Ducati Scrambler: Ein umfassender Test und Überblick

Die Ducati Scrambler hat sich im spezialisierten Motorradmarkt der Neuzeit einen Namen gemacht und verbindet auf einzigartige Weise Tradition und Innovation. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Ducati Scrambler, von ihren historischen Wurzeln über aktuelle Modelle bis hin zu Umbauten und Konzeptfahrzeugen.

Historische Wurzeln und moderne Interpretation

Die Scrambler-Modelle von Ducati, die von 1962 bis 1974 in verschiedenen Versionen gebaut wurden, waren einst ein großer kommerzieller Erfolg. Angetrieben von Einzylindermotoren von 50 bis 450 cm³, verkörperten sie eine Lebensphilosophie der Freiheit und des Verlassens der Straße. Im Jahr 2008 schuf der Kölner Designer Jens vom Brauck eine Synthese aus der Scrambler-Idee der 60er Jahre und der Monster-Reihe, indem er aus einer Monster 1000ie einen betörend schönen Scrambler erschuf. Für ihn ist seine Kreation die logische Weiterentwicklung der klassischen Scrambler-Idee: einfach, leicht, robust und für jeden Weg geeignet.

JvB-Ducati Scrambler 1000 DS: Fahrbericht

Der JvB-Ducati Scrambler ist leicht und handlich, „so zwischen 170 und 180 Kilogramm vollgetankt“. Der Desmo-V2 Motor grollt und gurgelt seinen Pulsschlag aus Stahl. Der Auspuffton ist dumpf-sonor, und der sechseckige „Hexagonal“-Schalldämpfer von Akrapovic sorgt für einen feurigen Klang in der Drehzahlmitte. Die rund 85 PS haben leichtes Spiel und lassen sogar Sportfahrer staunen. Handlich wie ein Mountainbike wuselt der Scrambler um Blechbüchsen, Verkehrsinseln und Sperrflächen. Die schwarz beschichteten Speichenfelgen von Alpina sind zwar etwas schwerer als die originalen Serien-Gussräder, aber die Pirelli Scorpion Sync Reifen passen prima zum Konzept und funktionieren gut.

Der aus sechs Karbonlagen gefertigte JvB-Spritbehälter ist rund fünf Zentimeter kürzer als der bleischwere Monster-Tank, was besonders kleinen Fahrern zugutekommt. Aufrecht und erhaben, ist mit einem Mal alles so easy hier. Die JvB-Ducati ist ein Allrounder mit Stil, ohne Star-Allüren. Auf dem stabilen Karbon-Gepäckträger lässt sich problemlos eine Kiste Kölsch transportieren.

Umbau-Details

Jens vom Brauck baut ausschließlich komplette Motorräder und hat die Formen der Umbauteile hinterlegt, um Teile reproduzieren zu können. Der Zwölf-Liter-Tank ist handlaminiert und mit Kevlar verstärkt. Ebenfalls aus Karbon sind Lampenmaske, Gepäckträger, beide Kotflügel, Rücklichtgehäuse und Kleinteile. Die elektronische Wegfahrsperre wandert gummigelagert und abgedichtet in den Luftfilterkasten. Viel Arbeit im Detail hat ihren Preis: rund 8000 Euro für den kompletten Umbau inklusive Arbeitslohn, ohne Auspuff und Speichenräder.

Ducati Scrambler Icon und Icon Dark: Technische Daten und Unterschiede

Die Ducati Scrambler Icon und Icon Dark sind beliebte Modelle, die sich in einigen Details unterscheiden. Beide Modelle werden von einem 4-Takt 90 Grad V 2-Zylinder-Motor mit Einspritzung und einem Hubraum von 803 Kubik angetrieben.

