Gravel Bike Schaltung: Tipps für optimale Performance

Die Vielseitigkeit eines Gravel-Bikes erlaubt es, Grenzen zu verschieben und eröffnet neue Horizonte. Die Schaltgruppe ist maßgeblich für die Funktion und Performance der Schalt- und Bremsleistung verantwortlich.

Grundlagen der Gravel Bike Schaltung

Zu einer Schaltgruppe gehören alle Bestandteile des Antriebes und die Bremse. Wir zeigen dir, welche Komponenten grundsätzlich zu einer Gravel-Schaltgruppe gehören, wo am Gravel Bike die Einzelteile verbaut sind und worin die Unterschiede zwischen den Schaltgruppen bestehen.

Die richtige Übersetzung

Gravel bedeutet oft: Schotter + Steigung. Achte auf eine leichte Übersetzung, besonders wenn du in bergigem Gelände unterwegs bist (z. B. 40/42 oder 34/34). Das schont deine Kraftreserven - gerade bei langen Anstiegen!

Komponenten einer Gravel-Schaltgruppe

  • Schaltwerk: Sorgt für die Gangwechsel am Hinterrad und wird auch als hintere Schaltungsvorrichtung bezeichnet. Die Kette deines Gravel Bikes verläuft hinten über die Kassette und durch das Schaltwerk.
  • Umwerfer: Bei einer Gruppe mit mehreren Kettenblättern ist natürlich auch der Umwerfer dabei.
  • Kassette: Die Kassette muss zu Deiner Nabe passen! Alternativ kannst Du viele Naben auch durch Tauschen des Freilaufkörpers umrüsten.
  • Kette: Die Kette deines Gravel Bikes verläuft hinten über die Kassette und durch das Schaltwerk.
  • Kettenblätter: Vorne an der Kurbel eines Fahrrads mit Kettenschaltung sind die Zahnräder (Kettenblätter) von klein nach groß geordnet.

Schalttechniken und Tipps

Ob Ketten-, Nabenschaltung oder Riemenantrieb: Wer die Schaltung beherrscht, weiß mit jeder Situationen umzugehen und kommt auch in Kurven, am Berg oder bei Glätte gut voran. Das Schaltwerk und der Umwerfer der Kettenschaltung eines Fahrrads folgen einer simplen mechanischen Aufgabe: Um die Kette auf das benachbarte Zahnrad zu befördern, drücken sie seitlich dagegen.

Vorausschauendes Fahren

Die beste Lösung besteht bei jeder Gangschaltung darin, vorausschauend zu fahren und dir im Voraus zu überlegen, in welchem Gang du den Berg hochfahren möchtest - damit du auf ein Schalten verzichten kannst.

Schräglauf der Kette vermeiden

Bist du vorne und hinten im ersten, dem leichtesten, Gang, läuft die Kette über das klein(st)e Kettenblatt und das größte Ritzel in einer geraden Linie, da sie sich jeweils ganz links befindet. Wählst du vorne den kleinsten, hinten aber den größten Gang, läuft die Kette sehr schräg. Um ihre Lebensdauer zu erhöhen, solltest du einen solchen Schräglauf vermeiden: Er belastet den Antriebsstrang, da die Kette schleift und sich seitlich verformt. Dadurch nutzen sich die Zahnräder schneller ab.

Trittfrequenz beachten

Ein höherer Gang bedeutet auf dem Fahrrad einen höheren Kraftaufwand und eine niedrigere Trittfrequenz (Kadenz). Grundsätzlich ist es jedoch empfehlenswert, vorne auf einem kleinen Kettenblatt zu fahren, um eine relativ hohe Frequenz zu treten, damit du deine Knie und Gelenke nicht unnötig belastest. 80 bis 100 Umdrehungen pro Minute gelten als gesunde und empfehlenswerte Trittfrequenz. Für mehr Schwung solltest du beim Ausrollen vor einer roten Ampel und vor einem Berg in einen niedrigeren Gang schalten.

Hinweise auf Probleme

Klackert oder schleift die Kette, schnarrt oder brummt der Riemen, können dies Hinweise darauf sein, dass die gewählte Gangkombination nicht sinnvoll ist. Sind die Gangnummern bei der Kettenschaltung weit voneinander entfernt, solltest du den Gang so wechseln, dass sie sich annähern.

