Früher war nicht alles besser, Motorradreiniger aber schon. Zumindest haben sie das deutlich besser erledigt, was sie in erster Linie sollen: reinigen. So die Einschätzung altgedienter Saubermänner. Gibt’s heutzutage denn nur noch Weichspüler? Jein. Meist schon, aber nicht nur.
Während wir früher noch munter mit Kaltreinigern, die nur knapp nicht unters Kriegswaffenkontrollgesetz fielen, auf dem Grünstreifen der elterlichen Hofeinfahrt experimentiert haben, ist heutzutage bereits die Werbeaussage "biologisch abbaubar" nicht zulässig. Weil "biologisch abbaubar" mittlerweile eine Grundvoraussetzung dafür ist, dass so ein Reiniger überhaupt über den Ladentisch geschoben werden darf und somit als Alleinstellungsmerkmal ausgedient hat.
Auch ein Motorrad benötigt ab und an eine gründliche Wäsche. Spezielle Motorradreiniger entfernen Schmutz materialschonend und gründlich. Wie man ein Motorrad wäscht und welche Produkte sich dafür eignen, zeigen wir hier. Die genannten Produkte wurden von unserer Redaktion persönlich und unabhängig ausgewählt. Motorräder verschmutzen im Alltag und auf Touren schnell und stark.
Das reicht von Insektenresten über Straßenschmutz bis hin zu Kettenfett und Bremsabrieb. Ohne regelmäßige Pflege können diese Rückstände Lack, Metallteile und Kunststoff angreifen. Motorradreiniger sind speziell entwickelte Pflegemittel, die Oberflächen schonend säubern, Korrosion vorbeugen und den Glanz erhalten. Sie unterscheiden sich von herkömmlichen Reinigern durch ihre Materialverträglichkeit und gezielte Wirkung auf typische Motorradverschmutzungen. Worauf beim Kauf zu achten ist und wie ein Motorrad gewaschen wird, verraten wir im Folgenden.
Warum ein Motorradreiniger sinnvoll ist
Ein Motorrad besteht aus verschiedenen Oberflächen wie lackiertem und unlackiertem Kunststoff, Gummi, Chrom, Stahl, Aluminium und Carbon. Anders als bei den meisten Autos sind die Teile oft zu klein, um sie getrennt voneinander zu waschen, daher spielt Materialverträglichkeit eine besondere Rolle. Spezielle Motorradreiniger entfernen selbst hartnäckigen Schmutz wie Öl, Teer oder Insektenreste, ohne das Material zu beschädigen. Viele Produkte sind pH-neutral oder leicht alkalisch, oft biologisch abbaubar und damit umweltfreundlicher als aggressive Haushaltsreiniger.
Vorteile im Überblick:
- gründliche Entfernung typischer Motorradverschmutzungen
- schonend für empfindliche Oberflächen
- Schutz vor Korrosion und Verschleiß
- einfache Anwendung, teils ohne Nachspülen
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Motorrad richtig reinigen
- Vorbereitung: Motorrad abkühlen lassen, im Schatten aufstellen. Ungeschützte Elektrik und Auspuff abdecken.
- Vorreinigung: Groben Schmutz mit Wasser abspülen.
- Reiniger anwenden: Gemäß Herstellerangaben auftragen und einwirken lassen.
- Abspülen und Trocknen: Mit klarem Wasser gründlich nachspülen, anschließend trocknen. Bei Produkten mit Abperl- und Selbsttrocknungseffekt entfällt dieser Schritt.
- Nachbehandlung: Optional lackierte Teile polieren oder mit Wachs versiegeln.
