todeskugel" stürzten Ende 2011 fünf Motorradfahrer übereinander. Damals ging der Unfall glimpflich aus, ein Fahrer prellte sich das Knie.

Im Jahr 2013 hatten sich sechs der "Pinillomotos" bei einer Trainingsfahrt verletzt. Ein Fahrer des Flic Flac schwebte nach dem Motorradunfall in Köln in zeitweise in Lebensgefahr, überlebte den Unfall jedoch. Fünf seiner Kollegen wurden ebenfalls verletzt.

In einer Stahlkugel sei es am Sonntag wegen eines Fahrfehlers zum Crash gekommen, teilte der Zirkus am Abend mit. Ein Biker sei für die Kollision verantwortlich gewesen. Zwei der Biker seien vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht worden. Sie wurden wenig später bereits wieder entlassen. Bei einem der beiden Fahrer wurde den Angaben nach eine kleine Wunde am Finger genäht.

Sicherheitsmaßnahmen und Risiken

Allerdings seinen die Artisten durch Protektoren am Körper gut bei Stürzen geschützt. Der Unfall sei deshalb verhältnismäßig glimpflich verlaufen. Laut Sprecherin seien die eingesetzten Artisten sehr erfahren, der Zirkus arbeite seit etwa zehn Jahren mit dieser Truppe aus Kolumbien zusammen.

Die Fahrer müssten vorsichtig sein und wüssten eigentlich sehr genau, was sie täten.

Flic Flac: Mehr als nur ein Zirkus

Flic Flac bezeichnet sich als Deutschlands größten Veranstalter für Action- und Akrobatikshows. Allein in Dortmund treten rund 50 Artisten auf, die von weiteren knapp 70 Beschäftigten in der Crew unterstützt werden, wie der Sprecher sagte. Bundesweit liege die Zahl der Mitarbeiter bei rund 750.

Flic Flac steht wie kein anderer für den modernen Zirkus des neuen Jahrtausends, übrigens auch ganz ohne Tiere: Man hat sich schon immer von der Plüsch-Romantik klassischer Produktionen völlig losgelöst - die Attribute, mit denen man das ganze beschreiben kann, wären eher "schrill", "laut" und "schmutzig".

Punkig, rockig und unangepasst - der Zircus Flic Flac ist mit seiner Jubiläumstour „Punxxx - 30 Jahre nicht irgendein Zirkus“ in Krefeld. Seit dem 20. Juni gastieren sie mit ihrem akrobatischen Programm auf dem Sprödentalplatz. Akrobatik, Action-Stunts, Komik - Flic Flac will viel bieten, nur keinen klassischen Zirkus.

Der Zirkus „FlicFlac“ wurde vor 24 Jahren von den Brüdern Benno und Lothar Kastein gegründet und hat häufig im Ruhrgebiet und im Rheinland gastiert. In Berlin wurde das schwarz-gelbe Acht-Mast-Zelt nun zum ersten Mal aufgeschlagen.

Die Artisten und ihre Leidenschaft

Tatjana Kastein, Tochter des Zirkusdirektors Benno Kastein, wurde in das Artistenleben hinein geboren. „Ich habe mit sechs Jahren angefangen zu trainieren, eigentlich war immer klar, dass ich Artistin werden will“, sagt die 21-Jährige, die zu den wenigen Frauen gehört, die bei der Show auftreten.

Die Artisten sprechen meist englisch miteinander, bei den Bühnentechnikern hört man eher rheinische Mundart.

Jeder Zirkus braucht einen Moderator, der die Gäste durch den Abend leitet. Bei „Exxtrem“ gibt Frank Fabry einen düsteren Zeremonienmeister, der das Geschehen auf der Bühne ankündigt und kommentiert. Der Sänger, in dessen Wohnwagen ein Tonstudio installiert ist, hat auch Songs für die Show komponiert. „Wir spielen Songs von Rammstein und pfeffern sie mit unserer eigenen Musik“, sagt er.

Den Schluss-Applaus fällt gewaltig aus. In den Augen der Zuschauer lässt sich auch Erleichterung entdecken.

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