Es gibt wirklich kein günstigeres, einfacheres und effektiveres Upgrade für euer Bike, als eure Reifen auf tubeless umzurüsten. Doch viele Leute scheinen noch immer Schläuche vorzuziehen - was häufig daran liegt, dass sie Angst vor dem Umbauprozess haben. Wir zeigen euch, wie einfach das Ganze sein kann, und versprechen, dass ihr euer Wohnzimmer nicht mit Dichtmilch verunstaltet!
Vorbereitung für die Tubeless-Montage
Bevor ihr euren Tubeless-Umbau startet, solltet ihr dafür sorgen, dass ihr die nötigen Teile und das erforderliche Equipment parat habt. Ihr braucht Tubeless-ready-Felgen und -Reifen, Dichtmittel und ein Paar Tubeless-Ventile. Wenn eure Felgen nicht schon mit Felgenband ausgekleidet sind, müsst ihr zuerst noch ein tubeless-spezifisches Felgenband installieren, da das Felgenbett sonst nicht luftdicht ist.
Tubeless-ready Felgen und Reifen
Um eure Reifen auf tubeless umzurüsten, müssen sowohl die Reifen als auch die Felgen tubeless-ready sein. Zum Glück trifft das heutzutage auf so gut wie alle Reifen und Felgen zu.
Felgenband prüfen
Als Nächstes müsst ihr checken, ob bereits Felgenband in euren Felgen montiert ist. Bei Felgen mit Felgenband müsst ihr nur ein Tubeless-Ventil installieren und Dichtmittel einfüllen, bevor ihr den Reifen aufzieht und aufpumpt. Wenn eure Felgen also bereits vorgeklebt sind - Glück gehabt! In unserem Guide gehen wir jedoch davon aus, dass die Felgen noch nicht mit Felgenband ausgestattet sind, und beschreiben den kompletten Aufbau.
Montage des Felgenbands
Damit ihr das Felgenband richtig einkleben könnt, müssen die Felgen sauber und trocken sein. Achtet außerdem darauf, dass die Breite des Felgenbands genau zur Innenweite eurer Felgen passt. Um sicherzugehen, dass sich kein Schmutz und keine öligen Rückstände mehr im Felgenbett befinden, benutzt ihr am besten einen sauberen Lappen und Isopropylalkohol - denn der verflüchtigt sich, ohne Spuren zu hinterlassen.
Dann beginnt ihr 5 cm links vom Ventilloch damit, das Tape sorgfältig in Schritten von ca. 10 cm aufzubringen. Beklebt die Felge im Uhrzeigersinn und behaltet einen konstanten Zug auf dem Tape bei, damit es immer unter Spannung steht. Presst mit dem Daumen kräftig auf den soeben beklebten Bereich, während ihr die Spannung auf dem Tape aufrechterhaltet. Wiederholt diesen Prozess, bis ihr wieder am Beginn des Tapes angelangt seid. Klebt noch bis hinter das Ventilloch weiter, sodass sich das Felgenband am Ende um 5 cm überlappt. Schneidet dann das Tape vorsichtig ab und drückt das Ende kräftig fest.
Ventilloch erstellen
Macht das Ventilloch ausfindig und durchstecht das Tape dort vorsichtig mit einem spitzen, zylindrischen Gegenstand, damit ihr einen sauberen kreisförmigen Durchstich bekommt. Mit einem Messer oder einer Rasierklinge kriegt ihr nur einen länglichen Einschnitt im Felgenband hin, und der ist dann anfällig für einen Riss.
Ventilmontage
Setzt nun das Ventil in die Felge ein und drückt es vorsichtig durch das Ventilloch. Achtet darauf, dass die Basis des Ventils bündig mit dem Felgenband abschließt. Verschraubt dann die Kontermutter handfest - und wenn wir handfest sagen, meinen wir wirklich handfest. Denn wenn ihr dafür eine Zange oder ein anderes Werkzeug benutzt, steht ihr unter Umständen bei einer Panne mit einer Ventilmutter da, die keiner mehr aufkriegt.
Reifenmontage
Achtet auf die Laufrichtungspfeile auf den Seitenwänden des Reifens, bevor ihr ihn montiert. Setzt eine Wulst des Reifens in die Felge und zieht eine Seite des Reifens komplett auf. Pro-Tipp: Achtet darauf, das Logo des Reifens zum Ventil auszurichten. Startet dann mit der gegenüberliegenden Seite des Ventils und drückt die andere Reifenwulst mit beiden Händen in die Felge.
