Gepäckträgertaschen für Mountainbikes im Test: Ein umfassender Überblick

Die Zahlen sind beeindruckend. Laut aktueller ADFC-Radreisenalayse haben 2022 4,6 Millionen Deutsche eine Radreise gemacht, 38 Millionen zumindest einen Tagesausflug mit dem Rad. Ganz ohne Gepäck geht das natürlich nicht. Und trotz des Hypes um Bikepacking sind Gepäckträgertaschen ein Klassiker und eine sichere Bank.

Wer auf und mit seinem Fahrrad ein paar Dinge transportieren möchte, der kann sich entweder einen Fahrradrucksack aufschnallen, einen Fahrradkorb anbauen, mit einem Fahrradanhänger durch die Gegend fahren oder eine Fahrradtasche bzw. eine Gepäckträgertasche nutzen. Im Idealfall ist die Fahrradtasche wasserdicht und kann bei Wind und Wetter genutzt werden. Wieso die Fahrradtasche gegenüber den anderen Möglichkeiten Vorteile hat, erzählen wir in diesem Artikel zum Fahrradtaschen Test. Welchen Belastungen ist eine Tasche ausgesetzt, wie wird sie am Fahrrad befestigt und welches Fassungsvermögen sollte sie eigentlich haben?

Diese Dinge sollte man auch 2025 vor dem Kauf einer Fahrradtasche beachten.

Fahrradtaschen für unterschiedliche Anforderungen

Nicht jeder, der eine Tasche für sein Fahrrad sucht, möchte damit zum Einkaufen fahren. So ergeben sich unterschiedliche Bedürfnisse über die unterschiedlichen Einsatzgebiete. Wer täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt und dabei z.B. Akten und Dokumente transportiert, der legt Wert darauf, dass diese Dinge nicht knicken. Die Fahrradtasche sollte also starr und hart sein. Gleichzeitig sollte die Fahrradtasche wasserdicht, sich auch regendicht schließen lassen und auch von außen kein Wasser durchlassen. Im Idealfall hat die Fahrradtasche noch ein paar Fächer, in denen man unterschiedliche Dinge verstauen kann. Oftmals befindet sich hier auch ein Fach als Laptoptasche.

Diese Fahrradtaschen sind meist aus Textil oder Stoff, aber nicht immer zu 100% wasserdicht. Wer in der Tasche lediglich etwas Essen und Getränke transportiert, der kann auch auf eine flexible Fahrradtasche aus LKW-Plane zurückgreifen. Zum Einkaufen bietet es sich an, wenn die Taschen einen Schultergurt oder einen vernünftigen Tragegurt haben. Den Fahrradurlaub macht man im Idealfall auch mit wasserdichten, leichten und kompakten Fahrradtaschen.

Fahrradtaschen Test: Ergebnisse

Hier eine Übersicht über Testergebnisse verschiedener Fahrradtaschen:

TascheTypErgebnisPreis €Anbieter
Vaude Aqua Back PlusHinterradtaschesehr gut134,04 € - 190,00 €Amazon
Valkental 3in1 Choice of the MonthHinterradtaschegut55,92 € - 89,99 €Amazon
Vaude Aqua pro BackHinterradtaschesehr gut59,99 € - 80,00 €Amazon
Vaude Aqua Back LuminumHinterradtaschesehr gutN/AAmazon
Büchel FahrradtascheHinterradtaschegut22,36 € - 34,99 €Amazon
Ortlieb Back-Roller Top QualitätHinterradtaschesehr gut143,72 €Amazon
Ortlieb Classic Top QualitätHinterradtaschesehr gut124,99 €BOC24

Stand der Daten: 27. August 2025

Mit einer Hinterradtaschen ist eine Gepäckträgertasche gemeint. Ortlieb Fahrradtaschen oder Vaude Fahrradtaschen gehören mit zu den bekanntesten Produkten, die eine hochwertige Qualität aufweisen und auch bei uns im Test einen guten Eindruck gemacht haben.

Befestigung der Fahrradtaschen am Fahrrad

Die meisten Fahrradtaschen werden mit einem Klippsystem am Fahrrad befestigt. Diese Klipps kann man entweder am Fahrradgepäckträger aufhängen oder an extra dafür vorgesehene horizontale Streben. Damit sich die Taschen in Kurven nicht vom Fahrrad abwenden, können gute Gepäckträgertaschen noch mit einer Klemme an den Gepäckträgerstreben befestigt werden. So entsteht eine Drei-Punkt-Befestigung. Alternativ gibt es dazu noch Klettverschlüsse. Diese findet man jedoch meist nur bei Fahrrad Rahmentaschen oder Lenkertaschen.