  • Federung: Beide Modelle verfügen vorne über eine Telegabel Upside-Down von Kayaba mit 41 Millimeter Standrohr-Durchmesser. Hinten federt die Icon auf ein in Federvorspannung, Zugstufe verstellbares Monofederbein von Kayaba, während die Icon Dark auf ein in Federvorspannung verstellbares Monofederbein von Kayaba setzt.
  • Bremsen: Beide Modelle sind vorne mit einer Einzelscheibe mit 330 Millimeter Durchmesser und Vierkolben-Zange von Brembo ausgestattet. Hinten kommt bei beiden eine Scheibe mit 245 Millimeter Durchmesser und Einkolben-Zange zum Einsatz.
  • Bereifung: Beide Modelle setzen auf Reifen in den Größen 110/80-18 vorne und 180/55-17 hinten.
  • Gewicht: Die Scrambler Icon Dark ist mit einem Trockengewicht von 176 kg etwas schwerer als die Scrambler Icon mit 170 kg.
  • Tankvolumen: In den Tank der Scrambler Icon passen 13,5 Liter Sprit, während die Scrambler Icon Dark ein Tankvolumen von 14,5 Litern hat.
  • Durchschnittspreis: Der aktuelle Durchschnittspreis der Ducati Scrambler Icon beträgt in unserer Neu- und Gebrauchtmotorradbörse 8.007 Euro und ist damit preislich ähnlich wie der Preis der Ducati Scrambler Icon Dark mit 8.587 Euro im Durchschnitt.

Hier ist eine tabellarische Übersicht der wichtigsten technischen Daten:

Merkmal Ducati Scrambler Icon Ducati Scrambler Icon Dark
Trockengewicht 170 kg 176 kg
Tankvolumen 13,5 Liter 14,5 Liter
Durchschnittspreis 8.007 Euro 8.587 Euro

Modellpflege und technische Neuerungen

Die Ducati Scrambler wurde im Laufe der Jahre kontinuierlich weiterentwickelt. Seit dem Modelljahr 2019 ist sie mit Kurven-ABS ausgestattet, was ein echtes Sicherheitsplus darstellt. Ende 2022 präsentierte Ducati die „Next Generation“ der Scrambler mit neuem Design, moderner Technik und Elektronik. Dazu gehören ein neu designter Stahltank, ein neues Full-LED-Scheinwerfer, ein neues 4,3-Zoll-TFT-Farbdisplay sowie neue Fahrmodi und Traktionskontrolle.

Die neue Aluminiumschwinge, die mit der letzten Modellpflege kam, dockt das Federbein mittig an statt wie bislang linksseitig. Das Bike hat in seiner jetzigen Form vier Kilogramm abgespeckt, macht 185 kg fahrbereit.

Fahrgefühl und Alltagstauglichkeit

Das Fahrerlebnis ist nach wie vor im wahrsten Sinne mitreißend: Die Scrambler hängt prächtig am Gas, solange der richtige Gang eingelegt ist. Der Fahrer sitzt aufrecht hinter dem vergleichsweise hohen und breiten Lenker. Der breite Lenker gibt einem jederzeit ein sehr gutes Gefühl fürs Vorderrad. Platz für Gepäck bleibt bauartbedingt wenig: Ab Werk bleibt mangels Gepäckträger nur der Soziussitz für eine Tasche, dazu natürlich ein Tankrucksack. Passendes Zubehör gibt es bei Ducati in Hülle und Fülle.

Ducati e-Scrambler: Das E-Trekkingbike im Test

Mit dem Ducati e-Scrambler bietet Ducati auch ein E-Trekkingbike an, das mit Alltagstauglichkeit, italienischem Style und Eleganz überzeugen soll. Das Modell wird von THOK E-Bikes für Ducati aufgebaut und ist mit LED-Beleuchtung, Gepäckträger und Schutzblechen ausgestattet. Für den Komfort sorgt eine Federgabel von SR Suntour mit 100 mm Federweg. Der im Modell verbaute Shimano E7000 Antrieb stellt sich mit seinen 60 Newtonmeter als absolut ausreichend dar, wobei die Kraft harmonisch und auch leise abgegeben wird.

In unserem Test zeigte sich das Modell von seiner besten Seite, sowohl auf asphaltierten Wegen in der Stadt, wie auch auf Waldwegen, wo es dank der griffigen Bereifung und der Schutzbleche mit genügend Freiraum zu den Reifen zu keinerlei Problemen kam. Die verbaute Kettenschaltung kommt von Sram. Hier hatte man als Nutzer die Auswahl aus elf Gängen, die mittels der bewährten Sram NX Schaltung bereitgestellt wurde.