Motorradreiniger im Vergleichstest
In der Endwertung wurden mittels eines Punktesystems die getesteten Produkte hinsichtlich folgender Eigenschaften bewertet und verglichen:
- Reinigungswirkung
- Materialverträglichkeit
- Spreitvermögen
- Anwendung/Praxistauglichkeit
- Preis-Leistungs-Verhältnis
Hier eine Zusammenfassung der getesteten Produkte:
Bikecare Motorrad Gel Reiniger
Anbieter: Polo Motorrad und Sportswear GmbH
Füllmenge: 750 ml in PET-Flasche
Preis: 6,99 Euro (UVP/gezahlt bei Polo, Leinfelden-Echterdingen), UVP entspricht 9,32 Euro/Liter
Messwerte: pH-Wert 8,42, Dichte 1,047 g/ml, Trockensubstanz 11,6 %
Anwendung: einfacher Sprühkopf, von Fächer- auf Punktstrahl verstellbar; Bedienung auf Dauer recht schwergängig, relativ klar definierter Strahl, je Sprühstoß 1,5 g, Konsistenz: gelartig, Sensorik: starker Lösemittelgeruch; Rezeptur: unauffällig
Reinigungswirkung: befriedigende bis gute Leistung beim Wischtest, befriedigende bis gute Leistung beim Selbstreinigungstest, ausreichendes Spreitvermögen
Materialverträglichkeit: ABS nach 24 Stunden ohne Befund, Polycarbonat nach 24 Stunden gebrochen, Lack nach 24 Stunden ohne Befund
Fazit: Die Polo-Hausmarke macht relativ günstig befriedigend bis gut sauber. Auf Polycarbonat sollte er lieber nicht für längere Zeit verweilen, ansonsten ist der Gelreiniger aber absolut unauffällig. Beim Sprühkopf merkt man, dass auch Polo bei der Kalkulation nicht zaubern kann. Für Sparfüchse aber durchaus eine Kaufempfehlung.
MOTORRAD-Urteil: befriedigend
Bikecare Motorrad Gel Power Reiniger
Anbieter: Polo Motorrad und Sportswear GmbH
Füllmenge: 750 ml in PET-Flasche
Preis: 8,99 Euro (UVP/gezahlt bei Polo, Leinfelden-Echterdingen), UVP entspricht 11,20 Euro/Liter
Messwerte: pH-Wert 9,77, Dichte 1,052 g/ml, Trockensubstanz 18,91 %
Anwendung: einfacher Sprühkopf, von Fächer- auf Punktstrahl verstellbar; Bedienung auf Dauer recht schwergängig, relativ klar definierter Strahl, je Sprühstoß 1,5 g, Konsistenz: gelartig, Sensorik: Ammoniakgeruch; Rezeptur: unauffällig, Hauptunterschied zum Standard-Gelreiniger: Farbveränderung nach praxisgerechter Einwirkzeit (durch pH-Wert-Veränderung, Phenolphthalein als pH-Indikator)
Reinigungswirkung: befriedigende bis gute Leistung beim Wischtest, befriedigende bis gute Leistung beim Selbstreinigungstest, knapp ausreichendes Spreitvermögen
Materialverträglichkeit: ABS nach 24 Stunden ohne Befund, Polycarbonat nach vier Stunden gebrochen, Lack nach 24 Stunden ohne Befund
Fazit: In Sachen Reinigungswirkung auf dem gleichen Niveau wie der günstigere Gelreiniger aus gleichem Haus. Der "Farbindikator" ist ein netter Gag. Massive Schwächen bei der Polycarbonat-Verträglichkeit. Daher lieber das günstigere Bikecare-Produkt kaufen.
