Der ultimative Leitfaden für den perfekten Frauen MTB Sattel

Wer wünscht es sich nicht: Drauf auf das Bike und los geht der Fahrspaß, egal wie lange die Tour auch dauert! Der Schmerz oder das Taubheitsgefühl am Hinterteil kann aber selbst die herrlichste Fahrradtour verderben. Dies kann aber viele Ursachen haben.

Entweder ist der Sattel zu weich oder er passt einfach nicht zum eigenen Körperbau. Um einen besseren Überblick zu erhalten, erläutern wir die Ursachen von Problemen, bieten Lösungsansätze und beleuchten die Merkmale eines „passenden“ Sattels. Trotz alledem sollte man folgende Punkte in Betracht ziehen, damit die Bike-Tour zur Wohlfühltour wird.

Machen wir uns nichts vor - Frauen sind untenrum anders gebaut als Männer. Darum liegt es auch nahe, dass Frauen andere Anforderungen an einen Fahrradsattel haben, als Männer. In diesem Beitrag erklären wir dir die Unterschiede zwischen einem Mountainbike Sattel für Männer und einem Mountainbike Sattel für Frauen.

Anatomische Unterschiede und ihre Auswirkungen

Das Becken macht den großen Unterschied zwischen Männern und Frauen, wie du hier nachlesen kannst. Bei Frauen ist das Becken so gebaut, dass sie Kinder gebären können. Daraus resultiert, dass bei Frauen der Schambeinbogen tiefer liegt als bei Männern. Im Idealfall sitzt die Sattelnase bei einem Fahrradsattel für Damen etwas tiefer als der hintere Teil des Sattels. So wird gewährleistet, dass die Sattelnase nicht zu viel Druck auf das Schambein ausübt.

Neben dem Schambeinbogen werden oft auch die Sitzknochen zwischen Männern und Frauen verglichen. Die Sitzknochen-Abstände sind bei Frauen und Männer jedoch relativ ähnlich. Es gibt sowohl Frauen mit einem weiten Sitzknochen-Abstand als auch Männer mit einem schmalen Sitzknochen-Abstand und umgekehrt.

Durch eine Schwangerschaft kann sich bei einer Frau das Becken verändern. Schon öfter haben wir von Frauen gehört, die nach einer Schwangerschaft plötzlich unbequem auf ihrem perfekt ausgemessenen Sattel sitzen, den sie sich vor der Schwangerschaft gekauft haben. Daher ist es zu empfehlen, nach einer Schwangerschaft den Sitzknochenabstand noch einmal zu überprüfen. Das sind Probleme, die nur Frauen auf dem Fahrrad kennen.

Die Wahl des richtigen Sattels

Was wichtig ist, dass der Sattel die Sitzknochen stabil unterstützt und man nicht zu tief einsinkt. Ein guter Fahrradsattel für Damen muss nicht weich und möglichst breit sein. Er muss ausreichend hart sein und die perfekte Breite haben. Viele Hersteller verkaufen spezielle Fahrradsattel für Damen mit einem Loch in der Mitte. Dieses Loch soll den Druck auf den Schambereich / Dammbereich von Frauen mindern, denn wo nichts ist, kann auch nichts drücken.

Es gibt eine Studie, die belegt, dass durch ausgeschnittene zu schmale Fahrradsättel den Satteldruck erhöhen. Letztlich musst du aber für dich selbst herausfinden, ob du eine Aussparung im Sattel als angenehm empfindest. Wie oben schon beschrieben, unterscheiden sich die Sitzknochen von Männern und Frauen kaum. Aus diesem Grund kann mit dem richtigen Sitzknochenabstand auch ein Unisex-Fahrradsattel verwendet werden.

Die Sitzknochen können bei vielen Fahrradhändlern vermessen werden. Alternativ bietet der Ergonomieexperte SQlab auch ein kostenloses Vermessungskit an. Die Kölner Sportschule hat sogar bei einer Studie rausgefunden, dass der Fahrradsattel nicht an das Geschlecht angepasst werden muss, sondern an die Aktivität und den Sitzknochenabstand. Als Frau findest du also den richtigen Fahrradsattel zum Mountainbiken, in dem du einen MTB Sattel in der richtigen Größe auswählst.

