FLYER E-Bike: Riemenantrieb – Vor- und Nachteile

Der Riemenantrieb kann für viele Anwender sinnvoll sein. Ein wichtiger Faktor ist der geringe Verschleiß und die daraus resultierende deutlich längere Lebensdauer eines solchen Antriebs.

Da am Riemenantrieb weder Kettenöl noch Kettenfett verwendet wird, ist er auch völlig schmutzfrei und kann z.B. problemlos mit einer Anzughose gefahren werden. Hinzu kommen der geräuscharme Lauf und die geringere Reibung des Riemens.

Ein Carbonriemen kann die bessere Alternative zur altbewährten Fahrradkette sein. Für den Riemen sprechen in erster Linie die längere Haltbarkeit und weniger Aufwand bei der Reinigung.

Der offensichtlichste Vorteil von Antriebsriemen am Fahrrad und E-Bike ist, dass kein Öl mehr im System ist, das Schmutz anzieht und weiter verteilt. Carbonriemen benötigen keinen Schmierstoff, es reicht, wenn du den gröbsten Schmutz mit Wasser und einem Tuch abwischst.

Auch ohne Schmierstoff macht der Riemen so gut wie kein Geräusch beim Fahren, die Kraftübertragung ist auf ähnlichem Niveau wie bei einer ordentlich gepflegten Kette.

Vor- und Nachteile eines Riemenantriebs

Kommen wir zu den Vor- und Nachteilen eines Riemenantriebs.

Vorteile:

  • Minimaler Verschleiß des Riemens und deutlich längere Lebensdauer
  • Muss nicht gewartet werden
  • Kettenöl oder -fett werden nicht benötigt
  • Geringes Gewicht
  • Sehr leise

Nachteile:

  • Nur in Kombination mit einer Naben- oder Tretlagerschaltung möglich
  • Für die Montage wird meistens ein Rahmenschloss benötigt

Der Riemenantrieb basiert auf einem Carbonriemen, der die Pedalkraft auf das Hinterrad überträgt. Anders als bei der Kette gibt es hier keine beweglichen Metallglieder, was den Verschleiß minimiert.

Der Kettenantrieb erfordert regelmäßige Pflege, um eine lange Lebensdauer zu gewährleisten. Eine Kette sollte etwa alle 1 bis 2 Monate oder nach ca. 150 bis 200 Kilometern gereinigt und geschmiert werden, insbesondere nach Fahrten bei schlechtem Wetter. Durch mangelnde Pflege kann die Kette schneller verschleißen und muss dann häufig ersetzt werden.

Der Riemenantrieb benötigt kaum Pflege. Es reicht aus, den Riemen gelegentlich mit klarem Wasser zu reinigen, um Schmutz zu entfernen. Da kein Öl oder Fett verwendet wird, ist der Wartungsaufwand deutlich geringer.

Riemenantrieb vs. Kettenschaltung

Klingt alles erst mal gut - warum fährt dann die Masse der Fahrräder mit und ohne Elektromotor bisher nicht mit dieser neuen Antriebsart? Zunächst funktioniert der Riemen nur mit Naben- oder Getriebeschaltungen sowie an Singlespeedbikes. Kettenschaltungen und Riemen passen - das steht schon im Namen - nicht zusammen. Ketten hingegen sind flexibler und können in Kombination mit allen Schaltungsarten genutzt werden. Ist die Kette also doch besser als der Riemen?

Beide Systeme haben Vor- und Nachteile. Ein wesentliches Argument für den Riemenantrieb ist die Lebensdauer: Selbst bei optimaler Pflege kommen Ketten selten auf 10.000 Kilometer Laufleistung, empfohlen wird zumeist sogar, eine Kette nach 2.000 oder 3.000 Kilometer zu wechseln.

Mit der Zeit dehnt sich die Kette aus und droht irgendwann, Ritzel zu beschädigen. Infolgedessen kann die Kette dann beim Treten sogar durchrutschen, was im schlimmsten Fall sogar Radler*innen zu Fall bringen kann. Riemenhersteller werben damit, dass fünfstellige Kilometerzahlen mit ihrem Antriebssystem locker drin sind.