MOTORRAD-Urteil: befriedigend
Liqui Moly Motorbike Cleaner
Anbieter: Liqui Moly GmbH
Füllmenge: 1.000 ml in PE-Flasche
Preis: 20,70/20,99 Euro (UVP/gezahlt bei Polo, Leinfelden-Echterdingen), UVP entspricht 20,70 Euro/Liter
Messwerte: pH-Wert 8,4, Dichte 1,076 g/ml, Trockensubstanz 21,11 %
Anwendung: einfacher Sprühkopf, von Fächer- auf Punktstrahl verstellbar; Bedienung auf Dauer recht schwergängig, wenig definierter Strahl, kaum Unterschied zwischen Punkt- und Fächerstrahl, je Sprühstoß 0,9 g, Konsistenz: leicht gelartig, Sensorik: beerig-parfümiert; Rezeptur: weitgehend unauffällig, sehr geringer Anteil von NTA (Nitrilotriessigsäure, "Verdacht auf krebserzeugende Wirkung")
Reinigungswirkung: befriedigende bis gute Leistung beim Wischtest, unterdurchschnittliche Leistung beim Selbstreinigungstest, ausreichendes Spreitvermögen
Materialverträglichkeit: ABS nach 24 Stunden ohne Befund, Polycarbonat nach 24 Stunden mit oberflächlichen Spannungsrissen, Lack nach 24 Stunden ohne Befund
Fazit: Hochpreisiges Markenprodukt, das in der Praxis aber nicht wirklich überzeugt. Ohne manuelle Nacharbeit werden stark verschmutzte Teile nicht richtig sauber. Der einfache Sprühkopf und die mäßige Polycarbonat-Verträglichkeit machen es nicht besser. Es gibt Besseres für deutlich weniger Geld.
MOTORRAD-Urteil: befriedigend
Motorex Moto Clean (360º)
Anbieter: Bucher AG Langenthal
Füllmenge: 1000 ml in PE-Flasche
Preis: 15,95 Euro (UVP/gezahlt bei KTM, Stuttgart), UVP entspricht 15,95 Euro/Liter
Messwerte: pH-Wert 9,42, Dichte 1,054 g/ml, Trockensubstanz 16,11 %
Anwendung: hochwertiger Sprühkopf, stufenlos von Fächer- auf Punktstrahl verstellbar; sehr einfach zu bedienen, klar definierter Strahl, Überkopf-Sprühen möglich, je Sprühstoß 1,4 g, Konsistenz: gelartig, Sensorik: neutral, kaum Eigengeruch; Rezeptur: unauffällig
Reinigungswirkung: gute bis sehr gute Leistung beim Wischtest, gute Leistung beim Selbstreinigungstest, befriedigendes bis gutes Spreitvermögen
Materialverträglichkeit: ABS nach 24 Stunden ohne Befund, Polycarbonat nach 24 Stunden gebrochen, Lack nach 24 Stunden ohne Befund
Fazit: Ein echter Lichtblick inmitten des weitgehend mittelprächtigen Testfelds. Überzeugende Reinigungsleistung, ein top Sprühkopf, einfachste Bedienung und das Ganze auch noch zum - besonders für Schweizer Verhältnisse - sehr fairen Preis. Es geht aber immer noch besser: siehe Polycarbonat-Verträglichkeit.
MOTORRAD-Urteil: gut
Procycle Motorrad Komplett-Reiniger
Anbieter: Detlev Louis Motorradvertriebs GmbH
Füllmenge: 1.000 ml in PE-Flasche
Preis: 6,99/4,99 Euro (UVP/gezahlt bei Louis, Stuttgart), UVP entspricht 6,99 Euro/Liter
Messwerte: pH-Wert 8,4, Dichte 1,024 g/ml, Trockensubstanz 6,02 %
Anwendung: einfacher Sprühkopf, von Fächer- auf Punktstrahl verstellbar; einfache Bedienung, Punktstrahl etwas zu fächerig, je Sprühstoß 0,8 g, Konsistenz: flüssig, Sensorik: Lösemittelgeruch; Rezeptur: unauffällig
Reinigungswirkung: befriedigende bis gute Leistung beim Wischtest, unterdurchschnittliche Leistung beim Selbstreinigungstest, befriedigendes bis gutes Spreitvermöge
Materialverträglichkeit: ABS nach 24 Stunden ohne Befund, Polycarbonat nach 24 Stunden gebrochen (aber kaum Spannungsrisse), Lack nach 24 Stunden ohne Befund
Fazit: Wer mit dem günstigsten Reiniger der Louis-Eigenmarke Procycle putzt, darf etwas öfter Lappen oder Schwamm schwingen - von allein wird da nicht viel sauber. Der sehr günstige Preis - besonders beim Aktionsangebot - dürfte so manchen darüber hinwegtrösten. Aber auch hier gilt wie so oft: Nicht zu lange auf Polycarbonat-Teilen belassen.
