Die besten Mountainbike-Sättel im Vergleich

Ein guter MTB-Sattel macht den Unterschied: Wer lange Touren fährt oder technisch anspruchsvolle Trails meistert, merkt schnell, wie wichtig die richtige Sitzposition ist. Ein passender Sattel verhindert Druckstellen und sorgt für Komfort, auch auf rauem Terrain. Preislich starten einfache Modelle bei rund 20 €, während Top-Sättel bis zu 160 € kosten können.

So wurde getestet

Wie fühlt sich ein Sattel nach 120 Minuten ohne Polsterhose an? Entstehen Druckstellen oder Taubheitsgefühle? Unser Test zeigte, welche Modelle auch auf langen Touren bequem bleiben. Auf Trails war entscheidend, ob der Sattel Halt gibt oder behindert. Wir prüften zudem, wie gut Stöße abgefedert werden und ob die Montage problemlos gelingt.

Testsieger

Ergon SMC Core

Der Ergon SMC Core überzeugte als bester MTB-Sattel und sicherte sich den Testsieg. Die hochwertige Verarbeitung, die spürbare Entlastungszone und die gute Stoßdämpfung machten ihn zum komfortabelsten Modell. Selbst nach 120 Minuten blieb das Sitzgefühl angenehm. Das Active-System ließ sich nicht testen, wodurch die erhoffte Flexibilität fehlte.

Dennoch überzeugten die breite Sitzfläche und die spürbare Entlastung im Dammbereich. Für lange Fahrten ist er eine interessante Wahl, wenn die tauschbaren Elastomere leichter zu verbauen wären.

Der Ergon SMC Core kommt in einer stabilen Verpackung an, die den Sattel gut schützt. Bereits beim Auspacken fällt auf, dass die Verarbeitung hochwertig ist. Die Materialien wirken robust und langlebig, während die Oberfläche angenehm griffig bleibt. Das Design ist schlicht, aber funktional - typisch für Ergon-Produkte. Beim ersten Anfassen zeigt sich, dass der Sattel leicht flexibel ist. Das verspricht eine gewisse Dämpfung, die sich später auf dem Trail bewähren könnte. Die Formgebung wirkt ergonomisch durchdacht und lässt auf eine gute Druckverteilung schließen. Besonders auffällig ist der zweischichtige Aufbau mit der Core-Dämpfung, der sich von klassischen MTB-Sätteln abhebt.

Die ersten Handgriffe zur Vorbereitung gehen leicht von der Hand. Die Schienen sind präzise verarbeitet, sodass der Sattel sofort einsatzbereit auf die Sattelstütze passt. Eine ausführliche Anleitung liegt bei, wird aber kaum benötigt, da die Montage selbsterklärend ist.

Testbericht: Ergon SMC Core

Die Montage des MTB-Sattels von Ergon gelingt problemlos. Die Schienen sind präzise verarbeitet und passen exakt in die Sattelstütze. Nach dem Festziehen sitzt der Sattel stabil und bleibt auch bei längeren Fahrten in der eingestellten Position. Werkzeug wird nicht mitgeliefert, ist aber auch nicht notwendig, da sich handelsübliche Sechskantschlüssel nutzen lassen.

Beim Sitzkomfort auf langen Strecken zeigt der Ergon SMC Core seine Stärken. Nach 30 Minuten bleibt das Sitzgefühl angenehm, nach 60 Minuten sind keine Druckstellen spürbar. Auch nach 120 Minuten gibt es keine nennenswerten Beschwerden. Die Core-Dämpfung reduziert punktuelle Belastungen, sodass Sitzknochen und Weichteile gleichmäßig entlastet werden. Selbst ohne gepolsterte Radhose bleibt der Sattel komfortabel, was ihn besonders für lange Touren interessant macht.

Im Gelände bietet der Sattel eine stabile Basis. Steile Abfahrten gelingen sicher, da der Sattel ausreichend Halt bietet, ohne dass das Becken zu stark nach hinten kippt. Bei schnellen Richtungswechseln bleibt der Sattel unauffällig und ermöglicht eine gute Kontrolle über das Bike. Auch in engen Kurven gibt es keine störenden Kanten, die am Oberschenkel reiben könnten. Wer häufig technisch anspruchsvolle Trails fährt, profitiert von der Formgebung, die sich an verschiedene Fahrpositionen anpasst.

Die Montage des Ergon SMC Core erfolgt über Standard-Schienen.