Schalten in Kurven

Gerade Freizeitradler fühlen sich in Kurven mit einer niedrigeren Geschwindigkeit sicherer. Ein niedriger Gang ist mit einem höheren Drehmoment verbunden.

E-Bike Schaltung

Wer mit dem E-Bike bzw. Pedelec richtig schaltet, kann Akku sparen und dadurch die Reichweite steigern. Wenn du mit höheren Drehzahlen fährst, muss der Motor nicht so viel arbeiten, wodurch du Strom einsparen kannst. Elektronische Schaltungen bei E-Bikes bieten in der Regel eine höhere Effizienz und Präzision im Vergleich zu mechanischen Schaltungen. Der Hauptvorteil elektronischer Schaltungen liegt in der schnellen und exakten Schaltleistung, die unabhängig von der Pedalkraft des Fahrers ist. Dies führt zu einer effizienteren Kraftübertragung und kann dazu beitragen, den Energieverbrauch zu reduzieren, da der Motor weniger kompensieren muss, um die gewünschte Leistung zu erbringen.

Akkulaufzeit und Schaltweise

Allerdings verbrauchen elektronische Schaltsysteme auch Energie aus dem Akku, was theoretisch die Gesamtreichweite eines E-Bikes verringern kann. Um die Akkulaufzeit optimal zu nutzen, sollten E-Bike-Fahrer darauf achten, in einem geeigneten Gang zu fahren, der es ihnen ermöglicht, eine effiziente Trittfrequenz beizubehalten, ohne den Motor unnötig zu belasten. Die Schaltweise hat einen wesentlichen Einfluss auf die Lebensdauer des Antriebsstrangs bei einem E-Bike. Aufgrund der zusätzlichen Kraft, die der Motor erzeugt, sind die Kette, die Ritzel und das Kettenblatt einem höheren Verschleiß ausgesetzt als bei einem herkömmlichen Fahrrad. Eine sanfte Schaltweise, die den Druck auf den Antriebsstrang minimiert, ist daher besonders wichtig, um die Lebensdauer zu verlängern.

Wartung und Trittfrequenz

Um die Lebensdauer des Antriebsstrangs zu maximieren, sind regelmäßige Wartungsmaßnahmen entscheidend. Dazu gehören die Reinigung und das Schmieren der Kette, das regelmäßige Überprüfen der Spannung und des Zustands der Kette sowie der Austausch verschlissener Teile. Bei E-Bikes ist es außerdem ratsam, regelmäßige Service-Checks durchzuführen, um sicherzustellen, dass der Motor und die Schaltung korrekt kalibriert sind und optimal zusammenarbeiten. Die Trittfrequenz spielt eine entscheidende Rolle bei der Optimierung der Motorleistung und der Akkulaufzeit von E-Bikes. Eine höhere Trittfrequenz, typischerweise im Bereich von 80 bis 100 Umdrehungen pro Minute, ermöglicht es dem Motor, effizienter zu arbeiten, indem sie dazu beiträgt, dass der Motor bei geringerer Last läuft.

Spezifische Empfehlungen zur Trittfrequenz

Für verschiedene Typen von E-Bikes und Fahrbedingungen können spezifische Empfehlungen zur Trittfrequenz variieren. Beispielsweise können E-Mountainbikes in steilem Gelände von einer etwas niedrigeren Trittfrequenz profitieren, die eine bessere Kontrolle und Traktion ermöglicht. Viele moderne E-Bikes verfügen über Systeme, die den Fahrer unterstützen, eine optimale Trittfrequenz zu finden und zu halten. Einige Modelle bieten sogar anpassbare Unterstützungsstufen, die je nach Fahrbedingungen und individuellen Vorlieben eingestellt werden können.

1-fach vs. 2-fach Schaltungen

Noch vor etwa zehn Jahren war der Umwerfer an sportlichen Rädern nicht wegzudenken. Gleichzeitig sorgte der vordere Bereich bei Kettenschaltungen immer wieder für Probleme. Besonders in Wettkämpfen zeichnete sich ab, dass dieser beim Versagen der Schaltung oft beteiligt war. Man muss natürlich kein Radprofi sein, um bereits von einer abgesprungenen Kette aufgehalten worden zu sein. Bei älteren Kettenschaltungen mit drei Kettenblättern klapperte die Kette im Gelände nicht nur ständig, sondern sprang oftmals ab oder verklemmte sich zwischen Kurbel und Rahmen.

