Die ultimative Packliste für deine Mountainbike-Tour

Eine Mountainbike-Tagestour bietet die perfekte Gelegenheit, dem Alltag zu entfliehen und sich körperlich herauszufordern, während man die Schönheit der Landschaft genießt. Ob auf einsamen Trails, durch dichte Wälder, über steile Berge oder entlang malerischer Flusstäler, jede Tour ist einzigartig und verspricht unvergessliche Eindrücke. Mit einem Mountainbike lässt sich die Landschaft und das Umfeld sportlich neu entdecken.

Wer mehrere Tage oder ganze Wochen mit dem Bike in den Bergen, im Wald und möglicherweise zwischen Ländergrenzen einzelne Tagesetappen in Angriff nimmt, sollte sich definitiv gut ausrüsten. Daher darf dieser folgende Überblick gern als Inspiration für Deinen nächsten Mountainbiketrip fungieren. Dabei hängt die Packliste natürlich vom anvisierten Zeitfenster und der Strecke der Tour ab.

Ausrüstung für verschiedene Touren

Bevor du anfängst, deinen Rucksack zu packen, musst dir klar sein, dass du für unterschiedliche Touren unterschiedliche Rucksäcke brauchst. Dabei unterscheiden wir in diesem Artikel zwischen den folgenden Touren:

  • Short Ride: Eine kurze Tour von weniger als drei Stunden oder z.B. ein Tag im Bike Park, wo du schnellen Zugriff auf einen Spind hast oder dein Auto zur Not zu Fuß erreichbar ist, sodass du nicht viel auf dem Bike mitnehmen musst.
  • Tagestour: Eine Tour, die mehr als drei Stunden dauert, aber keine Übernachtung beinhaltet. Auch hier ist im schlimmsten Fall das Auto, die Bahnstation oder andere Unterstützung noch erreichbar, wenn auch eventuell mit Problemen.
  • Mehrtagestour: Eine Tour mit Übernachtungen. Hier entfernst du dich so weit von deiner Base, dass du alles, was du brauchst, dabeihaben musst. Als Mehrtagestour gilt zum Beispiel eine Transalp. Wir gehen hier davon aus, dass du bei einer Mehrtagestour jeden Abend eine Unterkunft, wie ein Hotel oder eine Hütte beziehen kannst.
  • Extremtour: Eine Tour über mehrere Tage ohne feste Übernachtungsmöglichkeit, zum Beispiel eine Wilderness-Tour durch die kanadischen Rockies oder das australische Outback.

Egal, ob du durch die Alpen radelst oder im Bikepark shreddest, einige Dinge solltest du auf jeder Mountainbiketour dabeihaben. Dabei geht es in erster Linie um schnelle Hilfe für dich und dein Fahrrad.

Packliste für den MTB-Rucksack

Und hier ist sie nun, die ultimative Packliste für deinen MTB-Rucksack. Selbstverständlich ist diese Liste nur ein Fahrplan, du solltest stets prüfen, ob du nicht verschiedene Ausrüstungsgegenstände hinzufügen musst oder weglassen kannst. Auch wirst du einige Utensilien direkt am Rad oder am Körper tragen können - deine Wasserflaschen müssen nicht in den Rucksack wandern, gehören aber auf jeden Fall auf die Packliste.

Ausrüstung Short Ride Tagestour Mehrtagestour Extremtour Ausrüstung für E-Mountainbikes
Ersatzakku X* X X X
Akku-Ladegerät X X X
Werkzeug Minitool mit Bit-Tool X X X X
Multitool mit Zange X X
Kettennieter X X
Kettennietstift X X
Nippelspanner X X
Lappen X X X X
Kettenöl X X
Draht/Schnur X X
Kabelbinder X X X X
Gaffer Tape X X X X
Ersatzteile Kettenglieder X X
Kettenschloss X X
Schaltauge X X
Bremsbeläge X X
Schaltzug & Endkappe X X
Speichen + Nippel X X
Kabel (E-Bike) X X
Lüsterklemme (E-Bike) X X
Schrauben (Pedale, Kettenschloss, Bremsscheibe) X X
1 Paar Ersatz-Cleats X X
Reifen-Flickzeug Minipumpe/Dämpferpumpe X X X X
Ersatzschlauch X X X X
2 Reifenheber X X X X
Flicken X X X X
Tubeless-Reparatur-Kit** X X X X
Dichtmilch** X X X X
Sclaverand-Ventileinsatz** X X X
CO2-Kartuschen/Luftkartuschen X X
Adapter Sclaverand auf Autoventil X X
Wechselkleidung Regenjacke X X X
Regenhose X X X
Regenschutz Helm X X
Handschuhe X X
Armlinge und Beinlinge X X
Funktionsshirt/Unterhemd X X
Midlayer (Isojacke) X X
Socken X X
Trikot X X
Radhose X X
Radschuhe X
Dünne Helmmütze/ Bandana X X X
Buff/Halstuch X X X X
Bequeme Schuhe/ Hüttenschuhe X X
Ersatzkleidung X
Hüftgurt X
Verpflegung Wasserflasche X X X X
Trinkblase ( 2-4 Liter) X X
Energy Food (Powerbars, Nüsse, Weingummi, Magnesium, etc.) X X X X
Proviant (Konserven, Pasta, etc.) X
Sonstige Ausrüstung Landkarte X X
Smartphone mit Navigations-App X X X X
Persönliche Medikamente X X X X
Sitzcreme X
Erste Hilfe-Set X X X X
Sonnenschutzcreme X X X X
Handtuch X
Geldbeutel (inkl. Ausweis, EC-Karte und Bargeld) X X X X
Klopapier X X
Fahrradschloss X X
Körperpflege-Accessoires (Zahnbürste, Deo, etc.) X
Hüttenschlafsack X
Schlafsack X
Zelt X
Isomatte X
Ess- und Kochgeschirr X
Campingkocher X
GPS X