Alle haben den Vorteil, dass man sie schnell lösen und vom Fahrrad abnehmen kann. Wichtig: Wer eine Tasche am Fahrrad befestigt, sollte darauf achten, dass diese möglichst eng am Fahrrad liegt und die Tasche innerhalb der Halterungen kaum bis keinen Spielraum aufweist. Fährt man über unebene Wege, sollte die Tasche möglichst wenig „hüpfen“. Schwere Ladung hüpft ebenfalls und kann die Last auf die Nähte und Befestigungen der Halterungen aufsummieren und erhöhen. Generell sollte die Ladung möglichst fix in der Tasche sein. Dies gilt auch bei einer Gepäckträgertasche.

Fahrradtaschen für hinten / Fahrradtaschen für Gepäckträger

Die hinteren Fahrradtaschen (Fahrradtaschen für Gepäckträger) haben in den meisten Fällen keine großen Auswirkungen auf den Schwerpunkt vom Fahrrad. Je nach Zuladungsgewicht und Fassungsvermögen (Volumen) kann das Fahrrad zwar im Stand kippen, beim Fahren selbst macht sich dies aber kaum bemerkbar. Gerade wenn man zwei Fahrradtaschen nutzt und sich das Gewicht durch eine optimale Verteilung ausgleicht stellt dies kein Problem dar. Die Taschen werden, wie oben bereits geschrieben, oft an dafür vorgesehene horizontalen Streben befestigt. Aufgrund ihrer Position wird diese Taschenart auch Gepäckträgertasche genannt.

Die Gepäckträgertasche sollte fest sitzen

Beim Installieren der Fahrradtaschen sollte man vor allem darauf achten, dass diese nicht zu weit nach vorne rutschen und zu dicht an die Fahrradpedalen kommen. Beim Treten der Pedalen sollte man nicht mit dem Fuß an die Fahrradtasche für den Gepäckträger stoßen. Für den Gepäckträger gibt es auch solche Taschen, die man über diesen legt. Man kennt diese Ausführungen vom „Zeitungsjungen“. Hierbei sind beide Taschen fest miteinander verbunden. Die Fahrradtasche für Gepäckträger ist mitunter die meist verbreitetste Art der Fahrradtaschen.

Weitere Arten von Fahrradtaschen

Ebenfalls im Trend sind Fahrradtaschen für den Rahmen oder als Handyhalterung.

Fahrradtaschen für vorne

Die wenigsten Fahrräder haben standardmäßig Halterungen für vordere Fahrradtaschen installiert. Damit man die Fahrradtaschen an der Vorderachse befestigen kann, benötigt man eine besondere Halterung, einen sogenannten Lowrider; dieser wird entweder mit an der Achsschraube oder an der Fahrradgabel befestigt. Belädt man die vorderen Taschen zu stark, kann sich dies merkbar auf das Fahrverhalten auswirken. In Kurven auf sandigem Untergrund kann das Vorderrad leicht wegrutschen.

Auch kann sich, je nach Zuladung, das Lenkverhalten ändern, jedoch ist dies eher zu vernachlässigen. An der Vorderachse empfiehlt es sich immer mit zwei Fahrradtaschen gleich verteilter Beladung zu fahren. Die Verteilung sollte zu einer 60 : 40 Verteilung vom Gewicht führen. 60% sollten dabei auf die Vorderachse gepackt werden, da die Hinterachse bereits mit unserem eigenen Körpergewicht belastet wird. Andere Quellen sprechen auch von einer 2/3 zu 1/3 Verteilung über die Hinterachse und Vorderachse.

Wichtig ist, dass man die gepackten Taschen am Fahrrad befestigt und eine Probefahrt damit macht. Jeder empfindet das Fahrverhalten anders, eine Faustregel kann man zwar angeben, diese muss jedoch individuell infrage gestellt werden.

Fahrradtaschen für den Rahmen

Es gibt Fahrradtaschen, die befestigt man im Rahmen. Diese Taschen sind vom Fassungsvermögen her eher klein gehalten und bieten Platz für ein Schloss, eine Luftpumpe oder ein wenig Fahrradwerkzeug; größere Sachen kann man damit nicht transportieren. Man unterscheidet hierbei solche Fahrrad Rahmentaschen, die sich innerhalb des Fahrradrahmens befinden und die, die man auf der Querstrebe, der obersten Stange, verankert.

Befestigt werden diese Taschen meist mit einem starken Klettverschluss. Der Nachteil: bei einem klassischen Damenrad sind diese Fahrrad Rahmentaschen nicht zu befestigen. Die großen Rahmentaschen nehmen fast den ganzen Platz des Fahrradrahmens ein und sind dabei nicht viel breiter als ein paar Zentimeter. Anderenfalls kommt man beim Treten mit den Knien gegen die Tasche, dies gilt es auch bei der Beladung der Fahrradtasche zu beachten. Eine Trinkflaschenhalterung ist bei der Tasche vom Bild nicht mehr anzubringen.