MOTORRAD-Urteil: befriedigend
Procycle Motorrad Gel-Spezial-Reiniger
Anbieter: Detlev Louis Motorradvertriebs GmbH
Füllmenge: 1.000 ml in PE-Flasche
Preis: 8,99/8,99 Euro (UVP/gezahlt bei Louis, Stuttgart), UVP entspricht 8,99 Euro/Liter
Messwerte: pH-Wert 8,35, Dichte 1,025 g/ml, Trockensubstanz 6,6 %
Anwendung: einfacher Sprühkopf, von Fächer- auf Punktstrahl verstellbar; einfache Bedienung, relativ klar definierter Strahl (im Vergleich zum Komplett-Reiniger offensichtlich starke Streuung bei verschiedenen Testmustern), je Sprühstoß 0,75 g, Konsistenz: gelartig, Sensorik: starker Zitrusgeruch; Rezeptur: weitgehend unauffällig, sehr geringe Mengen ggf. allergieauslösender Stoffe
Reinigungswirkung: ausreichende bis befriedigende Leistung beim Wischtest, unterdurchschnittliche Leistung beim Selbstreinigungstest, ausreichendes Spreitvermögen
Materialverträglichkeit: ABS nach 24 Stunden ohne Befund, Polycarbonat nach 24 Stunden gebrochen, Lack nach 24 Stunden ohne Befund
Fazit: Haftet besser an senkrechten Flächen als der günstigere Komplett-Reiniger aus gleichem Haus - womit wir auch schon den einzigen Vorteil genannt hätten. Ansonsten kann das vermeintlich einfachere Schwesterprodukt nahezu alles besser.
MOTORRAD-Urteil: ausreichend
S100 Total Reiniger Plus
Anbieter: Dr. O. K. Wack Chemie GmbH
Füllmenge: 750 ml in PE-Flasche
Preis: 17,99/17,99 Euro (UVP/gezahlt bei Louis, Stuttgart), UVP entspricht 23,99 Euro/Liter
Messwerte: pH-Wert 7,67, Dichte 1,034 g/ml, Trockensubstanz 12,29 %
Anwendung: hochwertiger Sprühkopf stufenlos von Fächer- auf Punktstrahl verstellbar; sehr einfach zu bedienen, klar definierter Strahl, je Sprühstoß 1,4 g, Konsistenz: gelartig, Sensorik: neutral, kaum Eigengeruch; Rezeptur: unauffällig
Reinigungswirkung: befriedigende bis gute Leistung beim Wischtest, unterdurchschnittliche Leistung beim Selbstreinigungstest, ausreichendes Spreitvermögen
Materialverträglichkeit: ABS nach 24 Stunden ohne Befund, Polycarbonat nach 24 Stunden ohne Befund, Lack nach 24 Stunden ohne Befund
Fazit: Als einziger Testteilnehmer verhält sich S100 in Sachen Materialverträglichkeit völlig unauffällig. Und auch das stark beworbene "kein Abledern, keine Wasserflecken" ist in der Praxis beeindruckend. Doch möglicherweise wird dem hochpreisigen Premium-Produkt genau das zum Verhängnis; denn die dafür notwendige wasserabweisende Wirkung "schützt" auch Schmutz. Wie auch immer: unterm Strich ein überraschendes und etwas enttäuschendes Ergebnis.
