Gefühlte Temperatur beim Motorradfahren: Unterschätzte Gefahr

Ein paar gefühlt schöne Tage Ende Februar / Anfang März und die erfahrenen Motorradfahrer holen ihre Bikes aus dem Winterschlaf für die ersten Motorradtouren. Viele Zweiradfahrer sind auch im Winter aktiv, egal ob freiwillig oder eher unfreiwillig. Warum wir jetzt noch keine Motorradfahrstunden anbieten? Für uns steht Eure Sicherheit an erster Stelle!

Was viele jedoch nicht bedenken ist der Windchill-Effekt. Denn durch den Fahrtwind ist die gefühlte Temperatur auf dem Motorrad um einiges kühler als die tatsächliche Temperatur (siehe Tabelle). Fahranfänger*, die sich auf schalten, lenken, Blickführung, Anweisungen des Fahrlehrers, andere Verkehrsteilnehmer, usw. konzentrieren müssen, frieren bei den aktuellen Temperaturen ohne Ende und können sich infolgedessen nicht mehr zu 100% auf den Straßenverkehr fokussieren.

Der Windchill-Effekt: Eine unsichtbare Gefahr

Beim Motorradfahren ist die gefühlte Temperatur während der Fahrt niedriger als die auf dem Thermometer angezeigte. Warm anziehen. Problem ist der sogenannte Windchillfaktor. Wenn es draussen 5 Grad sind und du fährt mit Tempo 120 dann ist die gefühlte Temperatur bei minus 20 Grad. Das ist auch der Grund warum im Winter eigentlcih nur Roller unterwegs sind.

Mithilfe einer Formel lässt sich die Temperatur abschätzen, die der Körper beim Fahren aushalten muss. Als Motorradfahrer dürfte es aber gefühlt immer noch was kälter sein, da die Berechnung ja vereinfacht ohne Luftfeuchte mit dem Klima-Michel-Modell (Mann, Körpergröße 1,75 m, Körpergewicht 75 kg, Körperoberfläche 1,9 m², Alter 35 Jahre) berechnet wird.

Um der Kälte auf dem Motorrad zu trotzen, benötigt ihr die richtige Ausrüstung, um auch bei kalten Temperaturen gesund, sicher, warm und komfortabel unterwegs sein zu können. Am besten „kennt“ man die Kälte, dann kann man sie auch effektiver bekämpfen.

Die richtige Ausrüstung für Fahrten bei Kälte

Daher ist es unerlässlich, sich gegen die Kälte zu schützen, damit man bequem am Lenker sitzen und alle notwendigen Fahrmanöver durchführen kann. In den letzten Jahren haben die Ausrüster große Fortschritte bei Materialien und Technologien gemacht, die für die Winterausrüstung verwendet werden.

Abgesehen von dem unangenehmen Gefühl, kann Kälte auch die Art und Weise beeinflussen, wie man sich am Lenker verhält. Ungeschützt kann die Kälte das Fahrverhalten schnell beeinträchtigen und damit zur Gefahr werden. Daher ist es wichtig, darauf zu achten, dass keine Öffnungen vorhanden sind, die Wind und Kälte durchlassen könnten.

