Viele Motorradmodelle haben Kosenamen, deren Ursprung oft schon wieder vergessen ist. So auch bei BMW Motorrädern, die unter anderem als "Gummikuh" bezeichnet werden. Der Begriff "Gummikuh" stammt aus den 50er Jahren. Damalige BMWs hatten ein sogenanntes Vollschwingen-Fahrwerk, also auch zur Vorderradführung eine Langschwinge. Dieses hatte die Eigenschaft, beim Bremsen wie eine Rodeokuh aufzusteigen.
Darüber hinaus wurde das Heck der Maschine im „Vor-Paralever-Zeitalter“ beim Gasgeben durch den Kardaneinfluss angehoben. Dadurch verhärtete sich die Hinterradfederung des Moppeds! Besonders schön zu sehen bei "alten“ GS-Umbauten von Scheck- oder Witzel, die auf der Kurzschwinge basierten!
Ursprung des Namens "Gummikuh"
Ernst Leverkus, ein bekannter Motorradjournalist, verglich diese Bewegungen der Hinterradfederung einmal mit Kühen, die mit dem Hinterteil zuerst aufstehen. Daraus entwickelte er den Begriff „Gummikuh“, bei BMW-Fahrern teils zu „Kuh“ verkürzt.
Die Bezeichnung Gummikuh wurde von BMW Fahrern die Vorkriegmodelle mit Starrrahmen oder Geradwegfederung fuhren, vergeben.
BMW R 12 G/S: Eine moderne "Gummikuh"
Mit der R 12 G/S greift BMW tief in die Schatzkiste der Motorradgeschichte. Bei dieser Gummikuh wird klassisches Design mit moderner Technik kombiniert.
Die Motorradsparte von BMW baut ihr Heritage-Portfolio um die R 12 G/S aus, die optisch einen eindeutigen Bezug auf die Anfang der 1980er-Jahre eingeführte Ur-GS nimmt. Statt auf üppige Verkleidungen und aggressives Sickenspiel setzt das neue Modell auf ein rundes und freundliches Design ohne Firlefanz.
Wie bei der Ur-GS gibt es eine weiße Lackierung mit verschiedenen Blautönen und einer roten Sitzbank, die allerdings Aufpreis kostet. Alternativ wird es die GS in einer Basisvariante in Schwarz sowie in der Version Aragonit in Sandfarbenmatt mit roten und schwarzen Akzenten geben. Die BMW R 12 G/S gibt es in weiß-blauer Lackierung oder in einer Basisvariante in Schwarz sowie in Sandfarbenmatt mit roten und schwarzen Akzenten.
Trotz klassischer Optik handelt es sich technisch um ein modernes Motorrad. Tragendes Element ist der einteilige Gitterrohr-Brückenrahmen, der auch anderen Modellen der R-12-Familie als Rückgrat dient. Daran angeschraubt ist ein aus Stahlrohren gefertigter Heckrahmen. Vorn steht die GS auf einem 21 Zoll großen Speichenrad, während das hintere im Format 17 oder 18 Zoll angeboten wird.
Die Radführung vorn erfolgt über eine USD-Gabel mit 21 Zentimetern Federweg. Bei der Hinterhand setzt BMW auf seine Paralever-Schwinge mit einstellbarem Federbein mit 20 Zentimeter Federweg. Die Doppelbremse vorn kommt auf 31 Zentimeter, die hintere Einzelscheibe auf 27 Zentimeter Durchmesser. Schräglagen-sensibles ABS ist serienmäßig.
Antrieb ist der luft-/ölgekühlte Boxer mit 1170 Kubikzentimeter Hubraum. BMW verspricht einen fülligen Drehmomentverlauf. Maximal stehen 80 kW/109 PS und 115 Nm zur Verfügung. Die einflutige Abgasanlage soll klassischen Boxersound produzieren. Per Sechsgangschaltung und Kardan geht die Kraft ans Hinterrad.
Die fahrfertig 229 Kilogramm schwere R 12 G/S soll in 4,1 Sekunden aus dem Stand Tempo 100 erreichen, die Höchstgeschwindigkeit wird mit über 200 km/h angegeben. Der Verbrauch liegt bei 5,1 Litern.
Die technische Ausstattung umfasst LED-Leuchten rundum, Keyless-Ride, USB-Ladebuchse, Motor-Schleppmoment-Regelung, Traktionskontrolle DTC und die Fahrmodi Rain, Road und Enduro. Gegen Aufpreis bietet BMW ein digitales Cockpit mit Konnektivätstechnik. Die rote Sitzbank ist ein Hingucker, kostet aber extra.