Die Entwicklung der 1-fach Schaltung

Im Jahr 2012 schlug SRAM mit der Vorstellung der „SRAM XX1“ ein neues Kapitel auf. Der Hersteller verzichtete bei der neuen 1×11-Mountainbike-Schaltung auf einen Umwerfer und entwickelte ein spezielles Kettenblatt, das die Kette effektiv davon abhält, abzuspringen. Die nötige Bandbreite an Gängen wurde durch eine größere Kassette realisiert. Mit den 1×12 „Eagle“-Schaltgruppen perfektioniert SRAM diesen Ansatz und scheint sich zumindest im MTB-Sektor auf 1-fach-Schaltungen festgelegt zu haben. Der Marktführer Shimano kam etwas später in die Gänge und stellte seine erste 1-fach-Gruppe im Jahr 2015 vor. Mittlerweile ist der beliebte Hersteller aus Japan aber wieder auf Kurs und bietet 1×12-Schaltgruppen auf Deore-, SLX-, Deore XT- und XTR-Level an.

Anwendungsbereiche der 1-fach Schaltung

Bei vollgefederten Mountainbikes und E-Mountainbikes mit Mittelmotor führt kaum ein Weg an einer 1-fach-Schaltung vorbei. Besonders bei abfahrtsorientierten Bikes wie Enduro-MTBs überwiegen die Vorteile der 1x-Systeme. Auch abseits vom Mountainbike gibt es Fälle, in denen eine 1-fach-Schaltung sinnvoll ist. Wer sich mit Cyclocross- oder Gravel-Bikes regelmäßig ins Gelände wagt, wird die geländegängigen 1-fach-Schaltungen von SRAM und Shimano schätzen lernen. Beide Hersteller bieten die Rennrad-Schaltungen aber nach wie vor auch mit Umwerfer (= 2-fach) an. Im Gegensatz zum Mountainbike überwiegen bei Rennrädern die Vorteile von lediglich einem Kettenblatt etwas weniger. Auf längeren Touren oder bei höheren Geschwindigkeiten sind die 2-fach-Antriebe mit ihrer größeren Anzahl an Gängen den 1-fach-Antrieben überlegen.

Fazit zur Wahl der Schaltung

Schlussendlich bleibt es eine individuelle Entscheidung, welche Vorlieben du hast und was dir wichtig ist. Wenn du mit deinem Gravel-, Cyclocross-, oder Mountainbike häufig anspruchsvolle Trails fährst, bist du wahrscheinlich mit dem geländetauglichen 1-fach-Antrieb gut bedient. Die 2-fach-Systeme lohnen sich hingegen für alle, die den Fokus eher auf Touren legen und sich mehr als 12 Gänge wünschen. Noch ein kleiner Hinweis zum Schluss: Je besser der Wartungszustand einer Schaltung, desto besser die Funktion.

Gravel-Schaltungen im Überblick

Schaltungen fürs Gravelbike müssen besonderen Ansprüchen genügen. Mittlerweile gibt es diverse Gravel-Schaltungen am Markt. Wir geben Dir einen Überblick. Die ersten Gravelbikes wurden noch hauptsächlich mit Rennrad-Komponenten ausgestattet. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass die Anforderungen an eine Gravel-Schaltung etwas andere sind. Während am Rennrad eine feine Abstufung der Gänge wichtig ist, muss die Schaltung am Gravelbike mehr können: Biegst Du ins Gelände ab, sind leichtere Übersetzungen sinnvoll, wie zum Beispiel auch beim Bikepacking. Robust und unempfindlich gegen Dreck darf die Schaltung am Gravelbike ebenfalls gerne sein. Längst musst Du dazu nicht mehr Mountainbike- und Rennradteile mischen: Gravel-Schaltungen vereinen die entscheidenden Aspekte aus beiden Welten. Wenn Du willst, steht Dir trotzdem die ganze Mullet-Welt mit MTB- und Rennradteilen offen. So oder so: Mit unseren Hinweisen findest Du die passende Schaltung für Dein Gravelbike.

Komplettgruppen und Upgrade-Kits

Wenn Du Dein neues Bike selbst aufbaust und dafür eine Komplettgruppe bestellst, gehst Du sicher, dass alle Teile zueinanderpassen - optisch und funktionell. Upgrade-Kits kommen meist ohne Kurbeln und Bremsen, einige auch ohne Kassette und Kette. Sie erlauben Dir, bestimmte Teile aufzurüsten und andere beizubehalten oder individuell zu wählen. Mit Verschleiß-Sets hast Du die Möglichkeit, nur die Verschleißteile zu tauschen.

