Gorilla Biker Bedeutung: Einblick in die Welt der Freeway Rider's

Mehr als 1000 Trauergäste kamen zur Beisetzung von Michael Potthast, Gründungsmitglied der „Freeway Rider’s“, nach Wattenscheid.

Die Trauergäste - über 1000 an der Zahl - tragen schwarze Lederkutte mit Jeanshose, auf dem Friedhof stehen schwere Motorräder, Polizisten beobachten die Verkehrs- und Besucherströme: Das ist keine herkömmliche Beerdigung an der Westenfelder Straße.

Der Motorradclub „Freeway Rider’s“ nimmt Abschied von einem Gründungsmitglied.

Die Harley Davidson von Michael „Gorilla“ Potthast steht mit Blumen vor der Trauerhalle, auf dem verzierten Tank liegt sein Helm, auf dem Sarg seine Lederkutte.

Biker, als hartgesotten bekannt, haben Tränen in den Augen.

Mit 51 Jahren ist er gestorben.

„Das Herz“, sagt ein Biker aus Goch.

„Freeway Rider’s“ aus ganz Deutschland sind am Freitagvormittag angereist, auch Mitglieder befreundeter Vereine treffen sich zum letzten Geleit.

Alles ganz friedlich.

Auch Biker pflegen ein bürgerliches Leben, viele haben Haus und Kind.

Propst Werner Plantzen von der katholischen Kirchengemeinde hält die Trauerrede, spricht den Angehörigen des verstorbenen Familienvaters sein Mitgefühl aus.

„Gemeinsam hatten wir den Motorradclub in Gelsenkirchen gegründet - die Keimzelle sozusagen, aus der heraus die Clubs in anderen Städten entstanden“, blickt Weggefährte und Vorstandsmitglied Klaus Wagner („Hüpper“) zurück, ebenfalls aus Wattenscheid.

Das war 1974.

Easyrider war Kult, ebenso die nachfolgenden Rockerstreifen, und in der Clique war man stark und zuhause.

Die „Freeway Rider’s“ sind seitdem kräftig gewachsen, tragen den Zusatz „Germany“ und unterteilen sich in 32 Stadtclubs („Chapter“) von Bochum über Wattenscheid bis Bitterfeld.

Alles laufe friedlich ab, grenzen sich die „Freeway Rider’s“ von Rockerclubs ab, die durch Negativschlagzeilen auffallen.

Die harten Jungs von damals sind zwar gesetzter geworden.

Woran sich aber nichts geändert hat: „Das Motorrad und der Club als das große, verbindende Hobby. Wir verbringen gemeinsam viel Freizeit“, so „Hüpper“.

In Eigenleistung entstanden an vielen Orten solide Vereinsheime - auch in Leithe an der Kemnastraße, früher mal Werksgelände der Schnapsbrennerei Schulte-Kemna („Weizenjunge“).

Jetzt Clubhaus mit Küche, Bühne, Tresen.

Und einem Tonstudio, in dem auch Rocksängerin Doro Pesch singt.

Dass hinter der rauen Schale ein weiches Herz steckt, zeigen auch die Benefizveranstaltungen der „Freeway Rider’s“.

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