Focus Mountainbike Zubehör Test: Raven 8.9 und mehr

Erst mit dem richtigen Zubehör und der passenden Ausrüstung kommen Sie auf dem E-Bike richtig auf Touren. Die besten Fahrrad-Multitools im Test sind kompakte Alleskönner für Pannen unterwegs.

Das Focus Raven 8.9 im Test

Das Focus Raven 8.9 ist ein Hardtail für Cross Country und Down Country. Auch bei Focus hat man das Potenzial eines Carbon-Hardtails mit 120er-Gabel erkannt. So kommt die einstige Race-Feile Raven nun mit abfahrtslastiger Ausstattung und erhebt Anspruch auf ein deutlich breiteres Einsatzgebiet. Um herauszufinden, ob der Spagat zwischen Sportlichkeit und Trailvergnügen gelingt, haben wir das neue Focus Raven ausgiebig getestet.

Das neue Focus Raven will mehr sein, als der asketische Vollblut-Racer, der es einmal war. Bemerkbar macht sich das auch beim Gewicht von 11,54 Kilo. Die schwere Laufrad-Reifen-Kombi kommt nur zäh ins Rollen. So bleibt das aktuelle Focus Raven sowohl im ausdauernden Marathon-Einsatz als auch in den engen Kehren eines Flowtrails hinter reinrassigen Racebikes zurück. Einmal beschleunigt hält das Raven jedoch so schnell nichts auf.

Zusammen mit dem voluminösen Rahmen und den 2,4 Zoll breiten Maxxis-Rekon-Reifen vermittelt das breite Cockpit ein sehr solides Fahrgefühl. Über verblockte Trails walzt das neue Raven merklich souveräner als seine sportlicheren Cross-Country-Kameraden.

Mit 66,7 Grad fällt der Lenkwinkel flach aus und verleiht dem Piloten in Steilabfahrten bei abgesenkter Teleskopstütze viel Sicherheit. Von den höheren Reserven der langen Gabel profitiert das Hardtail vor allem bei großen Stößen. Auf den ersten Millimetern Federweg könnte die Rockshox Sid mit Select+Dämpfung aber feinfühliger ansprechen. Wird es mal richtig schnell, limitieren die schwachen Sram-Level-Bremsen bald den Spaßfaktor.

Aufgrund der hohen Front sitzt es sich auf dem Raven angenehm komfortabel. Entgegen der sportlichen Optik steckt im Focus eher ein vielseitiger, aber gemütlicher Tourer als ein Racer. Wer das Cockpit zugunsten einer sportlicheren Sitzposition tiefer legen möchte, muss den Gabelschaft kürzen. Focus verzichtet auf einen Lenkanschlagsbegrenzer und setzt die innen liegenden Leitungen im Falle eines Sturzes so der Gefahr des Abknickens aus. Im Wiegetritt steht die Federgabel trotz fehlenden Lenker-Remotes straff und pumpt wenig. Nervig: Pedaliert man im Stehen, können die Beine am extrem breiten Oberrohr schleifen.

Technische Daten und Noten zum Focus Raven 8.9

Hier eine Übersicht der technischen Daten und Bewertungen des Focus Raven 8.9:

Kategorie Cross Country / Down Country Hardtail
Preis 3599 Euro
Rahmenmaterial Carbon
Laufradgröße 29 Zoll
Federweg 120 mm
Gewicht ohne Pedale 11,54 kg
Rahmengewicht 1456 g
Lenkerbreite 760 mm
Bremsen Sram Level TLM 180 / 160 mm
Schaltung Sram GX Eagle 1 x 12
Fahrverhalten bergauf 24,5 von 35
Fahrverhalten bergab 25,5 von 30
BIKE-Testurteil Gut - 176,8 von 250 Punkten

Die Stärke des Focus liegt in seiner Vielseitigkeit. Komfortabel bergauf, souverän bergab schlägt es genau in die Kerbe zwischen Race- und Trailhardtail. Wer abwechslungsreiche Touren der Rennstrecke vorzieht, könnte im neuen Raven ein Hardtail für alle Fälle finden.