Anzahl der Ritzel und Kettenblätter

Das Einsatzspektrum von Gravelbikes ist groß, dementsprechend vielfältig sind auch die möglichen Übersetzungsbandbreiten und -abstufungen. Gruppen mit Einfach-Kurbel haben Vorteile im Gelände: Sie sind leise, leicht, funktionieren im Dreck besser und sehen aufgeräumt aus. Bei Schaltungen mit Kassetten zwischen zehn bis dreizehn Ritzeln hast Du die Wahl zwischen feiner Abstufung und großer Spreizung. So kannst Du die Gruppe auf Deine Anforderungen abstimmen. Kettenblätter mit schmalen und breiten Zähnen im Wechsel (narrow-wide) sorgen dafür, dass Deine Kette nicht abspringt. Durch das Weglassen des zweiten Kettenblattes und des Umwerfers bleibt mehr Platz für breite Reifen und die Kettenstreben können zudem kürzer ausfallen. Dadurch sind einige Gravel-Rahmen aber auch nur mit Einfach-Kurbeln kompatibel.

Zweifach-Kurbel

Erlaubt Dein Rahmen die Montage einer Zweifach-Kurbel und eines Umwerfers, hast Du so die Möglichkeit, eine feine Abstufung und eine große Übersetzungsbandbreite zu bekommen. Mit den Filtern in unserem Shop kannst Du die Auswahl gezielt nach Schaltstufen an Kurbel und Kassette eingrenzen.

Scheibenbremsen

Scheibenbremsen sind am Gravel-Rad Standard. Die aktuellen Gruppen kommen mit kraftvollen hydraulischen Bremsen, die super zu dosieren sind und dank automatischer Belagsnachstellung zuverlässig und nahezu wartungsfrei funktionieren. Damit Du die Bremsen an Dein Bike montieren kannst, solltest Du die Art des Bremssattels beachten. Shimano, SRAM und Campagnolo bieten ihre Gruppen passend zu den meisten Gravel-Rahmen-Sets mit Flatmount-Bremsen an. Sollte Dein Rad stattdessen Postmount- oder IS-Aufnahmen haben, dann kannst Du in einigen Fällen Flatmount-Bremsen mit Adaptern montieren. Informiere Dich dazu am besten beim Hersteller des Rahmens. SRAM bietet Postmount-Bremsen mit Schaltbremshebeln einzeln an. Tipp: Bestell am besten gleich ein oder zwei Paar passende Ersatzbremsbeläge mit.

Shimano GRX

Die Komplettgruppe Shimano GRX gibt es in mehreren Varianten, die sich in Anzahl der Gänge, Schaltsystem, Preis, Gewicht und Verarbeitung unterscheiden. GRX RX825, RX820, RX815 und RX810 sind die leichten Top-Gruppen. Hier kommen die hochwertigsten Materialien zum Einsatz. Die Kurbelarme sind hohl, um Gewicht zu sparen. Knapp unter den Top-Gruppen findest Du die GRX RX600. Sie übernimmt Schaltwerk und Umwerfer aus der 800er-Serie und spart bei den anderen Teilen zugunsten des Preis-Leistungs-Verhältnisses. Die Kurbelarme sind zum Beispiel nicht hohl. Mit etwas günstigeren Materialien und Herstellungsmethoden wird die Gruppe etwas schwerer - funktionell macht sie allerdings keine Kompromisse. Als günstigen Einstieg in die Welt der Gravel-Gruppen bietet Shimano außerdem die GRX RX400 an.

Welche Varianten der GRX als elektronische Di2 verfügbar sind und welche Optionen bei der Anzahl der Gänge zur Auswahl stehen, siehst Du in der Tabelle:

GRX 2x12 Gänge 1x12 Gänge 2x11 Gänge 1x11 Gänge 2x10 Gänge
Di2 RX825 - RX815 RX815 -
Mechanisch RX820 RX820 RX810 RX600 RX810 RX600 RX400

Bitte beachte: Es kann vorkommen, dass einzelne Varianten vorübergehend nicht lieferbar sind.

