Die richtige Ausrüstung für Microadventures und Bikepacking

Bei einem Microadventure oder Bikepacking braucht man keine große Streckenplanung, denn das Abenteuer in der Natur startet direkt vor der Haustür. Deshalb lohnt ein Blick auf aktuelle Camping- und Outdoor-Ausrüstung. Es gibt sogar bereits Dinge, die speziell für Microadventures mit dem Rad entwickelt wurden.

Packliste für ein Microadventure

Hier ist eine Liste von Dingen, die man für ein Microadventure mitnehmen sollte:

  1. Große Taschen
  2. Kleine Taschen
  3. Lager-Jacke
  4. Lager-Hose
  5. Schlafsack
  6. Isomatte
  7. Schlauchtuch
  8. Stirnlampe
  9. Grillrost & Feuerstarter
  10. Gutes Messer
  11. Erste-Hilfe-Set
  12. Kabelbinder

Taschen für Bikepacking

Die Taschen sind der augenfälligste Unterschied zwischen dem Bikepacking und klassischen Radreisen. Der Bikepacker schnürt sein Taschen-Set direkt am Rahmen fest und verzichtet auch gerne auf einen Gepäckträger. Ich freue mich sehr, dass Bikepacking-Taschen auch in wasserdichter Ortlieb-Qualität zu bekommen sind.

Kleine Taschen

Die kleinen Taschen für Oberrohr und Cockpit sind für den Bikepacker das, was vielen eine Handtasche in der Stadt ist: Mann oder Frau hat sie immer dabei. Eine Fahrt ohne „Jerrycan“ (fürs Werkzeug), „Gastank“ (Snacks) und „Mountain Feedbag“ (Kamera, Handy, Ministativ) ist für mich schlicht undenkbar. Die Taschen sorgen für schnellen Zugriff.

Bekleidung für das Lager

Selbst im Hochsommer habe ich immer eine Jacke dabei, spätestens nach der Fahrt brauche ich sie im Lager. Früher habe ich auf Daunen gesetzt. Nun bin ich mit Primaloft unterwegs, denn diese Kunstfaser ist weniger witterungssensibel und lässt sich auch auf dem Rad tragen. Das ist ein gewichtssparender Doppelnutzen. Zurzeit trage ich eine „Men’s Minaki Jacket“ von Vaude.

Was für die Lager-Jacke gilt, trifft auch auf die Hose zu. Sie ist immer dabei und sollte auf dem Rad und im Lager einsetzbar sein. Auch hier halten Kunstfasern Einzug. Mein Favorit stammt vom gleichen Hersteller und aus der gleichen Serie: „Men’s Minaki Shorts II“. Die neuste Generation hat Lüftungsnetze mit Reißverschlüssen an den Beinen, sehr praktisch in den Bergen! Jacke wie Hose verpacke ich im Sommer im „Seat-Pack“; in kühleren Jahreszeiten kommen sie zuvorderst ins „Handlebar-Pack“ von Ortlieb.

Schlafsack und Isomatte

Der „Passion Three“ von Yeti ist seit fast zehn Jahren eine Konstante in meiner Packliste.

Isomatten haben in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung genommen: Sie sind viel leichter, kleiner und bequemer geworden. Dafür braucht man viel Atem beim Aufpumpen oder bedient sich eines Pumpsacks. Dieser ist in jedem Falle zu empfehlen, da so kein Speichel ins Ventil gelangt und dort bei Minustemperaturen gefriert. Ich habe zwei Modelle im Einsatz. Im Sommer bin ich mit einer „NeoAir Xlite“ von Therm-a-Rest unterwegs und im Winter bette ich mich auf einer mit Primaloft gefütterten „Norrsken Large“ von Vaude. Schlafsack und Isomatte verstaue ich platzsparend in Fahrtrichtung ausgerichtet im „Seat-Pack“. Kleiner Trick: Ich benutze für den Schlafsack einen alten Isomatten-Packsack. Der hat einen kleineren Durchmesser, ist aber dafür länger.

Weitere nützliche Gegenstände

Ein Schlauchtuch ist Helmmütze, Halstuch, Schlafmütze und Kopfkissenbezug (einfach die Lager-Jacke hineinrollen) in einem. Das erklärt, warum ich meistens zwei Stück dabei habe … wer will auf einem Kopfkissen schon auf warme Ohren verzichten?

Meine Stirnlampe hat mittlerweile Aussetzer, ein namenloser Notkauf in einem Trekkingladen mitten in den Vogesen. Auf dem Wunschzettel steht nun die „Novalite“ von Edelrid: Leicht, klein, stabil und bezahlbar. Die Batterien sind kompatibel mit meinem GPS-Gerät, was die Ersatzteilversorgung einfach macht.

Lagerfeuer und Grillen gehören für mich zu einem richtigen Abenteuer einfach dazu. Der Rost kommt von „Rutalocura“ aus den USA und ist dank Titan federleicht. Auf Steine oder dicke Hölzer gelegt, ist es der perfekte Bikepacker-Grill. Zum Transport am Rad packe ich den Grill in eine Ziplock-Tüte und dann als ersten Gegenstand in die „Frame-Pack“ genannte Rahmentasche von Ortlieb. Ich habe stets noch feine Stahlwolle dabei, die dient aufgezupft als Feuerstarter und zum Reinigen des Grills. Wenn Zeit und Muße es zulassen, wird das Feuer ohne Streichhölzer entfacht.

Sie sind an Multitools und Fahrradwerkzeugen, gehören aber eigentlich zwischen eigene Schalen: Kein Multitool hat eine wirklich gute Klinge, deshalb keine Tour ohne separates, hochwertiges Messer. In meiner Rahmentasche verschwindet stets eines der „556“-Serie von Benchmade.