Ein Riemenantrieb macht grundsätzlich an fast jedem Fahrrad Sinn, allerdings müssen die zuvor genannten Bedingungen erfüllt sein, um einen Umbau realisieren zu können. Der geschlossene Antriebsriemen besteht aus extrem zugfesten Carbonfasern und längt sich somit auch nach sehr langer Benutzung nicht.

Auf der Innenseite des Riemens sind Zähne geformt, die so in die Zähne der Riemenscheiben greifen. Das Aufbau-Prinzip ist also dem einer Kettenschaltung gleichzusetzen, auch wenn es unterschiedliche Faktoren gibt, die für und gegen einen Riemenantrieb im Vergleich zur Kettenschaltung sprechen.

Mittlerweile werden Riemenantriebe in alle Arten von Kompletträdern eingebaut. In diesem Fall fällt der Kaufpreis nicht groß ins Gewicht, da es Räder mit Riemen in allen Preisklassen gibt.

Riemenantrieb vs. Kette:

Merkmal Riemenantrieb Kette
Lebensdauer Länger Kürzer
Wartung Weniger Mehr
Geräuschentwicklung Leise Lauter
Kosten Höher Niedriger

Riemenantrieb nachrüsten

Die Nachrüstung eines Fahrrades mit einem Riemenantrieb ist grundsätzlich möglich, wobei einige Faktoren zu beachten sind. Zunächst ist zu prüfen, ob der Fahrradrahmen mit einem Rahmenschloss ausgestattet werden kann, um den geschlossenen Riemen aufziehen zu können. Bei Stahlrahmen ist dies deutlich einfacher als beispielsweise bei Aluminium- oder Carbonrahmen.

Ist der nachträgliche Einbau eines Rahmenschlosses nicht möglich, kannst du auch einen teilbaren Riemen verwenden. Damit entfällt das Öffnen des Rahmens mit einem Rahmenschloss. Dies gilt jedoch nicht für die Kettenblätter und Ritzel. Diese müssen in beiden Fällen durch Riemenscheiben ersetzt werden, da ein Riemen nur auf spezielle „Antriebsräder“ aufgezogen werden kann.

Grundvoraussetzung ist übrigens auch eine Naben- oder Tretlagerschaltung oder ein Singlespeed-Hinterrad. In Kombination mit einer Kettenschaltung ist die Montage eines Riemens nicht möglich.

Bei senkrechten Ausfallenden des Fahrradrahmens ist zusätzlich die Montage eines Riemenspanners erforderlich, da der Riemen sonst nicht auf die erforderliche Spannung gebracht werden kann. Bei waagerechten Ausfallenden ist dies nicht notwendig, da das Hinterrad horizontal verschoben werden kann, um den Riemen zu spannen.

Montage eines Riemenantriebs

Was muss bei der Montage eines Riemenantriebs beachtet werden?

  • Die Ketten- bzw. Riemenlinie muss zwingend gerade sein, da eine reibungslose Funktion sonst nicht gewährleistet ist und der Riemen schneller verschleißen bzw. reißen kann.
  • Der Riemen ist unter keinen Umständen zu knicken, da sonst irreparable Schäden entstehen können.
  • Die Montage des Riemens kann nur in Kombination mit entsprechenden Riemenscheiben erfolgen.
  • Der Antriebsriemen benötigt eine entsprechende Spannung, sodass entweder horizontale Ausfallende oder ein Riemenspanner notwendig sind.

Für wen ist ein Riemenantrieb geeignet?

Für alle, die viel, lange und sorgenfrei fahren möchten. Selbst bei hoher Beanspruchung und wenig Pflege dürfte ein Riemen über Jahre keine Probleme verursachen. Der jährliche Radservice, den du ohnehin bei E-Bikes in Anspruch nehmen solltest, sollte verschlissene Riemen rechtzeitig erkennen.

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