* = Ausrüstung für E-Mountainbikes

** = Tubeless-Reparatur-Kit

Die richtige Kleidung

Gerade für Atmungsaktivität bewähren sich Fahrradshirts besonders. Die Trikots schonen zum einen die Haut bei Direktkontakt und sind im Vergleich zu üblicher Kleidung federleicht. Zudem schenkt dir Funktionsunterwäsche erstens einen optimalen Temperaturhaushalt am Körper sowie parallel eine wunderbare Wärmedämmung bei Wind oder kaltem Wetter. Zusätzlich kann die Fahrradkleidung mittels Ärm- sowie Beinlingen an die aktuelle Wetterlage angepasst werden. Und auch Funktionstuch/Buff sorgen für mehr individuellen Komfort.

Eine Regenjacke gehört bei jeder Mountainbike-Tagestour in den Rucksack, bei der die Wetterprognose Regen erwartet. Sie hält dich trotz Bikerucksack und Schlammkruste trocken und ist nahezu unzerstörbar. Oft vernachlässigt, aber dennoch Gold wert. Eine Regenhose hält dich auch an den Beinen trocken, damit du an langen, verregneten Tagen nicht auskühlst.

Radhandschuhe verhindern kalte Finger und Scheuerstellen und sorgen für genügend Grip am Lenker. Funktionssocken sind für lange Biketouren genau das Richtige. Sie regulieren selbständig Wärme, Temperatur und Feuchtigkeit, und sorgen so für ein angenehmes Tragen. Ein hochwertiger, zertifizierter Helm sollte selbstvertsändlich sein.

Eine gute Sonnebrille für Biketouren ist leicht und bequem. Sie bietet eine gute Luftzirkulation um die Augen, damit sie nicht anläuft und gleichzeitig einen Schutz vor Steinchen und Dreck. Idealerweise nimmst du eine Brille, die einen flexiblen Lichtschutzfaktor hat (Bsp. 1-3). Diese Brillen passen ihre Abdunklung der Lichteinstrahlung an.

Ernährung und Flüssigkeitszufuhr

Da es beim Verspüren des sogenannten Hungerastes in der Regel für eine Nahrungsversorgung zu spät ist, musst du während der Tour regelmäßig trinken und essen. Mehrere Trinkflaschen sind daher förmlich Pflicht für die Packliste. Eine Trinkblase ermöglicht dir sogar die Aufnahme von Flüssigkeit ohne Unterbrechung während der Fahrt. Und auch Energieriegel haben sich durchaus bewährt, stellen sie schnelle Energielieferanten parat.

Werkzeug und Reparaturmaterial

Für Reparaturen oder Nachjustierungen benötigst du auf jeden Fall verschiedenes Werkzeug. Einen Platten hat man sich schnell eingefangen und nicht immer bietet es sich an, das Loch vor Ort zu flicken und manchmal ist das auch garnicht mehr möglich. Wenn es ganz dumm läuft, kann auch der Reifen an sich kaputtgehen. Ohne Ersatzreifen wäre dies das Ende deiner Tour.

Neben dem Schaltauge gibt es natürlich noch andere Bauteile, die schnell mal getauscht werden müssen, zum Beispiel Kettenglieder. Die Geheimwaffe: Kabelbinder. Damit kannst du kaputte Halterungen, wackelnde Leitungen und vieles Mehr fixieren.

Sonstige wichtige Ausrüstung

Ein Handy hast du ja vermutlich so, oder so dabei. Das Handy brauchst du zum Hilfeholen, zum Navigieren, zur Buchung der nächsten Unterkunft und natürlich zur Unterhaltung. Vor allem auf Touren in alpinem Gelände empfiehlt es sich, ein gutes GPS-Gerät mitzuführen. GPS-Geräte sind deutlich robuster als Smartphones und verbrauchen weniger Akku. Viele verwenden gleich mehrere Sattelitensysteme und bieten somit eine zuverlässige und präzise Positionsbestimmung.

Eine Karte ist auch heute noch oft die erste Wahl auf Reisen. Der große Vorteil: Der Akku kann nicht leergehen und ein Update braucht nicht installiert werden. Organisiere dir eine 1:25000-Karte für das Gebiet, in welches du reist.

Wenn du auf deiner Tour mal eine Pause im Biergarten oder auf einer Hütte machst, kannst du dein Bike nicht immer im Auge behalten.

Packtipps

Ein MTB-Rucksack sollte immer so gepackt sein, dass nichts frei im Stauraum herumfliegen kann. Ein schlecht gesicherter Ersatzakku zum Beispiel kann deine Balance gefährden und dein Gepäck beschädigen. Du möchtest nicht am Ende eines langen Tages auf der Alpen-Hütte feststellen, dass deine Dichtmilch durch loses Gepäck beschädigt wurde und ausgelaufen ist.

Es gibt zwei Regeln, die du befolgen solltest. Die erste ist „heavy bottom, light top“ - schwere Gegenstände sollten möglichst weit unten im Rucksack verstaut werden, damit sie die leichteren Gepäckstücke nicht beschädigen und der Schwerpunkt des Rucksackes möglichst tief liegt. Die zweite Regel lautet „Priorities first“ - Utensilien, die du schnell brauchst, müssen auch schnell erreichbar sein. Wenn es anfängt zu regnen bringt dir dein Regenzeug nur etwas, wenn du es aus dem Rucksack bekommst, bevor du nassgeregnet bist.

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