Empfehlenswerte Ausrüstung

  • Thermounterwäsche: Thermounterwäsche ist die Grundlage für effektiven Kälteschutz, den ihr auf keinen Fall ignorieren solltet. Sie hält nicht nur warm, sondern leitet auch die Feuchtigkeit vom Körper weg, anstatt sie zu absorbieren. Es gibt verschiedene Arten von Unterwäsche für alle Körperteile (Unterziehshirts, Unterziehhandschuhe, Unterziehhosen, Socken).
  • Jacke: Es empfiehlt sich, eine etwas längere Jacke zu wählen, die die Hüften und den unteren Rücken bedeckt, damit keine Luft unterhalb der Taille eindringen kann. Ideal ist eine Jacke mit wärmendem Thermofutter und einer äußeren wasserdichten, atmungsaktiven und abriebfesten Membran. Viele Jacken sind mit herausnehmbaren Futterstoffen versehen, so dass sie auch in der Zwischensaison getragen werden können.
  • Hose: Wie alle anderen Ausrüstungsgegenstände ist auch die Hose ein wichtiger Bestandteil des Kälteschutzes. Es gibt spezielle Winterhosen, die mit technischen Membranen ausgestattet sind, die verschiedene Eigenschaften wie Thermoschutz, Atmungsaktivität, Wasserfestigkeit usw.
  • Helm und Halswärmer: Empfehlenswert sind Integral- oder Klapphelme in geschlossener Position, denn nur sie schützen effektiv vor Kälte. Ein Pinlock wird dringend empfohlen, um ein Beschlagen der Gläser zu verhindern, so dass ihr auch bei Winterfahrten eine klare Sicht habt. Für noch mehr Schutz vor Kälte empfiehlt sich die Verwendung einer Sturmhaube oder eines Halswärmers bzw. Necktubes.
  • Winter-Motorradhandschuhe: Zu den unverzichtbaren und außerdem gesetzlich vorgeschriebenen Ausrüstungsteilen gehören die Handschuhe. Neben ihrer Schutzfunktion müssen Motorradhandschuhe im Winter auch schützen, um Taubheitsgefühle zu vermeiden. Bei Motorradhandschuhen sollte das Innenfutter eher dünn sein, um das Gefühl für die Steuerung nicht zu beeinträchtigen. Sie sollten mit einer wasserdichten und atmungsaktiven Membran ausgestattet sein. Für zusätzlichen Schutz können Unterziehhandschuhe verwendet werden. Es gibt außerdem beheizbare Handschuhe, die den Handrücken und die Finger wärmen. Sie sind entweder mit einem Akku ausgestattet oder werden mit einem Kabel an die Batterie angeschlossen.
  • Stiefel: Der Schutz der Füße ist natürlich genauso wichtig und sollte nicht vernachlässigt werden.

Wir empfehlen Kleidung, bei der die Wärmeisolierung im Vordergrund steht, anstatt mehrere Kleidungsstücke übereinander zu tragen, die beim Fahren schnell unbequem werden können.

Winterreifenpflicht und Fahrverhalten

Und natürlich gilt auch für Motorräder die Winterreifenpflicht bei "winterlichen Straßenverhältnissen. Das heißt auf trockenen Straßen ist es auch erlaubt, selbst bei niedrigen Temperaturen mit normalen Reifen zu fahren. Außerdem sollte man das Motorrad auch stehenlassen, wenn der Winterdienst mit Streusalz arbeitet. Motorräder sind in den meisten Fällen nicht so gut gegen das aggressive Streusalz und die daraus resultierende Korrosion geschützt. Daher ist das Streusalz in Verbindung mit Feuchtigkeit schlecht für die Metallteile am Motorrad, wenn das Bike nicht nach jeder Fahrt gewaschen wird.

Bitte beachtet, dass nicht nur die Ausrüstung an die Kälte angepasst werden muss, sondern auch der Fahrstil. Schlechte Sichtverhältnisse aufgrund von schlechtem Wetter oder Dunkelheit sowie der Zustand der Fahrbahn machen das Fahren in der kalten Jahreszeit schwieriger und gefährlicher.

Man braucht nur die passenden Klamotten (Funktionsunterwäsche unterm Lederkombi, Pulli drüber, Sturmhaube und passende Handschuhe) und los gehts. Das Problem ist halt: Ich habe eine Sportler und man merkt schon, dass die Reifen keine richtige Haftung mehr aufbauen. Wer Sportreifen oder Tourensportreifen drauf hat, muss damit rechnen dass die Reifen früher anfangen zu schmieren, da sie aufgrund der niedrigen Temperaturen und der kalten Straße nicht mehr warm genug werden und somit auch nicht mehr in den Temperaturbereich kommen, in dem sie ihre optimale Haftung entwickeln. Man kann also demzufolge keine großen Schräglagen mehr fahren und bei leistungsstarken Bikes in den unteren Gängen kein Vollgas mehr geben, weil die Reifen nicht mehr die entsprechende Haftung dafür entwickeln.

Da gibts keine grenze aber du solltest bei tmperaturen um die 0grad vorsichtiger fahren wegen glatteis, außerdem liegt in waldstraßen oft nasses laub auf der fahrbahn. du musst einfach noch aufmerksamer sein...

Geschwindigkeit (km/h) Tatsächliche Temperatur (°C) Gefühlte Temperatur (°C)
60 5 -1.8
120 5 -20

Jetzt wisst ihr also Bescheid, welche Ausrüstung ihr fürs Rollerfahren im Winter braucht und können mit dem richtigen Schutz warm und sicher durchstarten.

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