Indem ihr die Felge auf euren Beinen oder dem Boden abstützt, könnt ihr die Reifenwulst tief in die Felge hineindrücken. Je näher ihr an das Ventil herankommt, desto schwieriger wird das Ganze.
Dichtmilch einfüllen
Die einfachste und sauberste Variante, die Tubeless-Dichtmilch in euren Reifen zu bekommen: Spritzt sie direkt durch das Ventil! Dazu entfernt ihr einfach den Ventilkern und quetscht die Dichtmilch mit einer Dichtmittelspritze oder einem Fläschchen mit Einspritzdüse in den Reifen. Im Anschluss setzt ihr den Ventilkern wieder ein.
Alternativ könnt ihr die Dichtmilch auch einfüllen, bevor ihr den letzten Teil der Reifenwulst auf den Reifen zieht. Wir empfehlen 50-70 ml Dichtmittel pro Reifen. Gewicht zu sparen, indem ihr weniger Dichtmilch verwendet, ist übrigens nicht zu empfehlen - denn wenn ihr an dieser Ecke spart, reduziert ihr die Effektivität des Systems drastisch.
Reifen aufpumpen
Manche Felgen-Reifen-Kombis lassen sich problemlos mit einer simplen Standpumpe aufpumpen. Alles, was es jetzt noch zu tun gibt: Pumpt euren Reifen auf. Dabei eine Tubeless-Pumpe zu nutzen macht das Ganze deutlich einfacher. Doch manche Reifen-Felgen-Kombis lassen sich auch mit einer normalen Standpumpe aufpumpen.
Wenn sich euer Reifen als widerspenstig erweist, könnt ihr den Ventilkern entfernen, um den Luftdurchfluss zu erhöhen. Ist der Reifen einmal aufgepumpt, dreht ihn ein paar Mal und schüttelt ihn, um dafür zu sorgen, dass das Dichtmittel das Innere des Reifens gleichmäßig bedeckt.
Zusätzliche Tipps zum Aufpumpen
- Pumpt den Reifen OHNE Ventilkern auf: Das erhöht den Luftfluss in den Reifen und hat bei uns schon oft Wunder gewirkt. Vergesst aber nicht, den Ventilkern gleich wieder zu installieren, nachdem ihr die Pumpe entfernt habt.
- Benutzt einen Reifen-Booster oder Kompressor: Wenn ihr mit eurer normalen Pumpe keinen Erfolg habt, dürfte euch eine spezielle Tubeless-Pumpe oder ein Kompressor dabei helfen, den Reifen auf die Felge zu bekommen.
Hinweise zur Dichtmilch
Obwohl CO2 im Notfall dabei hilft, euren Reifen wieder aufzupumpen, kann es langfristig negative Effekte auf eure Dichtmilch haben. Wenn das komprimierte CO2 aus der Kartusche in den Reifen entweicht, fällt die Temperatur im Inneren drastisch, weil der Reifen ein deutlich größeres Volumen hat als die Kartusche.
Dieser Temperaturabfall aktiviert das Gerinnungsmittel von einigen Dichtmitteln - sie reagieren darauf, indem sie große Latexbälle im Inneren des Reifens bilden. Die meisten Tubeless-Dichtmittel basieren auf natürlichem oder synthetischem Latex, das abbaubar ist. Doch jeder Hersteller nutzt unterschiedliche Additive und Partikel für sein Dichtmittel, um die Performance zu verbessern.
Wir würden das Mischen von Tubeless-Dichtmitteln nicht empfehlen, selbst wenn beide Dichtmittel auf Latex basieren: Die verschiedenen Hersteller verwenden für ihre Produkte unterschiedliche Zusatzstoffe und Partikel, und wenn man sie miteinander mischt, kann die Flüssigkeit gerinnen oder das Dichtmittel wird weniger leistungsfähig.
Wenn Tubeless-Dichtmittel auf eure Felgen, andere Komponenten oder den Fußboden gelangt, während ihr eure Reifen aufzieht, dann wischt es einfach mit einem feuchten Papiertuch auf und reinigt den Bereich mit etwas Isopropylalkohol.
Tubeless-Dichtmittel kann mit der Zeit eintrocknen und wird dadurch weniger effektiv. Wie schnell es eintrocknet, hängt davon ab, wo ihr fahrt (wie heiß bzw. trocken das Klima ist) und wie oft ihr fahrt.
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