Fahrrad Satteltaschen

Den Abschluss bilden die Fahrrad Satteltaschen, diese werden hinten, unter dem dem Sattel befestigt. Diese Helfer gibt es in verschiedenen Größen um z.B. nur das Fahrrad Flickzeug mitzuführen oder die ganze Regenkleidung (Fahrrad Regenjacke und Fahrrad Regenhose) inklusive Trinkflasche.

Fahrradtaschen für den Lenker

Die Lenkertaschen sieht man immer wieder bei Fahrradurlaubern, die in ihnen die Fahrradkarte der jeweiligen Region platzieren. Befestigt wird die Lenkertasche häufig per Klettverschluss. Vom Fassungsvermögen ist es eine eher kleine Tasche, in der man problemlos mal eine Getränkeflasche transportieren kann und auch das Handy und der Fotoapparat einen Platz finden, damit ist das Volumen doch oftmals schon ausgereizt. Den Deckel bildet meistens eine durchsichtige Folie, hinter der man - vor Regenwasser geschützt - Straßenpläne und Fahrradkarten verstauen kann.

Schnell abnehmbare Lenkertaschen findet man z.B. von Rixen & Kaul mit dem KlickFix Systemen, ein Hersteller der u.a. auch Fahrradkörbe und anderes Zubehör für Fahrräder herstellt. Wer mehr Platz am Lenker braucht, der kann auch auf Taschen aus dem Bikepacking zurückgreifen. Die Lenkerrollen haben oftmals mehr Volumen als die klassische Lenkertasche.

Worauf man bei der Auswahl achten sollte

Viele Taschen fürs Rad haben keine weitere Unterteilung. Für den Alltag ist das unpraktisch - wer möchte schon beim Einkaufen jedesmal in den Tiefen der Tasche nach seinem Portemonnaie kramen?

  • Wasserdichtigkeit: Ein Regenschutz ist ganz wichtig! Ein Regenschauer kann Sie immer überraschen, daher sollte die Tasche wasserdicht sein oder ihr sollte eine Regenhülle beiliegen.
  • Tragekomfort: Auch einen Griff zum Tragen sollten jede Fahrradtasche haben.
  • Fächeraufteilung: Für den Bürokram sollten Sie auf verschiedene Fächer im Hauptfach achten, ein gepolstertes Laptop-Fach ist hier Pflicht. Nutzen Sie die Tasche hauptsächlich für den Einkauf und die Radtour, sind unterteilte Fächer weniger wichtig.
  • Befestigung: Damit die Tasche schließlich stabil sitzt und nicht vom Rad runterfällt, sobald Sie über Bordsteine, Schlaglöcher, Geröll oder Ähnliches fahren, sollte sich die Tasche unkompliziert und fest am Fahrrad befestigen lassen. Am besten sind zwei Klemmen am Gepäckträger, die sich horizontal anpassen lassen. Idealerweise ohne zusätzliches Werkzeug. Stabilität gibt ein weiterer Haken an den Streben des Gepäckträgers.

Material und Verarbeitung

Der Stoff der Taschen besteht immer aus Polyamid in verschiedenen Verarbeitungsformen. Dabei unterscheiden sich die Taschen deutlich in der Haptik. Teilweise wirken sie, vor allem im Neuzustand, ziemlich starr und lassen sich dadurch schlechter rollen (Elops, Prophete, Topeak), erwecken dadurch aber auch einen sehr robusten Eindruck. Andere Hersteller wie etwa Deuter oder Basil verarbeiten das Material dünner. Dadurch steigt die Rollbarkeit. Deuter möchte die Haltbarkeit durch Ripstop-Fasern verbessern. Besonders praktisch bei den Deuter-Taschen ist die helle Beschichtung innen, dadurch steigt die Sichtbarkeit und Übersichtlichkeit im Innenraum enorm.

Hybridmodelle: Fahrradtasche und Rucksack in einem

Unsere Hybridmodelle sind Fahrradtaschen, die auch als Rucksack getragen werden können. Das ist für diejenigen interessant, die nicht nur Fahrrad fahren, sondern auch zu Fuß oder mit Bus und Bahn unterwegs sind, und ihre Tasche bequem transportieren möchten. Dabei bieten die Hersteller viele unterschiedliche Lösungen, wie aus der Gepäckträgertasche ein Rucksack wird.

Bikepacking: Die Alternative zur Gepäckträgertasche

Der Reiz des Bikepackings liegt in seiner Einfachheit: kein sperriger Gepäckträger, keine komplizierten Montagehilfen. Stattdessen werden die Taschen direkt am Fahrradrahmen und am Lenker befestigt, was sie ideal für den Einsatz am Rennrad oder besonders am Gravelbike macht. Dieses schlanke Setup ermöglicht es, leicht und effizient unterwegs zu sein, ohne auf wichtige Ausrüstung wie Kleidung, Proviant oder eine Campingausstattung verzichten zu müssen.

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