Ich persönlich nutze einen Stufensattel, um somit den Schambereich bzw. SIE SPRECHEN OFT NICHT DARÜBER, DOCH FAKT IST: DIE MEISTEN RENNRADFAHRERINNEN LEIDEN UNTER SITZBESCHWERDEN. Welchen Sattel kannst du für Mountainbike-Frauen empfehlen? Hinterlasse gerne einen Kommentar.

Weitere wichtige Aspekte

Beim Radfahren ist es wichtig, auf die Anatomie des Beckens zu achten. Viele Radfahrer klagen oft über Beschwerden im Gesäßbereich, die von empfindlichen Sitzknochen ausgehen können. Es ist ratsam, die Druckempfindlichkeit durch kurze und regelmäßige Fahrten zu Beginn der Saison zu trainieren. Die Knochen nehmen durch das Sitzen keinen Schaden, daher sollte das Körpergewicht vor allem auf ihnen ruhen.

Der Abstand der Sitzknochen am Sattel variiert je nach Sitzposition. Bei aufrechter Sitzposition als Trekkingradfahrer rotiert das Becken nach hinten. Die Breite des Fahrradsattels ist sehr wichtig. Wenn er zu breit ist, können die seitlichen Kanten an den Innenseiten der Oberschenkel scheuern und Druckstellen verursachen. Das kann dazu führen, dass der Biker unbeabsichtigt nach vorne rutscht.

Ist der Sattel zu schmal, wird zu viel Druck auf die Weichteile und den Bereich zwischen den Oberschenkeln ausgeübt, wo wichtige Blut- und Nervenbahnen verlaufen, die gequetscht werden können. Leider reagiert dieser Bereich relativ unempfindlich gegenüber Überlastung, was langfristig zu ernsthaften Problemen und Schäden führen kann.

Leider führt aber auch eine zu hohe Sitzposition zu seitlichen Bewegungen des Beckens über dem Sattel, wodurch das Hin und Her zu Hautirritationen und Reibstellen führen kann. Sollten weiterhin Probleme im Sitzbereich bestehen, wird empfohlen, ein Fahrradfachgeschäft aufzusuchen, denn oft bieten diese professionelle Bike-Fittings an. Dort werden untere anderen die Sitzknochen vermessen, der passende Sattel ausgewählt, die Einstellung und die Sitzposition überprüft und bei Bedarf optimiert.

Die Bedeutung der Sattelbreite und -form

Die Sattelbreite ist eine der wichtigsten Größen bei der Sattelwahl, besonders, wenn man eher aufrecht auf dem Bike sitzt, und wird immer an der breitesten Stelle gemessen. Der Sattel muss mindestens so breit sein, dass beide Sitzbeinhöcker komplett auf ihm aufliegen und man nicht an der Kante der Polsterung sitzt. Bei einer sportlicheren Sitzposition und einer guten Beckenkippung ist die Sattelbreite nicht ganz so ausschlaggebend. Auch bei Frauen ist das häufiger der Fall - dazu mehr weiter unten. Hier sollte der Sattel im mittleren Teil etwas breiter ausfallen, um den Schambeinkufen ausreichend Auflagefläche zu bieten.

Breite und Form des Sattels sollten also immer auch von der Sitzposition und nicht allein vom Sitzknochenabstand abhängig gemacht werden.

Grundsätzlich unterscheidet man bei den Sattelformen zwischen T-Form und V-Form. Welche Form besser zum Fahrer passt, hängt von der Beckenposition auf dem Sattel ab. Die T-Form zeichnet sich durch eine etwas schmalere, lange Nase und eine im Verhältnis deutlich breitere Sitzfläche aus. Sie ist die klassische Sattelform, die auch häufig ab Werk auf Rädern verbaut wird und funktioniert besonders bei einer aufrechten Sitzposition, bei der die Sitzbeinhöcker Kontakt zum Sattel haben, oft sehr gut. Außerdem bietet sie etwas mehr Beinfreiheit gerade bei muskulöseren Oberschenkeln.