Ebenfalls gegen Aufpreis sind Kurvenlicht, Heizgriffe, Tempomat, Hill Start Control, Schaltassistent Pro, Intelligenter Notruf sowie viele für Fernreisende interessante Accessoires wie Gepäcklösungen, schützende Anbauteile oder Zusatzscheinwerfer erhältlich. Zur Jahresmitte ist Marktstart für die R 12 G/S in Deutschland.
Cartridge System Motorrad - BMW 2-Ventil Boxer Gabel-Dämpfungssystem
Eine Motorradgabel besteht aus zwei sich ineinanderschiebender Rohre, einer Feder und einer Dämpfung. Die Feder gleicht dabei die Fahrbahnunebenheiten aus, die Dämpfung sorgt dafür, dass die Feder in keine unkontrollierte Schwingung gerät. Das war früher so und gilt genauso auch noch heute.
Die Gabel unserer Zweiventiler haben sich über die Modelljahre verbessert, eines ist aber immer gleichgeblieben: Es gab niemals eine wirklich Dämpfung. Die Gabel-Dämpfung besteht bei den alten Boxermodellen aus einer Art Blechröhrchen mit zwei kleinen Bohrungen, durch die das Gabelöl getrieben wird.
Die 2-Ventiler haben satte Federwege. Durch die mangelnde Dämpfung kommt aber viel Bewegung in die Fahrwerke. Für das Auf- und Ab-Schaukeln wird im allgemeinen alleinig der Kardan verantwortlich gemacht, daher rührt der Name „ Gummikuh“. Vielmehr ist die Gabel, mit Ihrer durch mangelnde Druck- und Zugstufendämpfung verursachte Auf- und Abwärts-Bewegung dafür mindestens genauso verantwortlich.
Also haben wir bei SE Concept ein Gabel-Dämpfungssystem, in der Fachsprache Gabel-Cartridge genannt, konstruiert und stellen dieses für die alten BMW 2V Boxer her. Das Ziel war keinesfalls aus den alten Schätzen Rennmotorräder zu bauen, dass Ziel war das Fahrverhalten für den normalen Straßenfahrer zu verbessern, die Fahrsicherheit zu erhöhen und für mehr Komfort zu sorgen.
Die Cartridge-Systeme verfügen über eine Druckstufendämpfung im linken Holm und über eine Zugstufendämpfung im rechten Holm. Die im inneren liegenden 20mm Dämpfer-Kolben sind mit sogenannten Shim-Ventilen und einem Nadelventil für den Bypass ausgestatten, eine Technik, die auch bei den heutigen Fahrzeugen immer noch Anwendung findet.
All unsere Systeme lassen sich von außen einstellen. Das bedeutet, Zugstufe, Druckstufe und Federvorspannung lassen sich den jeweiligen Bedürfnissen anpassen. Aber keine Angst, die Systeme werden voreingestellt geliefert, es geht in erster Linie um die revolutionär verbesserte Dämpfung. Sollte es doch einmal vorkommen, dass ein Kunde etwas ändern möchte, so liefern wir Einstellungs-Empfehlungen für „weicher“ oder „härter“ mit.
Die Einstellungsänderung dauernd keine 10 Sekunden, bei Fragen dazu können Sie uns aber auch gerne anrufen. Der Einbau ist in jeder Werkstatt durchführbar und dauert ca. 2 Stunden. Spezialwerkzeuge sind keine erforderlich. Die Systeme werden komplett vormontiert mit Federn und dem passenden Gabelöl geliefert.
Äußerlich erkennt man den Umbau an den edlen Gabelkappen, die auch die Einsteller für Dämpfung und Federvorspannung beherbergen. Ein 14mm Schlüssel für die Federvorspannung, ein kleiner Schlitzschraubendreher für die Druck- und Zugstufe.
BMW R 65 LS: Ein "Kälbchen" unter den Kühen
Jan-Simon erzählt eine kleine Geschichte rund um sein Motorrad, eine BMW R 65 LS von 1983. „Das Design erinnert nicht ohne Grund an die Suzuki Kantana: Beide Maschinen wurden Anfang der 1980er von Hans A. Muth entworfen“, erklärt Jan-Simon.
„Verglichen mit allen anderen klassischen VollschwingenBMWs ist die LS keine „Schönheit im herkömmlichen Sinn, so völlig ohne Zierlinien und mit der kantigen Lenkerverkleidung, das muss ich zugeben.“
Als die R 65 vom Typ 248 im Jahr 1978 vorgestellt wurde, leistete der Boxermotor 45 PS - 5 PS weniger als in der damaligen Versicherungsklasse möglich. Die daraus resultierende Journalistenfrage nach dem Warum bügelte der Chefentwickler HansGünther von der Marwitz kurzerhand mit den Worten „Es reicht“ ab.
1981 wurde die R 65 LS präsentiert, jetzt mit vollen 50 PS und im Sportanzug als sportliches, aber dennoch auch für ausgedehnte Touren geeignetes Motorrad.
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