Die Stoßdämpfung gehört zu den auffälligsten Merkmalen des MTB-Sattels von Ergon. Der zweischichtige Aufbau federt Stöße spürbar ab und reduziert Vibrationen auf Schotter- und Waldwegen. Kleine Unebenheiten werden fast vollständig absorbiert, größere Schläge deutlich abgemildert. Das zeigt sich besonders auf ruppigen Streckenabschnitten, wo die zusätzliche Flexibilität der Oberfläche Druckspitzen vermeidet.

Das Material hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Der Bezug zeigt sich unempfindlich gegenüber Abrieb und hält auch wiederholten Kontakt mit Radhosen und Trail-Ausrüstung gut aus. Bei feuchtem Wetter bleibt die Oberfläche vermutlich rutschfest, sodass auch auf nassen Touren keine Unsicherheiten entstehen. Das Material nimmt wohl kein Wasser auf, sodass der Sattel auch nach einem Regenschauer schnell wieder trocken sein sollte.

Beim Gewicht setzt sich der Ergon SMC Core im Test an die Spitze. Kein anderes Modell im Vergleich war leichter, ohne dabei an Stabilität oder Komfort einzubüßen. Trotz des geringen Gewichts bleibt die Konstruktion robust, was sich besonders auf ruppigen Strecken bemerkbar macht. Auf dem Markt gibt es zwar noch leichtere Alternativen, diese bieten jedoch oft weniger Dämpfung oder Halt.

Die ergonomische Form passt zu verschiedenen Sitzknochenbreiten, weshalb sich der Sattel für viele Fahrertypen eignet. Längere Fahrten belasten die Sitzknochen - der Ergon SMC Core minimiert diesen Effekt. Die ergonomische Form und spezielle Polsterung verhindern Taubheitsgefühle und sorgen für mehr Komfort, selbst auf rauen Untergründen oder langen Touren. Die Core 3D-Technologie soll Stöße absorbieren und natürliche Bewegungen unterstützen. Diese Konstruktion entlastet die Sitzknochen und reduziert Druckstellen bei längeren Fahrten.

Der Ergon SMC Core wurde von der Aktion Gesunder Rücken (AGR) geprüft und empfohlen. Dies unterstreicht die ergonomische Konstruktion, die Druckstellen reduziert.

Der MTB-Sattel von Ergon überzeugte im Test durch seine hochwertige Verarbeitung und den hohen Sitzkomfort, selbst auf langen Fahrten. Die mittlere Entlastungszone reduziert spürbar den Druck auf die Sitzknochen und sorgt für eine gleichmäßige Gewichtsverteilung. Besonders für längeren Touren ist der MTB-Sattel ein klarer Vorteil. Die Stoßdämpfung funktioniert zuverlässig, absorbiert Unebenheiten gut und verhindert starke Erschütterungen. Auf sehr ruppigem Untergrund könnte sie etwas weicher sein, bleibt aber insgesamt angenehm abgestimmt. Das Material wirkt langlebig, auch wenn Langzeit- und Wettereinflüsse nicht abschließend bewertet werden konnten.

Der Ergon war der beste Sattel für MTBs im Test. Hochwertige Materialien, spürbare Ergonomie und eine einfache Montage machten ihn zum besten Modell. Kein unnötiger Schnickschnack, keine störenden Druckpunkte - alles funktionierte wie gewünscht. Damit ist der Ergon SMC Core eine klare Empfehlung für Touren- und Geländefahrer, die Wert auf Komfort und Qualität legen.

Innovations-Tipp

Sqlab 610 M-d Active

Der Sqlab 610 M-D Active fällt direkt durch seine Stufensattelform mit breiter Sitzfläche auf. Diese soll den Druck auf empfindliche Bereiche verringern und das Gewicht gleichmäßiger verteilen. Die Verarbeitung macht einen hochwertigen Eindruck, ohne sichtbare Materialfehler oder unsaubere Nähte. Das Active-System erlaubt eine seitliche Bewegung des Sattels, um die natürliche Beckenbewegung beim Treten zu unterstützen. Dies kann die Wirbelsäule entlasten und für ein angenehmeres Fahrgefühl sorgen.

Die Bewegung wird über einen Elastomer-Dämpfer gesteuert, der in die Verbindung zwischen Schale und Gestell eingesetzt ist. Der serienmäßig verbaute graue Elastomer eignet sich für Fahrer zwischen 70 und 85 kg und bietet eine mittlere Dämpfung. Für leichtere Fahrer unter 70 kg ist die weichere weiße Variante vorgesehen, die eine größere seitliche Beweglichkeit ermöglicht. Wer über 85 kg wiegt, sollte den schwarzen Elastomer einsetzen, da dieser mehr Widerstand bietet und das Becken stärker stabilisiert.

