Fuel – Motorrad & Leidenschaft: Einblick in die Welt der Motorradzeitschriften

Die Motorrad-Szene erlebt ein erneutes Wachstum, und Zeitschriften wie "Fuel - Motorrad & Leidenschaft" spiegeln diesen Trend wider. Gegründet mit dem Ziel, die emotionale Bindung zwischen Mensch und Maschine zu erkunden, hebt sich "Fuel" von traditionellen Motorradmagazinen ab.

Das Konzept von "Fuel"

"Kein höher, schneller weiter. Keine Rennen, keine Beschleunigungs-Vergleiche", verspricht Michael Pfeiffer, redaktioneller Gesamtleiter der MOTORRAD-Gruppe der Motor Presse Stuttgart. Stattdessen konzentriert sich "Fuel" auf die Entschleunigung und das "Genussfahren". Auf 132 Seiten erzählt die Redaktion Geschichten über Menschen, die ein sehr emotionales, fast intimes Verhältnis zu ihrer Maschine pflegen. Die Düsseldorferin Vanessa Themann etwa hat als Vierzehnjährige ihr Traummotorrad gezeichnet.

"Fuel" greift nicht allein das Thema Motorrad auf, sondern streift auch benachbarte Themen wie die Tattoo-Kunst, Musik, Frisuren sowie Kleidung als Ausdruck eines Lebensgefühls und der Freiheit. Optisch setzen die "Fuel"-Macher das inhaltliche Konzept mit einer hochwertigen Heftausstattung und einem klaren, reduzierten Layout um, gestalterische oder typographische Spielereien sind verpönt. Der Text steht frei, es gibt keine Kästen. Der Anspruch an die Fotografie ist hoch.

"Auch hier gilt: Die Sehnsucht nach dem Ursprünglichen, Urbanen und Authentischen muss gestillt werden", erklärt Pfeiffer. Das erste Heft erschien in einer Druckauflage von 35.000 Exemplaren.

Der Launch wurde begleitet von einer umfangreichen Marketingkampagne mit Printanzeigen in den eigenen Motorrad-Titeln sowie in Titeln der Motor Presse Stuttgart wie auto motor und sport, Motor Klassik, MountainBIKE, RoadBIKE und Men's Health.

FUEL erlebt Maschinen und Menschen, wie sie wurden, was sie sind. FUEL ist ein leidenschaftliches Reportage-Magazin rund um das Thema Motorradfahren. Im Fokus steht nicht nur Customizing, sondern vor allem das enge Verhältnis zwischen Mensch und Maschine in allen Bereichen. Begriffe wie urban, handmade und Stil bilden den gemeinsamen Nenner vieler Storys. FUEL präsentiert vier Mal im Jahr außergewöhnliche Fotoproduktionen, skurrile Ideen und amüsante Texte rund ums motorisierte Zweirad. Nebenbei widmet sich FUEL auch benachbarten Themen wie Tattoo-Art, Musik, Frisuren sowie Kleidung als Ausdruck eines Lebensgefühls und der Freiheit.

Das Leserpotential und der Markt

"Das Leserpotential für einen solchen Titel ist zwar nicht leicht zu prognostizieren, doch die Modellpolitik des kommenden Jahres weist klar darauf hin, dass auch die Motorradhersteller hier einen starken Trend sehen", argumentiert Peter-Paul Pietsch, Leiter des Geschäftsbereichs Motorrad und Luftfahrt. "BMW ist super erfolgreich mit der R nine T gestartet, Triumph zeigt eine ganze Palette cooler Retro-Bikes und Ducati erntet Begeisterungsstürme für die neue Scrambler." Auch japanische Hersteller sähen hier offenbar ein stattliches Marktpotenzial.

Allerdings wurde die Zeitschrift FUEL am 04.04.2024 eingestellt und ist daher nicht mehr bestellbar.