Wenn das Becken gekippt ist (wie es bei vielen Frauen der Fall ist) und die Schambeinkufen Kontakt zum Sattel haben, empfiehlt sich eine V-Form. Die etwas breitere Sattelnase bietet den Schambeinkufen schon ab dem mittleren Teil deutlich mehr Kontaktfläche.

Sättel mit ebener Sitzfläche bieten dem Fahrer eine gute Stabilität. Eine seitlich abfallende Form kann aber durchaus entlastend sein, weil sie den Druck reduzieren kann. Auch hier kommt es wieder auf das subjektive Gefühl, aber auch auf die Position des Beckens an. Wenn man beim Treten mit dem Oberschenkel an die Sattelkante stößt, kann ein seitlich abfallender Sattel die Lösung sein.

Ein ansteigendes Heck ist besonders für Fahrer und Fahrerinnen geeignet, die hohen Druck im Schambeinbereich verspüren. Liegen die Sitzbeinhöcker auf dem erhöhten Teil des Sattels auf, ist der vordere Teil entlastet. Das ist besonders bei Männern wichtig. Ein Nachteil der Aussparung kann sein, dass sich der Druck nicht mehr flächig verteilt, sondern auf den relativ schmalen Kanten neben dem Cutout liegt. Daneben gibt es auch Sättel mit "Channel", also einer leichten Vertiefung. Sie hat im Prinzip dieselbe Funktion wie ein Cutout, bietet aber etwas mehr Kontaktfläche und ist in der Regel die sinnvollere Lösung. Komplett geschlossene Sättel können bei einer aufrechten Beckenposition aber ebenso gut funktionieren.

Polsterhärte und Fahrgewohnheiten

Bei der Schaumhärte kommt es stark auf das subjektive Empfinden an. Generell lässt sich aber sagen, dass die Knochenstrukturen auf einem weichen Polster mit der Zeit in den Sattel einsinken und es zu Scheuer- und Druckstellen kommen kann. Außerdem kann der Blutfluss im Dammbereich durch ein zu softes Polster abgedrückt werden. Ein zu harter Sattel kann zwar auch Druckschmerzen verursachen. Doch daran kann sich der Körper bei regelmäßiger Belastung gut gewöhnen.

Wenn der Sattel optimal eingestellt ist und die Druckverteilung passt, ist es meistens nur eine Frage der Zeit, bis die anfänglichen Schmerzen durch die härtere Oberfläche verschwunden sind. Auch bei der Polsterhärte spielt die Sitzposition wieder eine Rolle. Ist sie eher aufrecht, und die Sitzbeinhöcker tragen die Hauptlast, kann der Sattel auch härter sein. Wenn das Becken stärker kippt und auch die empfindlicheren Teile Richtung Schambein Kontakt auf dem Sattel haben, ist ein weicheres Modell meistens eine gute Wahl.

Gelsättel oder Gelüberzüge kann man für ein Mountainbike nicht wirklich empfehlen. Hier sinkt der Körper zu stark ein und wird instabil.

Im Grunde genommen kommt es immer darauf an, wie oft und wie lange man auf dem Bike unterwegs ist. Wenn man sein Rad ab und an für spontane Fahrten in die Stadt oder nur zum Bäcker nutzt, spielen die Sattelqualität, Härtegrad und Breite eine untergeordnete Rolle. Fährt man aber regelmäßig in die Arbeit und geht ab und an auf Tages- sowie Mehrtagestouren, spürt man sofort, ob der Sattel dem Sitzfleisch guttut. Dadurch wird der Druck auch auf den weniger empfindlichen, aber problematischeren Damm- und Schambereich übertragen, wodurch Blut- und Nervenbahnen gequetscht werden können. Somit fühlen sich weiche Polster anfangs angenehmer an, führen aber langfristig eher zu Kribbeln, Taubheitsgefühlen und anderen Beschwerden.

