Giro MTB Schuhe im Test: Der optimale Schuh für jeden Einsatz

Giro hat sich einen Namen für innovative und leistungsstarke Produkte im Bereich Mountainbike-Ausrüstung gemacht. In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf ausgewählte MTB-Schuhe von Giro, darunter der vielseitige Rumble VR und der speziell für Flatpedals entwickelte Latch. Darüber hinaus vergleichen wir diese Modelle mit anderen Schuhen auf dem Markt, um Ihnen bei der Auswahl des optimalen Schuhs für Ihre individuellen Bedürfnisse zu helfen.

Giro Rumble VR: Der Sneaker für Klickpedale

Giro will mit dem Rumble VR all diejenigen ansprechen, die zwischen Wochenend-Ride und dem Weg zur Arbeit nicht die Pedale von Klicks auf Flats wechseln wollen. Dafür haben sie einen stylischen Sneaker entwickelt, der mit dem Shimano SPD-Klicksystem kompatibel ist, aber auch mit Plattformpedalen gefahren werden kann. In unserer blau-braunen Farbkombo lässt sich der Giro Rumble VR kaum von einem Casual-Sneaker unterscheiden. Nur durch die Cleat-Box in der Sohle ist er als MTB-Schuh zu erkennen.

Der Schuh wechselt für 110 € den Besitzer und es kann aus fünf Farben sowie Größen von 39 bis 48 gewählt werden.

Passform und Komfort

Der Schuh bietet guten Halt. Die Passform fällt etwas kleiner als normal aus, deshalb solltet ihr beim Anprobieren direkt mal die nächst größere Nummer versuchen, denn halbe Schuhgrößen bietet Giro leider nicht an. Gerade im hinteren und mittleren Bereich des Fußes ist er schmal geschnitten. Die Zehen haben hingegen genug Bewegungsfreiheit, da der vordere Teil etwas breiter ausfällt. Geschnürt wird der Schuh ganz klassisch, die oberen Ösen sind mit Metallringen verstärkt. An der Zunge ist ein kleines Gummiband mit Lederlasche befestigt, unter das man die Schnürsenkel verstauen kann. Sehr gut, denn so wird ein Verheddern im Kettenblatt verhindert.

Der Oberschuh besteht zum großen Teil aus atmungsaktivem Gewebe, wodurch unsere Füße auch während den ersten richtig langen und warmen Frühlingstagen auf dem Bike nicht ins Schwitzen geraten sind. Ist man hingegen an regnerischen Tagen und auf matschigen Wegen unterwegs, lässt sich leichter Schmutz noch einfach entfernen, stärkere Verschmutzungen halten sich jedoch hartnäckiger, was der eher rauen Oberflächenbeschaffenheit des Stoffes geschuldet ist.

Performance auf dem Bike

Steigt man nun aufs Bike, stellt der Rumble VR einen vor die Wahl: Den nächsten Ride mit Klick- oder Plattformpedalen zu machen. Unter der schwarzen Schutzkappe, die beim Gehen den Verstellmechanismus schützt, verbirgt sich das Gewinde zum Befestigen der Cleats. Der Verstellbereich für den Einklickmechanismus befindet sich relativ weit vorne. Fahrer, die lieber mehr mit dem Mittelfuß statt mit dem Fußballen auf dem Pedal stehen, könnte der Bereich zu klein sein. Wird es auf dem Trail ruppiger, steht man dank der steifen Sohle trotzdem stabil auf den Pedalen, egal, welches System man gewählt hat. Außerdem sorgt die steife Sohle für eine effiziente Kraftübertragung, selbst bei langen Tagestouren, ohne dass die Füße ermüden.

Anders sieht es aus, wenn man lange Wander- oder Schiebepassagen auf seiner Tour hat. Hier sorgt die steife Sohle dafür, dass man nur über einen kleinen gewölbten Bereich vor dem Fußballen richtig abrollen kann, wodurch man schnell müde Beine bekommt. Wer am Wochenende auf lange Wanderungen verzichtet und nach der Fahrt zur Arbeit eh den ganzen Tag hinter dem Schreibtisch sitzt, wird mit den steifen Sohlen jedoch zurechtkommen.

Giro Latch: Der Flatpedal-Schuh mit Grip und Dämpfung

Giro hat mit dem Latch ein optisch ansprechenden, neuen MTB Flatpedal-Schuh auf den Markt gebracht. Giro hat dem Latch ein komplett neu überarbeitete Sohle mehr Grip und vor allem mehr Dämpfung am Pedal spendiert. Zusätzlich zum Mute Foam kommt auch eine neu entwickelte Sohle zum Einsatz. Giro nennt ihre neue Gummimischung Tack Rubber. Das neue Gummi soll noch besser am Pedal kleben und eine bessere Haltbarkeit aufweisen als die Sohlen der Modelle davor.