Die Herausforderungen im Testbereich

Insbesondere schwierig wenn es um Test- und Fahrberichte geht. Die Journalisten schreiben fast nur noch das, was in den Pressemappen steht bzw. auf den gesponserten Presseevents gesagt wird. Siehe auch die vielen Videos auf YT von den besagten Quellen. Es geht halt um das Eingeladen werden und um die Anzeigengenerierung, ohne die kein Blatt mehr überlebt.

Auf der anderen Seite muss man fairerweise sagen, das es kaum noch schlechte Mopeds gibt. Nur passende und unpassende. Gerade jetzt im Frühjahr liest du immer die gleichen Fahrberichte, da jeder auf der gleichen Veranstaltung war.

Vielfalt und Differenzierung

In der Summe gibts da, glaube ich, wenig, was sich differenziert. Womöglich sind wir aber auch gelangweilt, weil wir alles (insbesondere die Reiseberichte) schon mind. Herausragende Zeitschriften (generell !) - dann auch noch im "Hobby"bereich.... fällt mir nichts ein. Dann Werbung abziehen...da bleibt wenig Substanz. Irgendwie hat man alles schon mal irgendwie gelesen. Bikes auf dem Hinterrad auf dem Titelblatt ist auch nicht meins, Rennsport auch wenig.

Preis-Leistungs-Verhältnis bei Motorradtests

Zwar ist Motorradfahren ein hochemotionales Thema, doch beim Kauf wiegt in den meisten Fällen das Verhältnis von Kosten und Nutzwert schwerer als alles andere. Das Preis-Leistung-Verhältnis ist daher Bestandteil der MOTORRAD-Tests. Errechnet aus dem Ergebnis der berühmten 1.000-Punkte-Wertung sowie dem Preis des Motorrads, verpackt in Schulnoten von 1,0 bis 4,0.

Wer nun meint, ein herausragendes Testergebnis ergäbe ohnehin eine sehr gute Note in der Preis-Leistung, irrt. Die Bestenliste von MOTORRAD zeigt: Die Mischung macht’s.

Der Begriff "Bang-for-the-Buck-Bikes" beschreibt Motorräder, die ein besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Wörtlich übersetzt bedeutet es "viel Knall für das Geld", was darauf hinweist, dass man für den bezahlten Preis viel Leistung, Ausstattung und Qualität erhält. Typischerweise finden sich solche Motorräder in der Mittelklasse, wo die Hersteller versuchen, ein hervorragendes Gesamtpaket zu einem erschwinglichen Preis zu bieten.

11 Modelle aus den Tests seit 2024 erhielten die Note 1 für die Preis-Leistung. Und das sind allesamt nicht die absoluten Top-Modelle - weder die neueste Reiseenduro mit 150 PS Leistung, noch der jüngste 200-PS-Supersportler mit deutlich unter 200 Kilo Gewicht.

Nein, hier brillieren Modelle, die Wert legen auf eine ausgewogene Komposition aus Motor, Fahrwerk, Ausstattung, Sicherheit und Unterhaltskosten.

Beispiele für Motorräder mit Top-Preis-Leistung (Tests seit 2024)

Hier sind einige Modelle, die in den Tests seit 2024 von MOTORRAD mit der Note 1 für Preis-Leistung ausgezeichnet wurden:

  • Honda CB 750 Hornet: Eine glatte 1,0 heimste die Honda CB 750 Hornet ein. Keine Überraschung: Die Hornet ist ein gutes Motorrad mit einer Test-Wertung von 663 Punkten zu einem sehr günstigen Preis: 7.800 Euro.
  • Voge DS 900 X: Mehr BMW für weniger Geld geht fast nicht. Unter der eigenständigen Karosse steckt ein Klon der aktuellen BMW F 900 GS Adventure, da Voge zu Loncin gehört, die den Zweizylinder für BMW bauen. BMW dürfte kaum happy über die DS sein, wobei die Voge mit 684 Punkten im Vergleich deutlich schlechter abschneidet als das Original mit 700 Punkten. Dafür kostete die Voge zum Test 2024 nur 9.499 Euro. Preis-Leistungs-Note: 1,1.
  • Triumph Speed 400: Im Test 2024 bei MOTORRAD fuhr die Triumph Speed 400 insgesamt 601 Punkte ein, was bei einem Preis von 5.345 Euro die Preis-Leistungs-Note 1,2 ergibt.
  • Kawasaki Z 500: Wie ihre sportliche Schwester Ninja 500 SE taucht das Naked Bikes Kawaski Z 500 in der Bestenliste Preis-Leistung auf.
  • Triumph Trident 660: Im Test 2025 standen unter dem Strich 658 Punkte, die es für 8.395 Euro gab und die Preis-Leistungs-Note 1,2 ins Zeugnis brachten.
  • Suzuki GSX-8R: Ein Test 2024 ergab 670 Punkte für 9.800 Euro, was die Note 1,3 ergibt.
  • Triumph Street Triple 765 R: Im Test 2024 fuhr sie starke 688 Punkte ein. Für diese Punkte und die Leistung von 120 PS bei nur 191 Kilo musste man nur 10.395 Euro zahlen. Das ergibt eine 1,3 in der Preis-Leistungs-Wertung.
  • Kawasaki Ninja 500 SE: 2024 fuhr die kleine Ninja im Test beachtliche 613 Punkte ein, womit sie auch im Segment der getesteten Einsteiger bis 48 PS auf Platz 3 der Bestenliste steht.
  • Yamaha MT-09: Zwar kostete das Test-Bike 2024 13.386 Euro, allerdings standen nach dem Test in MOTORRAD 690 Punkte auf dem Konto, was eine 1,3 in der Preis-Leistungs-Note ergibt.

Diese Modelle zeigen, dass ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis nicht unbedingt bedeutet, das leistungsstärkste oder teuerste Motorrad zu wählen. Vielmehr geht es darum, ein ausgewogenes Gesamtpaket zu finden, das den eigenen Bedürfnissen und dem Budget entspricht.

Die Bedeutung von Zeitschriften wie "Fuel"

FUEL testet nicht. FUEL erlebt. Maschinen und Menschen sind wichtig, wie sie wurden, was sie sind, die Maschinen und die Menschen.

FUEL - das neue Motorrad Magazin ist erfrischend anders und berichtet über das enge und leidenschaftliche Verhältnis vom Menschen und seiner Maschine. Dabei berichtet die FUEL fern ab vom üblichen Mainstream in einzigartigen, urbanen und stilvoll individuellen aufwendig bebilderten Foto-Reportagen über das entspannte und genußvolle Motorradfahren. Dabei berichtet die FUEL nicht nur über Motorräder sondern auch über alles was den leidenschaftlichen Biker interessiert: Musik, trendige Frisuren, Tattoos und passende Kleidung. Die FUEL stellt nicht Technik und Sicherheit in den Vordergrund sondern das Lebensgefühl und den Spaß am Motorradfahren.

Rolf, vorab eins: Du warst über 15 Jahre Redakteur bei MOTORRAD und machst seit 2014 das FUEL-Magazin. Na klar! Allerdings gab es tatsächlich mal eine Zeit, in der mir Fahren tatsächlich weniger Spaß gemacht hat, weil ich zu viel um die Ohren hatte. Das war auch die Zeit, in der alles zusammenstürzte und ich Endstation Abfahrt schrieb. In meiner Freizeit bin ich damals kaum noch gefahren, keine Zeit, zu viele große Aufgaben gleichzeitig, ich war geschlaucht. Viele glauben, Testredakteur bei MOTORRAD sei der absolute Traumjob. Nun, vielleicht kommt er nahe daran. Doch wenn du deine Lieblingsspeise dreimal täglich essen musst, kann es durchaus sein, dass sie dir vielleicht nach ein paar Jahren irgendwann zum Hals raushängt. Aber zurück zur Frage: Ja! Mir macht es derzeit wieder so viel Spaß wie Mitte der 1980er-Jahre, als ich täglich im Sattel saß. 50.000 Kilometer Jahresfahrleistung waren damals keine Seltenheit.