Weitere Tipps für eine komfortable Fahrt

Auch hier gibt es Lösungen, wenn durch das lange Sitzen weiterhin Druckschmerzen oder Hautirritationen an der Tagesordnung sind. Mit beispielsweise einem regelmäßigen Wechseln der Sitzposition durch Aufstehen oder Pausen, kommt mehr Frischluft an den Sitzbereich. Dies verhindert, dass feuchtes und warmes Sitzklima entsteht.

Zudem ist eine Radhose mehr als nur ratsam, da diese den Schweiß im Sitzpolster ideal abtransportiert und durch ihr meist antibakteriell und atmungsaktives Material eine hohe Luftzirkulation ermöglicht. Geschmacksache sind Sitzcremes. Zudem sollte man auf eine korrekte Sitzposition achten. Höhe, Winkel und Position des Sattels können das Sitzerlebnis stark beeinträchtigen. Bestenfalls sollten Sättel immer waagrecht montiert werden.

Egal, welcher Sattel - wichtig ist es, ihn ausgiebig zu testen. Jeder Po ist unterschiedlich und in Kombination mit der Sitzposition auch unvergleichbar mit anderen. Viele Händler bieten daher an, dass Fahrradsattel über einen gewissen Zeitraum getestet werden können - ganz ohne Verbindlichkeiten. Frage einfach beim Fahrradhändler deines Vertrauens nach, ob du bei ihm auch einen Sattel austesten kannst.

Gleich vorne weg: DEN perfekten MTB-Sattel gibt es nicht. Bikerinnen und Biker sitzen immer individuell. Darum führt auch nur die Probefahrt ans Ziel.

Aktueller MTB-Sattel-Test

Ein aktueller MTB-Sattel-Test zeigt Ihnen unsere Favoriten.

MTB-Sättel für Touren-Biker im Test:

  • Ergon SM Pro Men
  • Fabric Scoop Race Shallow
  • Fizik Gravita Alpaca X5
  • Natural Fit Venec+
  • Procraft Tour S
  • Pro Turnix Gel
  • Selle Italia SLR Boost X-Cross Superflow
  • Selle San Marco GND Supercomfort Racing
  • SQlab 60X Ergowave Active
  • Syncros Tofino R 1.0

MTB-Sättel für Race- und Marathon-Biker im Test:

  • Fabric ALM Ultimate Shallow
  • Fizik Tundra M5 VS
  • Merida Expert CC
  • Pro Stealth Offroad
  • Selle Italia X-LR Kit Carbonio SuperFlow
  • Selle San Marco Sella Allroad Openfit CFX
  • Selle SMP Drakon
  • Specialized Power S-Works
  • SQlab 612 Ergowave R
  • Syncros Belcarra R 1.0

Tabelle: Übersicht der getesteten MTB-Sättel

Sattelmodell Kategorie
Ergon SM Pro Men Touren-Biker
Fabric Scoop Race Shallow Touren-Biker
Fizik Gravita Alpaca X5 Touren-Biker
Natural Fit Venec+ Touren-Biker
Procraft Tour S Touren-Biker
Pro Turnix Gel Touren-Biker
Selle Italia SLR Boost X-Cross Superflow Touren-Biker
Selle San Marco GND Supercomfort Racing Touren-Biker
SQlab 60X Ergowave Active Touren-Biker
Syncros Tofino R 1.0 Touren-Biker
Fabric ALM Ultimate Shallow Race- und Marathon-Biker
Fizik Tundra M5 VS Race- und Marathon-Biker
Merida Expert CC Race- und Marathon-Biker
Pro Stealth Offroad Race- und Marathon-Biker
Selle Italia X-LR Kit Carbonio SuperFlow Race- und Marathon-Biker
Selle San Marco Sella Allroad Openfit CFX Race- und Marathon-Biker
Selle SMP Drakon Race- und Marathon-Biker
Specialized Power S-Works Race- und Marathon-Biker
SQlab 612 Ergowave R Race- und Marathon-Biker
Syncros Belcarra R 1.0 Race- und Marathon-Biker

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