Aerodynamik wird im Motorradsport immer wichtiger. In der MotoGP haben Winglets schon lange Einzug gehalten und auch an Serienmotorrädern sind immer öfter welche zu finden.
Fein-Fräser Rizoma setzt diesem Trend derzeit die Krone auf: Die neuen Spiegel Stealth sind klappbar und werden so zum zusätzlichen Winglet. Der Name "Stealth" wurde durchaus passend gewählt, denn im ersten Moment erkennt man das Bauteil nicht als herkömmlichen Spiegel an.
Der Rückspiegel besteht nämlich aus zwei Hauptelementen: Einem festen Teil, der direkt an die Verkleidung angebracht wird und bereits für gängige Supersportler hergestellt wird, sowie einem flexiblen Teil mit einem konvexen Glas, der in zwei Positionen gedreht werden kann.
In der Naked-Version besteht der Spiegel auch aus einem festen Teil und dem schwenkbaren Spiegelelement, das im geschlossenen Zustand als Flügel dienen kann. Die auf diese Weise erzielte Flügelform und die 25°-Neigung zum Boden verleihen den Spiegeln nicht nur einen puristischen Look sondern sorgen auch für einen Anpressdruck und einen höheren Grip des Motorrads um die Fahrbarkeit insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten zu verbessern.
Laut Rizoma soll der Stealth Rückspiegel dank seines 25° Winkels zum Grund ordentlich Anpressdruck erzeugen: 0,8 Kilogramm bei 130 km/h und 4,30 Kilogramm bei 300 km/h. Natürlich handelt es sich dabei nicht um Werte wie bei den Winglets einer Ducati Panigale V4, aber schließlich sprechen wir hier von Zubehörteilen, die man einfach so kaufen und montieren kann.
Die Sache mit dem Anpressdruck, neudeutsch Downforce, ist bei der Formel 1 seit Jahrzehnten Zutat für Sieg oder eben nicht. Beim Motorrad sind zusätzliche Flügel, neudeutsch, Winglets erst seit wenigen Jahren im Fokus der Entwicklung. Von der Rennstrecke kommen diese Bauteile mittlerweile selbst in der sportlichen Mittelklasse an der Aprilia RS660 zum Einsatz, die Zubehörindustrie bietet nachrüstbare Flügel ebenfalls.
Im Flügelmodus bietet der Stealth von Rizoma zwar keine Sicht nach hinten, dafür aber vier Kilo Anpressdruck bei 300 Kilometern pro Stunde. Im Vergleich bietet die gesamte Verkleidung der aktuellen Aprilia RSV 4 Factory acht Kilo Anpressdruck bei der gleichen Geschwindigkeit. Die aerodynamische Leistung des Stealth ist beachtenswert.
Der erzielte Anpressdruck beträgt ca. 4 kg bei 300 km/h. Einsatzgebiet: Rennstrecke beim Anbremsen nach den schnellen Geraden. Gebaut für: aktuelle Hypersportler.
Der neue Stealth ist nicht nur von der Aufnahme her nur bestimmten Motorrädern angepasst, auch der für den Anpressdruck nötige 25°-Winkel ist immer für die jeweiligen Verkleidungen berechnet.
Zwar passt der Stealth für die Ducati Panigale V2 vielleicht an die V4, der Winkel des Flügels wäre aber ein anderer. Auch im Spiegel-Modus ist der Stealth den Motorrad-Modellen und der erwarteten Sitz- oder besser Liegeposition des Fahrers unterschiedlich konstruiert.
Neben den beiden Ducati-Rennern bietet Rizoma den neuen Stealth aktuell für die Honda CBR 1000 RR-R, die BMW S 1000 RR, Kawasaki ZX-10 R und die Suzuki GSX-R 1000 R.
Der neue Rizoma Spiegel/Winglet ist 3 verschiedenen Eloxierungen verfügbar - black, silver und thunder grey.
Der Stealth ist aus Aluminium gefräst und in drei Beschichtungsfarben erhältlich: Schwarz, Silber und Donnergrau. Ein Paar (rechts & links) kostet 399,- Euro, für nähere Informationen klicke hier: Rizoma Stealth Spiegel.
Moderne Supersportmotorräder werden immer leistungsfähiger, kompakter und schneller. Für eine satte Straßenlage ist da zusätzlicher Abtrieb gern gesehen. Entsprechend rüsten verschiedene Rennklassen im Rahmen der gültigen Reglements ihre Motorräder mit zusätzlichen Luftleitwerken an der Front aus, um mehr Druck aufs Vorderrad zu bekommen. Vereinzelt sind diese wenig eleganten Zusatzflügel jetzt auch schon an Straßenmotorrädern zu finden.
Honda setzt auf integrierte Aerodynamik
Spiegel sollen Abtrieb liefernAuch Honda scheint bei der Neuauflage seines Superbikes CBR 1000 RR Fireblade auf zusätzlichen Abtrieb nicht verzichten zu wollen, geht aber einen anderen Weg als die Wettbewerber. Das zumindest legen entsprechende Honda-Patente nah.
Ende März wurde in den USA ein Patent veröffentlicht, das die Japaner bereits im September 2018 eingereicht hatten. Darin beschreibt Honda, wie man sich kleine Flügelelemente auf den Rückspiegeln und die Rückspiegel an sich als aerodynamisches Hilfsmittel nutzbar machen möchte.
Honda bestückt die Oberseite der Rückspiegel mit einem umgedrehten Flügelelement , das so Ab-, statt Auftrieb generiert. Seitliche Finnen an den Spiegelgehäusen sollen den Luftstrom beruhigen.
| Geschwindigkeit (km/h) | Anpressdruck (kg) |
|---|---|
| 130 | 0,8 |
| 300 | 4,30 |
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