Testbericht: Sqlab 610 M-d Active

Beim Einbau zeigte sich eine unerwartete Schwierigkeit. Das serienmäßige Elastomer ließ sich zwar entfernen, doch der Austausch gegen eine andere Härtevariante war nicht möglich. Dadurch konnte das Active-System nicht angepasst werden, obwohl es als zentrales Merkmal des Sqlab-MTB-Sattels beworben wird. Ohne die aktive seitliche Beweglichkeit verhielt sich der Sattel eher wie ein klassisches Modell, wodurch der erhoffte Effekt auf die Beckenbewegung nicht beurteilt werden konnte.

Auf längeren Strecken fiel die breite Sitzfläche positiv auf. Das Gewicht verteilte sich gleichmäßiger, wodurch der Druck auf die Sitzknochen reduziert wurde. Nach 30 Minuten war das Sitzgefühl noch angenehm, nach 60 Minuten zeigten sich leichte Druckstellen. Die Stufensattelform unterstützte eine aufrechtere Haltung und sorgte für weniger Belastung in empfindlichen Bereichen. Eine deutliche Entlastung der Wirbelsäule konnte jedoch nicht bestätigt werden, da die Elastomer-Technik im Test nicht wie vorgesehen funktionierte.

Im Gelände überzeugte der MTB-Sattel von Sqlab durch seine stabile Sitzposition. Steile Abfahrten waren problemlos kontrollierbar, da das Becken nicht ungewollt nach hinten kippte. Besonders in technischen Passagen zeigte sich jedoch, dass die fehlende seitliche Beweglichkeit das Fahrgefühl beeinflusste. Statt sich an die Bewegung anzupassen, blieb der Sattel statischer als erwartet. In schnellen Richtungswechseln und engen Kurven war dieser Effekt ebenfalls spürbar.

Der Elastomer-Dämpfer im SQlab 610 M-D Active kann ausgetauscht werden. So lässt sich die Beweglichkeit des Sattels individuell anpassen, abhängig vom Körpergewicht.

Der SQlab 610 M-D Active nutzt eine Stufensattelform, die den Dammbereich entlastet. Das Konzept sorgt für eine optimierte Druckverteilung und mehr Komfort auf langen Strecken. Die Elastomere sind ein praktisches Feature. Je nach Härtegrad wird die Beckenbewegung stärker oder weniger stark unterstützt, was für eine bessere Ergonomie auf langen Touren sorgt.

Die Stoßdämpfung konnte nur teilweise überzeugen. Kleinere Unebenheiten wurden abgefedert, doch die fehlende Anpassungsmöglichkeit des Active-Systems schränkte den Komfort auf rauem Untergrund ein. Besonders auf ruppigen Trails fiel auf, dass eine weichere Abstimmung möglicherweise für mehr Entlastung gesorgt hätte. Da das Elastomer nicht gewechselt werden konnte, ließ sich dieser Punkt nicht individuell optimieren.

Die Materialqualität hinterließ einen guten Eindruck. Der Bezug zeigte sich widerstandsfähig und blieb auch nach mehreren Fahrten unversehrt. Feuchtigkeit beeinflusste die Oberfläche nicht negativ, sodass kein Rutschen auftrat. Nähte oder Verklebungen hielten stabil, was für eine lange Haltbarkeit spricht.

Mit rund 400 Gramm (bei 17 cm Breite) liegt der Sattel gewichtsmäßig im Mittelfeld. Die Form passte sich verschiedenen Sitzknochenbreiten an, doch ohne das Active-System fehlte die erwartete zusätzliche Flexibilität. Das Grundkonzept blieb zwar erkennbar, konnte aber nicht wie vorgesehen genutzt werden.

Der MTB-Sattel von Sqlabs konnte im Test nicht sein volles Potenzial zeigen. Die Stufensattelform entlastete den Dammbereich, doch das Sitzgefühl war straffer als erwartet. Ohne den funktionierenden Elastomer blieb die natürliche Beckenbewegung eingeschränkt, was den entscheidenden Vorteil des Active-Systems reduzierte. Die Materialqualität hinterließ einen positiven Eindruck. Der Bezug und die Verarbeitung wirkten hochwertig, sodass der Sattel robust und langlebig erschien. Dennoch war die Montage problematisch, da sich der Elastomer zwar entfernen, aber nicht wieder einsetzen ließ. Dadurch konnte die Anpassungsfunktion nicht genutzt werden. Eine einfachere Wechselmöglichkeit für die Elastomere wäre wünschenswert. Wer den Sattel kaufen möchte, sollte sich vorab über die Handhabung des Systems informieren.