Das mechanische Schaltwerk der Shimano GRX Gruppe kann sowohl bei 1x11 als auch bei 2x11 Gängen eingesetzt werden. Hier gibt es keinen Umwerfer, aber dafür 13 Ritzel. Bei Kurbeln und Schaltwerk kommt Carbon zum Einsatz - und auch sonst nur die besten Materialien. Die Ergopower-Schaltbremsgriffe wurden für das Gravelbike optimiert und mit einem überarbeiteten Daumenhebel ausgestattet.

SRAM Gravel-Gruppen-Übersicht: XPLR AXS, Red, Force, Rival & Apex

Die Top-Gruppe für Gravelbikes ist die SRAM Red XPLR AXS 1x13. Hier bekommst Du die neuesten Technologien, hochwertigste Materialien und die präziseste Verarbeitung. Ihre wichtigsten Unterschiede zur 1x12-Red sind die größere Bandbreite und angepasste Abstufung der Kassette sowie die UDH-Montage (Universal-Derailleur-Hanger) des Schaltwerks. Die Zwölffach-Red-Gruppen (1x12-XPLR und 2x12-All-Road) stehen dem in Qualität, Leichtbau und Verarbeitung in nichts nach. Die Force-Gruppen kommen ebenfalls mit hochwertigen Materialien (etwa Carbonkurbeln), sind aber nicht ganz so leicht. Direkt darunter ist die Rival platziert - etwas günstiger, da hier auf die teuersten Werkstoffe verzichtet wird. Apex ist der Einstieg in die Welt der Gravel-Schaltungen von SRAM. Diese Gruppe ist nicht nur in der kabellosen AXS-Variante erhältlich, sondern auch mechanisch, mit Bowdenzug.

Montagestandards bei SRAM

Achtung: SRAM verwendet bei Schaltwerken verschiedene Montagestandards. Einige, wie das neue 1x13-Red-AXS und die Eagle-Transmission-MTB-Schaltwerke benötigen Rahmen mit UDH-Ausfallenden. SRAM nennt das auch „Full-Mount“. Die neue Technologie ist robuster und präziser, aber nicht kompatibel mit Rahmen mit klassischen Schaltaugen.

SRAM Gravel-Gruppen Übersicht: XPLR AXS, Force, Rival und Apex Eagle-Mullet und All-Road

SRAM unterscheidet die Gruppen für Gravelbikes in drei Kategorien mit unterschiedlichen Abstufungen der Gänge:

  • 1x-XPLR: Mit XPLR (gesprochen wie das englische „explore“) bietet SRAM universelle 1x13- und 1x12-Gruppen speziell für Gravelbikes an. Bandbreite und Abstufung der Kassetten mit 10-44/46 Zähnen vereinen das Beste aus beiden Welten: eine Bandbreite fast so groß wie am MTB und fast so fein abgestufte Gänge wie bei einer Rennradkassette. Dank der Einfach-Kurbel sind die XPLR-Gruppen simpel, robust, leise und geschmeidig.
  • 1x-Eagle: Der „Mullet“-Antrieb vereint die Robustheit eines MTB-Schaltwerks und die riesige Bandbreite einer Zwölffach-Eagle-Kassette mit 10-50/52 Zähnen mit einer Einfach-Kurbel und AXS-Schaltbremsgriffen. Diese Option ist ideal, wenn Du mit dem Gravelbike oft im Gelände wilderst. Auch beim Bikepacking sind die leichten Gänge eine große Hilfe.
  • 2x-All-Road: Zwei Kettenblätter an der Kurbel, mit 46/33 oder 43/30 kleiner als an reinrassigen Straßenrädern, kombiniert SRAM an den All-Road-Gruppen mit 10-36er oder 10-33er Zwölffachkassetten. Damit hast Du eine sehr feine Abstufung, um auf der Straße genau Deine Trittfrequenz zu fahren. Gleichzeitig hast Du mehr Reserven für die Berge und leichtes Gelände.

Einen Mullet-Antrieb (also eine Mischung von Komponenten aus verschiedenen Welten) mit Eagle-MTB-Komponenten gibt es nicht als reinrassige Gruppe, sondern nur als individuelle Zusammenstellung einzelner Teile aus den Ökosystemen für MTB, Rennrad und Gravelbike. Die Qualitätsstufen kannst Du mischen - achte bei Deiner Wahl aber stets auf die Kompatibilitäten.

Elektronisch oder mechanisch schalten?