Nach fast 6 Wochen mit dem Schuh, ist mir zu Beginn aufgefallen, dass man sehr angenehm im Schuh steht. Die ersten Trail Kilometer konnten das auch bestätigen. Die große Überraschung kam jedoch auf dem Trail: Nach zaghaften Start habe ich immer mehr Vertrauen in den Schuh gewonnen, sodass man auch endlich die Bremse loslassen konnte.

Mein Fazit zu dem neuen Giro Latch: Ein erstaunlich gut gelungener Flatpedal-Schuh, der mich mit seinem MUTE FOAM mehr als überzeugen konnte. Die hervorragende Dämpfung am Pedal, in Kombination mit Grip und Steifigkeit macht den Latch zu einem eine sehr gelungene Lösung für alle Flatpedal-Fahrer, die mal etwas anderes als die altbekannten Größen austesten wollen.

Alternativen für Flatpedal-Fahrer: Ein Vergleich

Im Gegensatz zu Klickpedal-Schuhen sind Modelle für Flatpedals nicht fest mit dem Pedal verbunden. Schuhe für Klicksysteme werden hingegen über sogenannte Cleats mit dem Pedal verbunden. Je nach Ausführung sind die Schuhe auf klassische Allmountain-Touren oder den Einsatz im Dirt- oder Bikepark zugeschnitten. Im folgenden Abschnitt haben wir uns zunächst den Schuhen für Plattformpedale gewidmet.

Vaude AM Moab Tech

Der Vaude AM Moab Tech bietet das beste Paket in unserem Test, wodurch er verdient unser Testsieger geworden ist. Die ausgeklügelte Sohle bietet top Grip auf dem Flatpedal, aber auch beim Gehen im Gelände. Der Vaude AM Moab Tech hat es bei unserem Test zum Testsieger geschafft. Das synthetische Obermaterial besitzt im Zehenbereich sowie an den Seiten große Mesh-Einsätze, wodurch der Schuh eine spürbar gute Belüftung besitzt. So ist der Schuh auch an heißen Tagen gut zu tragen, bei Regen oder Kälte wird es aber dadurch schnell nass und kalt im Schuh. Der Moab Tech ist somit ein MTB-Schuh für die warme Jahreszeit.

Ein erstes Highlight des Schuhs ist das Boa-L6-Verschlusssystem. Durch Ziehen des Verstellrades lässt sich der Schuh weit öffnen, um den Schuh bequem an- und ausziehen zu können. Durch Drehen am Rad werden die Schnüre gespannt, wodurch sich der Schuh optimal an den Fuß anpassen kann, und das vor allem schnell. Möchte man kurz vor der Abfahrt noch schnell den Schuh fester zuziehen, ist das sehr angenehm.

Die Zwischensohle des Schuhs ist bis zum Mittelfußbereich sehr stabil, was eine optimale Kraftübertragung auf das Flatpedal gewährleistet. Das zweite Highlight des Vaude AM Moab Tech ist die Außensohle. Im Groben besteht die Sohle aus zwei Bereichen. Im Fersen- sowie im Zehenbereich ist die Sohle stärker profiliert, was bei steileren An- und Abstiegen sowie bei Schiebepassagen für ordentlich Grip und somit Vortrieb im Gelände sorgt. Dazu trägt auch die »SUPtraction Flat« genannte Gummimischung bei, die weder zu weich, noch zur hart ist. Im Mittelfußbereich ist die Sohle kaum profiliert. Dadurch und dank der Gummimischung setzten sich die Pins der Plattformpedale richtig in der Sohle fest. Somit ist der Grip auf den Pedalen stets gewährleistet, und hier hat uns der Schuh echt überrascht: Sowohl während einer klassischen Allmountain-Tour als auch im Bikepark auf einer schnellen und anspruchsvollen Abfahrt hatten wir stets das Gefühl, dass der Schuh auf der Pedale klebt, was ein sehr sicheres Fahrgefühl vermittelt.

Sieht man genau hin, erkennt man, dass das leichte Hexagon-Profil in der Mitte sogar noch ein nach hinten geschupptes Design haben, was beim Schieben und Laufen für zusätzliche Traktion sorgt. Ungewöhnlich auf den ersten Blick, aber sehr sinnvoll auf den Zweiten ist das asymmetrische Design des Schuhs. So ist auf der Innenseite der Schuh im Knöchelbereich höher geschnitten als am Außenknöchel.