Ausstattungs-Tipp

Youngdo Fahrradsattel

Der Youngdo 832080125 wird mit einer eigenen Sattelaufnahme und Federdämpfern geliefert, was ihn von klassischen MTB-Sätteln unterscheidet. Um ihn am Testbike zu nutzen, musste jedoch die vorhandene Aufnahme entfernt werden, da ein direkter mit den anderen Modellen sonst nicht möglich gewesen wäre. Die beiden Federdämpfer an der Unterseite bestehen aus Metall und sollen Unebenheiten spürbar abfedern. Die Konstruktion wirkt stabil, keine losen oder wackeligen Teile waren erkennbar. Die Polsterung ist relativ weich, gibt aber nicht übermäßig nach. Die breite Form soll den Druck auf die Sitzknochen verringern, während die mittige Aussparung für bessere Belüftung sorgt. Es wirkt, als wäre es ein sehr bequemer Sattel für ein MTB.

Zum Lieferumfang gehören eine Regenhülle und Werkzeug. Die Hülle fühlt sich weniger hochwertig an, könnte aber vor Nässe schützen. Das beigelegte Werkzeug ermöglicht eine schnelle Montage, was praktisch ist, da der Sattel nicht ohne Anpassungen an jeder Sattelstütze befestigt werden kann.

Testbericht: Youngdo Fahrradsattel

Die Montage gestaltete sich schwieriger als erwartet. Der Sattel wurde mit einer eigenen Aufnahme geliefert, an der die Federdämpfer montiert waren. Um ihn überhaupt nutzen zu können, musste diese Aufnahme entfernt werden, damit der Sattel direkt über seine Schiene an der Sattelstütze befestigt werden konnte. Die Demontage war zwar möglich, aber aufwendig. Eine direkte Kompatibilität mit Standard-Sattelstützen hätte den Wechsel erheblich erleichtert.

Beim Sitzkomfort zeigte sich schnell, dass die weiche Polsterung nicht für längere Fahrten ausgelegt war. Nach 30 Minuten blieb das Sitzgefühl noch akzeptabel, doch nach einer Stunde trat eine spürbare Belastung der Sitzknochen auf. Die breite Form sorgte zwar für eine gleichmäßigere Druckverteilung, konnte aber ohne zusätzliche Dämpfung nicht verhindern, dass sich der Komfort mit der Zeit verringerte.

Im Gelände machte sich die starre Konstruktion bemerkbar. In steilen Abfahrten war der Halt akzeptabel.

Die Anatomie des Beckens und die Wahl des richtigen Sattels

Viele Radfahrer klagen oft über Beschwerden im Gesäßbereich, die von empfindlichen Sitzknochen ausgehen können. Es ist ratsam, die Druckempfindlichkeit durch kurze und regelmäßige Fahrten zu Beginn der Saison zu trainieren. Die Knochen nehmen durch das Sitzen keinen Schaden, daher sollte das Körpergewicht vor allem auf ihnen ruhen.

Der Abstand der Sitzknochen am Sattel variiert je nach Sitzposition. Bei aufrechter Sitzposition als Trekkingradfahrer rotiert das Becken nach hinten.

Die Breite des Fahrradsattels ist sehr wichtig. Wenn er zu breit ist, können die seitlichen Kanten an den Innenseiten der Oberschenkel scheuern und Druckstellen verursachen. Das kann dazu führen, dass der Biker unbeabsichtigt nach vorne rutscht.

Ist der Sattel zu schmal, wird zu viel Druck auf die Weichteile und den Bereich zwischen den Oberschenkeln ausgeübt, wo wichtige Blut- und Nervenbahnen verlaufen, die gequetscht werden können. Leider reagiert dieser Bereich relativ unempfindlich gegenüber Überlastung, was langfristig zu ernsthaften Problemen und Schäden führen kann.

Speziell für verschiedene Geschlechter konzipierte Sättel sind in der Bike-Industrie immer noch umstritten. Einige Hersteller wie Contec, Ergon und Terry bieten in unserem Test sowohl Herren- als auch Damenmodelle an. Für eine große Auswahl an Sattelbreiten präsentieren sich Bontrager, SQlab und Velo mit jeweils vier verschiedenen Breiten.