Ducati Scrambler CR24I und RR24I: Konzept-Bikes im Café Racer- und Retro-Enduro-Stil

Ducati präsentierte auf der Bike Shed MotoShow 2024 zwei bemerkenswerte Konzept-Bikes, die das Centro Stile Ducati auf der technischen Basis der Scrambler der zweiten Generation gestaltet hat. Das erste Konzept namens CR24I ist ein Motorrad im Café Racer-Stil als Weiterentwicklung der gleichnamigen Scrambler von 2017. Das Projekt betont die Vielseitigkeit der technischen Basis der Ducati Scrambler, die in dieser Interpretation durch eine 17-Zoll-Vorderradfelge mit Straßenreifen und dem sportlichen Lenkerstummel mit Spiegeln gekennzeichnet ist.

Die RR24I wiederum bezieht ihre Inspiration aus den postapokalyptischen Kino-Sagas a la „Max Max“ & Co. Minimalistisch und funktional bis ins kleinste Detail, im starken Kontrast zu den harmonischen Linien des CR24I-Konzepts, ist diese Ducati Scrambler eine Rückkehr zu den Ursprüngen des Motorradbaus. Sie besteht aus zwei Rädern, einem Tank, einem Motor und einem Lenker, und keine überflüssigen Bauteile. Dabei werden die Aluminiumteile besonders betont. Der hochgezogene Termignoni-Auspuff unterstreicht den Tracker-Look, der durch die Pirelli Scorpion Rally-Reifen auf der 18 Zoll großen Felge vorn und der 17 Zoll großen Felge hinten vervollständigt wird.

Fuoriluogo Kit: Individualisierung für die Ducati Scrambler

Das Fuoriluogo Kit bietet eine Reihe von Komponenten, um die Ducati Scrambler individuell anzupassen. Das Kit ist mit allen Ducati Scrambler-Modellen kompatibel und wird komplett mit allem geliefert, was für die Montage benötigt wird.

Zu den Komponenten gehören:

  1. Tank viel kürzer als das Original, ermöglicht eine nach vorne gerichtete Fahrposition, unverzichtbar für Geländefahrten ... und noch besser auf der Straße.
  2. Der Sattel aus hochwertigem Schaumkunststoffboden und mit Radiofrequenz bedruckter Abdeckung wird komplett mit ABS-Abdeckung für den hinteren Rahmen geliefert.
  3. Edelstahlbeschlag mit Titanterminal und Kohlefaserschutz komplett handgefertigt, im perfekten GP-Stil.
  4. Paar Knieschutzaufkleber Fuoriluogo Kit.
  5. Rahmenabdeckung aus ABS.
  6. Seitengepäckträger für Fuoriluogo Kit aus Stahlrohr mit mattschwarzem Epoxy-Pulver-Finish.
  7. Werkzeugtasche aus Baumwolle und Leder.

Der Tankdeckel und die Kraftstoffpumpe bleiben die Originalteile Ihres Fahrrads, die Reservewarnleuchte funktioniert weiterhin, Sie müssen nichts manipulieren, das Kit ist vollständig reversibel. Der originale Aktivkohlefilter (Canester) bleibt das Original.

Der Sattel ist sehr komfortabel und wurde so konzipiert, dass Sie Ihr Gepäck für Alleinreisende erheblich vergrößern können, aber es kann dennoch von Fahrer und Beifahrer verwendet werden. Das Schließsystem bleibt unverändert und Sie können weiterhin denselben Schlüssel wie das Fahrrad verwenden.

Der Auspuff wiegt 5.350 kg weniger als das Original und verfügt über einen abnehmbaren DB-Killer. Er lässt sich leicht montieren, ohne Änderungen am Fahrrad vorzunehmen. Er erinnert an die Zweitakt-Auspuffanlagen der 70er Jahre und ist nicht nur schön, sondern auch sehr leistungsstark. Entwickelt für das Fuorilugo-Kit, kann es auch am Originalfahrrad montiert werden.

Die Seitengepäckträger vervollständigen das Heck und sind ideal als Haltegriff für den Beifahrer. Sie lassen sich ganz einfach am Rahmen anbringen und sind sehr praktisch zum Anbringen von Ersatzschläuchen oder Werkzeugrollen.

Die Werkzeugtasche erinnert in Größe und Form an die alten Kosmetiktaschen; für Ihre Reparaturen mit Stil.

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