Letztlich ist der Vaude AM Moab Tech verdient unser Testsieger. Der Grip auf dem Pedal ist überragend, und das Boa-System sorgt für eine optimale Anpassung an den Fuß. Der Schuh ist komfortabel, vermittelt auf dem Trail ein Gefühl von Sicherheit und schützt zudem den Knöchel.

Vaude AM Moab Mid STX

Der Vaude AM Moab Mid STX bietet einen hervorragenden Grip auf der Pedale. Der Vaude AM Moab Mid STX ist ein klassischer Schnürer, bietet jedoch die gleiche Sohle wie unser Testsieger und dadurch einen vergleichbar hervorragenden Grip auf dem Pedal und beim Gehen. Der Schuh ist jedoch höher geschnitten und besitzt ein Obermaterial aus Nubuk-Leder sowie eine zu 100 Prozent recycelte Sympatex-Membran, was den Schuh wasser- und winddicht macht.

Der Vaude AM Moab Mid STX ist unsere Empfehlung, wenn Sie auf der Suche nach einem Schuh für das ganze Jahr und für jede Wetterlage sind. Dank der Sympatex-Membran ist der Schuh wasser- und winddicht und der hohe Schnitt bietet zusätzlichen Schutz vor dem Wetter. Das Obermaterial des Schuhs besteht aus einem geölten und hydrophoben Nubuk-Leder aus zertifizierter Herstellung. Das bietet nicht nur eine tolle Optik, sondern auch einen Schutz vor Nässe, Schmutz und vor Beschädigung. Zusätzlich kommt bei dem Moab Mid STX eine zu 100 Prozent recycelte Sympatex-Membran zum Einsatz, wodurch der Schuh wasser- und winddicht ist.

Der Schuh ist ein klassischer Schnürer mit einem zusätzlichen Klettverschluss, der für zusätzlichen Halt im Schuh sorgt. Ein Haken ist, dass sich der Schuh aufgrund des hohen Designs etwas schwer an- und ausziehen lässt und etwas mehr Zeit beansprucht, vor allem mit dickeren Socken. Hier müssen die Schnürsenkel zunächst komplett gelockert werden, da sonst ein Hineinschlüpfen fast unmöglich ist. Dadurch dauert das Schnüren auch etwas länger, am Ende sitzt der Schuh aber sehr gut.

Der Vaude AM Moab Mid STX bietet alles, was man sich von einem Schuh für schlechteres Wetter wünscht. Er hält den Fuß bei Nässe sowohl auf dem Pedal als auch beim Laufen während kleineren Bike-and-Hike-Touren stets warm und trocken, an heißen Tagen wird es aber schnell mal warm im Schuh. Die Sohle ist eine Wucht und bietet stets Grip, egal unter welchen Umständen.

Shimano ET5

Der Shimano ET5 ist ein klassischer MTB-Schuh für ausgedehnte Allmountain-Touren und für die eine oder andere kleine Bike-and-Hike-Tour bei trockener Witterung. Die Sohle ist in verschiedene Zonen aufgeteilt und bietet so guten Grip auf dem Plattformpedal als auch beim Laufen im Gelände.

Der Shimano ET5 ist ein klassischer MTB-Schuh für Mountainbike-Touren, der gerade beim Pedalieren eine gute Figur macht, mit dem aber dennoch ein paar Meter zu Fuß zurückgelegt werden können. Der ET5 ist ein klassischer Schnürer, besitzt aber ein etwas ausgeklügelteres Schnürsystem, wodurch sich der Schuh gut an- und ausziehen lässt. Das synthetische Obermaterial besitzt im Zehenbereich und an den Seiten kleine Mesh-Einsätze, wodurch der Schuh gut belüftet ist und sich gerade an heißen Tagen sehr komfortabel trägt. Sollte es aber einmal nass werden, wird der Fuß schnell feucht.

Die Außensohle ist grob in zwei Bereiche eingeteilt. Im Mittelfußbereich ist das Profil etwas feiner, was einen besseren Halt auf den Plattformpedalen verspricht. Im Zehen- und Fersenbereich ist das Profil deutlich gröber, wodurch der Schuh auch im steilen Gelände, sollten mal ein Stück gegangen werden, für ordentlich Vortrieb sorgen soll. Tatsächlich ist gerade beim Gehen der Grip sehr gut, allerdings ist der ET5 durch das recht grobe Profil im Mittelfußbereich etwas schwammig auf dem Pedal. Das ist jedoch erst bei sehr anspruchsvollen Abfahrten bemerkbar.