MOTORRAD-Urteil: befriedigend
Shine Motorrad Gel Reiniger
Anbieter: Hein Gericke Deutschland GmbH
Füllmenge: 750 ml in PET-Flasche
Preis: 5,95/5,95 Euro (UVP/gezahlt bei Martika Autoteile, Backnang), UVP entspricht 7,94 Euro/Liter
Messwerte: pH-Wert 8,6, Dichte 1,073 g/ml, Trockensubstanz 19,2 %
Anwendung: einfacher Sprühkopf, von Fächer- auf Punktstrahl verstellbar; relativ einfache Bedienung, wenig definierter Strahl, kaum Unterschied zwischen Punkt- und Fächerstrahl, je Sprühstoß 1,0 g, Konsistenz: gelartig, Sensorik: Lösemittelgeruch; Rezeptur: unauffällig
Reinigungswirkung: noch ausreichende Leistung beim Wischtest, unterdurchschnittliche Leistung beim Selbstreinigungstest, ausreichendes Spreitvermögen
Materialverträglichkeit: ABS nach 24 Stunden ohne Befund, Polycarbonat nach 24 Stunden mit oberflächlichen Spannungsrissen, Lack nach 24 Stunden ohne Befund
Fazit: Dieser Reiniger ist billig. Ob er auch preiswert ist, muss jeder für sich entscheiden. Umintensives manuelles Nacharbeiten wird man bei stärkeren Verschmutzungen jedenfalls nicht herumkommen. Und was die Sache nicht einfacher macht: Die Eigenmarken-Produkte der beiden anderen Großen sind deutlich besser.
MOTORRAD-Urteil: ausreichend
WD-40 Motorbike Komplettreiniger
Anbieter: WD-40 Company Zweigniederl. Deutschland
Füllmenge: 1.000 ml in PE-Flasche
Preis: 13,99/6,95 Euro (UVP/gezahlt bei Martika Autoteile, Backnang), UVP entspricht 13,99 Euro/Liter
Messwerte: pH-Wert 10,7, Dichte 1,009 g/ml, Trockensubstanz 4,31 %
Anwendung: relativ hochwertiger Sprühkopf, von Fächer- auf Punktstrahl verstellbar; einfach zu bedienen, klar definierter Strahl, je Sprühstoß 1,0 g, Konsistenz: leicht gelartig, Sensorik: neutral, kaum Eigengeruch; Rezeptur: weitgehend unauffällig, sehr geringer Anteil von NTA (Nitrilotriessigsäure, "Verdacht auf krebserzeugende Wirkung")
Reinigungswirkung: gute bis sehr gute Leistung beim Wischtest, sehr gute Leistung beim Selbstreinigungstest, hervorragendes Spreitvermögen
Materialverträglichkeit: ABS nach 24 Stunden ohne Befund, Polycarbonat nach 24 Stunden mit oberflächlichen Spannungsrissen, Lack nach 24 Stunden ohne Befund
Fazit: Es gibt ihn noch, den guten alten Motorradreiniger, der dem Schmutz auch ohne große Nacharbeit zu Leibe rückt. Und das sogar zum Schnäppchentarif, denn der "Straßenpreis" weicht von der (auch schon fairen) UVP meist deutlich ab. Klarer Testsieg! Was geht besser? Die Polycarbonat-Verträglichkeit.
MOTORRAD-Urteil: sehr gut
Weitere Produktempfehlungen
- Liqui Moly Motorbike Cleaner: Eignet sich auch für die schnelle Wäsche zwischendurch. Auch hartnäckiger Schmutz wie Öl- und Fettrückstände sollen sich in kurzer Zeit ablösen.
- Dr. Wack S100 Motorrad-Schnellreiniger: Ein Mittel mit Selbsttrocknungseffekt, der eigens für Motorräder entwickelt wurde.
- Tuga Chemie Biker's Super-Teufel: Punktet mit seinem Preis-Leistungs-Verhältnis. Das Reinigungs-Gel haftet laut Hersteller selbst auf senkrechten Flächen.