Erste-Hilfe-Sets hat man dabei und ist stets sehr zufrieden, wenn man sie anschließend zuhause unbenutzt wieder ins Regal legt. So soll es sein, dennoch bitte niemals ohne. Mein Begleiter ist das „First Aid Kit Bike Essential“ von Vaude. Was genau drin ist, habe ich vergessen, da ich es länger nicht gebraucht habe … sehr gut!

Ein Sortiment von rund einem Dutzend Kabelbindern wiegt nicht viel und kann bei allerlei Improvisationsmaßnahmen guter Helfer sein.

Die richtige Fahrradbekleidung für wechselhaftes Wetter

Wer gerne bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad unterwegs ist, braucht eine gute Ausrüstung. Im Fachhandel gibt es Funktionskleidung und Equipment für jede Witterung. Coole Tipps für heiße Tage im Sattel, hochwertige Regenbekleidung, die wirklich trocken hält und wärmende Schichten, die Radfahren auch in klirrender Winterkälte zum Vergnügen machen. Die größte Herausforderung für die Fahrradbekleidung sind nicht die Minusgrade im Winter oder kräftige Regengüsse. Die Übergangszeit macht es Radfahrern oft besonders schwer.

Im Frühling und im Herbst kann das perfekte Fahrradwetter locken. Nicht zu heiß und nicht zu kalt, dafür wunderschöne Naturschauspiele. Eigentlich könnten die Übergangsphasen das Radfahrerherz höherschlagen lassen. Leider weiß das Wetter im Frühling und im Herbst oft nicht, was es will. Sonne und Regen scheinen sich an manchen Tagen im Minutentakt ablösen zu wollen und die Temperaturen schwanken im Tagesverlauf um zehn Grad und mehr. Das wechselhafte Wetter kann das Immunsystem ganz schön herausfordern. Dennoch raten Mediziner besonders in der Übergangszeit zu viel Bewegung an der frischen Luft, um gesund und fit zu bleiben.

Das Zwiebelprinzip

Wenn die Temperaturen im Frühling und Herbst stark schwanken, kann das die Wahl der passenden Ausstattung fürs Radfahren schwierig gestalten. Zeigt sich die Sonne, kann es warm werden und unangenehmes Schwitzen ist vorprogrammiert. Das Zwiebelprinzip ist ein zuverlässiger Begleiter durch die Jahreszeiten. Durch das Tragen von drei eher dünnen Schichten können Radfahrer flexibel auf Temperaturveränderungen reagieren. Außerdem bilden sich zwischen den einzelnen Schichten jeweils natürliche Luftpolster, die bei Bedarf zusätzliche Wärme speichern und das gesamte Outfit gleichzeitig besonders atmungsaktiv machen. Bei Fahrradbekleidung wird das Konzept oft auch das 3-Schichten-Prinzip genannt.

Für die Basisschicht sind Radfahrer mit hochwertiger Funktionsunterwäsche gut beraten. Sie ist leicht und dünn, schmiegt sich an den Körper an und ist atmungsaktiv. So unterstützt sie die natürliche Regulierung der Körperwärme und fördert einen gesunden Flüssigkeitsaustausch. Da die Unterschicht direkt auf dem Körper liegt, sollte sie so verarbeitet sein, dass sie keine unangenehmen Druckstellen verursacht. Funktionsunterwäsche hält den Körperkern warm, wenn die Außentemperaturen kühler werden, und beugt unangenehmem Hitzestau und Schwitzen vor, wenn die Sonne bereits einen Vorgeschmack auf den Sommer gibt. Wer auf dem Fahrrad in den warmen Sonnenstunden stark schwitzt, läuft außerdem Gefahr, durch die auf der Haut zurückbleibende Feuchtigkeit bei absinkenden Temperaturen stärker zu frieren.

Die Mittelschicht isoliert gegen Kälte und kann aus atmungsaktivem Fleece oder einem Fahrradtrikot bestehen. Die Oberschicht sollte so gewählt werden, dass sie vor allem vor Wind und Nässe schützt. Eine hochwertige Regenjacke aus Softshell oder Hardshell ist eine gute Wahl.

Weitere Tipps für wechselhaftes Wetter

Das Wärmeempfinden ist eine individuelle Angelegenheit. Jeder Körper reagiert unterschiedlich auf die Außentemperatur. Beim Radfahren wird die Muskulatur in den Beinen besonders stark beansprucht und aufgewärmt. Wenn sich das Wetter nicht so recht entschließen kann, tut sich auch der Körper oft schwer damit, die Temperaturschwankungen aus dem Außenbereich zu kompensieren. Ständig anhalten und die oberste Schicht an- und ausziehen, macht wenig Freude. Praktische Begleiter können Funktionsjacken oder -westen mit Zwei-Wege-Reißverschluss sein. Sie halten den Körperkern bei kühleren Temperaturen angenehm warm. Steigt die Temperatur, lässt sich die Wärme durch Öffnen des Reißverschlusses von oben und unten moderat regulieren, ohne die Oberschicht gleich ganz ablegen zu müssen.

Eine schnelle und flexible Lösung bei schwankenden Temperaturen sind Funktionsüberzieher für Beine und Arme. Die Beinlinge sind im Fachhandel als komplette Beinlinge oder als Knielinge erhältlich. Aus dünnem und atmungsaktivem Thermomaterial ergänzen sie kurze Ober- und Unterbekleidung mit wenigen Handgriffen und schützen vor Kälte und Wind, während sie überschüssige Feuchtigkeit zuverlässig abtransportieren.

Wechselhaftes Wetter muss kein Grund sein, auf das Radfahren zu verzichten.

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