Auch hier gibt es Lösungen, wenn durch das lange Sitzen weiterhin Druckschmerzen oder Hautirritationen an der Tagesordnung sind. Mit beispielsweise einem regelmäßigen Wechseln der Sitzposition durch Aufstehen oder Pausen, kommt mehr Frischluft an den Sitzbereich. Dies verhindert, dass feuchtes und warmes Sitzklima entsteht.

Zudem ist eine Radhose mehr als nur ratsam, da diese den Schweiß im Sitzpolster ideal abtransportiert und durch ihr meist antibakteriell und atmungsaktives Material eine hohe Luftzirkulation ermöglicht. Geschmacksache sind Sitzcremes.

Zudem sollte man auf eine korrekte Sitzposition achten. Höhe, Winkel und Position des Sattels können das Sitzerlebnis stark beeinträchtigen. Bestenfalls sollten Sättel immer waagrecht montiert werden. Leider führt aber auch eine zu hohe Sitzposition zu seitlichen Bewegungen des Beckens über dem Sattel, wodurch das Hin und Her zu Hautirritationen und Reibstellen führen kann.

Sollten weiterhin Probleme im Sitzbereich bestehen, wird empfohlen, ein Fahrradfachgeschäft aufzusuchen, denn oft bieten diese professionelle Bike-Fittings an. Dort werden untere anderen die Sitzknochen vermessen, der passende Sattel ausgewählt, die Einstellung und die Sitzposition überprüft und bei Bedarf optimiert.

Die Bedeutung der Sattelhärte

Nicht mit den Augen, sondern durch das Drücken des Polsters wird der Sattel untersucht. Hier kommt oft die Aussage: „Oh, der ist aber angenehm weich!“ Aber ist das dann auch der perfekte Sattel für mich? Im Grunde genommen kommt es immer darauf an, wie oft und wie lange man auf dem Bike unterwegs ist. Wenn man sein Rad ab und an für spontane Fahrten in die Stadt oder nur zum Bäcker nutzt, spielen die Sattelqualität, Härtegrad und Breite eine untergeordnete Rolle.

Fährt man aber regelmäßig in die Arbeit und geht ab und an auf Tages- sowie Mehrtagestouren, spürt man sofort, ob der Sattel dem Sitzfleisch guttut. Dadurch wird der Druck auch auf den weniger empfindlichen, aber problematischeren Damm- und Schambereich übertragen, wodurch Blut- und Nervenbahnen gequetscht werden können. Somit fühlen sich weiche Polster anfangs angenehmer an, führen aber langfristig eher zu Kribbeln, Taubheitsgefühlen und anderen Beschwerden.

Weitere Merkmale von MTB-Sätteln

Egal ob der Sattel ein Loch in der Mitte besitzt, oder der Entlastungskanal mittig vertieft angebracht ist, dieses Feature ermöglich es, den sensiblen Dammbereich zu entlasten. Bei dem Sattelloch ist zu beachten, dass diese Öffnung unter Umständen Grund für eine Verschmutzung der Hose ist und im Winter ein eher unangenehmes Kältegefühl im Sitzbereich erzeugt.

Spannend bei den Testrunden war, dass durch die Active Technologie von SQlab mittels eines Hebels die Flexibilität der beweglichen Sattelschale verändert werden kann. Hierbei sitzt man fest im Sattel, wobei das Becken nach links und rechts mehr Spielraum bekommt. Diese Funktion dient dazu, die Lendenwirbelsäule zu mobilisieren und soll Rückenschmerzen vorbeugen.

Das Obermaterial aller im Test gefahrenen Sättel schützen vor Regen und Schmutz und lassen sich gut abwischen.

Bei der Montage der Sättel ist es wichtig, die Anweisungen zu beachten. Sie sollten nicht über die maximalen Markierungen hinaus angebracht werden. Den größten Verstellbereich im Test besitzen Bontrager, Ergon und SQlab.

Immer mehr Marken bieten zudem Adaptermöglichkeiten für Werkzeuge, Lichter oder Satteltaschen über Clipsysteme an, wie es beispielsweise bei Selle Royal der Fall ist.

Für E-Biker im Speziellen werden Sättel für noch mehr Komfort optimiert, insbesondere mit einem teilweise höher gezogenen Heck, um das Rutschen bei Bergaufpassagen zu verhindern. Ganz besonders optisch auffällig sind Sättel, wie der SQlab, mit einem Stufen-Design. Hierbei wird der Druck unter dem Schambeinbogen zusätzlich reduziert.