- Nigrin Moto-Bike-Gel-Reiniger: Haftet dank der Gel-Formel laut Hersteller besonders gut - und zwar während der gesamten Einwirkungszeit.
- Muc-Off Nano-Tech-Motorradreiniger: Dazu entwickelt, Verschmutzung, Fett und Öl von Motorrädern zu entfernen. Dabei ist er auch auf empfindlichen Oberflächen wie etwa Carbonfaser anwendbar.
- Motul Wheel Clean E3: Sehr effizienter Felgenreiniger, speziell auf die Bedürfnisse von Motorrädern zugeschnitten.
- Motorex Moto Clean Plus: Kraftvoller und vor allem sehr verträglicher Reiniger für das gesamte Motorrad. Löst Verschmutzungen, Insekten und Schmierfette zuverlässig.
Praxis-Tipps für die Motorradreinigung
Das Wichtigste beim Waschen: Die Hersteller-Angaben über Einwirkzeiten peinlich genau befolgen und unbedingt darauf achten, dass keine Reinigerreste zurückbleiben. Kunststoff kann besonders empfindlich auf solche Rückstände reagieren, und hinterhältigerweise bieten gerade die Innenbereiche von Verkleidungen jede Menge Verstecke für aggressive Reiniger-Bestandteile.
Beim besonders empfindlichen Polycarbonat (z. B. als Windschild, Blinkerglas und auch Scheinwerferabdeckung verbaut) sind es meist die Löcher von Befestigungsschrauben, in denen Reinigerreste zurückbleiben können - also lieber mit zu viel als zu wenig klarem Wasser spülen.
Außerdem immer nur kleine Partien reinigen, niemals in der prallen Sonne oder auf heißen Flächen arbeiten und die Maschine auch nicht zum Trocknen in die Sonne stellen - Kalkflecken wären die unschöne Folge. Wer mit dem Hochdruckreiniger arbeitet, sollte Abstand halten - besonders von empfindlichen Gummiteilen, Aufklebern, Lufteinlässen, Auspufföffnungen, Lagern und vor allem von der Elektrik.
Noch bevor die Chemiekeule geschwungen wird, sollte man sich darüber informieren, ob die Fahrzeugwäsche auf dem Privatgrundstück überhaupt zulässig ist. Die Wäsche auf unbefestigtem Grund ist bundesweit überall verboten, die Reinigung auf befestigtem Grund wird durch Verordnungen der Städte und Gemeinden geregelt. Im Zweifelsfall nur offizielle Waschplätze (oft im Tankstellenumfeld) nutzen.
Häufige Fehler bei der Motorradwäsche
- Direkte Sonneneinstrahlung: Reiniger verdampfen dann schneller und hinterlassen Wasserflecken oder unschöne Streifen.
- Zu hoher Wasserdruck: Bei Arbeiten mit einem Hochdruckreiniger sollte der Wasserdruck angepasst werden, ansonsten besteht Gefahr für Elektrik und Lager.
- Vernachlässigte Kettenpflege: Viele Reiniger tragen Fett ab. Daher die Kette nach der Reinigung erneut schmieren.
- Schmutzige Reinigungstücher: Für jeden Arbeitsschritt sollte ein eigenes Tuch benutzt werden.
- Reiniger mit schlechter Materialverträglichkeit verwenden. Im Zweifel immer an unauffälliger Stelle prüfen.
- Reiniger in Sonne/aufgeheizter Maschine anwenden. Reiniger trocknet schneller an.
- Mit Waschhandschuh direkt auf den groben Schmutz. Kratzer.
- Motorrad nach Wäsche nicht trocknen. Kalkflecken.
- Reiniger nicht gut genug abspülen. Schlieren.
Wie oft sollte man das Motorrad reinigen?
