Gutes Wetter und viel Zeit: Seit der Pandemie wollen sich viele Menschen ein neues Fahrrad kaufen. Das hat dazu geführt, dass es im Moment viel schwerer geworden ist, an sein neues Wunschfahrrad zu kommen. Eine Alternative: gebrauchte Fahrräder aus dem Netz.
Warum ein gebrauchtes Fahrrad kaufen?
Ähnlich wie beim Auto gibt es viele, und zum Teil auch gute Gründe, sich für ein gebrauchtes Fahrrad zu entscheiden. Wer Geld sparen möchte, ohne auf eine gewisse Qualität zu verzichten, ist mit dem Kauf eines gebrauchten Fahrrads gut beraten. Selbstverständlich ist der finanzielle Aspekt oftmals nicht unerheblich. Ein weiterer großer Vorteil des Kaufs eines gebrauchten Fahrrads ist, dass man oft ein besseres Fahrrad für sein Geld bekommt. Dies liegt daran, dass der Wert eines Fahrrads oft stark abnimmt, sobald es das Geschäft verlässt.
Worauf sollte man beim Kauf achten?
Laut ADAC und ADFC solltet ihr euch das Fahrrad genau anschauen. Egal, ob Sie ein Rennrad, ein Mountainbike, ein Stadtrad oder ein anderes Fahrrad suchen, es gibt viele Möglichkeiten, ein gebrauchtes Fahrrad zu finden. Einer der wichtigsten Tipps ist, dass Sie das Fahrrad gründlich überprüfen sollten, bevor Sie es kaufen.
Zustand des Fahrrads
Es ist wichtig, dass das Fahrrad in gutem Zustand ist und gut gepflegt wurde. Halten und funktionieren die Bremsen? Funktioniert das Licht? Lässt sich das Rad locker schieben oder schleift irgendetwas? Ist der Rahmen zu groß oder zu klein für mich? Hat der Rahmen Risse, Löcher oder Dellen? Die Kette sollte rostfrei sein und an ihr darf nicht zu viel Schmutz und Öl drankleben. Außerdem sollte man prüfen, ob die Reifen noch Profil haben oder ob sich schon Risse gebildet haben. Wenn die Reifen porös sind oder Risse gebildet haben, kann man sie meistens ersetzen.
Felgen und Bremsen
Checkt die Felgen, beziehungsweise den Felgenring, wo die Bremsen greifen. Da ist es so, dass sich nicht nur die Bremsbelege mit der Zeit abreiben, sondern auch das Metall. Je nachdem wie viel man bremst und wie alt das Rad ist, kann die Felge konkav werden, also einen Bogen nach innen bilden.
Probefahrt unerlässlich
Niemals ein gebrauchtes Fahrrad kaufen, ohne es mal Probe gefahren zu sein, da sind sich Experten einig. Eine abschließende Probefahrt ist absolut unerlässlich! Selbst wenn das Bike technisch einwandfrei ist - es muss auch zu Ihnen passen und Sie müssen sich bei der Fahrt wohlfühlen. Bei der Gelegenheit können Sie auch gleich überprüfen, ob die Räder schön rund laufen. Schalten Sie sich am besten auch einmal durch alle Gänge. Der Gangwechsel sollte reibungslos und geschmeidig funktionieren. Verschieden harte Bremsvorgänge lassen Rückschlüsse auf den Zustand dieses Elements zu. Rasselt oder klickert was? Ist irgendwas schwergängig? Knackt oder knarzt etwas? Ein leiseres Schleifgeräusch haben die meisten gebrauchten Fahrräder, aber heftige Geräusche sollten nicht sein.
Weitere Checks
- Laut ADAC sollten Vorder- und Hinterrad in einer Spur laufen. Ist das nicht der Fall, könnte der Vorbesitzer einen Sturz mit dem Rad gehabt haben.
- Wenn die Distanz zwischen deinem Schritt und dem Oberrohr zu groß ist, ist dir das Rad zu klein.
Fragen an den Verkäufer
Fragt den Verkäufer,wie alt das Rad istwie oft es gefahren wurdewer es gefahren hat. Außerdem schadet es nicht zu fragen, wie oft das Rad im Service war und ob es Kaufbelege gibt.
- Wenn du beispielsweise ein City-Fahrrad von einem älteren Herrn abkaufst, dann gehörte es oft der Ehefrau.
- Bei einem gebrauchten Rennrad oder Mountainbike würde ich hingegen besonders vorsichtig sein.
Unterschiedliche Fahrradtypen
Es macht große Unterschiede, ob man sich ein City-Bike, ein Mountainbike, ein Rennrad oder andere Modelle zulegen will. Jedes Fahrrad ist laut Dehm individuell zu betrachten. Je nach Schaltung, Marke, Hersteller, Gebrauchsspuren, Besitzer, Alter usw. kann das Rad ganz unterschiedliche Mängel aufweisen. Deshalb rät er: „Zeigt das Rad jemandem, der sich auskennt“.
