Motorrad Flug Transport Kosten: Ihr Leitfaden für den weltweiten Transport

Die Entscheidung, ob man sein Motorrad mit ins gewünschte Urlaubsland nimmt oder sich dort nach einem Fahrzeug umschaut, hängt von mehreren Faktoren ab. In den USA, Kanada, Südafrika, Australien oder Neuseeland beispielsweise ist das Angebot an Mietmotorrädern inzwischen recht umfangreich. Rechnerisch ist in diesen Ländern klar: Bei einer Reisedauer von bis zu drei oder vier Wochen kommt es günstiger, ein Motorrad vor Ort zu mieten.

Die Vorteile: geringerer Organisationsaufwand und kein Verschleiß an der eigenen Maschine. Anders sieht die Sache aus, wenn im geplanten Reiseziel generell keine Mietmotorräder angeboten werden oder die Tour länger als vier Wochen dauern soll. Jetzt muss das eigene Fahrzeug mit auf die Reise, und zwar per Luft- oder Seefracht. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile, und die Preise variieren je nach Destination gewaltig.

Transportmethoden im Vergleich

Grundsätzlich stehen zwei Optionen zur Verfügung: der Transport per Luftfracht im Flugzeug oder per Schiff. Jede der genannten drei Möglichkeiten birgt ganz bestimmte Vor- und Nachteile. So ist der Transport per Luftfracht deutlich schneller und das Handling mit Zoll und das in Empfang nehmen am Zielort etwas einfacher als beim Transport per Container.

Luftfracht

Spielen die Kosten keine Rolle, kann ein Motorrad per Flugzeug an jeden Ort der Welt versendet werden. Bei der Beförderung per Flugzeug wird ebenfalls oft die Volumen-Gewichts-Formel angewandt, bzw.

Nach der Zollabfertigung, die vom Reisenden selbst durchgeführt werden muss (Dauer ca. 3-5 Stunden), wird das Motorrad nur noch ausgepackt und schon kann es losgehen! Die leere Kiste wird in der Zwischenzeit eingelagert oder bei einem One-Way-Transport einfach zurückgelassen.

Seefracht

Seefracht gilt allgemein als günstige Alternative zum Lufttransport. Doch ist diese Variante oftmals mit deutlich mehr Arbeits- und Organisationsaufwand verbunden - und man muss auf sein Motorrad bereits sechs bis acht Wochen vor Reisebeginn verzichten.

Anders als bei Luftfracht, die an nahezu jedem Flughafen abgewickelt werden kann, muss für die Seefracht das Fahrzeug (oftmals mit einer Kiste) im Hamburger oder im Bremer Hafen abgeliefert werden. Das bedeutet: Je weiter man im Süden Deutschlands lebt, umso höher sind die Transportkosten zum Hafen. Vor der Abgabe unbedingt die speziellen Anforderungen an die Transportkiste mit der Spedition absprechen.

Kostenfaktoren beim Motorradtransport

Wichtig: Zuallererst von möglichst vielen Speditionen Angebote anfordern, denn die Art und Weise des Transports ist so unterschiedlich wie die Preisgestaltung. Bei der Anfrage sollte man die Abmessungen und das Gewicht seines Fahrzeugs kennen. Einige Unternehmen verfügen bereits über verschieden große Spezialpaletten für Motorräder (GS-Sportreisen, Bikes & Travel, Bikeworld-Travel), auf denen die Maschine ohne große Demontage verzurrt wird.

Sofern kein Festpreis oder ein besonderes Angebot existiert, wird der Betrag aus dem Volumengewicht der kompletten Fracht errechnet. Die Formel lautet: Länge x Breite x Höhe (in Zentimetern) geteilt durch 6000. Dieser Wert wird schließlich mit dem Kilopreis multipliziert. Dazu addieren sich noch die Gebühren für das Be- und Entladen, den Zoll, ein Gefahrengutachten und eine mögliche Transportversicherung. Im Zielland können am Flughafen weitere Gebühren anfallen, die erfahrungsgemäß aber nicht sonderlich hoch sind.

Der Preis für Seefracht setzt sich neben den reinen Frachtkosten für eine etwa drei Kubikmeter große Transportkiste (75 bis 90 Euro pro Kubikmeter) aus den Hafenkosten (etwa 90 Euro) sowie Ausschiffungskosten zusammen. Zusätzlich muss man im Zielland mit Zollgebühren, Steuern und Lagergeldern rechnen. Während es sich in Chile, den USA oder in Australien um feste Beträge handelt, können besonders in Ländern der Dritten Welt diverse Dollars (»Schmiergelder«) dazukommen, die im Voraus nicht zu kalkulieren sind.

Einige Tage vor dem Rücktransport kontaktieren Sie unseren Speditionsagenten und stimmen die Abgabe des Fahrzeuges ab. Nach Beendigung des Urlaubs wird das Motorrad nach erfolgter Zollabfertigung wieder in die Kiste geladen, alles Weitere organisieren unser Partner vor Ort und wir hier in Hamburg.

Verpackung des Motorrads für den Transport

Für Luftfracht- und größtenteils auch für Containertransporte ist es notwendig, das Motorrad in einer stabile Transportkiste, meistens aus Holz, zu verpacken. Diese können entweder selbst maßgefertigt oder von Motorradhändlern bezogen werden, welche neue Motorräder in derartigen Verpackungen geliefert bekommen. Das Selberbauen hat den Vorteil, dass die Kiste maßgeschneidert ist und somit Volumenoptimal gestaltet ist.