Von Shimano, SRAM und Campagnolo bekommst Du auch mechanische Gruppen - also Schaltungen mit Bowdenzug. Die Technik ist zuverlässig und bewährt. Shimano hat als Alternative Di2 im Programm - eine elektronische, teils kabellose Schaltung. SRAM setzt bei den High-End-Komplettgruppen voll auf elektronische Optionen mit der kabellosen Technologie namens AXS. Mechanische Schaltungen sind meist dem Einstiegssegment vorbehalten. Ob Du eine mechanische oder elektronische Schaltung benutzen willst, ist Geschmackssache - beide Systeme bieten ihre Vorteile. Shimano, SRAM und Campagnolo setzen auf unterschiedliche Lösungen.

Wichtige Hinweise zur Kompatibilität

Die Kassette muss zu Deiner Nabe passen! Alternativ kannst Du viele Naben auch durch Tauschen des Freilaufkörpers umrüsten. Wir erklären Dir hier, wie Du die Freilauf-Körper verstehen und umrüsten kannst. Wenn Du Dir unsicher bist, ob Du die passende Gruppe in Deinem Warenkorb liegen hast, dann nimm gerne Kontakt zu uns auf!

Ausführungen und Varianten bei Gravel-Schaltungen

Im Shop findest Du meist mehrere Varianten der Gravel-Gruppen. Bei genauem Hinschauen siehst Du die Unterschiede in der Artikelbezeichnung. Bei Shimano sind das die Kettenblattgröße sowie Gruppen mit oder ohne Umwerfer. Bei Campagnolo ist es nur die Kettenblattgröße. Bei SRAM bedeutet der Zusatz „Wide“ im Titel, dass die Gruppe eine Kurbel mit etwas nach außen verlagerter Kettenlinie hat, um mehr Platz für breite Reifen zu schaffen. In einigen Fällen wird auch hier die Kettenblattgröße genannt. Hast Du Dir eine Gruppe ausgewählt, stehst Du in den meisten Fällen noch vor der Wahl der Ausführung. Optionen gibt es hier bei der Kurbellänge und der Abstufung der Kassette. Bei Shimano Di2 hast Du in einigen Fällen außerdem die Wahl zwischen internem und externem Verteiler.

Lieferumfang und Komplettierung

Die Produktbeschreibung und den aufgelisteten Lieferumfang solltest Du Dir aufmerksam durchlesen. In vielen Fällen haben wir Links zu Produkten hinterlegt, die Du zur Komplettierung separat bestellen musst. In den wenigsten Fällen sind zum Beispiel Bremsscheiben und Adapter zur Montage der Bremsen bei der Komplettgruppe dabei. Das Gleiche gilt für Innenlager. Bei elektronischen Schaltungen von Shimano müssen die Kabel gesondert bestellt werden.

Die Custom-Schaltgruppe fürs Gravelbike

Gravelbikes werden so vielfältig genutzt, dass die Auswahl an Komplettgruppen nur schwer alle denkbaren Bedürfnisse abdecken kann. Wenn Du spezielle Ideen hast, dann kannst Du Dir auch eine Gruppe aus einzelnen Teilen individuell zusammenstellen. Gerade bei Kurbeln, Kettenblättern, Kassetten und Ketten gibt es auch andere Hersteller. Dabei solltest Du aber besonders aufmerksam auf die Kompatibilität der Teile untereinander achten. Selbst die Teile verschiedener Gruppen oder Jahrgänge eines Herstellers funktionieren nicht automatisch miteinander. Wenn Du mit Deinem Gravelbike überwiegend auf Asphalt und gepflegten Schotterpisten unterwegs bist, kannst Du ruhig auch mal bei den Rennradgruppen stöbern. Für die Extraportion Individualität an Deinem Antrieb bieten Dir Hersteller wie e*thirteen kompatible Komponenten.

Werkzeug für die Wartung

Für den Wechsel der Kassette benötigst Du den passenden Kassettenabzieher und eine Kettenpeitsche. Um die alte Kette zu demontieren und die neue passend abzulängen, brauchst Du einen Kettennieter. Eine Kettenschlosszange kann auch hilfreich sein. Für das optimale Einstellen der Schaltung legt SRAM eine sehr hilfreiche Einstelllehre bei. Wenn Du die Bremsleitungen kürzen willst, brauchst Du das passende Entlüftungskit. Auch beim Werkzeug gilt: Schau genau hin! Dein alter Kettennieter ist möglicherweise nicht mit schmalen Ketten der 1x13-Gruppe kompatibel. Dasselbe gilt für Kettenpeitsche oder Kassettenabzieher.

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