Preisgestaltung
Viele Privatverkäufer, die ihr Rad online stellen, hätten selbst keine Ahnung was es wert ist. Manche verlangen zu viel Geld und am Ende zahlt man nochmal den gleichen Preis für die Reparatur obendrauf. Dann könne man seine Anzeige mit anderen Angeboten im Netz vergleichen. Wobei es, laut Experte, auch Markennamen gebe, die aufgekauft wurden. Die Räder würden in großen Supermärkten verkauft, hätten mit der früheren Qualitätsmarke aber nicht mehr zu tun, so Dehm.
Wo kann man ein gebrauchtes Fahrrad kaufen?
Es gibt viele verschiedene Orte, an denen man ein gebrauchtes Fahrrad kaufen kann. Einer der beliebtesten Orte ist das Internet. Ein weiterer guter Ort, um ein gebrauchtes Fahrrad zu kaufen, sind lokale Fahrradgeschäfte. Schließlich können Sie auch auf Flohmärkten, bei Auktionen oder bei Fahrradtauschbörsen nach gebrauchten Fahrrädern suchen.
Am einfachsten ist der Kauf eines gebrauchten Fahrrads beim Fachhändler: Hier werden die angebotenen Fahrräder in der Regel vor dem Verkauf nochmal überprüft und es gibt Beratung. Falls noch ein Teil ausgetauscht werden muss, etwa Sattel oder Beleuchtung, lässt sich das einfach dazukaufen. Unkompliziert ist hier auch das Probefahren. Alles in allem kann das aber dazu führen, dass der Preis beim Händler höher ist.
Zahlreiche Angebote von privat gibt es auf verschiedenen Online-Plattformen. Allerdings ist bei Angeboten im Internet nicht immer die Möglichkeit gegeben, das Fahrrad zur Probe zu fahren, beispielsweise wenn die Anbieter zu weit weg wohnen. Gerade der Kauf von Privatpersonen kann auch mit Risiken verbunden sein: Die Herkunft des Fahrrads ist schlechter nachprüfbar und auch mögliche Defekte müssen selbst erkannt werden.
Online-Plattformen im Fokus:
- Rebike: Spezialisiert auf geprüfte, gebrauchte E-Bikes mit Garantie. Bietet eine große Auswahl an E-Bikes namhafter Marken, die professionell aufbereitet werden.
- Ebay: Bietet eine riesige Auswahl an Fahrrädern jeder Art, sowohl von privaten Anbietern als auch von gewerblichen Händlern. Besonders interessant sind hier Angebote, die als "Refurbished" gekennzeichnet sind.
Vorteile des Kaufs bei gewerblichen Anbietern:
- Mehr Sicherheit als bei Privatverkäufern
- Oft Rückgaberecht und Garantie
- Fahrräder mit dem Label "Refurbished" wurden technisch geprüft und aufbereitet
Diebstahlschutz und rechtliche Aspekte
Bevor es an die Beurteilung der einzelnen Bauteile geht, sollten Sie sich zunächst vergewissern, dass das Fahrrad nicht geklaut wurde. Insbesondere bei scheinbar außergewöhnlich günstigen Angeboten sollten Sie zumindest misstrauisch werden. Am besten lassen Sie sich die Quittung zeigen oder mitgeben.
Stimmt technisch soweit alles, sollte noch geklärt werden, ob es sich bei dem Rad vielleicht um Diebesgut handelt. Ob ein Rad als gestohlen gemeldet wurde, kann die Polizei anhand der eingravierten Rahmennummer nachvollziehen. Diese kann online in diversen Diebstahldatenbanken recherchiert werden.Am wichtigsten ist der schriftliche Kaufvertrag. Es sollten die Rahmennummer, der Zustand des Rads, der Kaufpreis, Name und Adresse des Verkäufers dokumentiert werden.
Checkliste vor dem Kauf
- Laufen Vorderrad und Hinterrad in einer Linie?
- Halten und funktionieren die Bremsen?
- Fühlt sich das Fahrrad sicher an?
- Dreht sich das Tretlager ohne Reibungsverluste?
- Lässt sich das Rad locker schieben, oder schleift etwas?
- Ist es verrostet oder stark verkratzt?
- Sind die Bremsbeläge noch ausreichend vorhanden?
- Sind Ritzel und Reifen schon verschlissen?
- Wie sieht der Rahmen aus? Haben die Schweißnähte kleine Risse?
Fazit
Wer Geld sparen möchte, ohne auf eine gewisse Qualität zu verzichten, ist mit dem Kauf eines gebrauchten Fahrrads gut beraten. Allerdings fallen auch hier die Schnäppchen nicht vom Himmel. Ein gutes Bike aus zweiter Hand hat seinen Preis. Eine genaue Prüfung ist empfehlenswert, um eventuelle Folgekosten einschätzen zu können. Wer sich unsicher ist, sollte besser noch eine zweite Person zur Besichtigung mitnehmen: Vier Augen sehen schließlich mehr als zwei.
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