Insbesondere bei der Luftfracht wird in der Regel nicht nur nach Gewicht, sondern auch nach Volumen abgerechnet. Eine optimale Kiste kann somit beim Transport schnell einige hundert Dollar oder Euro sparen. In der Kiste kann außerdem im Normalfall noch weiteres Gepäck verstaut werden. Allen Transporten gemein ist dabei, dass der Kraftstofftank nicht befüllt sein darf. Er muss, mit ausnahme der RoRo-Transporte wo oft eine Minimalbefüllung zulässig ist, vollständig entleert werden.

Wer sich die Mühe macht, das Motorrad teilweise zu zerlegen (Vorderrad und Lenker demontieren) und es mit einer entsprechend kleinen, selbst gezimmerten Palette oder Kiste aufgibt, kann aufgrund des geringeren Volumens Geld sparen. Vor der Arbeit jedoch mit dem Spediteur eventuelle Anforderungen an die Verpackung absprechen (MBS-Aircargo, Bikeworld-Travel, GS-Sportreisen, QCS). Für die Kalkulation der Kosten sollte man zudem so genau wie möglich das tatsächliche Gesamtgewicht der Fracht kennen. Sollte dieser Wert höher sein als das Volumengewicht, wird danach der Preis errechnet.

Zollbestimmungen und Carnet de Passage

Für die problemlose Ein- und Ausfuhr im Reiseland benötigen Sie ein Carnet de Passage, welches ausschließlich über den Automobilclub (in Deutschland ADAC) erhältlich ist. Das Carnet wird erst im Zielland benötigt, für die Ausfuhr aus Deutschland braucht es nicht vorgelegt werden.

Je nach Reiseland unterscheiden sich die notwendigen Papiere. So ist beispielsweise das Carnet de Passage in einigen Ländern vorgeschrieben, in anderen zwar nicht vorgeschrieben jedoch hilfreich bei der Einreise und in anderen Ländern vollkommen irrelevant. Das Carnet de Passage ist in Deutschland ausschließlich beim ADAC zu bekommen. Es dient als Bürgschaft gegenüber dem bereisten Land, dass das Fahrzeug nicht illegal dauerhaft importiert wird. Für die Ausstellung ist eine Bürgschaft in Höhe von 2.500-3.000 € für Motorräder bis zu einem Zeitwert von 7.500€ zu hinterlegen.

Für den finalen Import von Fahrzeugen wenden Sie sich bitte an den Automobilclub oder die dortigen Zollbehörden für eine verbindliche Auskunft.

Folgende Dokumente könnten erforderlich sein:

  • Carnet de Passage (falls erforderlich/hilfreich)
  • Internationaler Führerschein
  • Zulassungsbescheinigung Teil 2 („Fahrzeugschein“)
  • Versicherungsbestätigung für das jeweilige Land (oft „Grüne Karte“)
  • Ggf. notariell (in Landessprache) beglaubigte Farbkopien aller o.g. Dokumente

Versicherung

Optional bieten wir eine Transportversicherung gegen Totalverlust und Transportbeschädigung des Motorrades an. Die Prämie beträgt 0,95% vom Fahrzeugwert, mindestens € 95,00 pro Wegstrecke. Lackschäden und Oxidation sind ausgenommen, Fahrzeuge über 9 Jahre sind nur gegen Totalverlust versicherbar. Evtl. mit verstautem Gepäck in der Transportkiste ist leider nicht versicherbar, wir empfehlen sich nach einer Reisegepäckversicherung zu erkundigen. Bei Beschädigung muss diese von außen sichtbar sein, der Selbstbehalt beträgt € 500,00 je Schadenfall.

Empfehlenswert ist darüber hinaus, unabhängig vom gewählten Transportweg, eine Transportversicherung. Diese kostet in der Regel etwa 1% vom Zeitwert, mindestens jedoch rund 100€.

Kostenbeispiele

Die erwähnte Holzkiste mit den beiden Enduros würde per Luftfracht nach Santiago de Chile oder Sydney etwa 1700 bis 2300 Euro und nach Kapstadt beziehungsweise Windhoek zwischen 1600 und 2100 Euro kosten.

Die Kosten orientieren sich an der Größe der Transportkiste und betragen per Seefracht für eine übliche Reiseenduro ab Hamburg nach Mumbai und retour ca. € 3.500,00, per Flug ist es etwa das Doppelte bis 2,5 fache.

Standorte

Possible delivery points are Hamburg, Frankfurt, Cologne, Stuttgart and Munich. On request, the transport box can also be picked up / delivered at your premises.

Sonstige Hinweise

Man sollte sich nicht alleine auf die preisliche Optimierung des Motorrad-Transportes konzentrieren. Vor allem im Bereich Verschiffung, aber auch beim Flugtransport unterscheiden sich die vielen Einzelpositionen der Gesammtrechnung oft. Nachfragen lohnt sich.

Achten Sie auf folgende Punkte:

  • Was macht man bei Ankunft mit der Kiste? Teilweise werden da absurd hohe Kosten für die Entsorgung veranschlagt.
  • Ein Carnet de Passage, wird nach unserem Wissen in ganz Südamerika nicht zwingend benötigt.
  • Sprache: Dieses Angebot ist in der Regel für Englisch- und/oder Deutschsprachige geeignet.
  • Mobilität: Das Angebot ist nicht für Personen mit eingeschränkter Mobilität geeignet.

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