Nicht nur eins. Derzeit sind es sieben. Warum? „Fuel for the Soul“ ist ein Bestseller geworden, der mittlerweile in der 4. Auflage erschienen ist. JEDER, der länger Motorrad fährt, findet sich in diesem Buch wieder. Wir alle, die wir in den 1950ern bis 1980ern geboren wurden, haben ähnliche Abenteuer in der Jugend erlebt. Jeder von uns hat praktisch für „die schöne Elke“ geschwärmt, sie aber nie gekriegt. Jeder hat Erlebnisse mit Mofas, Mokicks, Kleinkrafträdern oder Achtzigern. Jeder musste irgendwann den Führerschein machen, war bei der Tanzschule, hat Erinnerungen an die erste große Party oder den ersten Kuss… Sehr vieles in diesem Buch dreht sich um die Erlebnisse der Jugend, um Freundschaft, ums Unterwegssein. Dabei spielt das Zweirad als Sprungbrett für die Freiheit eine zentrale Rolle.

Einige der Storys sind sogar ursprünglich in MOTORRAD veröffentlicht worden, oder? Genau. Die erste Idee zu diesem Buch war eine Reportagesammlung. Ich wollte meine 60 besten Geschichten einfach hintereinander ab-, beziehungsweise nachdrucken. Doch bereits beim Überfliegen der Stories wurde mir klar, dass es nicht geht. Ein Buch ist anders aufgebaut. Viele Geschichten, die in einer Zeitschrift gut funktionieren, wären in Buchform nicht möglich. Die visuelle Unterstützung durch die Fotos fehlt. Also habe ich mich von dem Gedanken des Nachdruckens verabschiedet und das Meiste neu geschrieben. Wer die 1. oder 2. Auflage von Fuel for the Soul besitzt (erschienen 2014 und 2015) wird sich über die aktuelle 4. Auflage garantiert freuen. Es sind sehr viel mehr Jugendgeschichten integriert, Stories, in denen meine Freunde Tüte, Pinne und Schröder die Hauptrollen übernehmen. Selbst im Corona-Frühling habe ich mich hingesetzt und zusätzlich noch zwei sehr lange Stories geschrieben. Die eine handelt davon, den Führerschein zu bestehen und die andere von der ersten großen Liebe - natürlich geht nichts ohne Zweiräder.

Fuel for the Soul ist im Eigenverlag erschienen. Ich „durfte“ gar nicht erst suchen. Es bestand von Beginn an nie die Möglichkeit, das Buch verlegen zu lassen. Mein Arbeitgeber, die Motorpresse Stuttgart, gab mir zwar die Rechte an den Stories zur nochmaligen Veröffentlichung zurück, die Bedingung hierfür war allerdings, das Buch im Eigenverlag herauszubringen. Das hat natürlich auch Vorteile: Ich konnte dieses Projekt so realisieren, wie es in meinem Kopf war. Das begann mit dem Titelfoto, das ich in auf dem Fußboden eines alten Sägewerks geschossen habe, ging über die vielen neuen Stories, die ich für das Projekt schrieb und endete mit Zeichnungen von meinem Freund und MOTORRAD-Cartoonist Holger Aue, die er extra für Fuel for the Soul angefertigt hat.

Weil es wirklich gute Unterhaltung garantiert. Fuel for the Soul richtet sich an alle Motorradfahrer. Dabei spielt es keine Rolle, ob Bastler, Race-, Reise-, oder Cruiser-Fan. Die Marke ist ebenfalls egal. Es geht um nichts anderes als den Spirit beim Fahren. Die Stories haben alle eine Gemeinsamkeit: Das Motorrad ist darin nicht Haupt- sondern immer nur Nebendarsteller. Es geht vielmehr darum, etwas mit und auf dem Bike zu erleben. Ich habe dieses Buch geschrieben, weil ich selbst immer noch riesige Lust am Fahren habe und diese auf die Menschen übertragen möchte. Holger Aue hatte es damals vorab gelesen und so formuliert: „Ein herrliches Buch. Dem ist nichts hinzuzufügen.

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