Die Häufigkeit der Motorradreinigung hängt stark von den Einsatzbedingungen ab. Wer sein Motorrad überwiegend bei gutem Wetter und auf sauberen Straßen fährt, kann die Reinigung in größeren Abständen vornehmen. Dann genügen etwa alle zwei bis vier Wochen während der Saison. Nach Fahrten im Regen, über staubige Landstraßen oder im Gelände sollte das Motorrad jedoch zeitnah gereinigt werden, um Schmutzablagerungen und Korrosionsbildung zu vermeiden.
Besonders Kettenfett, Insektenreste und Streusalz sollten zeitnah entfernt werden, da sie langfristig Lack, Metall und Gummi angreifen können. Auch bei längeren Standzeiten empfiehlt sich vor dem Abstellen eine gründliche Reinigung, um hartnäckige Ablagerungen zu verhindern und die Oberflächen zu schützen.
Kann man ein Motorrad ohne Wasser reinigen?
Nur bei leichter Verschmutzung ist eine Reinigung ohne Wasser sinnvoll. Bei stärkerem Schmutz ist Wasser hingegen notwendig, um Partikel gründlich zu lösen und Kratzer zu vermeiden. Für die trockene oder wasserlose Motorradreinigung gibt es spezielle Sprühreiniger, die Staub, Fingerabdrücke und leichten Straßenfilm binden, sodass sie mit einem Mikrofasertuch abgewischt werden können.
Diese Methode eignet sich vor allem für die Zwischendurch-Pflege, zum Beispiel nach einer kurzen Fahrt bei trockenem Wetter oder zur Aufbereitung vor einer Ausstellung. Wichtig: Bei der wasserlosen Reinigung sollte stets mit besonders weichen, sauberen Tüchern gearbeitet werden, um feine Kratzer zu verhindern.
Der beste Trockenreiniger ist aus unserer Sicht Muc-Off Waterless Wash. Der Reiniger ist kraftvoll und schonend zugleich und hält die Feuchtigkeit gut auf dem Fahrzeug, was Kratzer vermeidet. In Kombination mit einem guten Mikrofasertuch kann man so sein Motorrad schonend und effizient ohne Wasser reinigen.
Wie lange sollte ein Motorradreiniger einwirken?
Die Einwirkzeit hängt vom Verschmutzungsgrad und vom Produkt ab. Viele Sprühreiniger benötigen zwischen fünf und 15 min, um hartnäckigen Schmutz wie Kettenfett oder Insektenreste zu lösen. Gelartige Reiniger können etwas länger einwirken, da sie besser haften. Längere Einwirkzeiten als vom Hersteller empfohlen sollten vermieden werden, um mögliche Materialschäden zu verhindern.
Die Verschlechterung der Reiniger
MO hat mal wieder einen Test zu den Motorradreinigern gemacht. Der letzte Test ist aus 2009. Fazit: Die Produkte haben sich aufgrund geänderter Rezepturen verschlechtert.
Während damals eines der günstigsten Produkte (2,99 EUR/Liter im 10L Gebinde) die beste Reinigungsleistung hatte, ist dieses nun an vorletzter Stelle.
Die Verschlechterung der Reiniger haben wir wahrscheinlich, mal wieder, unfähigen Anwendern zu verdanken, die das Zeug wahrscheinlich in der Sonne eine Stunde haben einwirken lassen und solche Spirenzchen.
Kettenreinigung
Kettenreinigung ist ein eigenes Thema. Dort ist der S100 Kettenreiniger in der Wirkung mit Abstand konkurrenzlos. Man braucht davon so wenig, dass der Preis einer Dose egal ist, da sie ewig hält.
Zusätzliche Tipps
- Für matte Lackierungen werden die folgenden zwei Produkte empfohlen: S100 Matt Wachs Spray / Muc-Off Matt Finish Detailer.
- Unser Motorex Moto Cleaning Kit ist ein idealer Start in die Motorradpflege.
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