Das Focus Jam² 8.9 im Test

Die E-MTB-Palette von Focus kann sich sehen lassen. Das Focus Jam² soll das E-MTB mit dem breitesten Einsatzbereich im Focus-Programm sein. Carbon-Rahmen und Alu-Hinterbau, moderate, aber moderne Geometrie, 160 Millimeter Federweg an der Front, 150 mm am Heck, Platz für eine Flasche und eine Werkzeugtasche im Rahmen, satte 150 Kilogramm Gewichtsfreigabe - damit will man eine möglichst breite Zielgruppe ansprechen.

Typisch Focus: Die Züge laufen durch den Vorbau in den Rahmen, am Hinterbau kommen zusätzlich gedichtete Lager für mehr Langlebigkeit zum Einsatz.

Die Fakten zum Focus Jam² 8.9

  • Motor: Bosch Performance CX Smart, 85 Nm max. Drehmoment
  • Akku: 750 Wh (entnehmbar)
  • Rahmenmaterial: Carbon-Hauptrahmen, Alu-Hinterbau
  • Federweg: 160 mm vorne, 150 mm hinten
  • Laufradgröße: 29 Zoll
  • Gewicht: 24,75 kg (EMTB-Messung)
  • zulässiges Gesamtgewicht: 150 Kilo

Wer einen Kassenschlager produzieren will, ist mit dem Bosch Performance Line CX sicher nicht falsch aufgestellt: starker Motor, dank Smart System gute Integration und Konnektivität, sehr gute Reichweite. Den Akku haben die Ingenieure tief im Unterrohr vor dem Motor platziert. Dadurch wirkt die Antriebseinheit im Tretlagerbereich recht klobig. Konstruktiv hat diese Lösung aber einige Vorteile: Der Schwerpunkt des E-Bikes wandert nach unten, die lange Batterie passt so auch in die kleinsten Rahmengrößen, und die Rahmen können prinzipiell etwas leichter oder stabiler konstruiert werden.

Allerdings fällt das Gesamtgewicht des Focus Jam² 8.9 mit 24,75 Kilo nicht besonders leicht aus. Die Batterieentnahme nach unten aus dem geschlossenen Unterrohr ist etwas umständlicher als die klassische Klapp-Lösung. Das Bike muss dazu auf den Kopf gestellt oder zumindest auf die Seite gelegt werden.

Im Traileinsatz überzeugt der Bosch Performance Line CX durch Dynamik, hohe Maximalleistung und gute Modulation. Insbesondere wenn es um das Erklettern steilster und kniffligster Anstiege geht, gilt er als Messlatte. Anders als viele Konkurrenten zieht der Bosch auch bei hoher Trittfrequenz noch kräftig weiter, was ihm einen spritzig-sportlichen Charakter verleiht. Dank des Smart Systems lässt sich der Antrieb umfangreich mit dem Handy vernetzen, so können zum Beispiel Fahrdaten des Bosch-Motors per App ausgewertet oder die Unterstützungsstufen Eco und Turbo auf die Vorlieben des Fahrers angepasst werden.

Die Geometrie ist ausgewogen modern: Sitzwinkel, Lenkwinkel, Kettenstrebenlänge, Radstand, Reach - das Focus trifft fast überall den Durschnitt in unserer Testgruppe. So setzt man sich drauf und denkt: Das passt! Lediglich der überbreite Lenker und die dicken Griffe irritieren etwas - da gibt es Tuning-Potenzial.

Praxistest: So fährt sich das Focus Jam² 8.9

Mit über 2000 Höhenmeter schafft es das Focus in unserem Praxis-Reichweitentest auf einen Spitzenwert. Auch das komfortable Fahrwerk und die ausgewogene Sitzposition passen gut zum Touren-Einsatzbereich.

Im Uphill macht das Focus wenig Probleme: Der Hinterbau gibt auch in steilen Anstiegen Gegendruck, funktioniert in technischem Terrain aber nicht gar so sensibel wie bei den besten Kletterern im Feld. Gute Traktion liefert der 2,6 Zoll breite Schwalbe Big Betty in der Addix-Soft-Mischung. In Kombination mit dem besten Motor im Feld gibt das Focus damit einen unkomplizierten Kletterer ab.