Auch bei Sätteln wird „grün“ gedacht: Selle Italia setzt auf einen automatisierten Prozess zur Herstellung hochwertiger Fahrradsättel, ohne auf umweltschädliche Klebstoffe und Polyurethane zurückzugreifen, um die CO2-Emissionen zu minimieren.

Um ein eindeutiges Ergebnis der zu testenden Sättel zu erhalten, haben wir zum einen die Sättel mittels Druckmessfolie im Labor gefahren. Somit sind Sättel mit einem druckfreien Mittelareal zu bevorzugen, da diese eine deutliche Aussparung im Damm- und Prostatabereich besitzen.

Die Wahl des richtigen MTB-Sattels für Frauen

Es gibt physiologische Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Mit Auswirkungen auch auf die Wahl eines MTB-Sattels.

  • Sitzknochenabstand: Der gemessene Abstand hilft, die Beckenbreite einzuordnen - das ist aber nur bei aufrechter Sitzposition aussagekräftig.
  • Sitzposition auf dem Mountainbike: Entsprechend fällt die Wahl beim Sattel aus.
  • Polsterhärter des Sattels: Je länger man im Sattel sitzt, desto härter darf die Polsterung sein.

Viele Frauen kommen mit V-Formen etwas besser klar. Die meisten männlichen Fahrer empfinden eine T-Form mit Cutout als angenehm.

Worauf sollten Frauen beim Kauf eines Sattels besonders achten?

Aus den oben gennannten Gründen, sollten Frauen darauf achten, dass der mittlere Bereich des Sattels gut unterstützt. Von T-Form-Sätteln raten wir vor allem im Mountainbike-Bereich daher ab. Y- oder V-Shape hingegen sind gut. Allem geht voran, dass die Sattelbreite passt.

Passen einer Frau grundsätzlich auch Männer-Sättel?

Unsere Studien und Erfahrungswerte zeigen, dass einer absoluten Mehrzahl von Männern und Frauen die passenden Männer- und Frauensättel sehr gut passen. Es gibt zwar auch immer wieder Frauen, die uns sagen „Ich fahre lieber auf diesem Männer-Sattel!“ - aber die meisten kommen doch besser mit einem für Frauen zurecht.

Checkliste für den Sattelkauf

  • Sitzknochenabstand messen: Viele Fahrradhändler bieten eine Vermessung an.
  • Sitzposition berücksichtigen: Je sportlicher, desto schmaler kann der Sattel sein.
  • Polsterhärte wählen: Für lange Touren eher härtere Polsterung.
  • Form beachten: V-Formen sind oft für Frauen geeignet.
  • Probefahrt machen: Der Sattel muss in der Praxis getestet werden.

Damenmodelle unter der Lupe

Exklusiv für FIT FOR FUN hat Sabine Spitz acht aktuelle Damenmodelle getestet. Ihr Fazit: Man muss verschiedene Sättel ausprobieren, nur so findet man den richtigen für die individuellen Bedürfnisse.

Modell Sqlab 612 Specialized Jet 43 Selle Lady Gel Flow Velo Pronto ZTT
Preis 74,90 Euro 70 Euro 79,95 Euro 28,90 Euro
Gewicht 308 g 266 g 320 g 289 g
Material Kunstleder Kunstleder Leder Kunstleder
Breite/Länge 13,3 x 27 cm 14,3 x 27,5 cm 16 x 26 cm 13,4 x 27,4 cm
Besonderheiten Stoßdämpfer, sportlich schmal geschnitten Aussparung, Titangestell, gibt es in drei Größen Aussparung in der Mitte, Gel-Einsatz, Rosen-Design Aussparung im Scham-Bereich, viele Nähte auf dem Sitz
Fazit FIT FOR FUN-Tipp! Viel Bewegungsfreiheit für die Beine, viel Sitzkomfort und ergonomische Form Optimale Entlastung für Damm und Schambein. Viel Bewegungsfreiheit! Gelungener Kompromiss zwischen Sportlichkeit und Komfort. Straffes Polster Flache Sitzposition für sportliche Fahrerinnen. Die Nähte können scheuern

Achte darauf, dass die Aussparungen in der Sattelmitte den Damm- bzw. Schambereich entlasten und keine störenden Nähte vorhanden sind.

Machen wir uns nichts vor - Frauen sind untenrum anders gebaut als Männer. Darum liegt es auch nahe, dass Frauen andere Anforderungen an einen Fahrradsattel haben, als Männer.

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