Die Zwischensohle ist sehr steif, was beim Pedalieren sehr hilfreich ist, um die Kraft optimal auf das Pedal zu übertragen. Die Verarbeitung ist Shimano-typisch sehr gut und so gibt es von uns keine Beanstandungen. Letztlich ist der Shimano ET5 ein guter Allrounder und für ausgedehnte Allmountain-Touren im Sommer geeignet, aber weniger für den Parkeinsatz. Er sitzt sehr bequem am Fuß und die steife Zwischensohle überträgt die Kraft optimal auf das Flatpedal. Kurze Gehpassagen oder schnelle Bike-and-Hike-Touren mit geringerem Geh-Anteil nach dem Feierabend sind ebenfalls möglich.

Specialized 2FO Roost Flat Syn

Der Specialized 2FO Roost Flat Syn ist ein klassischer Flatpedal-Mountainbike-Schuh in lässiger Optik. Der Schuh baut auf dem Plattformpedal einen erstaunlichen Grip auf und ist hier der beste im Test, wodurch er sich eine Empfehlung von uns verdient hat. Das Obermaterial ist robust, dennoch verfügt der Schuh über eine gute Belüftung.

Der Specialized 2FO Roost Flat Syn ist ein klassischer Flatpedal-Schuh im Sneaker-Design und überrascht mit erstaunlich viel Grip auf dem Pedal. Das synthetische Obermaterial erinnert ein bisschen an Leder und macht einen robusten Eindruck. An den Seiten verfügt der Schuh über zahlreiche kleine Belüftungslöcher, sowie einige wenige direkt unterhalb der Schnürung. Das sieht zwar nicht nach viel aus, dennoch ist die Belüftung des Schuhs durchaus gut, und auch an warmen Tag auf dem Bike bildet sich kein Hitzestau im Schuh. Die klassische Schnürung ist sehr gut. Die breiten Schnürsenkel laufen gut durch die Ösen, wodurch sich der Schuh bequem an- und ausziehen lässt. Auch sitzt der Schuh gut am Fuß und passt sich beim Schnüren gut an.

Im Knöchelbereich verfügt der 2FO Roost Flat Syn über eine verstärkte Polsterung, was dem Fuß im Schuh Stabilität verleiht und die Knöchel auf dem Bike schützt. Das Herzstück des 2FO Roost Flat Syn ist jedoch die Sohle. Die Zwischensohle ist eher steif, bietet aber noch etwas Komfort, sollte während einer ausgedehnten Enduro-Tour doch mal das Bike geschultert oder geschoben werden. Die steife Sohle hat den Vorteil, dass beim Pedalieren die Kraft optimal an das Pedal weitergegeben wird und man dadurch während der Fahrt stets gute Rückmeldung vom Pedal oder dem Bike selbst hat. Als Laufsohle kommt die sogenannte SlipNot-Sohle zum Einsatz. Die leicht profilierte Sohle ist überwiegend flach und nur minimal im Vorderfußbereich nach oben gebogen, wodurch sich der Schuh auf kurzen Gehpassagen etwas bequemer läuft. Die Gummimischung ist eher weich und erinnert an Autoreifen für die Rennstrecke. Einmal auf dem Pedal, bohren sich die Pedalpins quasi in die Sohle hinein, ohne dabei Löcher oder irgendwelche Beschädigungen in der Sohle zu hinterlassen. Tatsächlich ist der Specialized 2FO Roost Flat Syn bis dato der Schuh mit dem besten Grip im Test. Selbst bei Nässe kann man sich auf den Grip verlassen. Möchte man unterwegs die Position des Fußes auf dem Pedal verändern, muss dieser tatsächlich leicht angehoben werden.

Am Ende bekommt man mit dem Specialized 2FO Roost Flat Syn einen klassischen Flatpedal-Mountainbike-Schuh, der den bis hierhin besten Grip auf dem Pedal aufbaut. Somit ist der Mountainbike-Schuh ein idealer Begleiter auf Enduro-Touren oder auf schnellen und anspruchsvollen Trails mit dem Big-Bike im Bikepark.

Weitere getestete Modelle im Überblick

  • Scott Crus-r Flat Lace: Luftiger Schuh für heiße Tage, aber weniger geeignet für schlechtes Wetter.
  • O’Neal Traverse: Robuster Schuh mit guter Passform, aber die Sohle bietet wenig Grip auf Flatpedals.
  • Giro Jacket II: Lässiger Sneaker für den Alltag und Pumptrack, aber rutschig auf dem Trail.
  • O’Neal Pinned: Schlichter Schuh mit guter Kraftübertragung und ordentlichem Grip.