Das Fahrwerk ist nicht so sportlich-straff wie etwa am Santa Cruz oder Rocky Mountain, bietet aber genügend Popp, um sich auch mal aktiv zum Sprung abzudrücken. Nachbessern würden wir bei der Bereifung: Der 2,6er-Magic-Mary fällt am Vorderrad zu dick aus. Da fehlt es an Lenkpräzision. Lenker, Griffe, Knubbelreifen - im sportlichen Trail-Einsatz fährt sich das Focus dadurch etwas indirekt.

Das Focus Jam² 8.9* ist ein guter Allrounder, der seine Stärken im Touren-Einsatz hat. Für bessere Trail-Performance gibt es Tuning-Potenzial bei Griffen und Vorderreifen. Leider recht schwer.

Wichtiges Mountainbike-Zubehör

Beim Kauf eines MTBs ist nicht nur das Fahrrad selbst, sondern auch das richtige Mountainbike-Zubehör wichtig. Die nötige Grundausstattung sollte in jedem Fall dabei sein.

Sicherheit zuerst!

Denke immer erst an deine eigene Gesundheit und schreibe dem Thema Sicherheit höchste Priorität zu. Wer sich ein Mountainbike zulegt, der sollte auch Geld für das folgende Zubehör in die Hand nehmen:

  • Helm
  • Fahrradbeleuchtung
  • Schutzbrille
  • Klingel
  • Fahrradschloss
  • Fahrrad-Handschuhe

Zweifellos ist ein Helm die wertvollste Sicherheitsausrüstung eines Radsportlers und gehört daher auf jeden Kopf. Lass dich beim Kauf ausführlich beraten! Der Fahrradhelm muss nicht nur den aktuellsten Sicherheitsstandards entsprechen, sondern sollte vor allem gut sitzen. Ebenfalls wichtig sind ein geringes Gewicht und eine bestmögliche Belüftung.

Halten dich auch unbedingt an die Vorschriften zum Thema MTB-Beleuchtung. So fährst du gemäß den Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung und sorgst dazu noch für die eigene Sicherheit und die Anderer.

Eine gute Fahrradbrille bietet nicht nur Schutz vor Sonnenlicht, sondern auch vor Schmutz und anderen Beeinträchtigungen. Achte unbedingt darauf, dass die Brille gut sitzt und die Brillengläser nicht beschlagen.

Zu guter Letzt ist auch eine Klingel ein Zubehörteil, auf das du nicht verzichten solltest. Bereits mit wenig Geld erhöhst du deine Sicherheit und kannst andere Menschen auf dich aufmerksam machen. Mit einem Fahrradschloss schützt du dein Bike hingegen vor Langfingern.

Zuverlässige Hilfe bei einer Panne

Wer schon einmal eine Panne mit seinem Mountainbike hatte, der weiß, wie wichtig in diesem Moment entsprechende Werkzeuge sind. Spare auch hier nicht an der falschen Stelle!

  • Reifenheber
  • Flickzeug
  • Pumpe
  • Ersatzschlauch
  • Multitool mit Kettennieter
  • Kettenschloss
  • Handy + Geld

Wie schön wäre es doch, wenn man sich selbst helfen kann und innerhalb von wenigen Minuten die Fahrt wieder aufnehmen kann? Kein Problem, wenn du beispielsweise Reifenheber, Flickzeug, eine Fahrradpumpe, einen Ersatzschlauch, ein Kettenschloss oder ein Multitool mit dir führst. Dies bedeutet zwar ein Mehr an Gewicht, doch macht es sich bei einer Panne bezahlt!

Wenn du deine Fahrradkette kürzen bzw. öffnen möchtest, dann schafft ein Kettennieter Abhilfe. Wem die Fahrradkette reißt, der kann sie mithilfe eines Kettenschlosses reparieren. Beachte beim Kauf, dass es sowohl wiederverwendbare Verschlüsse als auch „one-time“ Lösungen gibt.

Lass auch immer etwas Platz für ein Handy und nehme Geld für den Notfall mit!

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