Giro Blaze: Der Winterschuh für MTB-Fahrer

Mit dem Blaze hat Giro ziemlich spannende MTB-Winterschuhe im Programm. Sie sind völlig anders aufgebaut, als die klassischen Modelle im Vergleich. Unter ihrer nahezu nahtlosen Außenhülle, die eher wie ein wasserdichter Überschuh wirkt, verbirgt sich ein mehr oder weniger normaler Halbschuh - allerdings mit weichem Primaloft-Futter. Dadurch soll sich der Blaze besonders angenehm und weniger klobig tragen. Für den nötigen Wetterschutz ist die Außenmembran mit einer 10.000er Wassersäule ausgestattet. Damit auch von unten keine Kälte an die Zehen dringen kann, ist in die Einlegesohle eine Aluschicht eingezogen. Geschlossen wird der Giro Blaze über einen Schnellverschluss im Inneren des Schuhs, außen macht ein wasserdichter YKK-Reißverschluss die Schotten dicht. Am Sohlenprofil erkennt man: der Blaze ist eher für sportliche Einsätze auf dem Bike gemacht und weniger für Abenteuer abseits eingefahrener Pfade.

Handling und Passform

Ssssssippp, Reißverschluss auf, Schnellverschluss öffnen und die kleine Öse an der Ferse greifen, schon flutscht der Fuß geschmeidig in den Giro Blaze. Der Einstieg in die MTB-Winterschuhe funktioniert schon mal easy. Auch die Passform überrascht: der Blaze trägt sich tatsächlich mehr wie ein klassischer Mountainbike-Schuh als wie ein klobiger Winterboot. Das verspricht schon mal gute Kraftübertragung auf dem Pedal. Die Passform ist allerdings auch eher auf sportlich schlanke Füße ausgelegt als für breite Latschen. Zudem ist der Spann eher flach gehalten. In den meisten Fällen dürfte eine Nummer größer besser passen.

Gelungen ist auch das Verschlusssystem der MTB-Winterschuhe: Die Speedlaces passen sich schön dem Fuß an und sorgen für guten Halt. Der wasserdichte Reißverschluss läuft leichtgängig. Achtung: das Häkchen immer richtig platzieren - also nach unten - ansonsten kann sich die Außenhülle bei der Fahrt etwas öffnen. Top: die Membran reicht bis weit über den Knöchel und sollte so in Verbindung mit einer langen Regen- oder Winterhose keine Lücke offenlassen.

Wetterschutz und Isolation

Den ersten leichten Schauer übersteht der Blaze problemlos und hält die Füße schön trocken. Wie schon vermutet, verschwindet der hohe Schaft sauber unter der Regenhose - da klafft keine Lücke. Bei heftigerem Wasserbeschuss dringt an der Naht des Obermaterials etwas Wasser ein, die Zehen wurden dabei feucht. Kein Weltuntergang, doch absolut dich hält der Giro nicht.

Beim Kälte-Check kann der Blaze dann wieder punkten. Das Primaloft-Futter packt die Füße angenehm warm ein. Damit sollten auch längere Fahrten unterhalb des Gefrierpunkts kein Problem sein.

Performance auf dem Trail

Auch im Gelände tragen sich die Giro MTB-Winterschuhe äußerst bequem und kommt dem Feeling eines normalen Bike-Schuhs schon recht nahe. Die erwartet gute Kraftübertragung hat sich in der Praxis allerdings nicht bestätigt. Tritt man kräftig in die Pedale, flext der Schuh spürbar und windet sich unter dem Druck der Füße. Vor allem das Obermaterial bringt nur wenig Zug und Halt auf den Fuß. Auch der Stand auf dem Pedal ist nicht allzu solide. Wer vom Bike absteigen muss, hat zudem mit der wenig griffigen, harten Sohle zu kämpfen. Vor allem auf feuchten Wurzeln oder Felsen schlittert man im Giro Blaze wie beim Eierlauf. Schade, denn ansonsten hat uns der Fahrradschuh gut gefallen.

Technische Details des Giro Blaze

Feature Beschreibung
Speed-Laces Schnelle und einfache Anpassung an den Fuß
Primaloft-Futter Hält die Füße warm bei kalten Temperaturen
Wasserdichter Überzug Schützt vor Nässe und Schmutz
Reflexelemente Erhöhen die Sichtbarkeit im Dunkeln

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